Vorderweißenbach

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Marktgemeinde
Vorderweißenbach
Wappen Österreichkarte
Wappen von Vorderweißenbach
Vorderweißenbach (Österreich)
Vorderweißenbach
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Oberösterreich
Politischer Bezirk: Urfahr-Umgebung
Kfz-Kennzeichen: UU
Fläche: 63,22 km²
Koordinaten: 48° 33′ N, 14° 13′ OKoordinaten: 48° 33′ 10″ N, 14° 13′ 12″ O
Höhe: 705 m ü. A.
Einwohner: 2.640 (1. Jän. 2019)
Postleitzahlen: 4183, 4184, 4190, 4191
Vorwahl: 07219
Gemeindekennziffer: 4 16 28
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 4a
4191 Vorderweißenbach
Website: www.vorderweissenbach.at
Politik
Bürgermeister: Leopold Gartner (ÖVP)
Gemeinderat: (2015)
(25 Mitglieder)
   
Insgesamt 25 Sitze
Lage von Vorderweißenbach im Bezirk Urfahr-Umgebung
Alberndorf in der RiedmarkAltenberg bei LinzBad LeonfeldenEidenbergEngerwitzdorfFeldkirchen an der DonauGallneukirchenGoldwörthGramastettenHaibach im MühlkreisHellmonsödtHerzogsdorfKirchschlag bei LinzLichtenbergLinzOberneukirchenOttenschlag im MühlkreisOttensheimPuchenauReichenau im MühlkreisReichenthalSchenkenfeldenSonnberg im MühlkreisSt. Gotthard im MühlkreisSteyreggVorderweißenbachWaldingZwettl an der RodlOberösterreichLage der Gemeinde Vorderweißenbach im Bezirk Urfahr-Umgebung (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Vorderweißenbach
Vorderweißenbach
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Vorderweißenbach ist eine Marktgemeinde mit 2640 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2019) in Oberösterreich im Bezirk Urfahr-Umgebung im oberen Mühlviertel. Seit 2018 umfasst sie auch die ehemalige Gemeinde Schönegg.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorderweißenbach liegt auf 705 Höhenmeter im oberen Mühlviertel. Die Gemeinde gehörte bis 2012 zum Gerichtsbezirk Leonfelden und ist seit dem 1. Jänner 2013 Teil des Gerichtsbezirks Rohrbach. Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 10,5 km und von West nach Ost 9,5 km. Die Gesamtfläche beträgt 63,2 km². Die höchste Erhebung auf dem Gemeindegebiet ist der Sternstein mit 1122 m ü. A.

Flächenverteilung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebiet der Gemeinde besteht aus vier Katastralgemeinden (Fläche Stand 31. Dezember 2019[1]):

  • Amesschlag (1.802,96 ha)
  • Bernhardschlag (2.552,95 ha)
  • Oberweissenbach (968,17 ha)
  • Schönegg (1.023,19 ha)

Die Gemeinde gliedert sich in 20 Ortschaften (Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2019[2]):

  • Altenschlag (19)
  • Amesberg (34)
  • Amesschlag (198)
  • Bernhardschlag (297)
  • Brunnwald (66)
  • Eberhardschlag (91)
  • Gaisschlag (14)
  • Geierschlag (35)
  • Guglwald (88)
  • Hinterweißenbach (164)
  • Köckendorf (49)
  • Mitterbrunnwald (60)
  • Mühlholz (36)
  • Oberbrunnwald (55)
  • Ortschlag (50)
  • Piberschlag (345)
  • Schönegg (46)
  • Stumpten (357)
  • Unterbrunnwald (26)
  • Vorderweißenbach (610)
Ortschaften der ehemaligen Gemeinde Schönegg

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St. Stefan-Afiesl
(Bezirk Rohrbach)
Loučovice
(Tschechien)
Helfenberg
(Bezirk Rohrbach)
Nachbargemeinden Bad Leonfelden
Oberneukirchen

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um 1150 begann die Urbarmachung, die über 100 Jahre lang andauerte. Amesschlag, Amesberg, Eberhardschlag und Gaisschlag gehörten dem Geschlecht der Haunsperger auf der Burg Wildberg.[3] Im Jahr 1292 wurde Weyssenpach zum ersten Mal urkundlich erwähnt (1356 Weizzenpach), wobei der Name auf den weißen (hellen, glänzenden) Bach zurückzuführen ist.[4]

