Wächtersbach

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Wächtersbach
Wächtersbach
Deutschlandkarte, Position der Stadt Wächtersbach hervorgehoben

Koordinaten: 50° 15′ N, 9° 18′ O

Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Landkreis: Main-Kinzig-Kreis
Höhe: 157 m ü. NHN
Fläche: 50,79 km2
Einwohner: 12.719 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 250 Einwohner je km2
Postleitzahl: 63607
Vorwahl: 06053
Kfz-Kennzeichen: MKK, GN, HU, SLÜ
Gemeindeschlüssel: 06 4 35 029
Stadtgliederung: 8 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Schloss 1
63607 Wächtersbach
Website: www.waechtersbach-online.de
Bürgermeister: Andreas Weiher (SPD)
Lage der Stadt Wächtersbach im Main-Kinzig-Kreis
NiederdorfeldenSchöneck (Hessen)NidderauMaintalHanauGroßkrotzenburgRodenbach (bei Hanau)ErlenseeBruchköbelHammersbachNeuberg (Hessen)Ronneburg (Hessen)LangenselboldHasselrothFreigericht (Hessen)GründauGelnhausenLinsengericht (Hessen)BiebergemündFlörsbachtalJossgrundBad OrbWächtersbachBrachttalSchlüchternBirsteinSinntalBad Soden-SalmünsterGutsbezirk SpessartSteinau an der StraßeSteinau an der StraßeBad Soden-SalmünsterBad Soden-SalmünsterGutsbezirk SpessartBayernLandkreis OffenbachOffenbach am MainFrankfurt am MainLandkreis FuldaVogelsbergkreisLandkreis GießenWetteraukreisHochtaunuskreisKarte
Über dieses Bild
Stadtgebiet mit Stadtteilen

Wächtersbach ist eine Kleinstadt zwischen Frankfurt am Main (50 km) und Fulda (50 km), im Main-Kinzig-Kreis in Hessen, am südlichen Rande des Vogelsberges. Die Stadt war die ehemalige Residenzstadt der Grafen zu Ysenburg und Büdingen in Wächtersbach, sie liegt in der Nähe der historischen Handelsstraße Via Regia von Frankfurt nach Leipzig.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wächtersbach liegt zwischen Spessart und Vogelsberg im mittleren Kinzigtal, am östlichen Rand des Büdinger Waldes, mit einer seiner höchsten Erhebungen, den Vier Fichten. Unweit liegen die Städte Gelnhausen, Bad Orb und Bad Soden-Salmünster. Die Stadtteile Wittgenborn, Waldensberg und Leisenwald liegen am Südrand des Vogelsbergs auf der Spielberger Platte[2].

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wächtersbach grenzt im Norden an die Gemeinden Kefenrod (Wetteraukreis) und Brachttal, im Osten an die Stadt Bad Soden-Salmünster, im Süden an die Stadt Bad Orb und die Gemeinde Biebergemünd, im Südwesten an die Stadt Gelnhausen sowie im Westen an die Gemeinde Gründau und die Stadt Büdingen (Wetteraukreis).

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wächtersbach besteht aus den fünf im Kinzig- und Brachttal liegenden Stadtteilen: Wächtersbach, Aufenau, Neudorf mit dem Weiler Kinzighausen, Weilers, Hesseldorf und den drei Berggemeinden Wittgenborn, Waldensberg und Leisenwald.

Panoramabild von Wächtersbach: Links am Bildrand Aufenau, im Hintergrund Wächtersbach, rechts hinten Hesseldorf und im Vordergrund Neudorf. Nicht sichtbar sind Weilers und die drei Berggemeinden

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Urgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter den Urgeschichtlichen Zeugnissen der Region findet sich ein in Leisenwald gefundenes Steinbeil[3].

Auf der Wolferburg, einem Hochplateau oberhalb von Hesseldorf, wurden zu Beginn des 20. Jahrhunderts keltische Steingräber gefunden. Sie verweisen auf eine frühe keltische Besiedlung der Gegend. Wegen der exponierten Lage des Fundortes, könnte es sich um eine Fliehburg gehandelt haben. Dafür sprechen weitere keltische Funde in der Alteburg im nahen Biebergemünd, in Bad Orb und bei Glauburg[4].

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1236 wurde der Ort als Weichirsbach erstmals urkundlich erwähnt, was so viel heißt wie „Der Bach, der die Weiher speist“.

Die Siedlung nahm von einer Wasserburg ihren Anfang – Reste der ehemals sie umgebenden Wasserflächen sind mit den Weihern im Schlosspark noch sichtbar. Diese Veste wurde schon in staufischer Zeit an der Süd-Ost-Ecke des Reichsforstes Büdinger Wald aufgerichtet und diente wie die Burgen in Gelnhausen und Büdingen zu dessen Schutz. Sie war damit Teil der Sicherungsanlagen für das alte Königsland Wetterau. Im Schutze der Burg entwickelte sich eine Siedlung, von der wir erstmals durch eine Urkunde des nahegelegenen Klosters Selbold (vgl. Langenselbold) aus dem Jahre 1236, das hier über Grundstücke und Einnahmen verfügte, erfahren[5].

Die Herren von Büdingen verwalteten als Lehnsträger des Reichsforstes auch das Wächtersbacher Gebiet. Als sie um 1245 im Mannesstamm ausstarben, teilten sich vier Schwiegersöhne, unter ihnen Albert von Trimberg und ein Neffe, Heinrich von Isenburg, das gesamte Erbe. Zwischen ihnen und ihren Nachfolgern war der Herrschaftsanspruch über Burg und Flecken Wächtersbach lange umstritten.

Konrad von Trimberg stiftete 1354 eine Marienkapelle am Ort. Im Jahre 1404 erhob Johann II. von Isenburg Wächtersbach zur Stadt, deren Verwaltung in dem 1495 errichteten gotischen Fachwerk-Rathaus ihren Sitz hatte. Die Stadt lag verkehrsgünstig zwischen den beiden von West nach Ost verlaufenden Handelsstraßen, der Reffenstraße im Norden über die Höhen des Büdinger Waldes (mit dem Namen gebenden Großen Reffenkopf, 298 m NHN) von Mainz nach Eisenach und der südlich, nahe am Kinzigtal verlaufenden Via Regia von Frankfurt nach Leipzig. Im Jahre 1458 gelangten Burg und Stadt endgültig in den Besitz der Grafen von Ysenburg.

Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Graf Anton von Isenburg-Büdingen zu Ronneburg (1501–1560) begann, nach 1520, mit Umbau und Modernisierung des Schlosses Wächtersbach. „Er hatte sich schon früh der neuen Lehre Luthers zugewandt. Schrittweise … gelang es ihm, im Laufe von etwa 20 Jahren die Reformation in seinem Stammteil durchzuführen. … Wächtersbach erhielt 1541 … den ersten evangelischen Pfarrer“[6].

Im Jahre 1564 wurde die Faulhaberin aus Wächtersbach in Büdingen als Hexe angeklagt und auf Anordnung von Graf Georg von Isenburg-Büdingen gefoltert. Mangels Geständnisses wurde sie schließlich begnadigt.

1578 wurde die zunächst gräfliche, später fürstliche Brauerei Wächtersbach, durch einen der Söhne Graf Antons gegründet. Sie arbeitete über 400 Jahre, bis sie schließlich, im Jahre 2008 endgültig geschlossen wurde.

Auch die Stadt Wächtersbach und sein Schloss litten im Dreißigjährigen Krieg sehr. Es war Graf Johann Ernst I. von Isenburg-Büdingen (1625–1673), der für seine Hochzeit von Gräfin Marie Charlotte von Erbach das Schloss zunächst wieder bewohnbar machte, später weiter ausbaute und weitere Gebäude sowie einen Lustgarten mit Brunnen hinzufügte.[7][8][9]

Ferdinand Maximilian I. von Ysenburg, der Gründer einer jüngeren Linie des Hauses Ysenburg-Büdingen-Wächtersbach, machte 1687 Wächtersbach zu seiner Residenz. In seiner Regierungszeit und später unter seinen Nachfolgern wurde das heute noch vorhandene barocke Gebäudeensemble von Pferdestall und Remise, der Marstall (1718), das Gebäude der gräflichen Verwaltung, die Rentkammer (1735, unter Graf Ferdinand Maximilian II.) und das Wohnhaus der unverheirateten Geschwister der regierenden Grafen, das Prinzessinnenhaus (1750)[10].

1699 nahm Ferdinand Maximilian I. die wegen ihres evangelischen Glaubens aus dem Piemont vertriebene Waldenser auf. Für sie wurde auf der Spielberger Platte das Dorf Waldensberg gegründet.

Die Ysenburger verloren 1806 in napoleonischer (Fürstentum Isenburg) und endgültig in nachnapoleonischer Zeit (Wiener Kongress) ihre Funktion als Landesherren. Sie gehörten ab 1815 für ein Jahr zum Kaisertum Österreich, das das Gebiet 1816 dem Großherzog von Hessen (Hessen-Darmstadt) überließ. Der Großherzog und der Kurfürst von Hessen (Hessen-Kassel) teilten sich das Gebiet Mitte 1816; Wächtersbach wurde kurhessisch[11] und gehörte dort – nach der umfassenden Territorial- und Funktionalreform – von 1821 bis 1829 zum kurhessischen Kreis Salmünster und – nach dessen Auflösung – von 1830 bis 1866 zum kurhessischen Kreis Gelnhausen. Nach der Annexion Kurhessens durch Preußen gehörte der Kreis (vermehrt um das zuvor bayerische Landgericht Orb) 1867 zum neuen preußischen Regierungsbezirk Kassel, der von 1868 bis 1944 zur neu gegründeten preußischen Provinz Hessen-Nassau gehörte.

Durch den Bau der Eisenbahn zwischen Hanau und Bebra in den Jahren 1864 bis 1868 fand die Stadt Anschluss an das Rhein-Main-Gebiet und erfuhr seither, besonders nach dem Zweiten Weltkrieg, eine rasche Aufwärtsentwicklung. Die Wohnquartiere wuchsen aus dem beschränkten, von der Stadtmauer umwehrten Raum heraus und breiteten sich an den umliegenden Hängen und in der Niederung des Kinzigtals aus. Es entstand eine einheimische Industrie. Im tertiären Sektor stellt die Stadt in der Region heute einen gewissen Mittelpunkt dar.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 31. Dezember 1970 wurden im Zuge der hessischen Gemeindegebietsreform die bis dahin selbständigen Gemeinden Hesseldorf, Neudorf, Weilers und Wittgenborn auf freiwilliger Basis eingegliedert.[12] Am 1. März 1971 kamen Leisenwald und Waldensberg hinzu.[13] Aufenau folgte am 1. April 1971.[14] Damit besteht die Stadt Wächtersbach aus 8 Stadtteilen. Für alle Stadtteile wurde je ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung eingerichtet.[15]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Wächtersbach 12.284 Einwohner. Darunter waren 1165 (9,5 %) Ausländer, von denen 223 aus dem EU-Ausland, 821 aus anderen Europäischen Ländern und 121 aus anderen Staaten kamen.[16] Von den deutschen Einwohnern hatten 16,6 % einen Migrationshintergrund.[17] Die Einwohner lebten in 5108 Haushalten. Davon waren 1317 Singlehaushalte, 1491 Paare ohne Kinder und 1655 Paare mit Kindern, sowie 464 Alleinerziehende und 121 Wohngemeinschaften.[18]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • um 1600: 118 Haushaltungen
  • 1503: 83 Steuernde
Wächtersbach: Einwohnerzahlen von 1834 bis 2015
Jahr  Einwohner
1834
  
1.315
1840
  
1.283
1846
  
1.255
1852
  
1.195
1858
  
1.128
1864
  
1.080
1871
  
1.277
1875
  
1.218
1885
  
1.174
1895
  
1.141
1905
  
1.243
1910
  
1.293
1925
  
1.542
1939
  
1.567
1946
  
2.448
1950
  
3.090
1956
  
3.508
1961
  
3.720
1967
  
4.080
1970
  
6.838
1973
  
9.653
1975
  
9.803
1980
  
10.385
1985
  
10.475
1990
  
10.739
1995
  
11.571
2000
  
12.246
2005
  
12.389
2010
  
12.297
2011
  
12.284
2015
  
12.380
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: [19]; Hessisches Statistisches Informationssystem[20]; Zensus 2011[16]
Ab 1970 einschließlich der im Zuge der Gebietsreform in Hessen eingegliederten Orte.

Religionszugehörigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Quelle: Historisches Ortslexikon[19]

• 1885: 953 evangelische (= 83,67 %), 102 katholische (= 8,96 %), 54 jüdische (= 4,74 %) Einwohner
• 1961: 2238 evangelische (= 60,16 %), 1395 katholische (= 37,50 %) Einwohner[19]
• 2011: 5600 evangelische (= 45,6 %), 3410 katholische (= 27,8 %), 3 410 freikirchliche (= 0,9 %), 80 orthodoxe (= 0,7 %), 300 andersgläubig (= 2,4 %), 2780 sonstige[Anm. 1] (= 22,6 %) Einwohner[21]

Spuren jüdischen Lebens in Wächtersbach[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Überblick[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zeugnisse jüdischen Lebens in Wächtersbach gehen bis ins 17. Jahrhundert zurück. Die Nennung eines Namens findet sich erstmals 1643 mit einem Hiskias. In der Folgezeit, insbesondere ab dem 19. Jahrhundert, sind stark schwankende Zahlen von jüdische Einwohnern der Stadt, zwischen 2,3 % und etwa 6 % der Bevölkerung bekannt. Die Schwankungen gehen wahrscheinlich auf Auswanderungen, insbesondere in die USA zurück. Beruflich handelt es sich überwiegend um Groß- und Kleinhändler, Metzger und Handwerker. Sie nahmen am gesellschaftlichen Leben der Stadt teil und hatten eigene Einrichtungen.[22][23]

„Hofjuden“ bei Ferdinand Maximilians I. von Ysenburg-Wächtersbach[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine besondere Rolle spielten Juden auch im Ysenburger Land, als Händler, Geldverleiher und Vermittler für allerlei Geschäfte. In Wächtersbach wurde dies deutlich nach der Aufteilung der Grafschaft Isenburg, unter den Söhnen von Johann Ernst I. in den Jahren 1685/87. Die Bildung von vier Teil-Grafschaften erforderte eine entsprechende, standesgemäße Ausstattung der neu entstandenen kleinen Amtssitze (Schlösser), mit der notwendigen Infrastruktur: Beamtenschaft, Schulen, Kirchen, Ausstattungsgegenständen usw. In dieser Situation bediente sich Graf Ferdinand Maximilian I. von Ysenburg-Wächtersbach, wegen seiner notorischen Geldknappheit, jüdischer Geldgeber, so z. B. des Meyer von der Weißen Rose aus dem Frankfurter Ghetto, den er als seinen Hofjuden bezeichnete. Vor Ort, in Wächtersbach, sorgte Ferdinand Maximilian für die Ansiedlung einer ausreichenden Zahl von jüdischen Gemeindemitgliedern, damit sie selbständig Gottesdienste abhalten konnten, einen Vorsänger und Lehrer bestellen und schächten durften. Von ihnen erhielt er das Schutzgeld und sie besorgten für ihn die Einnahme der „von Einreisenden oder durchziehenden jüdischen Händlern zu entrichtenden Zollgebühren“[24].

Jüdische Einrichtungen und Aktivitäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemaliger Eingangsbereich der Synagoge mit hebräischer Inschrift

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts gab es in Wächtersbach eine jüdische Schule, mit Lehrer und Lehrerwohnung. Auch ein rituelles Bad, eine Mikwe gab es. Sie befand sich „von 1830 bis 1910 in einem Gebäude am Untertor, danach in einem Anbau an das Synagogengebäude[25][26].

Die Wächtersbacher Synagoge von 1895, in der Bleichgartenstraße, hatte einen Vorgängerbau, der sich von etwa 1700 bis 1895 in einem, nicht mehr erhaltenen, Hintergebäude in der Schlossgasse 5 befand. Die neue Synagoge war ein Saalbau. 1910 wurde östlich das jüdische Gemeindehaus mit Schule, Lehrerwohnung und Bad (Mikwe) angebaut. Der letzte Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Wächtersbach, verkaufte im Sommer 1938, das Synagogengebäude. „Die rituellen Gegenstände wurden teilweise nach Hanau, teilweise nach Frankfurt gebracht. Der Tora-Schrein und das Vorbetepult wurden auf dem Friedhof in Aufenau begraben.“[27]

Friedhof in Aufenau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Aufenau gab es seit dem 17. Jahrhundert eine kleine jüdische Gemeinde, die sich jedoch Mitte des 19. Jahrhunderts auflöste. Auf dem, gemeinsam mit den Wächtersbacher Juden angelegten Friedhof in Aufenau wurden auch Verstorbene aus Hesseldorf, Schlierbach und Wittgenborn, später, bis etwa 1920 auch aus Bad Orb beigesetzt. Die letzte Beerdigung auf dem Aufenauer Friedhof fand 1932 statt.[28]

Das Ende des Viehhandels[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Viehhandel in Wächtersbach hatte eine Tradition, die bis auf das Jahr 1768 zurück reichte. In den 1920er und ersten 1930er Jahre gab es unter dem ersten Vorsitzenden des Main-Kinzigtaler Viehhändler-Vereins Benjamin Grünebaum eine rasante Entwicklung der Viehmärkte. Da sie sich 1933 nahezu vollständig in jüdischer Hand befanden, stellten sie ein bevorzugtes Angriffsziel der Nationalsozialisten dar. „Am 17. Juli 1935 drangen 'spontan' Horden in Zivil ein, wohl meist SA-Leute, die auf die wehrlosen jüdischen Händler einschlugen und mit ihren genagelten Schuhen Menschen und Vieh malträtierten. Die Juden kletterten über den Zaun und versuchten, sich in Häusern und Scheunen zu verbergen. Einem Juden wurde das Auge ausgestochen. Die Tiere band man los, und sie liefen auf die Felder und die Wiesen bis an die Kinzig und den Wald. Das war das Aus für ein weitgehend von Juden initiiertes und getragenes Viehhandelsunternehmen, das der Stadt und ihren Bewohnern beträchtliche Einnahmen gebracht hatte. Der Vorsitzende Benni Grünebaum emigrierte nach Südafrika und baute dort mit seinem Sohn Alfred eine große Rinderfarm und Molkerei auf.“ [29][30]

Verfolgung und Auswanderung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gedenktafel an Wächtersbacher Synagoge

Diskriminierungen und Schändungen jüdischer Einrichtungen gab es schon zuvor. So wurde der jüdische Friedhof von Aufenau schon in den Jahren 1879 und 1905 geschändet. Im April 1935 wurden die Fenster der jüdischen Häuser und der Synagoge Wächtersbach eingeworfen. Nach dem gewaltsamen Ende der jüdischen Beteiligung auf den Viehmärkten in Wächtersbach im Juli 1935 verstärkte sich die Auswanderung der jüdischen Bevölkerung. Ihre Ziele waren die USA, Südafrika, auch die Tschechoslowakei. Im August 1938 verließ der letzte jüdische Einwohner Wächtersbach.

Erinnerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Gebäude der ehemaligen Synagoge sind zwei Hinweis- und Gedenktafeln angebracht. Die eine verweist auf die ursprüngliche Zweckbestimmung des Gebäudes, die Zweite erinnert an das Schicksal der jüdischen Gemeinde von Wächtersbach.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtverordnetenversammlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 14. März 2021 lieferte folgendes Ergebnis,[31] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[32][33][34]

Sitzverteilung in der Stadtverordnetenversammlung 2021
     
Insgesamt 37 Sitze
Parteien und Wählergemeinschaften %
2021
Sitze
2021
%
2016
Sitze
2016
%
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 50,0 18 58,2 22 63,8 23 56,3 21 60,0 22
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 13,1 5 27,7 10 26,4 10 35,1 13 33,4 12
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 7,8 3 8,9 3
LINKE Die Linke 3,2 1 5,2 2 5,3 2
FDP Freie Demokratische Partei 4,6 2 8,6 3 6,6 3
FW Freie Wächter 25,9 10
gesamt 100,0 37 100,0 37 100,0 37 100,0 37 100,0 37
Wahlbeteiligung in % 53,2 54,2 53,9 54,6 59,9

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 22. September 2013 wurde Andreas Weiher (SPD) mit 72,7 % der Wählerstimmen im ersten Wahlgang zum neuen Bürgermeister von Wächtersbach gewählt. Bei der Wahl um die Nachfolge des amtierenden Bürgermeisters Rainer Krätschmer, der sein Amt Ende April 2014 beendete, war der Erste Stadtrat Weiher gegen die Kandidatinnen Saskia Götzl (CDU/22,8 %) und Gabi Faulhaber (Linke/4,6 %) erfolgreich. Die Wahlbeteiligung lag bei 72,5 %.[35] 2019 wurde Weiher mit 79,9 Prozent der Stimmen wiedergewählt[36].

Seine Amtsvorgänger waren:

  • 1990–2014, Reiner Krätschmer (SPD)
  • 1953–1990, Heinrich Heldmann (SPD)
  • 1949–1953, Werner Schwichtenberg (parteilos)
  • 1948–1949, Helmut Petzold (parteilos)
  • 1945–1948, Johannes Müller (SPD)
  • März 1945 – Juli 1945, Heinrich Zipf, kommissarisch von der US-amerikanischen Militärregierung eingesetzt
  • 1934–1945, Dr. Wilhelm Netthöfel (NSDAP)
  • 1924–1934, Georg Stetefeld (DDP)
  • 1901–1902, Frhr. von Steinacker und Schultheis, kommissarisch eingesetzt
  • 1895–1901, Karl Stein
  • 1885–1895, Christian Morkel
  • 1863–1884, Georg Kolb
  • 1854–1863, Ernst Hammer

In der Anfangszeit, um 1507, und noch bis zur neuen kurhessischen Gemeindeordnung von 1834, gab es jeweils einen Oberbürgermeister und einen Unterbürgermeister. Die ältesten bekannten Personen waren 1507–1508 Oberbürgermeister Heinz Kesselring und Unterbürgermeister Hert Dietrich.[37]

Ortsbezirke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgende Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gibt es im Gemeindegebiet:[15]

  • Ortsbezirk Hesseldorf (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Hesseldorf). Der Ortsbeirat besteht aus fünf Mitgliedern.
  • Ortsbezirk Weilers (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Weilers). Der Ortsbeirat besteht aus fünf Mitgliedern.
  • Ortsbezirk Neudorf (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Neudorf). Der Ortsbeirat besteht aus fünf Mitgliedern.
  • Ortsbezirk Leisenwald (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Leisenwald). Der Ortsbeirat besteht aus fünf Mitgliedern.
  • Ortsbezirk Waldensberg (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Waldensberg). Der Ortsbeirat besteht aus fünf Mitgliedern.
  • Ortsbezirk Aufenau (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Aufenau). Der Ortsbeirat besteht aus sieben Mitgliedern.
  • Ortsbezirk Wittgenborn (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Wittgenborn). Der Ortsbeirat besteht aus sieben Mitgliedern.
  • Ortsbezirk Innenstadt (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Wittgenborn und der Neubaugebiete „Köhlersgraben Teil III, IV und V“). Der Ortsbeirat besteht aus neun Mitgliedern.

Für den Ortsbezirk Innenstadt ist die derzeitige Ortsvorsteherin Susanne Mainka, ihr Stellvertreter ist Mark Grillwitzer.[38]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen Wächtersbach

Blasonierung: Das Wappen der Stadt Wächtersbach zeigt in Blau einen links von einer silbernen Wolfsangel begleiteten silbernen Ritter; in dem mit Wellenschnitt begrenzten silbernen Schildfuß zwei schwarze Balken.

Bedeutung: Seit 1982 führt Wächtersbach einen Wächter im Siegel. Er soll zusammen mit dem Wellenschnitt auf den Namen „Wächtersbach“ hinweisen. Die 5 Stadtteile Hesseldorf, Weilers, Wittgenborn, Waldensberg und Leisenwald werden durch die 5 Balken im unteren Teil des Wappens symbolisiert. Sie gehörten zusammen mit der Kernstadt zur Grafschaft Isenburg-Büdingen. Die beiden schwarzen Balken sind Teil des Wappens der Grafen zu Ysenburg und Büdingen. Die Stadtteile Neudorf und Aufenau werden durch die Wolfsangel symbolisiert. Beide waren bis Ende des 18. Jahrhunderts der reichsunmittelbaren Herrschaft der Forstmeister von Gelnhausen unterstellt.

Die Entstehung des heutigen Wappens geht tatsächlich auf eine Fehlinterpretation zurück. Die Gemeinde Aufenau als späterer Stadtteil von Wächtersbach hatte als ehemaliger Grundbesitz der Forstmeister von Kinzighausen ein wesentlich älteres Wappen, die Stadt Wächtersbach jedoch keines. Anlässlich des Hessentages 1982 wollte Wächtersbach ein ebenfalls ansprechendes Wappen haben und gab daraufhin die Gestaltung des Wappens in Auftrag. Aufgrund der Unkenntnis der tatsächlichen Etymologie des Namens „Wächtersbach“ (Weichirsbach: „Der Bach der die Weiher speist“) wurde „Der Wächter am Bach“ ins Wappen aufgenommen. Der Fehler setzt sich auch heute noch fort. So hat sich der inzwischen verstorbene Bürgermeister Rainer Krätschmer mit einem Brunnen vor dem historischen Rathaus verewigt, in dem er dort einen „Wächter am Bach“ aus Bronze aufstellen ließ.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rathaus im Schloss[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Rathaus der Stadt Wächtersbach, mit der gesamten Stadtverwaltung, befindet sich seit März 2020 im renovierten Schloss Wächtersbach, der ehemaligen Residenz der Ysenburger. Dort befinden sich auch, als Teil des Heimatmuseums Wächtersbach, Keramiken der Manufaktur Waechtersbach. Ein Restaurant und ein Saal für Veranstaltungen mit 200 Sitzplätzen ergänzen die Einrichtungen im Schloss.

Schulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Wächtersbach Ortsteil Aufenau befinden sich die Grundschule Aufenau, im Stadtzentrum die Grundschule Kinderbrücke sowie eine kooperative Gesamtschule, die Friedrich-August-Genth-Schule. Alle Ortsteile sind mit Buslinien an das Schulzentrum in der Innenstadt angebunden. Für den gymnasialen Abschluss steht das Grimmelshausen-Gymnasium Gelnhausen zur Verfügung.

Heinrich-Heldmann-Halle, Dorfgemeinschaftshäuser[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wächtersbach verfügt über ein Bürgerhaus in der Stadtmitte, die Heinrich-Heldmann-Halle und Dorfgemeinschaftshäuser in jedem der Stadtteile, das sind die Dorfgemeinschaftshäuser Hesseldorf, Leisenwald, Neudorf, Waldensberg, Weilers, Wittgenborn und das Kulturhaus Aufenau. Neben der kommunalen Nutzung können die Einrichtungen auch für private Veranstaltungen aller Art, Familienfeiern, Präsentationen, Seminare und Ähnliches gebucht werden. Im Gebäude der Heinrich-Heldmann-Halle befindet sich auch ein Restaurant.

Freiwillige Feuerwehr Wächtersbach[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Freiwillige Feuerwehr Wächtersbach wurde am 18. Juni 1871 gegründet. Der Stützpunkt befindet sich seit 1972 in Ortsmitte und ist Teil des Sicherheitszentrums Wächtersbach. 1981 wurde eine Jugendfeuerwehr gegründet. Die Mittelpunktfunktion der Stadt bringt auch für die Freiwillige Feuerwehr Wächtersbach eine Reihe von Aufgaben mit überörtlichem Charakter mit sich. Dazu zählen unter anderem[39]:

  • Transport der Wärmebildkamera in Nachbargemeinden bzw. -städte
  • Helfer vor Ort ("First Responder") während der Messe Wächtersbach, beim überregionalen Fahrradsonntag „Kinzig-Total“, oder an Fasching
  • Einsätze auf der benachbarten BAB 66 und Bundesstraße 276
  • Einsätze an der Bahnstrecke Frankfurt-Fulda
  • Industriebetriebe Kunststofftechnik
  • Betriebe nach Störfallverordnung
  • Überörtliche Einsätze – Gefahrgut

Die Einsatzabteilung besteht (2020) aus 56 Frauen und Männern.[40] Die Jugendfeuerwehr Wächtersbach zählt 12 Einsatzkräfte.[41] Mehrmalig im Jahr finden gemeinsame Übungen mit den Feuerwehren anderer Stadtteile, wie Aufenau, Wittgenborn und Waldensberg und Leisenwald statt[42].

Für den Main-Kinzig-Kreis ist der Stützpunkt Wächtersbach ein Ausbildungsstandort, eine Atemschutzwerkstatt und dient der Vorhaltung und Besetzung von Fahrzeugen des MKK.

Technisches Hilfswerk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW) betreibt einen Stützpunkt in Wächtersbach. Dort ist neben dem Technischen Zug (bestehend aus Zugtrupp, 1. und 2. Bergungsgruppe) auch eine Fachgruppe Sprengen (FGrSp) stationiert.

Kirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfänge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste in Wächtersbach genannte Kirche war eine als Holzbau errichtete Marienkapelle. Gestiftet hatte sie Konrad V. von Trimberg, gemeinsam mit seiner Frau Elisabeth und seinem Sohn Konrad VI. In einer Urkunde vom 13. Juli 1354 stattete er sie „mit Besitz und Einkünften reich aus …“, z. B. mit dem Zehnten aus dem Dorf Weilers.[43] Anfangs war Aufenau die Mutterkirche für Wächtersbach. 1435 wurde Wächtersbach, wegen der großen Entfernung, von Aufenau getrennt, und zur selbständigen Pfarrei erklärt.[44]

Evangelische Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits um 1526 hat sich der Regent des Ysenburger Landes, Graf Anton von Isenburg-Büdingen zu Ronneburg, der Reformation angeschlossen. Seit Beginn der 1530er Jahre hat er mehrere Klöster in seinem Herrschaftsbereich aufgelöst oder verpfändet, und schließlich erhielt Wächtersbach „1541 mit Philipp Wahne den ersten evangelischen Pfarrer“.[45]

Viele Umbauten veränderten das Äußere der ehemaligen Marienkapelle im Verlaufe der Jahrhunderte. Dokumentiert ist, dass 1514 der Wachturm der Stadtmauer, die bei der Kirche einen rechten Winkel bildete, an die Kirche angebaut wurde. Er erfüllte später die Funktion des Kirchturms. 1661 erhielt die Kirche eine Glocke, die der Müller und Wirt Wilhelm Eichhorn stiftete. Sein Name wurde in der Glocke eingraviert[46]. Zur Vergrößerung des Kirchenraumes entstand im Jahre 1703 das Querschiff. Die Kirche wurde in der Hauptsache 1664, 1702 und 1816 zur heutigen Kirche umgebaut.[47]

Wie auch an anderen Orten üblich, haben auch in Wächtersbach „in der Kirche einige hervorragende Gemeindemitglieder ihre letzte Ruhestätte gefunden“.[48] In personeller wie räumlicher Hinsicht eng mit der Kirche verbunden war auch die Wächtersbacher Lateinschule.

Katholische Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals etwa 300 Jahre nach Einführung der Reformation, wurden, 1838, 3 Katholiken in Wächtersbach erwähnt, 1857 waren es 27.[49] Durch Zuzug erhöhte sich die Zahl bis 1892 auf 121 Personen. Gottesdienste besuchten die katholischen Gläubigen in Aufenau. Darüber hinaus gab es, seit 1856 eine Betreuung durch die Franziskaner-Patres von Salmünster.[50]

Für die stetig wachsende katholische Gemeinde wuchs die Notwendigkeit eines eigenen Gotteshauses vor Ort. Durch „energische Initiative … der Fürstin Anna Elisabeth zu Ysenburg und Büdingen, geborener Gräfin Dobrženský von Dobrženitz“, und bei erheblicher materieller Unterstützung durch den Fürsten Friedrich Wilhelm zu Ysenburg und Büdingen (er hatte u. A. das Grundstück und das Bauholz gespendet),[51][52] konnte schließlich am 1. Januar 1907 eine katholische Marienkapelle in Wächtersbach geweiht werden. Anna Elisabeth, die katholische Ehefrau des evangelischen Fürsten hatte ihre fünf Töchter katholisch erzogen, während der Sohn, Erbprinz Ferdinand Maximilian der evangelischen Konfession angehörte. Die Seelsorge für die Wächtersbacher Katholiken lag auch mit der Kapelle weiterhin in den Händen der Patres von Salmünster.

Nach dem 2. Weltkrieg gab es eine weitere wesentliche Steigerung der Gläubigenzahl durch Heimatvertriebene aus Oberschlesien und dem Sudetenland sowie durch Evakuierte und Ausgebombte aus der Region. Im Jahre 1946 erhielt Wächtersbach mit Nikolaus Bauer den ersten katholischen Pfarrer nach der Reformation. Ein Erweiterungsbau der Marienkapelle wurde am 17. Juni 1951 eingeweiht. 1960 wurde die Lokalkaplanei Schlierbach mit weiteren Gemeinden Wächtersbach angegliedert, das zwischenzeitlich die Zahl von 1400 Gläubigen überschritten hatte.[53] Zunächst als Pfarrkuratie geführt, wurde Wächtersbach am 1. Januar 1963 zur selbstständigen Pfarrei Mariä Himmelfahrt erhoben.

Als bei weiterem Wachstum der Gemeinde, eine Erweiterung der Kapelle nicht mehr möglich war, musste sie 1969 einer neuen Kirche weichen. 1985 erhielt die Pfarrei ein Gemeindezentrum, das Nikolaus-Bauer-Haus.

Im Jahre 2006 erfolgte die Gründung des Pfarrverbundes St. Jakobus Vogelsberg-Spessart. Es ist ein Zusammenschluss der katholischen Pfarreien Mariae Heimsuchung (Birstein); St. Peter und Paul (Biebergemünd); Mariae Geburt (Biebergemünd) mit der Burgbergkapelle St. Mauritius; St. Johannes Nepomuk (Biebergemünd) und Mariae Himmelfahrt (Wächtersbach) mit der Filiale Herz Jesu (Schlierbach).

Bücherei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die evangelische Kirchengemeinde betreibt eine öffentliche Gemeindebücherei.

Schlosspark[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ganz zentral, an die Altstadt anschließend, neben dem Rathaus im Schloss, befindet sich der Schlosspark, ein von Johannes Bodenbender im 19. Jahrhundert gestalteter Landschaftspark im englischen Stil. „Seit Mitte des 20. Jahrhunderts, großteils bereits vor 1939 ist der Park öffentlich zugänglich“[54][55]. Er stellt durch seine Stadtnähe, seine Größe und die naturnahe Gestaltung ein beliebtes Naherholungsgebiet dar.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Handel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelhandel, elektrotechnische und kunststoffverarbeitende Industrie beherrschen das Wirtschaftsleben. In den letzten Jahren siedelten sich viele Geschäfte an; dadurch wurde Wächtersbach zu einem regionalen Einkaufszentrum für die umliegenden Städten und Gemeinden.

Messe, Märkte und Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wächtersbacher Messe 2012

Messe Wächtersbach[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Verbraucherausstellung „Messe Wächtersbach“, findet seit 1949 jedes Jahr in der Himmelfahrtswoche statt. Die größte Verbraucherschau des Main-Kinzig-Kreises verfügt, auf einem eigenen Messegelände über eine große Angebotsvielfalt. Bis zu 440 Ausstellern werben in den Bereichen Industrie, Handel, Handwerk, Bauen, Wohnen, Garten und Lifestyle um die Gunst des Konsumenten. Jedes Jahr wird zudem eine Sonderausstellung durchgeführt. Beispielsweise 2007 zeigte die Sonderschau die Terrakottaarmee des ersten chinesischen Kaisers, 2009 wurden Exponate der Sammlung Bründl unter dem Titel „Mythos Wild West“ ausgestellt.

Weihnachtsmarkt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Weihnachtsmarkt findet jährlich am Samstag vor dem 1. Advent statt.

Biermeilenfest[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jeden ersten Samstag im Juli findet das Biermeilenfest statt. Es verkehren Shuttle-Busse in die umliegenden Gemeinden.

Steinindustrie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemaliges Ausgleichsspannwerk der Drahtseilbahn Breitenborn-Wächtersbach
Drahtseilbahn Breitenborn-Wächtersbach, Straßen-Schutzbrücke

Die Steinindustrie stand am Anfang der Industriegeschichte Wächtersbachs, am Ende des 19. Jahrhunderts. Schwerpunkte waren zunächst die Herstellung von Pflastersteinen und der Transport des Rohmaterials Basalt aus dem nahe gelegenen Steinbruch Breitenborn. 1895 übernahm der Unternehmer Friedrich Rousselle (er stammte aus einer Hanauer Hugenottenfamilie) den Steinbruch Breitenborn. Rousselle stellte den unwirtschaftlichen Transport mit Pferdefuhrwerken auf Seilbahnbetrieb um. 1906 in Betrieb genommen, transportierte eine 7 km lange Drahtseilbahn jahrzehntelang Rohfels vom Steinbruch in Breitenborn zu dem an der Bahnstrecke Gießen–Gelnhausen gelegenen Betriebsgelände des Steinwerkes in Wächtersbach.[56][57] Dort wurde es gebrochen, gesiebt und zum Teil in Spezialwagen der Bahn verladen. Breitenborn war damals der größte Steinbruch Deutschlands. Die Seilbahn war in der Lage bis zu 3.000 Tonnen Basalt pro Tag nach Wächtersbach zu befördern. 1907 wurde als Betriebsgesellschaft die Mitteldeutsche Hartstein-Industrie AG (MHI) gegründet. Nachdem sich im Straßenbau die Schwarzdecken gegenüber den wassergebundenen Decken durchgesetzt hatten wurde 1925 in Wächtersbach die erste stationären Asphaltmischanlage Deutschlands errichtet. Später wurde am Standort Wächtersbach auch eine Produktionsanlage von Mineralwolle gebaut, eines damals wichtigen Dämmstoffes. 1974 erwarb die MHI eine qualifizierte Mehrheit an der 1946 von Karl Schöning gegründeten Strassing Bau-GmbH in Bad Orb (Straßenbau), mit Tochterunternehmen in Offenbach, Fulda und Nidda und erweiterte damit ihre Angebotspalette.

