Vorsicht Falle!

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Seriendaten
Originaltitel Vorsicht Falle!
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Jahr(e) 1964–2001
Produktions-
unternehmen
ZDF
Länge 45 Minuten
Moderation
Erstausstrahlung 24. März 1964 auf ZDF

Vorsicht Falle! war eine 1964 von Eduard Zimmermann ins Leben gerufene Sendung des ZDF, in der vor Methoden der Trickbetrüger gewarnt wurde. Sie wurde zu einer insgesamt 37 Jahre laufenden Fernsehserie. Die erste Sendung wurde am 24. März 1964 ausgestrahlt und erreichte über 7 Millionen Zuschauer, was einem Anteil von etwa 60 % entsprach.

Format[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Sendung mit dem Untertitel Nepper, Schlepper, Bauernfänger (zeitweise mit dem Zusatz: Die Kriminalpolizei warnt) deckte Zimmermann zahlreiche im Alltag und bei Geschäften an der Haustür begangene Betrügereien auf. Meist wurden dabei kurze Episoden nachgespielt und eine Off-Stimme kommentierte das Geschehen. Nach den Filmen gab Zimmermann meist noch zusätzliche Hinweise an die Zuschauer mit Ratschlägen, wie diese sich gegen den gezeigten Betrug schützen konnten, mitunter wurden auch Adressen (z. B. von Vereinen oder Berufsverbänden) eingeblendet, über die die Zuschauer weitere Informationen oder eine Beratung anfordern konnten. Gelegentlich wurden auch kurze Vorträge von Experten mit Bezug zum nachgestellten Betrugstrick gezeigt.

Anders als bei der gleichfalls von Zimmermann moderierten Sendung Aktenzeichen XY ungelöst war das Ziel ausschließlich die Warnung der Zuschauer, nicht die Aufklärung konkreter Verbrechen oder die Ergreifung von Tätern. Daher wurden in den Filmbeispielen die Namen von Firmen oder Personen meist geändert. In den späten Sendungen, ab ca. 1998, wurde vor dem ersten Film ausdrücklich darauf hingewiesen, dass man mit den vorgestellten Betrügereien nicht etwa ganze Branchen und Berufsgruppen in Verruf bringen wolle, sondern dass nur vor schwarzen Schafen gewarnt werden sollte.

Bei der Auswahl der Betrugsfälle versuchte man sich an aktuellen Gegebenheiten zu orientieren um die Zuschauer möglichst zeitnah warnen zu können: So wurden in den Sommermonaten häufig Betrügereien im Zusammenhang mit Urlaubsreisen vorgestellt, in der Vorweihnachtszeit die Tätigkeit unehrlicher Spendensammler usw. Auch politische Veränderungen schlugen sich nieder, indem etwa zur Zeit des Kalten Krieges auch vor Geheimdiensten gewarnt wurde, nach dem Fall der Berliner Mauer dagegen wurden vermehrt Betrügereien gezeigt, welche die wirtschaftliche Unerfahrenheit der DDR-Bürger ausnutzten.

Bereits im ersten Jahr der Ausstrahlung hatte man mit versteckter Kamera gefilmte Betrugsversuche durchgeführt, bei denen ein tatsächlich vorgekommener Betrugstrick von Schauspielern an nicht darüber informierten „Opfern“ ausprobiert wurde, selbstverständlich mit anschließender Aufklärung und Rückgabe der erschwindelten Geldbeträge.[1] Damals spielte Eduard Zimmermann auch selbst den Betrüger, was später wegen seiner allgemeinen Bekanntheit nicht mehr möglich war.[2] Ab ca. 1971[3] bestand der letzte Beitrag der 45-minütigen Sendung dann regelmäßig aus einem solchen vom ZDF durchgeführten Betrugsversuch (seit Ende der 70er Jahre meist mit Bernd Schröder als Lockvogel), bei dem mit versteckter Kamera Leute auf ihre Leichtgläubigkeit getestet wurden.

Zwischen den einzelnen Filmen wurden seit 1983 auch sogenannte aktuelle Kurzwarnungen von Zimmermann vorgetragen, meist Meldungen der Polizei über neu aufgetretene Tricks, manchmal aber auch Briefe, in denen Zuschauer schilderten, wie sie hereingelegt wurden.[4]

Die Sendung wechselte mehrmals den Sendeplatz, auch die Länge wurde verändert. Insgesamt wurden in 34 Jahren 161 Folgen mit Eduard Zimmermann ausgestrahlt, die letzte davon am 3. Dezember 1997.

Ab 4. März 1998 gestaltete Zimmermanns Adoptivtochter Sabine Zimmermann die Moderation der Sendung weitere zwanzig Folgen lang. Die vorerst letzte Sendung unter dem Titel Vorsicht Falle! wurde am 6. März 2001 ausgestrahlt. Als Nachfolgesendung konzipierte das ZDF dann von 2004/2005 an ein Servicemagazin mit Rudi Cerne unter dem Titel XY … Sicherheitscheck.

Reaktionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dass die Fernsehserie zu erhöhter Vorsicht gegenüber möglichen Betrügern an der Wohnungstür beitrug, kann aus den Reaktionen im Forum der Sendung geschlossen werden. Doch wurde auch kritisiert, sie könne potentiellen Trickbetrügern eine Art Nachhilfeunterricht geben oder ganze Branchen und Unternehmensformen, oder auch Hausierer in Verruf bringen.

Darsteller[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie bei der Sendung Aktenzeichen XY … ungelöst wurden die Rollen der Täter und Opfer ausschließlich von professionellen Schauspielern gespielt, darunter zahlreiche bekannte Fernsehstars:

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eduard Zimmermann: ... der Ganoven Wunderland: Nepper, Schlepper, Bauernfänger. Erfahrungen und Erkenntnisse aus der Fernsehserie „Vorsicht Falle“. Darmstadt: Schneekluth, 1966. S. 343.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eduard Zimmermann: Der Ganoven Wunderland, 2. Aufl. Darmstadt 1967, S. 152-155.
  2. Z. B. in der dritten Sendung vom 20. Oktober 1964.
  3. Vorsicht Falle! vom 6. Februar 1971.
  4. Als Neuerung erstmals vorgestellt in der Sendung vom 6. März 1983.