Vorarephilie

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Vorarephilie (lat. vorare ‚verschlingen‘, ‚schlucken‘ und -philie), kurz auch Vore, seltener Phagophilie (altgr. φαγεῖν phageín ‚essen‘), bzw. Voraphilie oder Voreaphilie genannt, ist eine Sexualpräferenz, bei der in Verbindung mit dem Gedanken, verschlungen zu werden, jemanden zu verschlingen oder diesen Prozess zu beobachten, sexuelle Erregung entsteht.[1]

Erscheinungsbild[Bearbeiten]

Zur sexuellen Erregung können sich vorarephile Sexualpartner beispielsweise einen Menschen, ein Tier oder ein Monster vorstellen, das im Ganzen verschlungen wird. Dabei kann es sich auch um den Partner oder die eigene Person handeln. Auch Fantasien – wie vor dem Verschlingen in Teile zerrissen und/oder zerkaut und geschluckt zu werden – können vorkommen. Die Vorstellung, was danach mit dem eigenen Körper oder den verschlungenen Teilen im Verdauungstrakt passiert, kann ebenfalls zur sexuellen Erregung beitragen. Art und Ablauf der Fantasien können individuell sehr verschieden sein.

Therapie[Bearbeiten]

Ist die Vorarephilie so ausgeprägt, dass ihr Krankheitswert zukommt – beispielsweise wenn eine sexuelle Erregung ohne entsprechende Fantasien nicht oder kaum noch möglich ist (Paraphilie) – kann mittels Psychotherapie behandelt werden. Hierbei können Gesprächstherapie oder Hypnose eingesetzt werden. So individuell verschieden Vorarephilie erscheinen kann, so individuell sind auch die dementsprechenden therapeutischen Maßnahmen. Daten im Sinne der evidenzbasierten Medizin fehlen jedoch bislang.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Jane R. Howard: Helping people with sexual problems. IP Communications, Melbourne 2010, ISBN 9780980458671.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Anders Ågmo: Functional and Dysfunctional Sexual Behavior. A Synthesis of Neuroscience and Comparative Psychology. London, Burlington, San Diego 2007, S. 454, ISBN 9780123705907.
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