Nach 75 Betriebsjahren wurde die Seilbahn stückweise, in den Jahren 1981/1982 demontiert. Es war nun günstiger, den Basalt per Lastwagen nach dem 13 km entfernten Wächtersbach zu transportieren. „…. Damit verschwand ein markantes Wahrzeichen von Wächtersbach, die Straßen-Schutzbrücke aus Holz über die Gelnhäuser Strasse“[58] (am 5. August 1981). Nur noch Informationstafeln an einzelnen Wegpunkten der Drahtseilbahn erinnern an die ehemalige technische Errungenschaft.

Schon 1984 war die Bahnverladung von Basalt in Wächtersbach eingestellt worden, aber erst am 3. Mai 2003 wurde die eindrucksvolle, in historisierendem Stil errichtete Aufbereitungsanlage und Verladestation für Bahnschotter abgerissen[59]. „Heute betreibt die MHI GRUPPE in Wächtersbach neben dem Natursteinhandel ihr Zentrallabor für die Entwicklung und Überwachung von Naturstein und Asphalt“[60] sowie eine „Betontankstelle“.

Hartpapierwaren und Holzstoffgefäße[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein für die Stadt Wächtersbach bedeutendes Kapitel Industriegeschichte des 20. Jahrhunderts schrieb die Firma Gebrüder Adt A.G. Als Folge des 1. Weltkrieges wurde die seit 1853 in Forbach in Lothringen ansässige Papierlackwarenfabrik enteignet. Gustav Adt und seine Sohn Hans erwarben 1919 die Kartonagenfabrik Friedrich Christian GmbH und verlegten den Sitz ihrer eigenen Firma nach Wächtersbach[61]. Für den Stab ihrer Mitarbeiter, Angestellte wie Facharbeiter, die mit ihnen aus Lothringen nach Wächtersbach kamen, ließen sie 6 Doppelhäuser mit 12 Werkswohnungen bauen. Es war für Wächtersbach der erste soziale Wohnungsbau. Für die Gebr. Adt AG war es die Fortführung ihrer schon in Forbach geübten Personalpolitik. Die Straße, an der die meisten der Häuser errichtet wurden, trägt den Namen Adtring. In der Nähe, im Kapellenweg, liegt auch das Haus der Adt-Schwarz-Stiftung,[62]. Die Familie Adt selbst ließ sich damals in Bad Orb nieder.

Aufbau und Umrüstung der groß geplanten Produktionsanlagen in Wächtersbach dauerten einige Jahre, 1924 wurde die Produktion aufgenommen. In wenigen Jahren haben schon fast 400 Leute im Unternehmen Arbeit gefunden[63]. Die Produktion umfasste vieles von der Produktpalette der Vorgängerfirma Christian, aber auch Neues. Hergestellt wurden also: Runddosen für Pulver, Feuerlöscher, Zigarren- und Zigarettenetuis, ebenso wie Servierbretter, Holzstoffgefäße und vieles Weiteres.

Um neben der starken Konkurrenz der Firma Gebr. Bernheim, aus Augsburg/Hochzoll bestehen zu können, gründete man 1930 mit ihnen eine gemeinsame Vertriebsgesellschaft, die ebenso wie die Adt A.G., ihren Sitz in Wächtersbach hatte. Bald stellte sich auch entsprechender Erfolg ein. Für Wächtersbach war und blieb die Firma mit Abstand der größte Arbeitgeber.

Der im Dritten Reich aufgebaute politische Druck auf jüdische Unternehmen betraf auch die Firma Bernheim. Die Gebr. Adt A.G. kam daher mit Familie Bernheim überein, einen Großteil der Ausrüstung und die Patente zu einem fairen Preis zu übernehmen, um der Familie Bernheim einen Neustart in England zu ermöglichen. Die Abwicklung des Geschäftes gelang, die Firma Bernheim scheiterte jedoch, kriegsbedingt, gemeinsam mit der Gebr. AG in Großbritannien. Adt war auch mit seinem Vorhaben auf dem ehemals ertragreichen amerikanischen Markt Fuß zu fassen nicht erfolgreich[63].

Noch kurz vor Kriegsbeginn, im Juli 1939 wurde in Wächtersbach das 100-jährige Bestehen der Gebr. Adt AG gefeiert. Mit Beginn des Krieges wurde die Produktion umgestellt. Die Firma zählte nun zu den kriegswichtigen Betrieben, da sie auch Granathülsen und Kartuschendeckel in ihrer Produktpalette hatte. In der Kriegszeit rekrutierte sich ein Teil der Belegschaft aus dem Kriegsgefangenenlager Wegscheide, bzw. aus Arbeitern aus der Ukraine, die mit ihren Familien in einer Baracke auf dem Betriebsgelände wohnten[61].

Nach dem Krieg wurde wieder die Produktion von alltäglichen Gebrauchsgütern aufgenommen, in den 1960er Jahren stellte sich jedoch ein immer stärker werdender Umsatzrückgang ein. Das Wirtschaftswunder brachte neue Verbrauchergewohnheiten mit sich, denen die Adt AG nicht mehr durch Innovation und entsprechende Investitionen begegnen konnte. „Die Familie Adt verkaufte ihre Aktienanteile an der Firma Gebr. Adt AG, die 1976 in ADT AG umbenannt wurde“[61].

Braunkohleförderung in Wächtersbach[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kurze Zeit nach Aufnahme des Betriebes im Basalt-Steinbruch Breitenborn, wurde mit dem Braunkohleabbau in Wittgenborn, im Jahr 1907 ein zweiter Industriezweig im Büdinger Wald, bei Wittgenborn eröffnet. Vorausgegangen war bereits, über 30 Jahre hinweg, der Braunkohleabbau in Rinderbügen, in den Jahren 1875 bis 1905, durch die Firma Buderus. Ab 1904 wurde, unter der Leitung von Wilhelm Wagner eine Untersuchung der Braunkohlevorkommen oberhalb von Wächtersbach durchgeführt. Wagner war später, bis 1920 Betriebsleiter der Grube. Der positive Befund der Förderhöffigkeit führte zu Aufschlussarbeiten des Bergwerks „Winterfreude“ und dem Bau einer gut drei Kilometer langen Seilbahn, zum Abtransport des Fördergutes. Ihre Endstation lag an der Wächtersbach-Birsteiner Kleinbahn, nahe am Bahnhof Wächtersbach. Mit Fertigstellung der Be- und Entladestationen, begann Mitte 1909 eine erste Periode des Bergbaubetriebes. Die geförderte Menge von 100 t pro Tag fand zunächst, wegen der minderen Qualität von Braunkohle, gegenüber der gewohnten Steinkohle, nur schleppend en Absatz. Diese Situation änderte sich noch im Laufe des Krieges. Danach, 1919 auf 1920 wurde sogar im nahen Kohlefeld „Maria“ ein weiterer Stollen aufgefahren. Dem aufblühenden Absatz nach 1920 entsprechend wurde die Produktion auf bis zu 325 t pro Tag hochgefahren. In dieser Zeit fanden in der Zeche „Winterfreude“ 80 bis 100 Personen Beschäftigung. Hier mussten, wegen der starken Ausbeutung „ die Förderstrecke immer tiefer in den Berg getrieben werden, wodurch sich der Deckendruck stark erhöhte“, Stolleneinbrüche, auch mit Todesfällen, waren die Folge. Durch das Ende der Besetzung des Ruhrgebietes 1925, und die Erholung des Marktes, nach dem Verlust der Gruben in Ostoberschlesien 1922, war die in Wittgenborn geförderte Braunkohle endgültig nicht mehr konkurrenzfähig, gegenüber der wieder verfügbaren Steinkohle. Die weitgehend ausgebeutete Grube „Winterfreude“, aber auch „Maria“ wurden 1926 geschlossen, die verwertbaren Anlagenteile abgebaut und verkauft. Im März 1945 wurde nochmals, als kriegsbedingte Maßnahme, der Betrieb in der Grube „Maria“, mit amerikanischer Genehmigung aufgenommen. Zunächst war es nur eine Minimalbelegschaft von 8 Leuten, erneut unter dem Betriebsleiter Wilhelm Wagner, die 80 t Kohle /Monat förderten. Mit der notdürftigen Wiedererrichtung einer Infrastruktur und Erhöhung der Belegschaft auf 20 Leute konnte die Förderung auf bis zu 800 t/Monat gesteigert werden. Die Kohle fand nur eine geringe Verbreitung. Sie wurde, hauptsächlich für den Hausbrand, in der nahen Umgebung genutzt. Zeitweise wurde, wegen schleppenden Absatzes „auf Halde gearbeitet“ bzw. Feiertagsschichten eingelegt. Die Währungsreform von 1948 brachte dann das Ende für die überteuerte und eher minderwertigen Braunkohle: „Zum 31. Mai 1949 musste die Förderung ganz stillgelegt werden“. Eine erneute Nachfrage nach Braunkohle, infolge der Koreakrise, führte am 20. November 1950 zur Wiederaufnahme der Förderung in der Grube „Maria“, mit 16 Leuten. Die vorhersehbare Erschöpfung des Feldes löste den Aufschluss zweier weiterer Felder nahe Waldensberg aus. Dort begann im Oktober 1951 die Kohleförderung auf dem Grubenfeld „Ida-Elisabeth“. Die Grube „Maria“ schloss endgültig am 31. März 1953, der Stolleneingang wurde eingeebnet. „Im März 1955 erlagen die Grube „Ida-Elisabeth“ bei Waldensberg dem gleichen Schicksal“. Der letzte Betriebsleiter, der Oberschlesier Georg Ochmann hatte bereits 1947 die Leitung von Wilhelm Wagner übernommen gehabt[64] [65].

Bioenergie Heizkraftwerk Wächtersbach[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Wächtersbach steht seit 2009 ein Fernwärme Heizkraftwerk zur Verfügung, das Bioenergie Heizkraftwerk Wächtersbach. Die Wärmeerzeugung erfolgt klimaneutral mit Holzhackschnitzeln als Energiequelle. Die Holzhackschnitzel werden als Durchforstungs- und Restholz täglich angeliefert. Die Brennstoffgewinnung in der waldreichen Region um Wächtersbach ist auch unter Transportgesichtspunkten ökologisch. Der aktuelle Verbrauch liegt bei maximal zwei Transportcontainern pro Tag.

Die Heizanlage besteht aus zwei unabhängigen voneinander arbeitenden, aber verfahrenstechnisch miteinander verbundenen Einheiten, mit einer Leistung von je 6 MW. In einer der beiden Teilanlagen kann, gleichzeitig mit der Wärme fürs Heiznetz, bis zu 1 MW Strom erzeugt werden. Das Wärmeverteilungsnetz, das Eigentum der Stadt Wächtersbach ist, besteht bereits im Westen der Stadt, in der Stadtmitte und reicht bis zu dem im Osten gelegenen, städtischen Schwimmbad. Es wird kontinuierlich weiter ausgebaut. In der Grundauslegung ist es geeignet die Wärmeversorgung der gesamten Stadt nach und nach zu übernehmen und zu gewährleisten.

Mit Fernwärme versorgt werden derzeit, neben den angeschlossenen Bürgern von Wächtersbach auch größere Verbraucher, wie das Bürgerhaus (Heinrich-Heldmann-Halle), die Grundschule, die Friedrich-August-Genth-Schule, zwei Sporthallen, das Sicherheitszentrum, das Schloss als neues Rathaus mit der Stadtverwaltung, ein Großmarkt und das Freischwimmbad Wächtersbach. Es besteht kein Anschlusszwang, dennoch sind bis Ende 2020 440 Gebäude angeschlossen worden. Und der Ausbau geht weiter. Wenngleich die Berggemeinden auf der Spielberger Platte, wegen der Entfernung und der dünnen Besiedelung, nicht angeschlossen werden können, so besteht doch für die Talgemeinden Hesseldorf, Neudorf, Weilers und Aufenau die Option eines Anschlusses. Voraussetzung ist eine Abfrage der Bevölkerung. Bei Realisierung wäre die Installation eines ergänzenden Wärmeerzeugers in der Nähe dieser neuen Verbraucher notwendig[66].

An der Betreiberfirma der Anlage, der Bioenergie Wächtersbach GmbH beteiligt sind die folgenden Gesellschafter: Getec heat&power GmbH, Stadt Wächtersbach, Stadtwerke Wächtersbach GmbH und J. Lotz.

Bier und Keramik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Älteste Urkunden aus dem Büdinger Archiv belegen, dass bereits 1521 in Wächtersbach Bier gebraut wurde. Spätestens jedoch seit 1578 geschah das in einer gräflichen Brauerei, als „Graf Wolfgang Ernst den Brauer Matthes Möller aus dem thüringischen Nordhausen einstellte“[67]. Nicht nur die Gerste, selbst der notwendige Hopfen wurde vor Ort angebaut, an den der Straßenname „Hopfengarten“ im Westen der Stadt erinnert[68].

In Wächtersbach wurde, in der Fürstlichen Brauerei, bis 1999 das Bier „Wächtersbacher Fürstenpils“ gebraut, das aktuell unter selbem Namen durch eine Würzburger Brauerei vertrieben wird. Als weitere Spezialität gab es das „Wächtersbacher Hopfenherbe“.

Nur eine Episode blieb das Bürgerbräu, eine in Privatinitiative gegründete kleine Brauerei. Sie war in das Bioenergie-Heizkraftwerk Wächtersbach integriert und nutzte Abwärme der Anlage für das Sieden der Maische.

Bekannt sind auch die Keramikbecher aus Wächtersbach, die deutschlandweit vertrieben werden (Siehe Waechtersbacher Keramik).

Mühlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Wasserreichtum Wächtersbachs war schon sehr früh Auslöser für den Bau von Mühlen. Bezeugt sind seit 1471 drei Mühlen, die Ober-, die Mittel- und die Untermühle[69]. Im Laufe der Jahrhunderte kamen zu den genannten 3 noch 5 weitere Mühlen hinzu: die Erlenmühle (früher nach ihren Besitzern, der Familie Blum auch Blumenmühle genannt, bzw. Mühle auf dem Ruppelsgrund), die Schlossmühle (sie lieferte Schrot für die Brauerei und Mehl für die gräfliche Hofbäckerei), die Walkmühle (als mechanisches Hilfsmittel des Gerbers), die Untertormühle und die erst 1907 entstandene, in Metall gefertigte und mit Dampf betriebene Ölmühle am Bahnhof. Nur wenig davon ist erhalten.

Mühlen waren zu allen Zeiten ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für den Ort und sie brachten nicht unerhebliche Einkünfte für die herrschaftlich gräfliche Steuerschatulle. Daher sind auch ihre Geschichte und die ihrer Besitzer in den Archiven relativ gut dokumentiert. Zwei der Wächtersbacher Mühlen werden beispielhaft beschrieben.

Eine der Müllerfamilien war die Familie Eichhorn. Sie besaßen die am Ortsende in Richtung von Wittgenborn gelegene, vom Waldwiesenbach und Ruppelsgrundbach angetriebene Obermühle. Weit über ein Jahrhundert hinweg, gaben die Eichhorns diese Mühle von Generation zu Generation innerhalb der Familie weiter. Ab 1735 wechselte der Besitz dann mehrfach, bis hin zur Familie Schamber, die die letzten Müller stellte. Auch die Technik änderte sich. von 2 oberschlächtigen Rädern schließlich zu einer Pelton-Turbine mit 7,5 PS (etwa 1911)[70].Die Mühle war noch bis zum Jahr 1968 in Betrieb[71].

Ebenfalls noch vorhanden ist das Gebäude der Untermühle. Es liegt am oberen Ende des Schlossparks. Die Mühle wurde vom Waldwiesenbach angetrieben. Auch sie hat eine wechselvolle Geschichte, mit vielen Pächtern und Eigentümern (zeitweise auch hier die Familie Eichhorn), die Zerstörung am Ende des Dreißigjährigen Krieges (wie die Obermühle und viele weitere Mühlen in Wächtersbach und im Brachttal), dem Wiederaufbau, der Wiedernutzung mit zwei Gängen, als Ölpresse und Mahlmühle[72][73]. Schließlich wurde auch hier ein Pelton-Turbine eingebaut die diversen Zwecken des „fürstlich Ysenburgischen Haushaltung“ diente[74], und das Gebäude als Försterhaus genutzt. Das Ende aller lokalen Kleinmühlen war letztlich eine Folge ihrer geringen Leistungsfähigkeit, des allgemeinen technischen Fortschrittes und der grundlegenden Veränderungen in der Landwirtschaft.

Tierkörperverwertung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Die Gulasch“ hieß im Volksmund ein Betrieb, der über viele Jahrzehnte den Westen der Stadt prägte, in dem Tierkörper verwertet wurden. 1913 wurde die Anlage, im Mittbachtal errichtet und in Betrieb genommen. Sie entsprach allen technischen, hygienischen und Sicherheitsanforderungen der Zeit. Mit ihrer behördlichen Genehmigung hatte sie auch die Verpflichtung zum zeitgerechten (innerhalb von 24 Stunden) Sammeln und Abholen der Tierkadaver. In der Anfangszeit geschah das noch mit von Pferden gezogenen Transportern und aus einem weiten Einzugsbereich, der bis kurz vor Bad Brückenau hin reichte. Vielleicht war dies auch, neben hohen Hygieneauflagen für den Betrieb, einer der Gründe, warum der Besitzer schon im September 1914 Konkurs anmelden musste.

Doch schon im Frühjahr 1915 ging der Betrieb, mit dem neuen Besitzer, Ingenieur Ludolf Ahrens aus Stolpe in Pommern weiter. Er bezog auch die Villa, die von seinem Vorgänger Wilhelm Berg, auf dem großen Gelände, mit einem 25 m hohen Schornstein, errichtet worden war. Ahrens war ein Profi, der die kleine Fleischmehlfabrik mit nur vier Arbeitern unternehmerisch geschickt und mit Gewinn führte. Im Zentrum der Anlage stand ein Dampfkessel, der bei 5 atü Druck arbeitete. Die Tierkörper wurden in allen Teilen verwertet: Hufe, Hörner und Klauen und Knochen wurden zu Knochenmehl, das als Düngemittel diente, verarbeitet, die Felle gingen in die lokale Gerberei, das abgeschiedene Fett diente der Seifenherstellung und die zerkleinerte und getrocknete Fleischmasse galt als wertvolles Viehfutter.

Die Fabrik wurde nach dem Tode von Ahrens (1929) von seinen Erben weiter betrieben. Erst 1939 wurde der Betrieb eingestellt. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für den Betrieb hatten sich mit der Konzentration auf größere Betriebe wesentlich geändert. Später, 1955 wurden Fabrik und Schornstein gesprengt und die Villa diente als fürstlich Ysenburgisches Forsthaus[75].

Verkehr und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schiene[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wächtersbach verfügt über einen Bahnhof an der Bahnstrecke Fulda–Hanau. Vom Bahnhof Wächtersbach sichern Regionalverbindungen den Anschluss an die Verkehrsknotenpunkte Frankfurt (Main), Frankfurt (Main) Süd und Fulda. Der Regional-Express Fulda–Frankfurt (RE 50) verkehrt im Stundentakt, hinzu kommt die Regionalbahn Wächtersbach–Frankfurt (RB 51). Der Bahnhof ist behindertengerecht ausgebaut.

Durch seine geografische Lage erschließt er als Umsteigebahnhof, in südlicher Richtung Teile des Spessarts und in nördlicher Richtung den östlichen Vogelsberg. Er wurde im Jahr 2015 behindertengerecht ausgebaut.[76] 2 große Parkplätze, ein städtischer und ein bahneigener ergänzen die Infrastruktur des Bahnhofes ebenso, wie ein Bahnhof-Store und Bistro die Fahrgäste kulinarisch, mit Presse und Reiseutensilien versorgt. Für Fahrgäste die mit dem Fahrrad pendeln gibt es abschließbare Fahrradboxen und für E-Bike-Radler die Möglichkeit ihren Fahrradakku an der Ladesäule aufzuladen.

Bis 1967 zweigte eine Kleinbahnstrecke, die Vogelsberger Südbahn, in das Tal der Bracht ab, die ursprünglich in Hartmannshain im Vogelsberg auf die Bahnstrecke Glauburg-Stockheim–Lauterbach (Hess) Nord traf.

Bis zum 4. März 1995 fuhr ein Zug der Gelnhäuser Kreiswerke auf der Bahnstrecke Wächtersbach–Bad Orb. Diese Strecke wurde danach von einem Museumsbahnverein von Normalspur auf 600-mm-Schmalspur umgebaut und wird seit 2001 sonn- und feiertags, saisonal von Ostern bis Ende Oktober, als reine Museumsbahn genutzt.

Straße[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wächtersbach wird von der Bundesstraße 276 berührt, die als Umgehungsstraße den Vogelsberg, an der Eisernen Hand, mit der Bundesautobahn 66 (Frankfurt–Fulda) Anschlussstelle Bad Orb/Wächtersbach (AS 45) verbindet. Durch den Ort führen auch die Landesstraßen L 3194, L 3201, L 3216, L 3271, L 3314, die die Ortsteile untereinander und mit den Nachbargemeinden verbinden.

Fahrradwege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch das Stadtgebiet verlaufen die folgenden Radwanderwege:

In Wächtersbach besteht darüber hinaus Anschluss an den Hessischen Radfernweg R3 sowie an den Vogelsberger Südbahnradweg. Entlang des Vogelsberger Südbahnradwegs wurden etliche Rastplätze mit Informationstafeln eingerichtet. Außerdem wird im Stadtgebiet ein Fahrradverleih betrieben.

Digitales Netz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2015 verfügt Wächtersbach über das schnelle Internet. Aktuell (2021) erfolgt ein Ausbau des Netzes durch Erschließung kommunaler Gewerbegebiete mit FTTH (Fibre to the Home), also einem Glasfaseranschluss bis ins Gebäude. In Wächtersbach steht dieser Glasfaserausbau der Gewerbegebiete in der Kernstadt wie in den Ortsteilen kurz vor dem Abschluss[77].

Elektromobilität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Main-Kinzig-Kreis wurden bereits etliche Ladestationen für Elektroautos sowie für Pedelecs errichtet, darunter auch einige in Wächtersbach. Die meisten Ladestationen wurden von den Kreiswerken Main-Kinzig in Zusammenarbeit mit Park & Charge errichtet.

Nahverkehr und Stadtbus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ganzjährig verkehren in Wächtersbach mehrere Buslinien des KVG. Sie schaffen mit den Linien MKK-71, MKK-72, MKK-73, MKK-76, MKK-81, MKK-82 und MKK-83 öffentliche Verkehrsanschlüsse[78] in die Stadtteile im Tal, wie auf der Spielberger Platte. Ebenso angebunden sind damit die Nachbar-Gemeinden Brachttal, Birstein, der Jossgrund und Biebergemünd, sowie Bad Soden-Salmünster, und der Bahnhof Gelnhausen und das Grimmelshausen-Gymnasium. Es gilt der Tarif des Rhein-Main-Verkehrsverbundes. Innerörtlich verkehrt auch noch der Citybus und das Anrufsammeltaxi[79].

Digitales Netz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2015 verfügt Wächtersbach über das schnelle Internet der Breitband GmbH. Aktuell (2021) erfolgt ein Ausbau des Netzes durch Erschließung kommunaler Gewerbegebiete mit FTTH (Fibre to the Home), also einem Glasfaseranschluss bis ins Gebäude. In Wächtersbach steht dieser Glasfaserausbau der Gewerbegebiete in der Kernstadt wie in den Ortsteilen kurz vor dem Abschluss[80].

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Evangelische Kirche mit ihrem Wehrturm von 1514

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Allein die Zahl von mehr als 100 eingetragenen Vereinen in Wächtersbach beleuchtet hinlänglich das lebhafte Vereinswesen der Stadt[81]. Der größte Verein Wächtersbachs mit etwa 1300 Mitgliedern ist der

  • Turnverein 1906 e.V. Wächtersbach e.V. -TVW

Einige Weitere (ohne Rangfolge) sind:

  • 1. Wächtersbacher Carnevalsverein 1961 e.V.,
  • Fußballverein,
  • Radfahrer-Verein 02 Wächtersbach e.V.,
  • Verein der Freunde von Châtillon, Vonnas, Baneins in Wächtersbach e.V.,
  • Altstadt-Förderverein Wächtersbach e.V.,
  • Musikzug Wächtersbach e.V.,
  • 1. Petanque Club Wächtersbach e.V.,
  • Heimat- und Geschichtsverein,
  • Verkehrs- u. Gewerbeverein Wächtersbach e.V.,
  • SV Allgemeiner Sportverein Aufenau 1971 e.V.

und Weitere.

Kulturelle Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Märzwind – Veranstaltungen im Kulturkeller[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus dem Wunsch heraus der Wächtersbacher Bevölkerung, über die kulturellen Angebote der Nachbargemeinden und des Rhein-Main-Zentrums hinaus, ein Programm mit eigenem Charakter, in der eigenen Stadt anzubieten, bildete sich 1984 eine Initiative. Aus ihr ging der Verein Kulturinitiative Märzwind hervor. „Vereinsziel ist … Kultur, Musik, Kunst, Theater abseits vom Strom des Mediengeschmacks zu suchen, vorzustellen und als einen festen Bestandteil gehobener Lebensqualität zu etablieren.“[82] Die Veranstaltungen des Märzwinds finden 10-mal jährlich im Kulturkeller, dem stimmungsvollen Gewölbekeller der ehemaligen Alten Schule statt. Im Angebot stehen „Bands, Sänger und Sängerinnen, Rezitatoren und Kabaretts“. Markenzeichen sind auch die räumlich gegebene Nähe zu den Künstlern und die lockere Atmosphäre, beim vor Ort angebotenen Wein.

