Vrbno pod Pradědem

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Vrbno pod Pradědem
Wappen von Vrbno pod Pradědem
Vrbno pod Pradědem (Tschechien)
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Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Moravskoslezský kraj
Bezirk: Bruntál
Fläche: 6891 ha
Geographische Lage: 50° 7′ N, 17° 23′ OKoordinaten: 50° 7′ 15″ N, 17° 22′ 59″ O
Höhe: 545 m n.m.
Einwohner: 5.273 (1. Jan. 2016)[1]
Postleitzahl: 793 26
Verkehr
Bahnanschluss: Milotice nad Opavou–Vrbno pod Pradědem
Struktur
Status: Stadt
Ortsteile: 5
Verwaltung
Bürgermeister: Helena Kudelová (Stand: 2006)
Adresse: Nádražní 389
793 26 Vrbno p. Pradědem
Gemeindenummer: 597961
Website: www.vrbnopp.cz

Vrbno pod Pradědem (deutsch Würbenthal ) ist eine Stadt im tschechischen Okres Bruntál (Bezirk Freudenthal). Sie ist der Mikroregion Vrbensko angeschlossen.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt liegt in den Sudeten im Altvatergebirge, etwa 25 Kilometer westlich von Krnov (Jägerndorf) und zwölf Kilometer nordöstlich des Altvaters. Im Talkessel nördlich der Stadt bildet sich die Oppa aus dem Zusammenfluss ihrer Quellflüsse, der Schwarzen, Weißen und Mittleren Oppa. Westlich der Stadt auf dem Burgberg befinden sich Reste der Burg Fürstenwalde. Neun Kilometer südwestlich der Stadt befindet sich der Kurort Karlova Studánka (Bad Karlsbrunn).

Würbenthal (Würbenthl.) südlich von Breslau, südwestlich von Leobschütz und westlich von Jägerndorf auf einer Landkarte von 1909
Michaelskirche
Bahnhof

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste bekannte Siedlung stammte aus dem 13. Jahrhundert. Der Ort wurde durch Heinrich von Würben zu einer Stadt mit 200 Häusern ausgebaut und von ihm am 24. Juni 1611 zur Stadt erhoben. Würbenthal gelangte noch zu seinen Lebzeiten in den Besitz des Deutschen Ordens.[2]

Am 5. Dezember 1880 erhielt der Ort Bahnanschluss durch die Staatsbahn Ebersdorf–Würbenthal. Am Anfang des 20. Jahrhunderts hatte Würbenthal Fabriken für Metallwaren, Glas, Flachsspinnerei, Zwirnherstellung, Jutespinnerei und Juteweberei und war Sitz eines Bezirksgerichts.[3]

Durch das Münchner Abkommen wurde Würbenthal 1938 zusammen mit dem Sudetenland dem Deutschen Reich zugesprochen; im Jahr 1945 gehörte die Stadt zum Landkreis Freudenthal, Regierungsbezirk Troppau, im Reichsgau Sudetenland.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die deutsche Bevölkerung 1945 enteignet und vertrieben.

Demographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung bis 1945
Jahr Einwohner Anmerkungen
1834 1.359 deutsche Einwohner[4]
1900 3.113 deutsche Einwohner[3]
1910 3.614 davon 3.293 Katholiken, 307 Evangelische und drei Israeliten[5]
1930 3.984 [6]
1939 4.029 [6]

Am 22. Mai 1947 hatte Würbenthal 2.327 Bewohner.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1882 bis 1905 Emil Grohmann
  • 1905 bis 1909 Hugo Grohmann (Der letzte Ehrenbürger von Würbenthal)
  • 1909 bis 1912 Karl Schittenhelm
  • 1912 bis 1920 Josef Nitsch
  • 1920 bis 1930 Rudolf Ulrich
  • 1930 bis 1934 Otto König
  • 1934 bis 1938 Josef Thiel
  • 1938 bis 1945 Emil Zöllner
  • zur Zeit: Helena Kudelova

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Stadt Vrbno pod Pradědem gehören die Ortsteile Bílý Potok (Weissbach), Mnichov (Einsiedel), Vidly (Gabel) und Železná (Buchbergsthal).

Der Ortsteil Einsiedel hatte am 1. Dezember 1930 2.214 Einwohner, am 17. Mai 1939 2.100 und am 22. Mai 1947 waren es 788 Bewohner.

Der Ortsteil Buchbergsthal hatte am 1. Dezember 1930 828 Einwohner, am 17. Mai 1939 waren es 800 und am 22. Mai 1947 524 Bewohner.

Partnerstädte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Faustin Ens: Das Oppaland, oder der Troppauer Kreis, nach seinen geschichtlichen, naturgeschichtlichen, bürgerlichen und örtlichen Eigenthümlichkeiten. Band 3: Beschreibung des Oppalandes und seiner Bewohner im Allgemeinen. Gerold, Wien 1836, S. 196–199 und S. 240–246.
  • Othmar Kloske: Chronik von Würbenthal (Beitrag zum 300 jährigen Stadt-Jubiläum 1611–1911). Würbenthal 1911 Selbstverlag des Verfassers.
  • Spolek Přátel Vrbenska: Vrbno pod Pradědem – Ohlédnutí za minulostí dávnou i nedávnou. 2011.
  • Jan Šícha, Eva Habel, Peter Liebald, Gudrun Heissig: Odsun. Die Vertreibung der Sudetendeutschen. Dokumentation zu Ursachen, Planung und Realisierung einer „ethnischen Säuberung“ in der Mitte Europas 1945/46. Sudetendeutsches Archiv, München 1995, ISBN 3-930626-08-X.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Vrbno pod Pradědem – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2016 (PDF; 371 KiB)
  2. Faustin Ens: Das Oppaland, oder der Troppauer Kreis, nach seinen geschichtlichen, naturgeschichtlichen, bürgerlichen und örtlichen Eigenthümlichkeiten. Band 3: Beschreibung des Oppalandes und seine Bewohner im Allgemeinen. Gerold, Wien 1836, S. 196–199.
  3. a b Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage, Band 20, Leipzig und Wien 1909, S. 771
  4. Faustin Ens: Das Oppaland, oder der Troppauer Kreis, nach seinen geschichtlichen, naturgeschichtlichen, bürgerlichen und örtlichen Eigenthümlichkeiten. Band 3: Beschreibung des Oppalandes und seiner Bewohner im Allgemeinen. Gerold, Wien 1836, S. 240.
  5. Ludwig Patryn (Hrsg.): Die Ergebnisse der Volkszählung vom 31. Dezember 1910 in Schlesien, Troppau 1912, S. 38–39.
  6. a b http://www.verwaltungsgeschichte.de/sud_freudenthal.html#ew39frtlwuerbentl