Voraufführung

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Eine Voraufführung einer Produktion im Theater, in der Musik oder beim Film ist eine Aufführung mit Publikum vor der eigentlichen Premiere. Im Kino wird meist der englische Begriff Preview verwendet.

Varianten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gelegentlich wird vor einer Premiere eine Vorpremiere veranstaltet. Im Kino kann das Publikum mit einer unvorbereiteten Voraufführung überrascht werden, was Sneak Preview genannt wird. Zumindest in früherer Zeit gehörten Voraufführungen zum Probenprozess. Zu den Voraufführungen im Theater zählen normalerweise die Hauptprobe und die Generalprobe, sofern Publikum für sie zugelassen ist wie bei einer „öffentlichen Hauptprobe“. Eine längere Reihe von Voraufführungen sind die Tryouts bei Produktionen neuer Musicals, mit denen die Reaktionen des Publikums getestet werden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Theater[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei aufwendig produzierten kommerziellen Theaterproduktionen seit Mitte des 19. Jahrhunderts, zum Beispiel den Operetten und später den Revuen, wurden zunehmend Voraufführungen veranstaltet, um die Wirkung zu testen und die Produktion gegebenenfalls anzupassen.

Voraufführungen einer Neuproduktion waren oft an einem andern Ort als dem der hauptsächlichen Premiere: Das Woltersdorff-Theater Berlin veranstaltete seit Franz von Suppés Die schöne Galathée (1865) Voraufführungen von Wiener Operetten, die anschließend in Wien Premiere hatten. Auch Eine Nacht in Venedig (1883) von Johann Strauß Sohn wurde vor der Wiener Premiere in Berlin getestet.

Bei großen US-amerikanischen Theaterproduktionen gab es zwei längere Reihen von Voraufführungen: Es folgte eine Phase von Previews auf diejenige der Tryouts, bevor die offizielle Premiere stattfinden konnte. Die Tryouts waren Voraufführungen in einer anderen Stadt und waren eine Art Endproben mit Publikum. Darauf folgte eine Reihe von Vorschauen in der endgültigen Fassung im Theater der Premiere. Techniker und Schauspieler konnten sich dadurch an den Premierenort gewöhnen. Bei Musical-Produktionen am New Yorker Broadway war dieses Verfahren bis in die 1970er Jahre üblich.

Film[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kinofilme wurden auf ähnliche Weise erprobt und lanciert. Der Produzent Irving Thalberg (1899–1936) entwickelte seine Erfolge während der Previews. Buster Keaton arbeitete seinen Film Sieben Chancen (1925) aufgrund der Voraufführungen grundlegend um. Auch etwa die Previews von Im Westen nichts Neues (1930) hatten neue Dreharbeiten zur Folge, bei denen eine Schauspielerin ersetzt wurde. Die Schnittfassung von Vom Winde verweht (1939) wurde während der Voraufführungen aufgrund der Publikumsreaktionen verändert.

Heute finden solche Voraufführungen nicht mehr in der Öffentlichkeit statt. Vom Preview des fertigen Films werden sie oft durch den Begriff Test Screening unterschieden.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]