Der Wächtersbacher Kunstsalon[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der „Wächtersbacher Kunstsalon“ ist ebenfalls ein Schöpfung der Initiative Märzwind. Sie dient der Förderung der Bildenden Kunst. Diese jährlich stattfindende Kunstausstellung findet zwischenzeitlich überregionale Beachtung.

Art im Amt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter dem Titel „Art im Amt“ finden regelmäßig Ausstellungen lokaler Künstler im Rathausfoyer statt. Veranstalter ist jeweils das Kulturamt der Stadt Wächtersbach.

Kunstroute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Kunstausstellung, die die ganze Altstadt erfasst ist die „Wächtersbacher Kunstroute“. Die beteiligten Künstler stellen ihre Werke in den Auslagen der Geschäfte der Altstadt aus. Organisiert wird die Veranstaltung vom Altstadtförderverein, mit Unterstützung der Stadt Wächtersbach[83].

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wächtersbacher Heimatmuseum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dieses war ehemals nur im gotischen Fachwerk-Rathaus von 1495 untergebracht. Die zugehörige Wächtersbacher Keramikabteilung wird künftig einen Platz im neuen Rathaus im Schloss finden.

Das Museum wird vom Heimat- und Geschichtsverein Wächtersbach e. V. betreut.

Töpfermuseum Wittgenborn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Stadtteil Wittgenborn lebte im 19. Jahrhundert bis zum Zweiten Weltkrieg maßgeblich von der Töpferei. Zahlreiche Exponate, viele davon handbemalt, sind im Töpfermuseum ausgestellt.

Heimatmuseum Neudorf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das ehemalige Rathaus Neudorf beherbergt ein kleines Heimatmuseum.

Ludwig-Nüdling-Museum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Ludwig-Nüdling-Museum, im alten Pfarrhaus der katholischen Gemeinde neben der Kirche in Aufenau, erinnert an den Aufenauer katholischen Pfarrer (1907–1919) und Heimatdichter aus der Rhön Ludwig Nüdling. Er war Herausgeber religiöser Schriften u. a. der Erstkommunionsschrift "Kommunionsglöcklein". Pfarrer i. R. Monsignore Franz Koska baute die Sammlung von Erinnerungsstücken und Texten über Jahre hinweg auf und begründete damit das Nüdling-Museum, das im alten Pfarrhaus der katholischen Gemeinde neben der Kirche seine Heimat gefunden hat.

Geologischer Steingarten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Den „Geologischen Steingarten“, gegenüber dem Bahnhof Wächtersbach, hat der Heimat- und Geschichtsverein Wächtersbach, mit Unterstützung der Stadt eingerichtet, und betreut ihn auch. Der Steingarten gibt einen Überblick über die geologische Geschichte der Heimatregion, mit ihren typischen Gesteinsformationen. „Prägend sind dabei Rotliegendes, Zechstein, verschiedene Stufen des Buntsandsteins, Muschelkalk und der Basalt des Vogelsbergs.“[84]

Erbbegräbnis der Ysenburger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab 1703 wurden Angehörige der Wächtersbacher Linie der Ysenburger in der evangelischen Kirche in Wächtersbach beigesetzt. Auf diese Weise wurden 16 Mitglieder des Hauses bis 1784 in der Kirche bestattet. Ab diesem Datum wurde ein neu geschaffenes Erbbegräbnis am Friedhof eingerichtet. Fürst Ferdinand Maximilian III. ließ dieses Begräbnis erneuern und 1861 mit einem neugotischen, gusseisernen Zaun der Fa. J.S. Fries aus Sachsenhausen einfrieden[85]. Ab 1858 begann eine systematische Neubelegung der Anlage, bei der die Verstorbenen nicht mehr in der Erde begraben, sondern in Gruften beigesetzt wurden, die mit einer Marmorplatten abgedeckt und verschlossen wurden[86].

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Freizeit- und Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Turnhallen, Sportstätten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ort stehen den Bürgern zwei Turnhallen, darunter eine Großturnhalle, ein Stadion mit zwei Fußballplätzen, einer davon als Kunstrasenplatz, ein beheiztes Freibad, Tennisplätze, ein Skatepark sowie Möglichkeiten zum Angeln, Kegeln und Reiten zur Verfügung. Weitere Sporthallen und -plätze finden sich in den Ortsteilen. Im Ortsteil Wittgenborn befindet sich eine Freiluft-Kartbahn, der Vogelsbergring. Die Streckenlänge beträgt 1038 m, die Breite durchschnittlich 7 m.

Wandern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Gemeindegebiet finden sich neben bereits etablierten Wegen, 48 km markierter neuer Wanderwege. Das sind die beiden Kulturwanderwege und der Panoramaweg. Alle drei sind sehr gut markierte Rundwanderwege.

Kulturwanderweg, Route 1[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kulturwanderweg 1 bewegt sich auf zwei unterschiedliche Routen zwischen Wächtersbach und dem auf der Spielberger Platte gelegenen Ortsteil Wittgenborn. Er bewegt sich zwischen etwa 160 und 390 m NHN, bei einer Streckenlänge von 16 Kilometern. Acht Tafeln längs des Weges geben Auskunft über Geologie und Natur ebenso, wie über Kulturdenkmäler und Spuren menschlicher Tätigkeit in der Vergangenheit und bis in die Gegenwart[87].

Kulturwanderweg, Route 2[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kulturwanderweg 2 verläuft vollständig auf der Spielberger Platte. Er zweigt in Wittgenborn vom Kulturwanderweg 1 ab, geht nach Waldensberg und kommt über Leisenwald wieder zurück zum Ausgangspunkt. Eine Fülle kulturhistorisch bedeutsamer Punkte liegen am 11 km langen Wege, der aber ebenso durch seine Natürlichkeit beeindruckt: Angelteiche, alte Handelsstraße, Backhaus, Kirche, Fürstengräber und Anderes sind zu bestaunen[88].

Panoramaweg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Panoramaweg ist ein Weg der die Talgemeinden der Stadt, also neben der Kernstadt noch Aufenau, Neudorf, Weilers und Hesseldorf umfasst. Benannt ist er nach den Panorama-Blicken, die man jeweils von etwas höher gelegenen Punkten des Weges, hinweg über die breite Ebene von Kinzig und Bracht genießen kann. Vier dieser Panoramen werden besonders hervorgehoben. Der Weg überquert zweimal die Kinzig und einmal die Bracht. Die Länge von ca. 20 km kann auch in Etappen genommen werden, der Weg selbst bewegt sich zwischen 130 und 140 m und ist unschwierig[89].

Spessartspur: „Schlosswald-Spur“ Wächtersbach[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die „Schlosswald-Spur“ Wächtersbach ist ein 7,3 km langer Rundweg. Ausgangs- und Zielpunkt ist das Wächtersbacher Schloss. Der Weg führt durch den Schlosspark und darüber hinaus in den angrenzenden Wald[90]. Es werden 1,5 Stunden Wanderzeit veranschlagt.

Spessartspur Aufenauer Berg- und Tal-Spur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spessartspuren sind kurze und einfache Wanderwege, die eher unter das Stichwort Spazierwandern einzuordnen sind. Im Stadtteil Aufenau ist im Sommer 2021 die Spessartspur Aufenauer Berg- und Tal-Spur eröffnet worden. Der 10, 5 km lange Rundweg, mit Ausgangs- und Zielpunkt dem Parkplatz beim Gasthof Zur Quelle, führt auf den Eisenberg oberhalb von Aufenau und Bad Orb und durch das Naturschutzgebiet Zelleraue[91][92].

Jakobsweg 16[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Symbol der Jakobsmuschel als Wegweiser am Jakobsweg

Von Fulda kommend, ist nach Bad Soden-Salmünster und Salmünster auch Wächtersbach eine Station[93] am Jakobsweg 16, der über Frankfurt (124 km) und Mainz (48 km) nach Trier(164 km) bzw. Worms(65 km) führt[94][95]. Er orientiert sich am Verlauf der alten Handelsstraße, der Via Regia, wo schon im Mittelalter Pilger gegangen sind, um zu dem berühmten Wallfahrtsorten Vézelay in Frankreich bzw. Le Puy, dem Ausgangspunkt des französischen Weges nach Santiago de Compostela in Spanien zu gelangen. Der Weg ist durchgängig mit dem europäischen Muschelzeichen (Bild) markiert. Von Wächtersbach führt er weiter über Wirtheim zur nächsten Station in Langenselbold.

Hessenweg 11[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kennzeichnung des Fernwanderweges Brüder-Grimm-Weg

Ein weiterer Fernwanderweg mit Bezug zu Wächtersbach ist der „Hessenweg 11“, Brüder-Grimm-Weg. Er beginnt in Hanau, der Geburtsstadt der Brüder Grimm. Ein erstes Ziel ist Gelnhausen, ehe er durch den Büdinger Wald Wächtersbach, weiter Bad Soden und schließlich Steinau an der Straße erreicht, den Ort in dem die Brüder Grimm einen Teil ihrer Jugend verbrachten. Der Weg führt in vielen Etappen nach Gensungen. Ab da geht es in zwei Varianten weiter über Sababurg nach Bad Karlshafen (423 km) bzw. zum Hoher Meißner (497 km), das sind Orte, die mit Märchen der Brüder Grimm in Verbindung gebracht werden[96].

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Strong Viking Run[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der jährlich im Ortsteil Wittgenborn stattfindende Hindernislauf Strong Viking Run zieht jährlich mehrere Tausend Teilnehmer an.

Kinzigtal Total[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einmal im Jahr findet der Radlersonntag Kinzigtal total, eine Breitensportveranstaltung statt. Sie nahm ihren Anfang mit dem autofreien Sonntag, während der Ölkrise 1974. Aufgrund des Rahmenprogramms der Stadt Wächtersbach verkehren an diesem Tag am Bahnhof Wächtersbach Sonderzüge.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Graf Anton von Ysenburg-Büdingen zu Ronneburg (1501–1560)
Graf Wolfgang Ernst I. von Isenburg-Büdingen (1560-1633)
Graf Johann Ernst I. von Isenburg-Büdingen (1625–1673)
Robert Sterl: Selbstbildnis (1919)
Christian Neureuther, Keramiker (1868-1921)

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Friedrich Christian, Kartonagenfabrikant, Inhaber der Maschinen-, Kartonagen- und Pappenfabrik Friedrich Christian GmbH, die später durch die Fa. Adt fortgeführt wurde,[97][98] Ehrenbürger-Ernennung 23. März 1920
  • Wilhelm Wagner (1876, Birklar bei Gießen – 1949, Wächtersbach) stammte aus einer Bergmannsfamilie. Er leitete ab 1904 die Untersuchung der Braunkohlevorkommen oberhalb von Wächtersbachs und den Ausbau der Grube „Winterfreude“. Später war er ihr langjähriger Leiter (1907-1920) und ebenso der Grube „Maria“ (1945-1947). Ehrenbürger-Ernennung 1949.[99]
  • Christian Hain, Schneidermeister,[100] Ehrenbürger-Ernennung 1954,
  • Fürst Otto Friedrich III. zu Ysenburg-Büdingen (* 1904; † 1990), Ehrenbürger-Ernennung 17. September 1974
  • Nikolaus Bauer, 40 Jahre lang katholischer Pfarrer in Wächtersbach[101], Ehrenbürger-Ernennung 22. Juni 1986,
  • Heinrich Heldmann, (* 1925; † 2011), von 1953 bis 1990 Bürgermeister von Wächtersbach, Ehrenbürger-Ernennung 20. November 1990
  • Rainer Krätschmer, (* 1945; † 2017). Er war in der Zeit vom 1. Mai 1990 bis 30. April 2014 – insgesamt vier Wahlperioden Bürgermeister der Stadt Wächtersbach.[102] Ehrenbürger-Ernennung 30. Mai 2014

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ludwig Maximilian zu Ysenburg-Büdingen (1791–1821), Standesherr, Mitglied der Ersten Kammer der Landstände des Großherzogtums Hessen.
  • Adolf zu Ysenburg-Büdingen (1795–1859), Standesherr und Mitglied der Ersten Kammer der Landstände des Großherzogtums Hessen und der Kurhessischen Ständeversammlung.
  • Friedrich August Genth (1820–1893), deutsch-amerikanischer Chemiker und Mineraloge; Sohn des gräflich Isenburgischen Forstmeisters Georg Friedrich Genth und seiner Frau Caroline Amalie Genth, geborene von Schwarzenau.
  • Dr. Karl Wilkens, Chemiker, 1861-1874 Leiter der Waechtersbacher Steingutfabrik; er realisierte auch die schmiedeeiserne Einfriedung des Erbbegräbnisses der Ysenburger am alten Friedhof in Wächtersbach[103].
  • Karl Fröb (Charles Froeb; 1857-1946 (New York City)), deutscher Auswanderer nach Amerika, dort erfolgreicher Unternehmer und Bankier, bedeutender Förderer seiner Geburtsstadt Wächtersbach, Philanthrop.

