Wäschenbeuren

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Wäschenbeuren
Wäschenbeuren
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Wäschenbeuren hervorgehoben
Koordinaten: 48° 46′ N, 9° 41′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Göppingen
Höhe: 442 m ü. NHN
Fläche: 12,95 km2
Einwohner: 3909 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 302 Einwohner je km2
Postleitzahlen: 73116, 73547
Vorwahl: 07172
Kfz-Kennzeichen: GP
Gemeindeschlüssel: 08 1 17 053
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Manfred-Wörner-Platz 1
73116 Wäschenbeuren
Webpräsenz: www.waeschenbeuren.de
Bürgermeister: Karl Vesenmaier
Lage der Gemeinde Wäschenbeuren im Landkreis Göppingen
Alb-Donau-Kreis Landkreis Esslingen Landkreis Heidenheim Landkreis Reutlingen Rems-Murr-Kreis Ostalbkreis Ostalbkreis Adelberg Aichelberg (Landkreis Göppingen) Albershausen Bad Boll Bad Ditzenbach Bad Überkingen Birenbach Böhmenkirch Börtlingen Deggingen Donzdorf Drackenstein Dürnau (Landkreis Göppingen) Eislingen/Fils Heiningen (Landkreis Göppingen) Ebersbach an der Fils Eschenbach (Württemberg) Eschenbach (Württemberg) Gammelshausen Geislingen an der Steige Gingen an der Fils Göppingen Gruibingen Hattenhofen (Württemberg) Heiningen (Landkreis Göppingen) Hohenstadt Kuchen (Gemeinde) Lauterstein Mühlhausen im Täle Ottenbach (Württemberg) Rechberghausen Salach Schlat Schlierbach (Württemberg) Süßen Uhingen Wäschenbeuren Wangen (bei Göppingen) Wiesensteig Zell unter AichelbergKarte
Über dieses Bild
Wäschenbeuren 1683/1685 im Kieserschen Forstlagerbuch
Blick vom Hohenstaufen auf Wäschenbeuren
Katholische Kirche und Amtshaus in Wäschenbeuren
Ehemaliger Bahnhof von Wäschenbeuren

Wäschenbeuren ist eine Gemeinde im Landkreis Göppingen in Baden-Württemberg. Sie gehört zur Region Stuttgart (bis 1992 Region Mittlerer Neckar) und zur Randzone der europäischen Metropolregion Stuttgart.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wäschenbeuren liegt etwa 10 Kilometer nördlich der Kreisstadt Göppingen am Ostrand des Schurwaldes auf einer etwas welligen Hochebene, die am Remstaleinschnitts weiter im Norden ansetzt und die im Süden bis an den Fuß des sogenannten Rehgebirges reicht, dessen Erhebung Hohenstaufen das Südosteck des Gemeindegebietes überragt. Die nordwestliche Gemeindegrenze läuft im Waldtal des oberen Marbachs, der in einem Göppinger Stadtteil der Fils zuläuft, die östliche folgt dem Beutenbach, der ebenfalls in einem Waldtal nordwärts zur Rems zieht. Im östlichen Ortbereich des Hauptorts entsteht der Krettenbach, der in flacherer Flurmulde südwestlich zum Marbach zieht.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde grenzt reihum an die Städte Lorch im Norden und Schwäbisch Gmünd kurz im Nordosten, die beide im Ostalbkreis liegen, an die Kreisstadt Göppingen im Osten und Süden sowie an die Gemeinden Birenbach im Südwesten und Börtlingen im Nordwesten, alle drei im eigenen Landkreis Göppingen.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Wäschenbeuren gehören das Dorf Wäschenbeuren, die Weiler Krettenhof, Lindenbronn und Wäscherhof, das Gehöft Beutenmühle und die Häuser Schützenhof (auch zu Birenbach) und Ziegelhütte sowie die abgegangene Ortschaft Holzweiler.[2]

