Vorarlberger Kraftwerke

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Vorarlberger Kraftwerke AG
Logo
Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN AT0000824503
Gründung 1901 (Rechtsform: 1928)[1]
Sitz Bregenz, Österreich

Leitung

  • Christof Germann
  • Helmut Mennel
Mitarbeiter 635 (2008)[2]
Umsatz 603 Mio. EUR (2008)[3]
Bilanzsumme 753,9 Mio. EUR (2006)[2]Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Bilanzsumme
Branche Energieversorgung
Website www.vkw.at
Sitz Weidach

Die Vorarlberger Kraftwerke Aktiengesellschaft (VKW) ist ein Energieversorgungsunternehmen im österreichischen Bundesland Vorarlberg. Mit rund 170.000 Kunden in ganz Vorarlberg und dem Westallgäu ist sie der größte Stromverkäufer der Region.

Im Jahr 2001 schlossen sich die Vorarlberger Illwerke AG und die Vorarlberger Kraftwerke AG zur Illwerke/VKW-Gruppe, als neuem Markennamen, zusammen. Ihren Hauptsitz hat die Gesellschaft in Bregenz.

Geschichte[Bearbeiten]

KW Rieden 1891
Kraftwerk Ebensand in Dornbirn.
Kraftwerk Andelsbuch.

Anfänge: Jenny & Schindler[Bearbeiten]

1884 erzeugte Friedrich Wilhelm Schindler in der Firma seines Onkels in Kennelbach mit einem Gleichstromgenerator erstmals Strom. Hier entstanden das erste Wasserkraftwerk und die erste elektrische Beleuchtungsanlage Österreichs.

Bereits 1895 wurde auch in Schruns im Montafon das erste Elektrizitätswerk in Betrieb genommen und 1901 wurde auch an der Ill in Lorüns Strom erzeugt.[4]

Im Dezember 1901 begannen die Elektrizitätswerke Jenny & Schindler damit, Strom für die Gemeinden Rieden-Vorkloster und Kennelbach zu produzieren. 1905 gründete F. W. Schindler das E-Werk Bregenz-Rieden, aus dem später die VKW hervorging. Mit voranschreitender Industrialisierung der Gemeinden Vorarlbergs und der stetig wachsenden Einwohnerzahl stieg auch der Bedarf an elektrischem Strom.

Schon 1909 war das Vorarlberger Wasserkraftkommitee bestellt worden, das sich mit den Wasserkraftgesetzen zu befassen hatte und auf Initiative des Elektrotechnikers Herbert Loacker, des Landtagsabgeordneten Josef Peer und des Fabrikanten Ignaz Rüsch gegründet worden war.[5] Den Vorsitz hatte Landeshauptmann Adolf Rhomberg. 1917 wurde Dekan Barnabas Fink vom Landesausschuss zum Referenten für den Ausbau der Wasserkräfte bestellt.

Die Firma war primär für die Stromversorgung Vorarlbergs zuständig. 1909 wurde erstmals Strom ins Ausland (Westallgäu) geliefert. Bis 1914 waren rund 2/3 der Bevölkerung Vorarlbergs mit Strom versorgt. Der Erste Weltkrieg hemmte die kontinuierliche Entwicklung und 1916 erfolgte die Umwandlung der bis dahin offenen Handelsgesellschaft Elektrizitätswerke Jenny & Schindler in die Vorarlberger Kraftwerke Gesellschaft m.b.H..

Ausbauphase[Bearbeiten]

Der Ausbau der Elektrizitätswirtschaft wurde zur Strategie und förderte die Entwicklung des Landes. Die VKW entwickelte sich zum größten E-Werk und blieb bis 1929 im Privateigentum. 1928 wandelten Jenny & Schindler mit Einwilligung der VKW-Gesellschafter das Unternehmen in eine Aktiengesellschaft um.[1] 1929 kaufte das Land die Aktienmehrheit und somit wurde die VKW zum Landesunternehmen.

1939 übernahm die VKW die von Jenny & Schindler aufgelöste Allgäuer Elektrizitätsgesellschaft m.b.H. (AEGL). Damit kamen Allgäuer Ortsnetze direkt zur VKW.

Nach Kriegsende übernahm Johann Josef Mittelberger (1879–1963) als Direktor den kaufmännischen Bereich der Vorarlberger Kraftwerke und übte diese Tätigkeit bis 1950 aus.

Ab 1947 wurden der VKW durch die Republik Österreich die Stromaufbringung, Stromverteilung und Preisregelung auf Landesebene zur Aufgabe gemacht.

