vorarlberg museum

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Das vorarlberg museum am Bregenzer Kornmarktplatz

Das vorarlberg museum (früher Vorarlberger Landesmuseum, abgekürzt VLM) in Bregenz, Österreich ist das kunst- und kulturgeschichtliche Landesmuseum des Bundeslandes Vorarlberg. Es wurde 1857 gegründet und ist seither ein zentraler Ort, an dem die Zeugnisse der Kunst und Kultur des Bundeslandes gesammelt, bewahrt, erforscht und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Inhaltlich konzentriert sich die Arbeit des Museums auf Themen mit Vorarlbergbezug. Gleichzeitig bindet es diese in einen grenzüberschreitenden Kontext ein. Die umfangreichen Sammlungen mit den Schwerpunkten Archäologie, Geschichte, Kunstgeschichte, und Volkskunde Vorarlbergs, die das vorarlberg museum aktuell vertieft und zur Gegenwart hin ausweitet, sind die Basis der Museumsarbeit. Dabei versteht sich das Museum als Ort der sinnlichen Erfahrung und intellektuellen Erkenntnis und vermittelt seine Themen anhand originaler Zeugnisse aus Vergangenheit und Gegenwart. Ein besonderes Interesse gilt der Zusammenarbeit mit nationalen, internationalen und regionalen Kultureinrichtungen.

Geschichte[Bearbeiten]

Tafel zur Geschichte des Museums

Gegründet wurde das Landesmuseum 1857 durch den privaten Vorarlberger Landesmuseums-Verein. Seine Sammlungen und das Gebäude des Museums wurden 1947/48 an das Land Vorarlberg übergeben. Seit 1997 wird es in Sachen Verwaltung, gemeinsam mit dem Kunsthaus Bregenz und dem Vorarlberger Landestheater von der betriebswirtschaftlichen Serviceeinrichtung Vorarlberger Kulturhäuser BetriebsGmbH unterstützt.

Das Museum befindet sich aktuell in einer Phase der Neukonzeption. Am 5. Oktober 2009 wurde das Haus für eine rund 3-jährige Neu- und Umbauperiode geschlossen. Das bestehende Museum wurde in den nachfolgenden Monaten abgerissen und an selber Stelle unter Hinzunahme des benachbarten Gebäudes, der alten Bezirkshauptmannschaft, neu errichtet werden. Mit der Erstellung eines neuen Corporate Designs und einer neuen Corporate Identity für das Museum wurde Stardesigner Stefan Sagmeister beauftragt, der das neue Erscheinungsbild des Hauses Anfang 2011 in Bregenz vorstellte. Im Zuge dessen fand auch die Umbenennung des Museums von Vorarlberger Landesmuseum in vorarlberg museum statt. Das neue Haus wurde im Juni 2013 mit doppelter Ausstellungsfläche neu eröffnet.

Leiter des vorarlberg museums[Bearbeiten]

Vor Adolf Hild fungierte der jeweilige Vorstand des Vorarlberger Landesmuseumsvereins in Personalunion als Vertreter des Vorarlberger Landesmuseums, ohne jedoch explizit als dessen Direktor zu firmieren.

Vorarlberger Landesmuseumsverein[Bearbeiten]

Am 15. November 1857 hielt der Vorarlberger Landesmuseumsverein – mit dem späteren Landeshauptmann von Vorarlberg Sebastian Ritter von Froschauer, Ernst von Pöllnitz und anderen – seine Gründungsversammlung ab. Dies war gleichzeitig die Geburtsstunde des Vorarlberger Landesmuseums. Sebastian von Froschauer blieb erster Obmann des Vorarlberger Landesmuseumsverein bis 1873.

