Volvo Trucks

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Frontgrill eines Haubers Typ Volvo VN
Volvo VN
aktuelles Modell
Fahrerplatz eines Volvo FH

Volvo Trucks (schwedisch Volvo Lastvagnar AB) ist ein schwedischer Lastwagenhersteller und gleichzeitig ein bedeutender Teil der Volvo AB. Das Unternehmen (ohne Konzernschwestern) ist gegenwärtig der weltweit zweitgrößte Hersteller schwerer Lastwagen. Volvo Trucks ist in über 130 Märkten auf der ganzen Welt vertreten. Die Unternehmenszentrale befindet sich im schwedischen Göteborg. Die heutige Volvo Lastvagnar AB besteht seit mehreren Jahrzehnten als rechtlich eigenständiger Teil des Volvo-Konzerns. Das Unternehmen hat 16 Produktionsstandorte seiner Modellfamilien (in Europa sind dies die Baureihen Volvo FL, Volvo FE, Volvo FM, Volvo FMX, Volvo FH und Volvo FH16).

Renault Trucks ist seit 2001 Teil der Volvo-Gruppe[1]; seitdem gehören die vier französischen LKW-Werke [2] ebenfalls zu 'Volvo Trucks'.

In den USA wird die Baureihe Volvo VN/VT/ VHD angeboten[3]. 2011 baute Volvo den 500.000en Truck in den USA.

Der Unternehmensteil Volvo PKW wurde 1999 an Ford und von diesem Anfang 2010 an das chinesische Unternehmen Geely verkauft; er ist nicht mehr Teil der AB Volvo.

Volvo in den USA[Bearbeiten]

Volvo versuchte ab 1950 mehrfach im US-amerikanischen Markt Fuß zu fassen. Selbständige Versuche scheiterten ebenso wie der Versuch, Volvo Trucks über das Händlernetz von Freightliner zu vertreiben. Erfolgreich wurde Volvo erst 1981 mit der Übernahme des amerikanischen Herstellers White für 75 Millionen Kronen. Zu White gehörten sich auch die Marken Autocar und Western Star.[4] 1986 übernahm Volvo den Bereich Schwere LKW von General Motors. Die amerikanischen LKW liefen seither unter dem Namen WhiteGMC vom Band.[5] Die Marke Autocar wurde 2000 eingestellt und 2001 an die GVW Group LLC verkauft.[6] Ab 1995 werden die LKW als Volvo verkauft. Nachdem 2001 Renault Véhicules Industriels übernommen wurde[7] kam mit Mack Trucks eine weitere amerikanische Marke zu Volvo Trucks.

Aktuelles Programm[Bearbeiten]

Das europäische Lastwagenprogramm beginnt bei einem zulässigen Gesamtgewicht von 12 Tonnen. Domäne von Volvo Trucks ist seit langem der Bau von schweren Lastkraftwagen. Das aktuelle europäische Programm besteht aus:

Volvo FL[Bearbeiten]

Hauptartikel: Volvo FL

Der Volvo FL ist der leichteste LKW von Volvo und wird für den Verteilerverkehr von 12 bis 18 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht angeboten; d.h. für lokale und regionale Transporte, wie z.B. die innerstädtische Verteilung und Müllentsorgung.

Volvo FE[Bearbeiten]

Hauptartikel: Volvo FE

Der Volvo FE wurde für die Gewichtsklasse von 18 bis 26 Tonnen konzipiert und deckt den unteren Teil des Segments 'schwerer LKW' ab.
Einsatzgebiete: Güternahverkehr, Abfallentsorgung, leichte Baustelleneinsätze und Kühltransporte.

Volvo FM[Bearbeiten]

Hauptartikel: Volvo FM

Der Volvo FM wurde für den schwereren Nah- und leichten Fernverkehr konzipiert.

Volvo FMX[Bearbeiten]

Hauptartikel: Volvo FMX

Der Volvo FMX ist speziell für den Einsatz im Baubereich geeignet.

Volvo FH[Bearbeiten]

Hauptartikel: Volvo FH

Für Märkte ausserhalb der Europäischen Union wird der Vorgänger des Volvo FH16, der Volvo FH, noch produziert.