Flächenaufteilung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2014.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zum 19. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1271 wird Wäschenbeuren als Buron erstmals in einer Urkunde genannt.[4] In ihr wird ein Streit zwischen dem Kloster Lorch und einem Ritter namens „Konrad der Wascher“ beigelegt. Konrad habe auf Gebietsansprüche im Welzheimer Wald verzichtet und dafür das „Hofgut in Buron“ bestätigt bekommen. Der Beiname des Ritters leitet sich wohl vom Waschbach im Welzheimer Wald ab und war Namensgeber für die Wäscherburg. Der Ort war stets Zubehör dieser Burg und ist wohl in der Ausbauzeit des 9. bis 11. Jahrhunderts entstanden. Zusammen mit der Wäscherburg fiel Wäschenbeuren 1806 an Württemberg[5].

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg für die Daten ab 1970

Datum Einwohner
1837 1243
1907 1469
17. Mai 1939 1764
13. September 1950 1988
27. Mai 1970 2584
31. Dezember 1983 2738
31. Dezember 1991 3338
31. Dezember 1995 3579
31. Dezember 2005 3952
31. Dezember 2010 3976
31. Dezember 2015 3909

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Wäschenbeuren hat 12 Mitglieder. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte zu folgendem amtlichen Endergebnis. Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Parteien und Wählergemeinschaften %
2014
Sitze
2014
%
2009
Sitze
2009
Kommunalwahl 2014
Wahlbeteiligung: 58,1 %
 %
50
40
30
20
10
0
47,8 %
30,8 %
21,4 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
+2,4 %p
+2,2 %p
-4,7 %p
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 47,8 6 45,4 6
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 30,8 4 28,6 3
FWV Freie Wählervereinigung 21,4 2 26,1 3
gesamt 100,0 12 100,0 12
Wahlbeteiligung 58,1 % 62,7 %

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karl Vesenmaier ist seit 1982 der Bürgermeister, er wurde 1990, 1998, 2006 und 2014 wiedergewählt.[6]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Blasonierung des Wappens lautet: In von Rot und Grün durch einen silbernen Schräglinksbalken geteiltem Schild hinter einem goldenen Tisch eine stehende, schwarzgekleidete Frau (Wäscherin) mit silberner Kopfbedeckung, mit der Linken ein über den Tisch gelegtes silbernes Leintuch und in der erhobenen Rechten einen goldenen Schlegel haltend, unten links ein ovaler, aufrecht gestellter goldener Waschzuber.

Der von König Maximilian I. am 14. April 1491 dem Schultheißen und dem Dorfgericht verliehene Wappenbrief verbrannte beim Bombenangriff am 19. April 1945; es existiert aber eine 1942 von Alois Rettenmaier aus Schwäbisch Gmünd angefertigte, wortgetreue Kopie des Textes.[7]

Trotz des Alters des redenden Wappens und der Erlaubnis, es auf Siegeln zu führen, wurde es erst auf dem 1930 eingeführten Schultheißenamtssiegel eingeführt.

Die rot-weiße Flagge wurde am 14. Februar 1958 vom Innenministerium verliehen.[8]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wäschenbeuren liegt an der Bundesstraße 297 GöppingenLorch. Mehrere Buslinien stellen die Verbindung zu den Nachbarstädten und Gemeinden her:

  • 11 Göppingen – Bartenbach – Rechberghausen – Birenbach – Wäschenbeuren – Schwäbisch Gmünd
  • 11 Göppingen – Bartenbach – Rechberghausen – Birenbach – Wäschenbeuren – Maitis
  • 12 Göppingen – Faurndau – Rechberghausen – Birenbach – Wäschenbeuren – Maitis – Lenglingen – Schwäbisch Gmünd

Die Busse des Omnibusverkehrs Göppingen verkehren zwischen 5 und 23 Uhr etwa einmal pro Stunde von und nach Göppingen, in der Hauptverkehrszeit öfter. Richtung Lorch und Schwäbisch Gmünd gibt es weniger Verbindungen.