Zentrales Anliegen des Vereins war die Sicherung Vorarlberger Kulturgutes, die Bewahrung bedeutender Werke vor der Verschleppung in das Ausland, und wenn möglich, deren Rückführung nach Vorarlberg. Die Gründung des "Vorarlberger Landesmuseums" war die früheste Museumsgründung im Bodenseeraum, denn bis dahin gab es lediglich ein gemeinsames "Museum für Tirol und Vorarlberg" in Innsbruck. Mit der Neugründung eines Landesmuseums in Bregenz wurde eine eigenständige Institution ins Leben gerufen. Mit viel Engagement und Begeisterung der Mitglieder des Landesmuseumsvereins wurden die Bestände des Museums laufend erweitert und vermehrt.[3]

Das Museumsgebäude[Bearbeiten]

Erstes Gebäude von 1905
Der Altbau im Jahr 2009

Bereits ein Jahr nach seiner Gründung öffnete der Landesmuseumsverein in einem Bregenzer Privathaus jeweils sonntagvormittags drei Museumsräume für interessierte Besucherinnen und Besucher. 1860 bezogen die Objekte ihr erstes eigenes Haus in der Kaspar-Hagen-Straße 2. Dort nahm die Archäologie fast das ganze Erdgeschoss ein, im ersten Stock fanden Bildende Kunst, Münzen und die Bibliothek Platz, im zweiten Stock Zoologie, Technologie, Botanik, Mineralogie und die Werke Angelika Kauffmanns. Nach kurzer Zeit zeichnete sich bald ab, dass das Gebäude die rasant wachsenden Sammlungen nicht lange beherbergen konnte. Der Textilfabrikant Samuel Jenny gründete einen Museumsbaufonds, an dem sich auch die Stadt Bregenz beteiligte. Sie stellte außerdem kostenlos ein Grundstück direkt am Bodensee zu Verfügung. Aus finanziellen Gründen verzögerte sich der Spatenstich für das erste richtige Museum bis 1902.

Das erste Landesmuseumsgebäude[Bearbeiten]

In einer Bauzeit von knapp vier Jahren wurde der Neubau nach Entwürfen von Georg Baumeister errichtet. Das Haus am Bregenzer Kornmarkt war technologisch, was Hochwasser-, Brandschutz, Heizung und Konstruktionsdetails betraf, auf dem neuesten Stand. 1905 übersiedelten die Sammlungen in den Historismusbau und waren dort ab dem 9. Juni öffentlich zugänglich. Das Gebäude wurde zwar auf Zuwachs der Sammlung konzipiert, jedoch erforderten die rasch wachsenden Bestände bereits nach kurzer Zeit zusätzlichen Platz.

Bereits in den 1930er Jahren klagte das Museum erneut über Platzmangel. Mit einem umfassenden Umbau wurde aber erst Mitte der 1950er Jahre unter dem Museumsdirektor Elmar Vonbank begonnen. Dabei wurde das Gebäude um ein Geschoss aufgestockt und der historistische Fassadenschmuck entfernt. 1960 stand das neugestaltete Museum dem Publikum wieder offen. Auf die Zeit der großen Umbauten folgten fünfzig Jahre, in denen kaum Investitionen vorgenommen wurden und die Kluft zwischen den museologischen Anforderungen an das Gebäude und der baulichen Realität immer stärker aufklaffte. Die Schere zwischen einem alternden Haus und den in den letzten Jahrzehnten massiv gesteigerten Besuchererwartungen wurde immer größer.

Der Neubau 2013[Bearbeiten]

Simulation des Neubaus

Im März 2007 fasste die Landesregierung den Grundsatzbeschluss zur architektonischen Neugestaltung des Museums, dem das räumlich-museologische Konzept „VLM Neu“ von Tobias G. Natter zugrunde lag. Betreffend der Urheberschaft des Konzeptes war kurz nach Eröffnung des Museums ein Urheberrechtsstreit entbrannt, der mit einem gerichtlichen Vergleich endete.[4] Aus dem europaweit ausgeschriebenen Architekturwettbewerb ging das Bregenzer Architekturbüro „Cukrowicz Nachbaur Architekten“ als Sieger hervor. Die Kosten des am 21. Juni 2013 eröffneten Neubaus betrugen 35,3 Mio. EUR.[5]

Einrichtungen[Bearbeiten]

Eine Fachbibliothek mit einem Bestand von etwa 15.000 Bänden zu den Sammelgebieten ist dem Museum angeschlossen.