Volvo FH16[Bearbeiten]

Hauptartikel: Volvo FH16

Der Volvo FH16 ist für den schweren Fernverkehr und Schwertransport geeignet.

Volvo VN/VT/VHD[Bearbeiten]

Hauptartikel: Volvo VN/VT/ VHD

Seit 2002 produziert Volvo Trucks America die Langhauber-Lkw Baureihe Volvo VN/VT/ VHD. Die Technik der Baureihe basiert auf dem europäischen Volvo FM und Volvo FH, angepasst an amerikanische Standards und Anforderungen. Das Gewicht des Aufliegers beträgt 15,9–23,6 Tonnen und maximal können Sattelzüge bis zu 56,7 Tonnen Gesamtgewicht genutzt werden.

Volvo-interne Nomenklatur[Bearbeiten]

Volvo-Lastwagen tragen seit Jahrzehnten alphanumerische Bezeichnungen, die fallweise um verbale Zusätze ergänzt wurden (wie Titan, Tiptop, Globetrotter). Die Buchstaben der Typbezeichnungen lassen dabei Rückschlüsse auf die Bauart des LKWs zu:

  • L = Lastwagen (Mitte der 1960er Jahre entfallen, durch F oder N ersetzt)
  • N = Normallenker (Hauber)
  • F = Frontlenker
  • FL = Frontlenker mit niedrig angeordneter Kabine (low), leichte Klasse (heute 12–18 t)
  • FE = Frontlenker mit niedrig angeordneter Kabine, schwere Klasse (18–26 t)
  • FM = Schwerer Frontlenker mit mittelhoch angeordneter Kabine (medium)
  • FMX = Wie FM, aber für besonders schwere Aufgaben offroad
  • FH = Schwerer Frontlenker mit hoch angeordneter Kabine (high), Fernverkehrsfahrzeug
  • NH = Hauber mit hoch angeordneter Kabine (Import inzwischen eingestellt)
  • VN = Nordamerikanische Version mit Haube, hat nichts mit NH zu tun.
  • VT = VN aber mit mehr Motorhaube, meistens VT880, Platz für den großen 16-Liter-Motor und ein Fahrerhaus mit 16 m³ Volumen.

Bei den amerikanischen Volvo-Varianten beziehen sich die Bezeichnungen nicht auf Motorleistung, sondern auf Fahrerhausgröße (670/770 /880 usw).

Zahlenangaben hinter den Modellbezeichnungen beziehen sich seit 1978 auf den Dieselmotor und geben den ungefähren Hubraum in Litern an (vgl. Scania). In der Anfangszeit der damaligen Modellreihe waren für kurze Zeit vierstellige Typennummern in Gebrauch, bei diesen gilt die Literangabe für die ersten beiden Ziffern der vier Stellen. Die letzten beiden Ziffern geben das technisch zulässige Gesamtgewicht in Tonnen an. Ebenfalls bei der 1978 vorgestellten Generation wurde optional erstmals ein werkseitig lieferbares Fahrerhaus mit Hochdach angeboten, damals ein Novum im europäischen Lastwagenbau. Über viele Jahre wurde dieses Hochdach als Globetrotter bezeichnet, was durch eine breite Aufschrift auf der Frontseite der Fahrerkabine kommuniziert wurde und viel zum positiven Image der Marke im Lkw-Bereich beitrug.

Frühere Modelle (Auswahl)[Bearbeiten]

