Vorspiel – Sportverein für Schwule und Lesben Berlin

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Vorspiel SSL
Vereinslogo des Vorspiel SSL
Name Vorspiel - Sportverein für
Schwule und Lesben Berlin e. V.
Gegründet 11. November 1986
Gründungsort Berlin
Vereinssitz Martin-Luther-Straße 56
10779 Berlin
Mitglieder 1.400
Abteilungen 30
Homepage www.vorspiel-berlin.de

Der Vorspiel – Sportverein für Schwule und Lesben Berlin e. V. (Vorspiel SSL) ist mit über 1.400 Mitgliedern und einem Angebot von über 30 Sportarten einer der größten LGBT-Sportvereine in Europa.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 11. November 1986 wurde der Verein zunächst als Schwuler Sportverein Vorspiel (SSV) in West-Berlin gegründet. Inspiriert wurde die Neugründung durch Teilnahme schwuler Sportler aus Berlin an den ersten Gay Games in San Francisco. Im Jahre 1992 stieß die erste lesbische Frau zum Verein und nach weiterem weiblichen Zuwachs wurde der Vereinsname in den heutigen geändert. Entscheidend für die Gründung des Vereins war der Wunsch nach einem gemeinsamen Sporterlebnis unter Freunden ohne Diskriminierung. Zur Gründungszeit wurden Homosexuelle noch unverblümt diskriminiert und die neue Schreckenskrankheit AIDS sorgte für weitere Ausgrenzung. Der gemeinsame Sport vermittelte Stärke und Zusammenhalt der Teilnehmer. Der Mauerfall und das Zusammenwachsen des geteilten Berlins sorgten dafür, dass Schwule aus Ostberlin ab sofort auch am Sportangebot des Vereins teilnehmen und viele Sportstätten im ehemaligen Osten der Stadt genutzt werden konnten. Die Anzahl der Mitglieder wuchs dadurch von 60 Mitgliedern im Jahre 1988 auf 600 zum Jahreswechsel 1992/1993. Entsprechend schnell etablierten sich neue Abteilungen und das Sportangebot wurde immer vielfältiger. 2011 beging der Verein sein 25-jähriges Bestehen mit einem Festakt im Bärensaal des Alten Stadthauses und einer Feier im SchwuZ. 2016 feierte Vorspiel seinen 30. Geburtstag mit vielen Turnieren, einem bunten Wagen auf dem Berliner Christopher Street Day und einer großen Geburtstagsparty.[1]

Vereinsorganisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Vorstand von Vorspiel SSL Berlin e. V. besteht aus fünf Mitgliedern[2]. Neben dem normalen Vereinsbetrieb und der Zusammenarbeit mit Sportverbänden arbeitet der Vorstand auch mit anderen Organisationen wie z.B. dem Lesben- und Schwulenverband in Deutschland e. V. (LSVD) und der Berliner Aids-Hilfe e. V. zusammen und leistet damit seinen Beitrag zur Anerkennung von Anderslebenden und Andersliebenden in der Gesellschaft. Auch mit dem Verein Seitenwechsel, der sich an ein rein weibliches Publikum richtet, besteht eine regelmäßige und erfolgreiche Zusammenarbeit.

Sportangebot[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verein bietet über 70 Termine an sieben Tagen pro Woche in derzeit 30 Sportarten in unterschiedlichen Berliner Bezirken an: Aerobic, Aikidō, Alexandertechnik, Badminton, Basketball, Fitness, Fitness für Ältere, Functional Training, Fußball, Handball, Indiaca, Inline Skating, Laufen, Leichtathletik, LineDance, Nordic Walking, Pilates, Rennrad, Salsa, Schwimmen, Squash, Taiji, Tennis, Tischtennis, Ving Tsun,Völkerball, Volleyball, Wasserball, Wirbelsäulengymnastik, Yoga und Zhangchi.[3]

Sportliche Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siegerehrung beim Zukunftspreis des Berliner Sports (c) Vorspiel SSL Berlin

2015 feierte das Sportfest des Projektes "Setz ein Zeichen" (gemeinsam mit MANEO- Das schwule Anti-Gewalt-Projekt in Berlin) erfolgreiche Premiere. Viele Sportler haben gemeinsam das Deutsche Sportabzeichen abgelegt und unabhängig von Sexualität, Geschlecht, Alter oder Herkunft ein Zeichen für Toleranz, Respekt und Vielfalt im Sport gesetzt. Beim "Zukunftspreis des Berliner Sports" hat das Projekt 2015 den 4. Platz belegt. Höhepunkte im Jahr 2016 waren eine prominent besetzte Podiumsdiskussion zum Thema "Homo- und Transphobie im Sport" mit Balian Buschbaum sowie das zweite große Sportfest im Stadion des TSV GutsMuths Berlin. 2017 wurde das Sportprogramm des Projekts um ein Fitness-Turnier erweitert: Die Vorspiel-"Superherogames".

Seit 2014 organisiert Vorspiel gemeinsam mit anderen schwul-lesbischen Sportvereinen aus Berlin die Queerspiele, ein Multisportevent mit sportlichem Programm zum Mitmachen, Kennenlernen und Vernetzen. Alle zwei Jahre sind Freizeitsportler und Freunde eingeladen, ein Wochenende lang verschiedene Sportarten auszuprobieren.

"Setz ein Zeichen"-Podiumsdiskussion 2016 - (c) MANEO

Von 1990 bis 2000 fand jährlich der Gay- and Lesbian Run im Stadion Rehberge (Wedding) statt. Ein großes und internationales Badminton-Turnier wird seit 1997 veranstaltet: 2014 nahmen über 350 Sportler aus 18 Ländern teil. Seit 2007 organisiert die Basketball-Abteilung jedes Jahr ein großes Turnier mit Teilnehmern aus ganz Europa und die Volleyball-Abteilung veranstaltet seit 2008 gemeinsam mit dem Verein Seitenwechsel den Goldelsencup, bei dem über 50 internationale Mannschaften gegeneinander antreten.

Im Jahr 1996 organisierte der Verein gemeinsam mit anderen schwul-lesbischen Sportvereinen die vierten EuroGames in Berlin und holte damit über 3.000 Aktive aus ganz Europa in 17 verschiedenen Sportarten nach Berlin. Vorspiel SSL Berlin e. V. nimmt außerdem regelmäßig mit einer Delegation an den Gay Games teil.[4]

Verbandsarbeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verein ist in diversen Sportfachverbänden Mitglied, so dass die Möglichkeit besteht, an lizenzierten Wettkämpfen teilzunehmen. Die Mitgliedschaft beim Landessportbund musste wegen des als anstößig empfundenen Namens des Vereins 1989 vor Gericht erkämpft werden.[5] Darüber hinaus ist Vorspiel seit 1989 Mitglied in der Federation of Gay Games (FGG) und seit 1995 in der European Gay & Lesbian Sport Federation (EGLSF).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. 25 Jahre Vorspiel SSL Berlin e. V.: [1], gesehen am 21. Januar 2014
  2. Vorstand: [2], gesehen am 21. Januar 2014
  3. Sportangebot: [3], gesehen am 21. Januar 2014
  4. Eurogames: 2006 - Organisatoren, gesehen am 19. März 2007
  5. BVerfG, NJW-RR 1989, 636