Sonderausstellungen[Bearbeiten]

Sonderausstellungen 2015[Bearbeiten]

  • Ich bin Ich. Mira Lobe und Susi Weigel / 28. November bis Frühjahr 2016
  • Das ist Österreich! / 20. Juni bis 11. Oktober 2015
  • Römer, Alamannen, Christen - Das Frühmittelalter am Bodensee / 5. Dezember 2014 bis 19. April 2015
  • Nikolaus Walter. Begegnungen / 17. Jänner bis 3. Mai 2015

Ausstellungen im Atrium 2015[Bearbeiten]

  • Frauen, Kulturen & Kunst / 9. Mai bis 25. Mai 2015
  • Leuchtende Ideen. 10 Jahre AdWin / 28. Mai bis 14. Juni 2015
  • Kulturhauptstadt 2024 - Wanderausstellung der Planungsuniversitäten Österreichs / 16. Oktober bis 30. Oktober 2015[6]

Sonderausstellungen 2014[Bearbeiten]

  • Jenseits der Ansichtskarte. Die Alpen in der Fotografie / 8. Februar bis 25. Mai 2014
  • Ich, Felder.Dichter und Rebell / 28. Juni bis 16. November 2014

Ausstellungen im Atrium 2014[Bearbeiten]

  • Die Skulptur „Colonne Pascale“ / 25. Jänner bis 27. April 2014
  • best architects 14 / 8. Mai bis 29. Juni 2014
  • Mariella Scherling Elia: Ein Olivenbaum und Ich / 16. Juli bis Oktober 2014
  • Der Holocaust in Europa / 22. Oktober bis 23. November 2014
  • Architektur ist Leben – der Aga Khan Award for Architecture 2013 / 28. November bis 8. Dezember
  • Rudolf Sagmeister: Wilde Blumen Alte Meister. Kunst und Natur / 10. Dezember 2014 bis 11. Jänner 2015

Sonderausstellungen 2013[Bearbeiten]

  • Lustenau Lagos African Lace / 21. Juni 2013 bis 6. Jänner 2014
  • Tone Fink "begreifbare impulse" / 12. November 2013 bis 21. Jänner 2014

Publikationen[Bearbeiten]