Nachdem der Ort ursprünglich zur Mühlviertler Mutterpfarre Gramastetten und ab 1292 zur Pfarre Bad Leonfelden gehört hatte, wurde Vorderweißenbach 1613 eine eigene Pfarre.[3]

Während des Dreißigjährigen Krieges kam es 1639 zur Besetzung durch kaiserliche Soldaten unter dem Kommando von Oberst Bernardi, und 1645 wurde Schanzen am Schönegger Paß und bei Aigendorf (Köckendorf) errichtet, weil Schweden einzufallen drohten.[3]

Die Händlerfamilie Löfler brachte es nach der Freigabe des Leinenweberei-Gewerbes gegen Ende des 18. Jahrhunderts zu Reichtum, der durch einige herrschaftlich gestaltete Gebäude in Hinterweißenbach bis heute sichtbar ist (alle vier Gebäude stehen unter Denkmalschutz). Im Löflerschen Brauhaus wurde bis in die 1950er Jahre das Schwarzenberg Bräu gebraut, bevor es dem Straßenausbau zum Opfer fiel.

1825 wurde eine zweiklassige Volksschule erbaut, 1877 erfolgte ein Zubau und 1958 ein genereller Umbau der Schule.[3]

Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich am 13. März 1938 gehörte der Ort mit Oberösterreich zum Gau Oberdonau. Am 1. November 1938 bzw. 1. Jänner 1939 wurden die zuvor eigenständigen Gemeinden Amesschlag und Bernhardschlag in die damalige Gemeinde Oberweißenbach eingegliedert.[5]

1995 ist die Gemeinde Vorderweißenbach dem Verein „Mühlviertler Sterngartl“ beigetreten, woraus sich einige Aktivitäten entwickelten, wie zum Beispiel die Initiative „Schmankerldorf“.

Am 18. März 2002 erfolgte die Erhebung zur Marktgemeinde.

Mit 1. Jänner 2018 wurden Vorderweißenbach mit der Gemeinde Schönegg, das zum Bezirk Rohrbach gehört hatte, auf freiwilliger Grundlage fusioniert. Dadurch wurde die Bezirksgrenze verschoben und das Gebiet von Schönegg dem Bezirk Urfahr-Umgebung zugeschlagen.[6] Die neue Gemeinde führt den Namen Vorderweißenbach weiter.[7]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner Veränderung prozentuelle
Veränderung
2018 2.653 +95 +3,7 %
2011 2.558 –110 –4,1 %
2001 2.668 +50 +1,9 %
1991 2.618

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Vorderweißenbach

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Marktfest und Weihnachtsmarkt: Die Marktgemeinde veranstaltet in einjährigem Wechsel ein Marktfest im Sommer und einen Weihnachtsmarkt.
  • Feuerwehr-Zeltfest: Die Feuerwehren Piberschlag und Bernhardschlag veranstalten jedes Jahr ein Feuerwehr Zeltfest.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der größte Arbeitgeber mit etwa 100 Beschäftigten in Vorderweißenbach ist die Firma Wippro Türen- und Treppenwerk.

Mit der Zusammenlegung von Schönegg gehört das Hotel „Hotel Guglwald“, das direkt an der Grenze zu Tschechien liegt, zum Gemeindegebiet.

Feuerwehr

In der Marktgemeinde Vorderweißenbach sind fünf Freiwillige Feuerwehren (zwei kamen 2018 bei der Zusammenlegung mit der Gemeinde Schönegg dazu) tätig:

  • FF Vorderweißenbach
  • FF Bernhardschlag
  • FF Amesschlag bei Vorderweißenbach
  • FF Piberschalg (früher Gem. Schönegg)
  • FF Schönegg (früher Gem. Schönegg)
Sicherheit und Gesundheit

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Straße[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorderweißenbach liegt an der Bundesstraße Böhmerwaldstraße B 38. In etwa zehn Minuten ist Bad Leonfelden erreichbar, wo sich die B 38 und die B 126 Leonfeldner Straße kreuzen. Von dort sind Linz, Budweis (Tschechien) (über B 126) und Freistadt (über B 38) in weniger als in einer Stunde erreichbar. Rohrbach-Berg ist über die B 38 in etwa 20 Minuten erreichbar. Durchs Gemeindegebiet verläuft auch die Bezirksstraße Afisel–Guglwald.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat hat 25 Mitglieder. Nach den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Oberösterreich 2015 hat der Gemeinderat folgende Verteilung:

  • 19 ÖVP
  • 4 SPÖ
  • 2 FPÖ
Bürgermeister
  • 1945–1949 Alois Zauner
  • 1949–1973 Josef Ganglberger
  • 1973–1994 Karl Haudum
  • 1994–2009 Bruno Fröhlich (ÖVP)
  • 2009 bis dato Leopold Gartner (ÖVP)

Am 8. April 2018 wurde nach der Fusion mit Schönegg der Gemeinderat und Bürgermeister neu gewählt. Der bisherige Bürgermeister Leopold Gartner (ÖVP) war als einziger Kandidat angetreten und wurde mit rund 91 % der Stimmen gewählt.[9][10]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Gemeindefusion wurden die Wappen der Vorgängergemeinden 2018 ungültig. Das Recht zur Führung eines Gemeindewappens wurde der Gemeinde 1970 verliehen, die Blasonierung (Wappenbeschreibung) lautete:

„In Grün ein erniedrigter, silberner Wellenbalken, darüber ein goldener, sechsstrahliger Stern.“

Der goldene Stern symbolisiert den Sternstein, der großteils auf dem Gemeindegebiet von Vorderweißenbach liegt.[11]

AUT Vorderweißenbach COA.png

Die Neuverleihung eines Gemeindewappens für die Fusionsgemeinde erfolgte durch die Kundmachung der Oö. Landesregierung über die Verleihung des Rechtes zur Führung eines Gemeindewappens an die Marktgemeinde Vorderweißenbach im LGBl OÖ, Jahrgang 2018, 31. August 2018, Nr. 70 (www.ris.bka.gv.at). Die neue Blasonierung lautet:

„Von einem erniedrigten silbernen Wellenbalken geteilt; oben in Grün ein sechsstrahliger goldener Stern; unten in Gold ein rot bewehrter, rot bezungter aufgerichteter schwarzer Biber.“

Die Gemeindefarben sind Grün-Weiß.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Paul Löfler sen. (1756–1818), Sohn eines Friedberger Leinenwebers, heiratete 1780 auf das Preining-Gut (Altes Löflergut) ein, kaufte 1816 das Schloss Langhalsen samt Ruine Schloss Freizell
  • Johann Eberhard Löfler (1781–1847), Leinwandhändler und Bürgermeister in Neufelden
  • Johann Paul Löfler jun. (1792–1868), Geschäftsmann und Gründer des örtlichen Brauhauses, das von 1830 bis 1955 in Betrieb war
  • Franz Xaver Löfler (1796–1865), erster Bürgermeister von Oberweißenbach
  • Helmuth Gsöllpointner (* 1933), Plastiker, Medailleur, ehemaliger Rektor der Kunstuniversität Linz
  • Albert Mülleder (1961–1999), Organist und Vikariatskantor, Domkapellmeister zu Wiener Neustadt

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Regionalinformation, bev.gv.at (1.094 KB); abgerufen am 10. Jänner 2020.
  2. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2019 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2019), (CSV)
  3. a b c d Fritz Winkler: Zur Schulgeschichte von Vorderweißenbach. In: Mühlviertler Heimatblätter. Linz 1965, S. 17–19, online (PDF) im Forum OoeGeschichte.at
  4. Karl Hohensinner, Peter Wiesinger:  Ortsnamenbuch des Landes Oberösterreich 10. Die Ortsnamen des politischen Bezirks Urfahr-Umgebung (Mittleres Mühlviertel). Wien 2006
  5. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Kreis Freistadt. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  6. „Bezirksgrenzen verschieben sich: Schönegg geht fix zu Vorderweißenbach.“ Nachrichten.at, 23. Juni 2017; abgerufen am 20. August 2017.
  7. „Verordnung der Oö. Landesregierung betreffend die Vereinigung der Gemeinden Schönegg und Vorderweißenbach.“ In: „Landesgesetzblatt für Oberösterreich.“ Jahrgang 2017, 30. November 2017, Verordnung Nr. 85, abgerufen am 6. Dezember 2017
  8. Österreichischer Alpenverein, Ortsgruppe Bad Leonfelden: Sternsteinwarte; abgerufen am 25. Juli 2017
  9. „Neue Bürgermeister: Stichwahl in Peuerbach“ auf orf.at, 8. April 2018, abgerufen am 9. April 2018.
  10. orf.at: „Bürgermeisterwahlen in drei Bezirken“ auf orf.at, 8. April 2018, abgerufen am 9. April 2018.
  11. Land Oberösterreich, Geschichte und Geografie, Wappen. Abgerufen am 12. Mai 2019.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Vorderweißenbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien