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Wölkau (Schönwölkau)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wölkau
Gemeinde Schönwölkau
Koordinaten: 51° 30′ N, 12° 30′ OKoordinaten: 51° 29′ 49″ N, 12° 29′ 49″ O
Höhe: 104 m
Fläche: 9,67 km²[1]
Einwohner: 654 (31. Dez. 2018)[2]
Bevölkerungsdichte: 68 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1995
Postleitzahl: 04509
Vorwahl: 034295
Ruine der Patronatskirche in Klein-Wölkau

Wölkau ist ein Ortschaft der Gemeinde Schönwölkau im sächsischen Landkreis Nordsachsen. Sie besteht aus den Ortsteilen Boyda, Göritz und Wölkau (früher Groß- und Kleinwölkau). Als Ortschaft nach der Sächsischen Gemeindeordnung hat sie gemäß ihrer Ortschaftsverfassung einen Ortschaftsrat und Ortsvorsteher.[3]

Wölkau liegt zwischen den Städten Eilenburg und Delitzsch. Durch den Ort führen keine klassifizierten Straßen, jedoch gibt es Ortsverbindungen nach Lindenhayn, Göritz, Krippehna, Boyda, Krensitz und zur Bundesstraße 2. Durch den Ort fließt die Leine. Südlich führt die Bahnstrecke Halle–Eilenburg am Ort vorbei. Der nächste Bahnhof ist Krensitz. Der Ortsteil Wölkau gliedert sich in die Siedlungsbereiche Kleinwölkau, Großwölkau, Göritz und Boyda.

Wölkau wurde 1222 als Wilcowe erstmals urkundlich erwähnt.

Ab 1350 dokumentiert ist das Rittergut Wölkau mit dem gleichnamigen Adelsgeschlecht (→ Schloss Schönwölkau).

Groß-Wölkau, Klein-Wölkau und Boyda gehörten bis 1815 zum kursächsischen bzw. königlich-sächsischen Amt Eilenburg.[4] Durch die Beschlüsse des Wiener Kongresses kamen sie zu Preußen und wurden 1816 dem Kreis Delitzsch im Regierungsbezirk Merseburg der Provinz Sachsen zugeteilt.[5]

Am 20. Juli 1950 schlossen sich die Gemeinden Klein-Wölkau, Groß-Wölkau und Boyda zur Gemeinde Wölkau zusammen.[6] Am 1. Januar 1995 schloss sich Wölkau mit vier weiteren Gemeinden zur Gemeinde Schönwölkau zusammen.[7] Der Ortsteil Göritz wurde 1999 aus der Gemeinde Krippehna ausgegliedert und ist seitdem Teil des Ortsteils Wölkau.

Einwohnerentwicklung

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JahrGroßwölkau[8]Kleinwölkau[9]Boyda[10]
1818120304117
1880189195133
1895180218150
1910137444139
1925161434132
1939192428139
1946300674229
Wölkau[11]
1950 1.104
1964 823
1990 517

Sehenswürdigkeiten

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Kirche in Großwölkau
Die Gellertkirche in Großwölkau stammt aus dem 12. Jahrhundert. Hier hatten die Superintendenten des Kirchenkreises Eilenburg über Jahrzehnte ihren Sitz, da es hier das meiste Pfarrland und somit das beste Gehalt gab. Der Dichter Christian Fürchtegott Gellert hielt sich einige Male im Pfarrgarten Großwölkau auf. Er war häufiger Gast auf Schloss Schönwölkau.[12]

Kirche in Kleinwölkau
Die heutige Ruine der Patronatskirche in Kleinwölkau stammt aus den Jahren 1680 bis 1688. Sie wurde von der Familie Vitzthum von Eckstädt unter dem Baumeister Georg Steinböck aus Dresden erbaut. Sanierungen erfolgten 1705, 1775, 1836, 1844 und 1905. 1969 stürzte das Gewölbe ein und machte die Kirche unbenutzbar, eine Sanierung blieb zu DDR-Zeiten aus. 1994 wurde der Kirchturm, finanziert durch private Spenden, renoviert.[12]

Schloss Wölkau

An der Stelle des heutigen Schlosses in Kleinwölkau befand sich früher das Rittergut. Dieses wurde 1659 von Christoph Vitzthum von Eckstädt erworben, der dort ein Herrenhaus erbauen ließ. Das Schloss hat einen quadratischen Grundriss mit einem dreigeschossigen Mittelbau und kleineren Seitenflügeln, weiterhin gibt es eine Orangerie. Zu DDR-Zeiten gab es verschiedene Nutzungen, so war das Gelände unter anderem Teil des VEG Wölkau, in dem Saatgut produziert wurde, im Ost- und Westflügel lebten Arbeiter des VEG in den Bedienstetenwohnungen. Der Mitteltrakt wurde hingegen als Kulturhaus genutzt. Mittlerweile ist das Schloss in Privatbesitz und verfällt.[13]

Südlich des Schlosses schließt sich ein 15 Hektar großer Schlosspark an, außerdem gibt es zwei Teiche.[14]

Apotheke mit Einrichtung aus der Zeit um 1900

Gellertschule

Die Grundschule (mit Sporthalle) erinnert mit ihrem Namen ebenfalls an Gellert, außerdem gibt es eine Gaststätte und die Freiwillige Feuerwehr.

Commons: Wölkau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Gemarkung Wölkau Flur 1 bis 7, Gemeinde Schönwölkau. In: GEOindex. Abgerufen im Juli 2026.
  2. Gemeinde Schönwölkau. Abgerufen am 12. Februar 2023.
  3. Ortschaftsräte. In: Webauftritt. Gemeinde Schönwölkau, abgerufen im August 2026.
  4. Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas. Leipzig 2009, ISBN 978-3-937386-14-0; S. 56 f.
  5. Der Landkreis Delitzsch im Gemeindeverzeichnis 1900. Uli Schubert, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 7. September 2024; abgerufen am 16. August 2025.
  6. Zweite Verordnung zum Gesetz zur Änderung der Kreis- und Gemeindegrenzen zum 27. April 1950 (GuABl. S. 161). In: Landesregierung Sachsen-Anhalt (Hrsg.): Gesetz- und Amtsblatt des Landes Sachsen-Anhalt. Halle (Saale) 5. August 1950, S. 275, Abs. 6 (PDF).
  7. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1995
  8. Großwölkau im Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
  9. Kleinwölkau im Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
  10. Boyda im Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
  11. Angaben zur Geschichte von Wölkau. In: Digitales Historisches Ortsverzeichnis von Sachsen.
  12. 1 2 Spuren im Stein – Kirchen im Kirchenkreis Eilenburg. Kirchenkreis Eilenburg, Leipzig 1997, ISBN 3-00-001722-4
  13. Eine andere Geschichte der Nachwendezeit. In: FAZ, 27. September 2014, S. B6; faz.net 25. September 2014; abgerufen am 17. Juni 2017
  14. Informationen zum Schloss Wölkau. Seiten der Gemeinde Schönwölkau.