Mit Wächtersbach verbundene Persönlichkeiten und Familien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die weit verzweigte Familie Faulhaber von Wächtersbach siedelte seit dem 13., und bis ins 17. Jahrhundert, im Raum zwischen Franken und der Wetterau, mit deutlichem Schwerpunkt in Wächtersbach und Orb.[104]
  • Dietrich Faulhaber von Wächtersbach (um 1325–vor 1380, Sohn von Berthold von Faulhaber und Gele Schultheiß) und seine Frau Luckard erwarben am 2. Juni 1365 von Konrad von Trimberg das Dorf Weilers. Die Familie Faulhaber behielt es etwa 250 Jahre, bis zum 26. März 1603 zu Lehen.
  • Konrad von Trimberg (der Jüngere) (–31. Oktober 1376), war ein Nachkomme Alberts von Trimberg, eines Schwiegersohns der Herren von Büdingen, der 1247, erstmals für seine Familie, Rechte an Burg und Flecken Wächtersbach erworben hatte. Konrad stiftete 1354 eine Marienkapelle, das erste bekannte Gotteshaus im Ort. Der Nachfolgebau ist heute die evangelische Kirche von Wächtersbach. Am 2. Juni 1365 verkaufte Konrad das Dorf Weilers an Dietrich Faulhaber von Wächtersbach.[105]
  • Johann II. von Isenburg in Büdingen (1395–1408), Graf, erhob 1404 Wächtersbach zur Stadt
  • Graf Anton von Isenburg-Büdingen zu Ronneburg (1501–1560) erweiterte und modernisierte das Schloss Wächtersbach, in dem er schließlich auch residierte.
  • Faulhaberin, (Mitte des 16. Jahrhunderts), Mitglied der Familie von Faulhaber, wurde 1564 wegen Hexerei angeklagt, gefoltert. Schwer von der Folter gezeichnet, wurde sie schließlich mangels Beweisen begnadigt.
  • Graf Wolfgang Ernst I. von Isenburg-Büdingen (1560–1633), verbrachte seine letzten Lebensjahre mit seinen jüngsten Söhnen im Schloss Wächtersbach.
  • Graf Johann Ernst I. von Isenburg-Büdingen (1625-1673), wuchs im Schloss Wächtersbach auf. Nach dem 30-jährigen Krieg baute er Schloss und Nebengebäude aus und legte einen "Lustgarten" an.
  • Ferdinand Maximilian I., Graf zu Ysenburg u. Büdingen in Wächtersbach (1661–1703), machte 1687 Wächtersbach zu seiner Residenz. Durch Ansiedlung von Waldensern, die aus religiösen Gründen aus dem Piemont vertrieben wurden, gründete er 1699 das Dorf Waldensberg.
  • Anton Calaminus (1808-1868), ein evangelischer Theologe und Historiker, war ab 1830 Erzieher des Erbgrafen Ferdinand Maximilian III. zu Ysenburg-Büdingen. Von 1836 bis 1841 war er Pfarrer, Schulinspektor, Mitglied des Unterkonsistoriums und Rektor der Lateinschule in Wächtersbach.[106][107]
  • Johannes Bodenbender (1801-1866) Gartenplaner, Gestalter vieler herrschaftlicher Parkanlagen, u. A. in Meerholz und Wächtersbach. Er legte 1840 einen Plan vor, nach dem der Lustgarten und der Tiergarten Wächtersbach zusammengeführt und zu einem Englischen Landschaftspark umgestaltet wurden.
  • Robert Sterl (1867–1932), Maler und Grafiker, Vertreter des deutschen Impressionismus, hielt sich zwischen 1900 und 1904 regelmäßig für längere Zeiträume in Wittgenborn auf, wo er Skizzen von Töpfern, Bauern und Hirten anfertigte[108][109]
  • Christian Neureuther (1868–1921), Keramiker, Erfinder des "Wächtersbacher Jugendstils". Er prägte zwei Jahrzehnte lang das künstlerische Gesicht der Wächtersbacher Keramik.
  • Christian Werner (1862-1943), Lehrer an der Grundschule in Wächtersbach; als Leiter des Stadtarchivs und engagierter Heimatforscher befasste er sich unter anderem mit Geschichte der evangelischen Kirche, „Darüber hinaus galt sein Wirken ein ganzes Leben lang der Heimatforschung, der Familienkunde, der Haus- und Flurnamensammlung und ihrer Auswertung zur Heimatgeschichte“[110]. Die Christian-Werner-Straße am Herzgraben ist nach ihm benannt.
  • Georg Stetefeld (1883–1966), Bürgermeister von Wächtersbach 1924–1934
  • Carl Albin Mülhardt (1884–1976), Kunstmaler, lebte von 1934 bis 1976 in Hesseldorf
  • Wilhelm Malkemus (1937-2019), war Maler, Grafikdesigner, Bühnenbildner, Karikaturist, Zeichner und Porträtmaler, Träger des Kulturpreises des Main-Kinzig-Kreises im Bereich Kunst. Er wirkte von 1967 bis zu seinem Tode aktiv im kulturellen Leben Wächtersbachs, war aber auch politisch engagiert in der Messekommission, im Ortsbeirat und als Stadtverordneter[111].
  • Simon Krätschmer (* 1979), deutscher Fernsehmoderator
  • Peter Tauber (* 1974), Parlamentarischer Staatssekretär, ehemaliger CDU-Generalsekretär

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jürgen Ackermann: „Ein Rundgang durch Alt-Wächtersbach“ Wächtersbach 1999.
  • Heimat- und Geschichtsverein Wächtersbach (Hrsg.): „Sammlungen zur Geschichte von Wächtersbach“, Bde. I–V, Wächtersbach 1984–2012.
  • Eberhard Jamrowski, „Ostpreußische Wälder und Büdinger Wald“, Wächtersbach 2015.
  • Jürgen Ackermann, „Die Wächtersbacher Synagoge“, Sammlungen zur Geschichte von Wächtersbach 28, 8/1986
  • Jürgen Ackermann, 1768–1935, „Die Wächtersbacher Viehmärkte“, Sammlungen zur Geschichte von Wächtersbach 3, 8/1984
  • Martin Schäfer, „Heimatbuch des Kreises Gelnhausen, Orte des Amtsbezirks Wächtersbach“, Herausgeber Kreisverwaltung Gelnhausen 1950
  • Jürgen Ackermann, „1690–1750: Die Judenschule in Wächtersbach“, Sammlungen zur Geschichte von Wächtersbach 4a, 8/1984
  • Jürgen Ackermann: 1816–1866: Die Judenschule in Wächtersbach in kurhessischer Zeit", Sammlungen zur Geschichte von Wächtersbach 4b, 8/1984
  • Jürgen Ackermann, „Von den Anfängen der Wächtersbacher Judenschaft und ihrem Ende in nationalsozialistischer Zeit“, Sammlungen zur Geschichte von Wächtersbach 72, 1/1989
  • Jürgen Ackermann, „Zum Gedenken an die Wächtersbacher Judengemeinde“, Sammlungen zur Geschichte von Wächtersbach 147, 8/1994 und Brachttal-Nachrichten Nr. 30–32
  • Jürgen Ackermann, „Synagoge und Judenschule in Wächtersbach. Das wechselvolle Schicksal zweier Gebäude“, Sammlungen zur Geschichte von Wächtersbach 269, 1/2003
  • „Von Juden und Hofjuden in dem Wächtersbacher Ländchen“, Heimatjahrbuch des Kreises Gelnhausen, 2003
  • Paul Arnsberg, „Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Anfang – Untergang – Neubeginn“, Societäts-Verlag, Frankfurt/M. 1971, Bd. 1, S. 51 (Aufenau) und Bd. 2, S. 334/335 (Wächtersbach)
  • Jürgen Ackermann, „Geschichte der jüdischen Gemeinde Wächtersbach“, Sammlungen zur Geschichte von Wächtersbach, Wächtersbach 1984
  • Dagmar Reimers, „Schloss Wächtersbach und die Ysenburger“, Samml. Gesch. Wächtersbach, 41. L. Januar 2003, Nr. 265, ISSN 0931-2641
  • Christian Werner, „Kirchliches von Wächtersbach“, Samml. Gesch. Wächtersbach, 43. L., Januar 2004, Nr. 289, ISSN 0931-2641
  • Jürgen Ackermann, „Der Bau der Kapelle Mariä Himmelfahrt in Wächtersbach“, Samml. Gesch. Wächtersbach, 48. L. Januar 2007, Nr. 344, ISSN 0931-2641
  • Gerhard Jahn, „Ein Deutsch-Amerikaner unterstützt seine Heimatstadt“, Heimat und Geschichtsverein Wächtersbach, Nr. 434, Sammlung 2015
  • Jürgen Ackermann, „Braunkohleabbau bei Wittgenborn und Waldensberg (1945-1955)“ in Chronik Wittgenborn, S. 185-190

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hessisches Statistisches Landesamt: Bevölkerung in Hessen am 31.12.2020 nach Gemeinden (Landkreise und kreisfreie Städte sowie Gemeinden, Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Spielberger Platte
  3. Martin Schäfer, Unsere Ortsnamen, Heimatbuch des Kreises Gelnhausen, Hrsg. Kreisverwaltung Gelnhausen, 1950, S. S. XVI
  4. Die Wolferburg
  5. Carl Hessler (Hrsg.): Hessische Landes- und Volkskunde: Das ehemalige Kurhessen und das Hinterland am Ausgange des 19. Jhdts. Band 1, Teil 1, Elwert, Marburg 1907, S. 695
  6. Dagmar Reimers, Schloss Wächtersbach und die Ysenburger, Samml. Gesch. Wächtersbach, 48. L., Januar 2007, Nr. 331,16 S., ISSN 0931-2641, S. 5–7
  7. Jürgen Ackermann, „Graf Anton zu Ysenburg-Kelsterbach Mißheurath hat seiner Gräflichen Familie vilen Unkust verursacht“ Samml. Gesch. Wächtersbach, 41. L., Januar 2003,Nr. 265, ISSN 0931-2641
  8. D. Reimers, Schloss Wächtersbach und die Ysenburger, S. 14–15
  9. Dr. Reimers, Dagmar, „1650: Eine Nachkriegshochzeit im Schloss zu Wächtersbach“, 1987, 4.3.1.6
  10. Schloss Wächtersbach – Nebengebäude aufgerufen 13.2.2021
  11. Convention Territorial entre le Grand Duc de Hesse et Electeur de Hesse. — Signèe à Francfort sur Mein, le 29 Juin, 1816. British and Foreign State Papers 1815–1816, Band 3, Compiled by the Librarian and Keeper of the Papers, Foreign Office, James Ridgway and Sons, Piccadilly, London: 1838, S. 812–819; (größtenteils in deutscher Sprache) Digitalisat; auch abgedruckt in Grindaha, Heft 26, Geschichtsverein Gründau e. V., Gründau 2016 ISSN 2194-8631 S. 4–12 mit Anmerkung von Norbert Breunig
  12. Eingliederung der Gemeinden Hesseldorf, Neudorf, Weilers und Wittgenborn in die Stadt Wächtersbach im Landkreis Gelnhausen vom 5. Januar 1971. In: Der Hessische Minister des Innern (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1971 Nr. 3, S. 110, Punkt 111 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags).
  13. Gemeindegebietsreform: Zusammenschlüssen und Eingliederungen von Gemeinden vom 3. März 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1971 Nr. 12, S. 474, Punkt 535, Abs. 2 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags).
  14. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 362.
  15. a b Hauptsatzung. (PDF; 628 kB) § 5. In: Webauftritt. Stadt Wächtersbach, abgerufen im August 2020.
  16. a b Bevölkerung nach Staatsangehörigkeitsgruppen: Stadt Wächtersbach. In: Zensus2011. Bayerisches Landesamt für Statistik, abgerufen im November 2020.
  17. Migrationshintergrund in %: Stadt Wächtersbach. In: Zensus2011. Bayerisches Landesamt für Statistik, abgerufen im November 2020.
  18. Haushalte nach Familien: Stadt Wächtersbach. In: Zensus2011. Bayerisches Landesamt für Statistik, abgerufen im November 2020.
  19. a b c Wächtersbach, Main-Kinzig-Kreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 16. Oktober 2019). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  20. Hessisches Statistisches Informationssystem In: Statistik.Hessen.
  21. Religionszugehörigkeit: Stadt Wächtersbach. In: Zensus2011. Bayerisches Landesamt für Statistik, abgerufen im November 2020.
  22. Jürgen Ackermann, „Von den Anfängen der Wächtersbacher Judenschaft und ihrem Ende in nationalsozialistischer Zeit“, Sammlungen zur Geschichte von Wächtersbach 72, 1/1989
  23. Paul Arnsberg, Die jüdischen Gemeinden in Hessen, Anfang - Untergang - Neubeginn, Societäts-Verlag, Frankfurt/M. 1971, Bd. 1, S. 51 (Aufenau) und Bd. 2, S. 334/335 (Wächtersbach)
  24. Jürgen Ackermann, „ Von Juden und Hofjuden in dem Wächtersbacher Ländchen“, in Heimat-Jahrbuch des Kreises Gelnhausen, 2003, S. 35-37
  25. Jüdische Gemeinden in Hessen
  26. Jürgen Ackermann, „Synagoge und Judenschule in Wächtersbach. Das wechselvolle Schicksal zweier Gebäude“. Sammlungen zur Geschichte von Wächtersbach 269, 1/2003
  27. Jüdische Gemeinden in Hessen
  28. [1] Jüdischer Friedhof in Aufenau
  29. [2] Ende des Viehmarktes Wächtersbach
  30. [Jürgen Ackermann, 1768-1935, „Die Wächtersbacher Viehmärkte“, Sammlungen zur Geschichte von Wächtersbach 3, 8/1984]
  31. Ergebnis der Gemeindewahl am 14. März 2021. In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen im April 2021.
  32. Ergebnis der Gemeindewahl am 6. März 2016. In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen im April 2016.
  33. Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011. In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt, archiviert vom Original; abgerufen im April 2011.
  34. Ergebnis der Gemeindewahl am 26. März 2006. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt, archiviert vom Original; abgerufen im April 2006.
  35. Bürgermeisterwahl: so hat Wächtersbach gewählt: Erster Stadtrat Andreas Weiher fährt hervorragendes Ergebnis ein. In: waechtersbach-online.de. Abgerufen am 7. Oktober 2013.
  36. Bürgermeister-Direktwahlen in Wächtersbach, Stadt. In: Statistik.Hessen. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen im Januar 2021.
  37. Jürgen Ackermann, Bürgermeister in der Stadt Wächtersbach, Sammlg. Gesch. Wächtersbach, 55. L., August 2010, Nr. 378ISSN 0931-2641
  38. Ortsbeirat Innenstadt. In: Webauftritt. Stadt Wächtersbach, abgerufen im August 2020.
  39. Freiwillige Feuerwehr Wächtersbach
  40. Feuerwehr Wächtersbach
  41. Freiwillige Feuerwehr, Einsatzabteilung
  42. Feuerwehr Wittgenborn
  43. J. Ackermann, „Von Mühlen und Müllern bei Hesseldorf“, Samml. Gesch. Wächtersbach, 40. L., August 2002, Nr. 262, ISSN 0931-2641
  44. Christian Werner, „Kirchliches von Wächtersbach“, Samml. Gesch. Wächtersbach, 43. L., Januar 2004, Nr. 289, ISSN 0931-2641, S. 1
  45. Dagmar Reimers, „Schloss Wächtersbach und die Ysenburger“, Samml. Gesch. Wächtersbach, 41. L. Januar 2003, Nr. 265, ISSN 0931-2641
  46. „Bis 1968 drehte sich das Rad – Die Obermühle an der Straße nach Wittgenborn“, Gelnhäuser Tageblatt, 22. August 2015
  47. Martin Schäfer, „Heimatbuch des Kreises Gelnhausen, Orte des Amtsbezirks Wächtersbach“, Herausgeber Kreisverwaltung Gelnhausen 1950, S. 247
  48. Christian Werner, „Kirchliches von Wächtersbach“, Samml. Gesch. Wächtersbach, 43. L., Januar 2004, Nr. 289, ISSN 0931-2641, S. 3
  49. Jürgen Ackermann, „Der Bau der Kapelle Mariä Himmelfahrt in Wächtersbach“, Samml. Gesch. Wächtersbach, 48. L. Januar 2007, Nr. 344, ISSN 0931-2641, S. 1
  50. Chronik Mariä Himmelfahrt Wächtersbach
  51. Festschrift der katholischen Pfarrei
  52. Chronik Mariä Himmelfahrt Wächtersbach
  53. Festschrift der katholischen Pfarrei, S. 24
  54. Dirk Säufferer, Altstadtförderverein - Hrsg., Wächtersbach-Der ganze Schlosspark, Ein kulturelles Kleinod im mittleren Kinzigtal, Nov. 2019
  55. Dirk Säufferer, „Der Schlosspark Wächtersbach: Eine gartenbauliche und kulturhistorische Einordnung“, Schrift des Altstadtfördervereins Wächtersbach e.V., Nov. 2019
  56. Jürgen Ackermann, „Die Drahtseilbahn der Basaltwerke Breitenborn-Wächtersbach“ Samml. Gesch. Wächtersbach, 1994
  57. Gerhard Jahn, „Die Drahtseilbahn der Basaltwerke Breitenborn-Wächtersbach“ Samml. Gesch. Wächtersbach, 2003
  58. MHI-Seilbahn
  59. Lutz Schroer, „Umgestaltung des MHI-Standortes Wächtersbach“, Samml. Gesch. Wächtersbach, 44. L., August 2004, Nr. 301, ISSN 0931-2641.
  60. MHI in Wächtersbach
  61. a b c Jürgen Ackermann, „Das typische Schicksal einer Grenzlandfirma. Die Gebrüder Adt AG in Wächtersbach“, Samml Gesch. Wächtersbach, 42,L.,August 2003, Nr. 277, ISSN 0931-2641, S. 2
  62. Willi Löwer, „Die Adt Siedlung – Der erste soziale Wohnungsbau in Wächtersbach mit Doppel- bzw. Einfamilienhäusern für Mitarbeiter der Firma Gebr. Adt AG“, Samml Gesch. Wächtersbach, 52,L.,Januar 2009, Nr. 362, ISSN 0931-2641
  63. a b Peter Tauber, „Die Firma Gebr. Adt AG in Wächtersbach, Ein Betrieb in Nationalsozialistischer Zeit“, Samml Gesch. Wächtersbach, 42,L.,August 2003, Nr. 278, ISSN 0931-2641
  64. Jürgen Ackermann, „Braunkohleförderung im Büdinger Wald“
  65. Jürgen Ackermann, „Braunkohleabbau bei Wittgenborn und Waldensberg (1945-1955)“
  66. „Stadtwerke beschleunigen Ausbau des Fernwärmenetzes - Neue Leitungen werden in der Stadt verlegt/ Anschluss von Stadtteilen zu erhöhtem Preis“, Gelnhäuser Neue Zeitung, 6. März 2021, S. 31
  67. [3], J. Ackermann, „Hopfen und Malz – Gott erhalt’s“
  68. [4], J. Ackermann, „Hopfen und Malz – Gott erhalt’s“
  69. Jürgen Ackermann, „Es klappert die Mühle … - Zur Geschichte der Mühlen in Wächtersbach“, Sammlung Geschichte Wächtersbach, 41 L., Januar 2003, Nr. 268, ISSN 0931-2641, S. 3
  70. Jürgen Ackermann, „Es klappert die Mühle … - Zur Geschichte der Mühlen in Wächtersbach“, Sammlung Geschichte Wächtersbach, 41 L., Januar 2003, Nr. 268, ISSN 0931-2641, S. 9
  71. „Bis 1968 drehte sich das Rad – Die Obermühle an der Straße nach Wittgenborn“, Gelnhäuser Tageblatt, 22. August 2015
  72. Jürgen Ackermann, „Es klappert die Mühle … - Zur Geschichte der Mühlen in Wächtersbach“, Sammlung Geschichte Wächtersbach, 41 L., Januar 2003, Nr. 268, ISSN 0931-2641, S. 10-11
  73. „Ein beliebtes Fotomotiv – Die Untermühle am hinteren Ende des Wächtersbacher Schlossparks“, Gelnhäuser Tageblatt, 29. August 2015
  74. Jürgen Ackermann, „Es klappert die Mühle … - Zur Geschichte der Mühlen in Wächtersbach“, Sammlung Geschichte Wächtersbach, 41 L., Januar 2003, Nr. 268, ISSN 0931-2641, S. 11
  75. Jürgen Ackermann, „Die Gulasch dampft“, Zwischen Vogelsberg und Spessart, Gelnhäuser Heimat-Jahrbuch 2021, S. 64-67
  76. Gießener Anzeiger Verlags GmbH & Co KG: Wächtersbach versteht Bahnhof. (gelnhaeuser-tageblatt.de [abgerufen am 13. Januar 2017]).
  77. Glasfaserausbau, aufgerufen 6. August 2021
  78. MKK Busfahrpläne, abgerufen am 5. Mai 2021
  79. Stadt Wächtersbach abgerufen am 5. Mai 2021
  80. Glasfaserausbau, aufgerufen 6. August 2021
  81. Vereine Wächtersbach, aufgerufen 8. August 2021
  82. Märzwind
  83. „Nächste Kunstroute kommt bestimmt - Altstadtförderverein verspricht zur Finissage die Fortsetzung der Veranstaltung“, GNZ, 25. August 2021, S. 22
  84. GNZ 18.9.2020,S. 25
  85. „Letzte Ruhestätte – Das Erbbegräbnis der Ysenburger in Wächtersbach“, Gelnhäuser Tageblatt, 8. August 2015
  86. Jürgen Ackermann, „Mors Ultima Linea Rerum - Das Erbbegräbnis der Ysenburger auf dem Friedhof bei der evangelischen Stadtkirche Wächtersbach“, Sammlungen zur Geschichte Wächtersbach 6.6.2, 8/1988
  87. Kulturwanderweg, Route 1, abgerufen 10. März 2021
  88. , Kulturwanderweg, Route 2, abgerufen 10. März 2021
  89. Panoramaweg, abgerufen 10. März 2021
  90. Spessartspur: „Schlosswald-Spur“ Wächtersbach aufgerufen 21. Juni 2021
  91. Spessartspur „Aufenauer Berg- und Talspur“ aufgerufen 20. Juni 2021
  92. „Augenschmaus für Spazierwanderer“ – Susanne Simmler freut sich über neue „Aufenauer Berg- und Tal-Spur“, Gelnhäuser Neue Zeitung, 19. Juni 2021
  93. Ortstabelle Jakobsweg, abgerufen am 4. Juli 2021
  94. Jakobsweg Fulda-Frankfurt, abgerufen am 4. Juli 2021
  95. Deutsche Jakobswege, abgerufen am 4. Juli 2021
  96. Hessenweg 11 abgerufen am 8. Juli 2021
  97. [5]
  98. [6]
  99. Braunkohleabbau bei Wittgenborn und Waldensberg (1945.1955) aufgerufen 8. Juni 2021
  100. Ein Bürgermeister erzählt, Heinrich Heldmann, Sammlg. Gesch. Wächtersbach, 55. L., August 2010, Nr. 379 ISSN 0931-2641
  101. Von der Marien-Kapelle zur Kirche Mariä Himmelfahrt in Wächtersbach, aufgerufen am 15. Mai 2021
  102. Stadt Wächtersbach
  103. Letzte Ruhestätte, Gelnhäuser Tageblatt, 8. August 2015
  104. Jürgen Ackermann, Die Faulhaber von Wächtersbach und Orb, Sammlg. Gesch. Wächtersbach, 41. L., Januar 2003, Nr. 266 ISSN 0931-2641
  105. [7] Gudrun Kauck, Chronologische Daten: Schloss und Stadt Wächtersbach
  106. Martin Schäfer: Anton Claminus, in Zwischen Vogelsberg und Spessart, Heimat-Jahrbuch des Kreises Gelnhausen 1950, Der Landrat des Kreises Gelnhausen, Gelnhausen 1949, S. 44 f.
  107. Georg Rösch: Anton Calaminus – Pfarrer und Metropolitan, in: Zwischen Vogelsberg und Spessart, Heimat-Jahrbuch des Kreises Gelnhausen 1960, Der Landrat des Kreises Gelnhausen, Gelnhausen 1959, S. 14
  108. Jürgen Schultheis, "Die Suche nach dem ursprünglichen Menschen - Robert Sterl - ein vergessener Impressionist, der in Wittgenborn und Umgebung seinen Studien Nachging", Samml. Gesch. Wächtersbach, 42. L., August 2003, Nr. 280, ISSN 0931-2641
  109. Angelika Baeumert, Karl Baeumert, "Robert Sterl in Wittgenborn", Samml. Gesch. Wächtersbach, 49. L., August 2007, Nr. 341, ISSN 0931-2641
  110. „Ein Freund der Heimat und ihrer Geschichte – Christian Werner, Wächtersbach“, Zwischen Vogelsberg und Spessart, Heimat-Jahrbuch des Kreises Gelnhausen, 1962, S. 19
  111. [8], Laudatio Wilhelm Malkemus zur Verleihung des Kulturpreises MKK im Bereich Kunst

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Wächtersbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Wächtersbach – Reiseführer

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Keiner öffentlich rechtlichen Religionsgemeinschaft angehörig.