Gegenwart[Bearbeiten]

Im Jahr 2001 schlossen sich die Illwerke als größter Stromerzeuger des Landes und die Vorarlberger Kraftwerke AG zur Illwerke / VKW-Gruppe zusammen. Ihren Hauptsitz hat die Gesellschaft in Bregenz, kleinere Ableger finden sich in Bezau, Bludenz, Lech und Lindenberg im Allgäu (Deutschland). Die Vorarlberger Illwerke AG ist mit rund 97 % Aktienanteil an der VKW AG beteiligt.[1]

Bei der Vorarlberger Kraftwerke AG (VKW) arbeiteten 2008 635 Mitarbeiter.[2]

Die Vorarlberger Kraftwerke AG (VKW) ziehen sich mit Ankündigung vom 22. März 2013 dauerhaft von der Wiener Börse zurück. "Nur ein Teil von etwa 1,6 % der Aktien werden an der Wiener Börse gehandelt. Demgegenüber stünden hohe Kosten und hoher Aufwand zur Börsennotierung." [6]

Geschäftsfelder[Bearbeiten]

Hochspannungsschaltanlage der VKW für 380 kV im Umspannwerk Werben in Dornbirn.

Die VKW hat sich auf den Vertrieb und Verkauf von teurem Spitzenstrom spezialisiert. Zugleich wird für den Vorarlberger Markt billigerer Strom zur Deckung der Grundlast am internationalen Strommarkt zugekauft. Diese Geschäftstätigkeit rentiert sich dadurch, dass die Kraftwerke der VKW und der Illwerke punktgenau dann, wenn Strom benötigt wird, in der Lage sind, schnell mit der Stromproduktion zu beginnen und anfallende Spitzen rasch abzudecken. Der so verkaufte Spitzenstrom ist wesentlich teurer als die zugekauften Grundlast-Strommengen.

Kraftwerke der VKW[Bearbeiten]

Hier die Kraftwerke der VKW, gelistet nach Jahr der Inbetriebnahme (ohne Illwerke):

Das 1979 eröffnete Kraftwerk Langenegg ist das größte Kraftwerk der VKW.
Die kleineren Kraftwerke Ebensand, Nüziders, Au, Schoppernau und Walkerbach/Lech bringen Leistungen zwischen 45 und 630 kW. Diese automatisch arbeitenden Laufkraftwerke werden jeweils von den in der Nähe befindlichen größeren Kraftwerken aus betreut.

Weitere Geschäftstätigkeit[Bearbeiten]

Seit Mitte der 90er-Jahre erweitert die VKW AG ihre Geschäftstätigkeit auf neue Bereiche:

  • Vorarlberger Erdgasgesellschaft (VEG)[7]
  • Telekommunikation
  • Geografische Informationsdienstleistungen
  • Wärmeversorgung aus heimischer Biomasse: Zu diesem Zweck wurden in kleineren Gemeinden Vorarlbergs Heizwerke errichtet, die von der VKW betrieben werden. Solche Heizwerke wurden in Lech, Hittisau, Mellau, Gaschurn und Egg gebaut. Sie versorgen mithilfe eines unterirdischen Leitungssystems große Teile der Gemeinden mit Wärme.
  • Abfallwirtschaft (bis Juli 2007)[8]

Literatur[Bearbeiten]

Klaus Plitzner: Der Weg nach Süden! Oder doch nach Norden? Von den Anfängen der Elektrizitätswirtschaft in Vorarlberg bis zur Gründung der „Vorarlberger Illwerke“ bis in die 1930er Jahre, in: Helmut Maier (Hrsg.): Elektrizitätswirtschaft zwischen Umwelt, Technik und Politik: Aspekte aus 100 Jahren RWE-Geschichte 1898–1998, Freiberg 1999, S. 93ff..

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Vorarlberger Kraftwerke Aktiengesellschaft. Creditreform/firmenabc.at
  2. a b c Kennzahlen. vkw.at
  3. Umsatzsteigerung bei Illwerke/VKW-Gruppe. vol.at, 26. Juni 2009
  4. Stand Montafon (Hrsg.): Montafoner Heimatbuch. 1974
  5. Gerhard Wanner: Vorarlbergs Industriegeschichte. Feldkirch 1990, S. 223
  6. auf http://www.apa.at/
  7. Johannes Rauch: Rauf mit den Gaspreisen!, rauch.twoday.net, 16. Oktober 2008.
  8. Verkauf der Hubert Häusle GmbH. Erklärung auf den Seiten der VKW