Vorwahl 032 (Deutschland)

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Die Vorwahl 032 bezeichnet in Deutschland einen ortsunabhängigen Rufnummernraum für Nationale Teilnehmerrufnummern (NTR). Sie ist die Vorwahl ohne Ortsnetzbezug. Ansonsten überwacht die Bundesnetzagentur streng, dass Teilnehmer nur geographische Teilnehmerrufnummern aus dem Ortsnetz an ihrer Wohnung bzw. ihres Firmensitzes erhalten.

Auswirkungen und Anwendungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da der 032-Rufnummernraum ortsunabhängig ist, kann die Teilnehmerrufnummer inklusive Vorwahl auch nach einem Umzug des Teilnehmers jenseits der geographischen Ortsnetzgrenzen beibehalten werden.

Für Telefondienstleister, insbesondere VoIP-Anbieter, ergibt sich der Vorteil, dass bundesweit Telefondienste angeboten werden können, ohne auf die Rufnummern der 5200 Ortsnetze angewiesen zu sein, deren Zuteilung durch die Bundesnetzagentur für kleinere VoIP-Anbieter zu kostspielig wäre. Dadurch ist die Markteintrittsbarriere für neue Telefondienstleister erheblich niedriger.

Mit den 032-Nummern steht erstmals seit der Carrier Selection Phase II (Juli 2000) wieder ein nichtgeographischer ortsunabhängiger nationaler Rufnummernraum jenseits der Mobilfunkrufnummern zur Verfügung, bei dem für die Teilnehmer Anbieter- und Preiswettbewerb mittels Carrier-Selection-Routing vorhanden ist, womit oligopol- oder kartellähnliche Verhältnisse bzgl. teilnehmerseitiger Tarifierung, wie sie sich etwa bei den 0180- und 0700-Rufnummerngassen etabliert haben, vermieden werden.

Die NTR sind eine kostengünstige Alternative (sowohl aus Anrufersicht als auch für den Nummerninhaber) zu 0700-Rufnummern, da ein VoIP-Anschluss mit 032-Rufnummer überall dort terminiert werden kann, wo ein geeigneter Internetzugang verfügbar ist. Zusätzliche Kosten für Routing/Weiterleitung entfallen.

Eine weitere Anwendungsmöglichkeit ergibt sich als Ersatz von 0180-Nummern. So wichen etwa die Unified-Messaging-Dienste von Arcor-PIA bzw. Web.de und GMX auf Rufnummern der 032-Gasse aus, nachdem die Bundesnetzagentur den Einsatz von Ortsrufnummern, verlängerten 0180er-Nummern und Nummern der Gasse 012 für solche Dienste untersagt hatte.

Auch Firmen, Behörden und Dienstleister, die für ihre eingehenden telefonischen Kundenkontakte die für Anrufer relativ kostspieligen 0180-Nummern einsetzen, um sowohl für sie selbst kostengünstiges ortsunabhängiges Routing als auch eine in ihren Augen nicht als provinziell/regional erscheinende Rufnummer zu erhalten, könnten alternativ kundenfreundlichere 032-Rufnummern einsetzen. Dies auch deshalb, weil zunehmend von herkömmlichem Festnetz-Routing auf VoIP migriert wird.

Nachteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

032-Rufnummern haben den Nachteil, dass Anrufe zu 032-Rufnummern – entgegen der Erwartung vieler Nutzer, die mit „03“ beginnende Vorwahlen als gewöhnliche deutsche Festnetzvorwahlen einordnen – in nahezu allen Mobilfunktarifen wesentlich teurer sind (auch bei Anrufen aus dem Heimbereich) als Verbindungen zu Rufnummern mit geografischer Ortsnetzkennzahl und nicht von den Mobilfunk-Pauschaltarifen für Gespräche ins Festnetz abgedeckt werden.

Aus dem Festnetz ist es zwar grundsätzlich üblich, Gespräche zu nationalen Teilnehmerrufnummern wie normale Ferngespräche zu bepreisen. Bei Festnetz-Pauschaltarifen werden 032-Verbindungen jedoch von einigen Anbietern noch mittels Zeittarif abgerechnet (z. B. bei M-net, Versatel, 1&1, gmx, web.de, Kabel BW, Unitymedia und Arcor, wobei auch der Einsatz des Arcor PIA als Anrufbeantworter betroffen ist). Bei den aktuellen Tarifen anderer Anbieter (z. B. HanseNet/o2, Deutsche Telekom (Vollanschluss) und HFO telecom (Preselection)) sind Anrufe zu 032-Rufnummern jedoch im Flatrate-Tarif enthalten. Der Preis für den Anruf pro Minute wird in aller Regel jedoch angesagt und der Anrufer hat somit eine Chance, das Gespräch vor Beginn noch zu beenden.

Defizite bestanden zusätzlich noch bei der Erreichbarkeit von 032-Rufnummern. Nachdem anfangs 032-Rufnummern nur von wenigen Netzbetreibern geroutet wurden, hat sich die Situation mittlerweile weitgehend normalisiert; selbst die Probleme im Bereich der Call-by-Call-Anbieter, der VoIP-Provider und aus dem Ausland, die über längere Zeit bestanden, sind mittlerweile weitgehend gelöst.

Der Import von 032-Rufnummern wird derzeit nicht von allen Anbietern ermöglicht – dies trifft jedoch auch auf von VoIP-Anbietern zugeteilte geographische Festnetznummern zu.

Akzeptanz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 032-Rufnummern konnten sich bei VoIP-Providern bisher nicht gegenüber gewöhnlichen geographischen Rufnummern durchsetzen, wurden zwischenzeitlich jedoch beispielsweise von den beiden größten nationalen Telefongesellschaften Deutsche Telekom und Arcor (inzwischen Vodafone) für ihre an Konsumenten gerichteten, Mitte 2009 eingestellten VoIP-Zusatzangebote genutzt. Etabliert haben sich die nationalen Teilnehmerrufnummern dagegen für Unified-Messaging-Dienste (z. B. Arcor PIA, GMX, web.de und T-Online).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]