Von besonderer Bedeutung für die Marke waren in den vergangenen Jahrzehnten die schweren Lkw-Baureihen. Über die Grenzen Schwedens und der angrenzenden skandinavischen Länder hinaus wurden seit den 1960er Jahren auch in anderen europäischen Märkten die jeweils aktuellen Frontlenker-Modelle vertrieben, angefangen beim 1964 vorgestellten Volvo Titan Tiptop. 'Titan' war bereits zuvor die Bezeichnung der schweren Haubenwagen gewesen. Der Typ Tiptop war ein Frontlenker mit kippbarem Führerhaus, einer damals neuen Errungenschaft. Zum großen Lkw-Modell wurde 1965 der F88 mit 260 PS. Im Jahr 1970 kam, weitgehend baugleich, die stärkere Version F89 hinzu, erkennbar am breiteren Kühlergrill. Beide international sehr erfolgreichen Typen wurden 1977 durch die neu entwickelten, optisch ähnlichen und sehr kantig wirkenden Volvo F10/F12/F16 ersetzt, die leicht überarbeitet bis 1992 im Programm blieben und dann durch den Volvo FH ersetzt wurden. Im mittleren Bereich bot Volvo ab 1971 zusammen mit DAF, Magirus-Deutz und Saviem den Volvo F4/F6/F7 als Teil des Vierer-Clubs. Ab 1984 kam als Nachfolger der Volvo FL 7, 10, 12 und der Volvo FL der das Angebot nach unten abrundete. 1998 ersetzte der vom FH abgeleitete Volvo FM die FL 7-12 Baureihe. Bis 2001 war Sie mit dem Führerhaus des FL 7-12 ausgestattet, danach vom FH. Ausgelaufen sind im Jahr 2005, mit dem Übergang der FL-Baureihe zu einem neuen Modell, die kleineren Baumuster ab 7,5 bis unter 12 t Gesamtgewicht. Nachdem es seit Ende der 1980er Jahre keinen Hauben-Lkw mehr im europäischen Volvo-Lkw-Programm gab, wurde mit dem Volvo NH 12/NH16 im Jahr 2000 wieder ein solches Modell, in diesem Fall aus brasilianischer Fertigung, auf den Markt gebracht. Es basierte technisch weitgehend auf den vergleichbaren Frontlenkermodellen. Das Fahrzeug war zwar prestigeträchtig für die Marke, da es an die Anmutung amerikanischer Trucks erinnerte, kam jedoch bspw. in Deutschland über 20 bis 30 verkaufte Einheiten im Jahr nicht hinaus. Wegen einer neuen gesetzlichen Regelung für den vorderen Unterfahrschutz wurde es seit Ende 2003 nicht mehr in Europa angeboten. Man hätte größere Änderungen am Fahrgestell vornehmen müssen; wegen der geringen verkauften Stückzahlen in der EU lohnte dies nicht.

Der Volvo FL erhielt mit dem Volvo FLC ein Modell mit 7,5 Tonnen Gesamtgewicht, während der FL ein Gesamtgewicht ab 10 Tonnen bot. 2006 erschien die zweite Generation mit nun Gesamtgewichten von 12 bis 18 Tonnen und der auf dem FL basierende Volvo FE mit Gesamtgewichten von 18 bis 26 Tonnen. Wie der FM und FMX erschien der FL 2013 in einer neuen Generation. Die erste FH-12- und FH-16-Baureihe erschien 2002 in neuer Generation und wurde 2006 gründlich überarbeitet. Seit 2013 ist auch der FH in neuer Generation im Angebot.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Volvo trucks – Sammlung von Bildern, Videos und AudiodateienVorlage:Commonscat/Wartung/P 2 fehlt, P 1 ungleich Lemma

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Pressemitteilung (S. 1)
  2. Pressemitteilung (S. 2): Blainville-sur-Orne, Bourg-en-Bresse , Lyon und Limoges
  3. volvotrucks.com: History (2010s)
  4. Christer Olsson und Henrik Moberger: Das große Buch der Volvo-Typen, Motorbuchverlag 1995, Seite 180
  5. Christer Olsson und Henrik Moberger: Das große Buch der Volvo-Typen, Motorbuchverlag 1995, Seite 199
  6. About us, auf www.autocartruck.com, abgerufen am 30. August 2015
  7. Geschichte, auf www.renault-trucks.de, abgerufen am 30. August 2015
  8. 1000 Trucks, S. 169. Naumann & Göbel-Verlag, ~2004, ISBN 3-625-10767-8
  9. Trucks Modelle aus der ganzen Welt, S. 241. Parragon Books, ~2003, ISBN 978-1-40547-901-1