Vorbach (Rothenburg ob der Tauber)

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Vorbach
Große Kreisstadt Rothenburg ob der Tauber
Koordinaten: 49° 22′ 52″ N, 10° 8′ 55″ O
Höhe: 413 m ü. NHN
Einwohner: 20 (25. Mai 1987)[1]
Postleitzahl: 91541
Vorwahl: 09861

Vorbach ist ein Ortsteil der Großen Kreisstadt Rothenburg ob der Tauber im Landkreis Ansbach in Mittelfranken.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Weiler mit weniger als einem Dutzend Hausnummern liegt nicht ganz zweieinhalb Kilometer westlich der Stadtmitte von Rothenburg ob der Tauber in der kleinen Talschlucht des Vorbachs, des oberen und kleineren zweier gleichnamiger linker Zuflüsse der Tauber, der gegenüber der Rothenburger Bronnenmühle mündet. Unmittelbar über der nördlichen Hangschulter des ostwärts laufenden Taleinschnitts liegt in weniger als hundert Metern Entfernung der benachbarte Schorrenhof. Am westlichen Ortsrand gab es links wie rechts des Baches früher einen kleinen Steinbruch im Muschelkalk, beide sind inzwischen aufgelassen. Im nördlichen liegt heute ein etwa 0,5 ha großer Steinbruchweiher.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Geographischen Lexikon (1804) wird der Ort folgendermaßen beschrieben:

„Vorbach, ganz Reichsstadt Rothenburgischer innerhalb der Landwehre eine halbe Stunde von der Stadt gegen Schrotzberg gelegener Weiler von 7 Gemeindrechten. Der Ort ist nach Dettwang eingepfarrt, hat 9 Dienste und stellt 2 Wagen. Der Zehnt wurde mit Nortenberg 1385 erkauft und ist jetzt ein Privateigenthum einiger Rothenburgischen Particuliers. In ehemaligen Zeiten ist daselbst ein Schlößchen gestanden, welches 912 bey dem ersten Einfall der Hunnen zerstört worden seyn soll. Vom Thüngenschen Mordbrand s. Schweinsdorf. Das Vorbacher Thal hat schöne Versteinerungen, worunter auch cristallisirte Muscheln gefunden worden sind. Eine aufmerksamere Nachforschung in diesem Thal und in noch einer andern Taubergegend hinter der doppelten Brücke würde sich wohl mit guter Ausbeute belohnen.“[3]

Mit dem Gemeindeedikt (frühes 19. Jh.) wurde Vorbach der Ruralgemeinde Leuzenbronn zugeordnet. Im Zuge der Gebietsreform wurde diese am 1. Juli 1972 nach Rothenburg eingemeindet.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 001818 001840 001861 001871 001885 001900 001925 001950 001961 001970 001987
Einwohner 45 53 38 30 46 38 36 47 38 37 20
Häuser[4] 8 8 6 6 6 8 8 7
Quelle [5] [6] [7] [8] [9] [10] [11] [12] [13] [14] [1]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Gemeindeverbindungsstraße führt von der Mündung des Bachs im Osten das Vorbachtal hoch und steigt der Seitenmulde des Reutsachsener Grabens folgend auf die nördlich anliegende Hochebene. Dort teilt sie sich in einen Zweig westwärts nach Hemmendorf und einen anderen nordwärts nach Reutsachsen, das schon jenseits der Rothenburger Stadt- und bayerischen Landesgrenze auf dem Gebiet Creglingens liegt. Diese Verkehrswege haben nur örtliche Bedeutung. Der Überlandverkehr nutzt die St 1020 / L 1020, die an der Vorbachmündung über den abwärtigen Mündungssporn die Hochebene erklimmt und südlich an Reutsachsen vorbei westnordwestlich in Richtung Niederstetten-Rinderfeld zieht.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Vorbach (Rothenburg ob der Tauber) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, S. 330 (Digitalisat).
  2. Froschmühle im BayernAtlas
  3. J. K. Bundschuh, Bd. 6, Sp. 41.
  4. Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 wurden diese als „Feuerstellen“ bezeichnet, 1840, 1852 als „Häuser“, 1871 bis 1987 als „Wohngebäude“.
  5. Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann meherer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, S. 98 (Digitalisat).
  6. Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, S. 225 (Digitalisat).
  7. Joseph Heyberger (Hrsg.): Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabethischem Ortslexikon. Literar.-artist. Anst. der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 1073, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  8. kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen von 1871), Sp. 1239, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  9. Karl von Rasp: Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Hrsg.: K. Bayer. Statistisches Bureau. München 1888, Abschnitt III, Sp. 1174 (Digitalisat).
  10. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1245 (Digitalisat).
  11. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1285 (Digitalisat).
  12. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, Abschnitt II, Sp. 1112 (Digitalisat).
  13. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, Abschnitt II, Sp. 815 (Digitalisat).
  14. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, S. 171 (Digitalisat).