Bahnanschluss findet sich am Bahnhof Göppingen an der Filstalbahn StuttgartUlm, und in Lorch oder Lorch-Waldhausen an der Remsbahn Stuttgart–Aalen. Die in Wäschenbeuren in den letzten Jahrzehnten als „Josefle“ bekannte ehemalige Hohenstaufenbahn Schwäbisch Gmünd–Göppingen wurde 1984 stillgelegt.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Wäschenbeuren gibt es mit der Stauferschule eine Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule. Weiter führende Schulen stehen im Umkreis zur Verfügung, Realschule in Rechberghausen sowie Gymnasien in Göppingen und Lorch, und sind mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen.

Sonstige Gemeindeeinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • In der Ortsmitte befindet sich das 2006 fertiggestellte Pflegeheim des Ortes. Träger ist die Stiftung Haus Lindenhof. Es wurde nach Kardinal Walter Kasper benannt, der in seiner Kindheit von 1938 bis 1946 im alten Schulhaus wohnte.
  • Neben der katholischen Kirche steht das Heim der Katholischen Jugend Wäschenbeuren. Das Heim ist ein Haupttreffpunkt der örtlichen Jugend, dort finden Filmvorführungen und Feste statt.
  • Die 2002 fertiggestellte und an die Stauferschule grenzende Bürenhalle ist die Gemeindehalle des Ortes.
  • Die Gemeindebücherei befindet sich im 1. und 2. OG des neu errichteten Rathausquartiers.[9]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wäscherschloss steht im Ortsteil Wäscherhof und beherbergt eine Sammlung zum Thema Staufische Geschichte.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben dem Wäscherschloss sind die katholische Kirche mit ihrem interessanten Kirchenschiff und das Amtshaus sowie der ehemalige Bahnhof, der heute als Kindergarten genutzt wird, sehenswert.

Auf dem „Burren“ nördlich des Ortes finden sich die Reste der Burg Burren, einer hochmittelalterlichen, vermutlich stauferschen Niederungsburg.

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortsgruppe Wäschenbeuren des Schwäbischen Albvereins wurde im Jahr 2002 mit der Eichendorff-Plakette ausgezeichnet.[10]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort Wäschenbeuren, gesehen vom „Aasrücken“, einem Höhenzug zwischen den Bergen Hohenstaufen und Rechberg

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hartwig Zürn: Ausgrabungen auf dem „Burren“ bei Wäschenbeuren (Kr. Göppingen). Fundberichte Schwaben N. F. 15, 1959, S. 110–115
  • Heimatbuch Wäschenbeuren, Josef Kleinknecht, 1979
  • Peter Schührer: Beuremer Leaba, Wäschenbeurener Bilder- und Geschichtsbuch. 1986
  • Peter Schührer: Leut ond Häuser, Wäschenbeurener Bilder- und Geschichtsbuch. 2001

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wäschenbeuren – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Alle politisch selbständigen Gemeinden mit ausgewählten Merkmalen am 30.09.2016 (3. Quartal 2016) (XLS-Datei, 4,86 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band III: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverband Mittlerer Neckar. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004758-2, S. 331–332.
  3. Statistisches Landesamt, Fläche seit 1988 nach tatsächlicher Nutzung für Wäschenbeuren.
  4. Landesarchiv Baden-Württemberg: Württembergisches Urkundenbuch Online, Band VII., Nr. 2190, S. 126–127 (PDF; 246 KB).
  5. Das Land Baden-Württemberg, Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden, Band III (Regierungsbezirk Stuttgart), Kohlhammer-Verlag, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004758-2, Seite 331.
  6. http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.buergermeisterwahl-in-waeschenbeuren-vesenmaier-siegt-ohne-gegner.fc1d85cc-276f-4aff-8036-cb94f0a8bef8.html
  7. waeschenbeuren.de, abgerufen am 6. März 2017.
  8. Eberhard Gönner und Heinz Baruda: Wappenbuch des Landkreises Göppingen, herausgegeben vom Landkreis Göppingen und der Archivdirektion Stuttgart, Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart 1966
  9. http://www.waeschenbeuren.de/index.php?id=61
  10. Eichendorff-Plakette 2002 in Blätter des Schwäbischen Albvereins Heft 2/2003, S. 33.
  11. Gemeindeseite, abgerufen am 6. März 2017.