  • vorarlberg museum Schriften 8 / Nikolaus Walter, Begegnungen. Hg. von Petra Zudrell, vorarlberg museum und Vorarlberger Landesbibliothek. Kehrer Verlag, Heidelberg, Januar 2015
  • vorarlberg museum Schriften 7 / Ich, Felder. Dichter und Rebell. Hg. von Ulrike Längle, Jürgen Thaler und vorarlberg museum, Lengwil 2014
  • vorarlberg museum Schriften 6 / Adelheid Gnaiger. Die erste Architektin Vorarlbergs. Hg. von Ingrid Holzschuh. Park Books, Zürich 2014.
  • vorarlberg museum Schriften 5 / Suchen und Finden für Archäologinnen und Archäologen von 3 bis 99. Das Spiel zu Römer oder so. Eine Ausstellung zum Gräberfeld in Brigantium im vorarlberg museum. Piatnik, Wien 2014.
  • vorarlberg museum Schriften 4 / Jenseits der Ansichtskarte. Die Alpen in der Fotografie. Hg. von der Galerie Stihl Waiblingen/Stadt Waiblingen und dem vorarlberg museum. Hirmer Verlag, Waiblingen/Bregenz/München 2013.
  • vorarlberg museum Schriften 3 / Bernhard Seiter, Ein Land wie eine Hand. Eine Reise nach Vorarlberg. Bucher Verlag, Hohenems/Wien/Vaduz 2013.
  • vorarlberg museum Schriften 2 / Buchstäblich Vorarlberg. Hg. von Andreas Rudigier und Gerhard Grabher. Bucher Verlag, Hohenems/Wien/Vaduz 2013.
  • vorarlberg museum Schriften 1 / Erosion und Denkmalschutz am Bodensee und Zürichsee. Hg. von Hansjörg Brem, Beat Eberschweiler, Gerhard Grabher, Helmut Schlichtherle und Heinz Gerd Schröder.
  • Schriften des Vorarlberger Landesmuseums / Reihe A, Landschaftsgeschichte und Archäologie.
  • Schriften des Vorarlberger Landesmuseums / Reihe B Kunstgeschichte und Denkmalpflege.
  • Schriften des Vorarlberger Landesmuseums / Reihe C, Volkskunde.
  •  Gabriela Krist, Helmut Swozilek: Fritz Krcal (1888-1983). Böhlau, 2005, ISBN 3-205-77471-x.
  •  Tobias G. Natter, Ute Pfanner (Hrsg.): architectura practica – Barockbaumeister und moderne Bauschule aus Vorarlberg. Vorarlberger Landesmuseum, Bregenz 2006, ISBN 3901802266.
  •  Tobias G. Natter (Hrsg.): 150 Jahre Schenkungen. Vorarlberger Landesmuseum, Bregenz 2007, ISBN 3-901802-27-4.
  •  Tobias G. Natter (Hrsg.): "Kanton Übrig" – Als Vorarlberg zur Schweiz gehören wollte. Vorarlberger Landesmuseum, Bregenz 2008, ISBN 3-901802-32-0.
  •  Tobias G. Natter (Hrsg.): Gold. Schatzkunst zwischen Bodensee und Chur. Hatje Cantz, Ostfildern 2008, ISBN 978-3-7757-2213-1.
  •  Tobias G. Natter (Hrsg.): Schappele, Chränsle & Co. 96 traditionelle Kopfbedeckungen der Sammlung Agnes Kinz. Bucherverlag, Hohenems 2008, ISBN 978-3-902612-46-5.
  •  Tobias G. Natter (Hrsg.): Ansichten. Frühe Fotografie aus Vorarlberg. Vorarlberger Landesmuseum, Bregenz 2008, ISBN 3-901802-29-0.
  •  Tobias G. Natter (Hrsg.): Angelika Kauffmann. Ein Weib von ungeheurem Talent. Hatje Cantz, Ostfildern 2007, ISBN 978-3775719834.
  •  Tobias G. Natter (Hrsg.): Schnee. Rohstoff der Kunst. Hatje Cantz, Ostfildern 2009, ISBN 978-3-7757-2430-2.
  •  Tobias G. Natter, Michael Fehr, Bettina Habsburg-Lothringen (Hrsg.): Das Schaudepot. Zwischen offenem Magazin und Inszenierung. transcript, Bielefeld 2010, ISBN 978-3837616163.

Herausgeberschaft[Bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • Special Commendation beim Wettbewerb „European Museum of the Year 2015“ [7]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Der Vorarlberger Landesmuseumsverein und das Vorarlberger Landesmuseum (Abgerufen am 1. Dezember 2009)
  2. Vorarlberger Landesmuseum: Andreas Rudigier wird neuer Direktor
  3. Landesmuseumsverein und Landesmuseum feiern Geburtstag (Abgerufen am 1. Dezember 2009)
  4. Vorarlberg Online: Urheberrechtsstreit um Ausstellung im “vorarlberg museum”
  5. „vorarlberg museum“: Eröffnung am 21. Juni, auf vorarlberg.orf.at, abgerufen am 14. April 2015
  6. www.kulturhauptstadt2024.at
  7. Internationale Ehrung für vorarlberg museum. Artikel auf vorarlberg.ORF.at vom 17. Mai 2015.

47.5044444444449.7466666666667Koordinaten: 47° 30′ 16″ N, 9° 44′ 48″ O