Wöllstadt

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Wöllstadt
Wöllstadt
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Wöllstadt hervorgehoben
Koordinaten: 50° 17′ N, 8° 45′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Landkreis: Wetteraukreis
Höhe: 137 m ü. NHN
Fläche: 15,38 km2
Einwohner: 6198 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 403 Einwohner je km2
Postleitzahl: 61206
Vorwahl: 06034
Kfz-Kennzeichen: FB, BÜD
Gemeindeschlüssel: 06 4 40 025
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Paul-Hallmann-Straße 3
61206 Wöllstadt
Webpräsenz: www.woellstadt.de
Bürgermeister: Adrian Roskoni (parteilos)
Lage der Gemeinde Wöllstadt im Wetteraukreis
ButzbachMünzenbergRockenbergOber-MörlenBad NauheimFriedberg (Hessen)Rosbach vor der HöheWöllstadtKarbenBad VilbelWölfersheimReichelsheim (Wetterau)NiddatalFlorstadtEchzellReichelsheim (Wetterau)NiddaHirzenhainGedernRanstadtGlauburgAltenstadt (Hessen)LimeshainOrtenberg (Hessen)KefenrodBüdingenLahn-Dill-KreisLandkreis GießenVogelsbergkreisHochtaunuskreisFrankfurt am MainMain-Kinzig-KreisKarte
Über dieses Bild

Wöllstadt ist eine deutsche Gemeinde in der Wetterau.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wöllstadt grenzt im Norden an die Stadt Friedberg, im Osten an die Stadt Niddatal, im Süden an die Stadt Karben, sowie im Westen an die Stadt Rosbach v.d. Höhe.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wöllstadt besteht aus den Ortsteilen Nieder-Wöllstadt und Ober-Wöllstadt.

Nieder-Wöllstadt (von Burg-Gräfenrode aus fotografiert)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Erste urkundliche Erwähnung im Jahre 790.
  • In der Reformationszeit wurden Nieder- und Ober-Wöllstadt evangelisch. Ober-Wöllstadt blieb auch eine Zeit lang lutherisch, selbst als es etwa 1580 dem Kurfürstentum Mainz zugeschlagen wurde. Erst Anfang des 17. Jahrhunderts wurde Ober-Wöllstadt wieder katholisch. Nieder-Wöllstadt blieb evangelisch.
  • 1603 wurde der reformierte Pfarrer Anton Praetorius, Kämpfer gegen Hexenprozesse und Folter, in Ober-Wöllstadt nach einem Gottesdienstbesuch nach einem heftigen Disput über die Marienverkündigung des katholischen Predigers kurz nach der Rekatholisierung des Ortes durch den Mainzer Erzbischof verhaftet und mehrere Wochen inhaftiert. Erst das persönliche Eingreifen seines Heidelberger Landesherren, Kurfürst Friedrich IV. rettete ihn aus der Haft.
  • Im Dreißigjährigen Krieg wurde Wöllstadt sehr in Mitleidenschaft gezogen. 1622 und 1626 plünderten hier Soldaten.
  • Bis zur Mediatisierung und Säkularisation gehörte Nieder-Wöllstadt den Grafen von Solms, seit 1607 zur Rödelheimer Linie, und Ober-Wöllstadt war kurmainzisch.
  • Alte, weit verbreitete Nachnamen in Ober-Wöllstadt sind Feuerbach, Gondolf, Ewald, Veith und Brauburger.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. August 1972 wurden die bisher selbständigen Gemeinden Nieder-Wöllstadt und Ober-Wöllstadt zur neuen Gemeinde Wöllstadt zusammengeschlossen.[2]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 6. März 2016 lieferte folgendes Ergebnis,[3] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[4][5]

Sitzverteilung in der Gemeindevertretung 2016
   
Insgesamt 31 Sitze
Parteien und Wählergemeinschaften %
2016
Sitze
2016
%
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 52,1 16 47,9 15 53,5 16 54,3 17
FWG Freie Wählergemeinschaft Wöllstadt 38,1 12 34,8 11 14,8 5 10,1 3
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 9,9 3 17,3 5 31,7 10 35,6 11
Gesamt 100,0 31 100,0 31 100,0 31 100,0 31
Wahlbeteiligung in % 61,9 55,2 51,8 58,4

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die vergangenen Bürgermeisterwahlen lieferten folgende Ergebnisse:

Jahr Kandidaten Partei %
Ergebnis
2006 Alfons Götz CDU 91,0
Wahlbeteiligung in % 49,2
2000 Alfons Götz CDU 81,6
Horst Spuck SPD 18,4
Wahlbeteiligung in % 71,0
Jahr Kandidaten Partei %
Ergebnis
1995(1) Alfons Götz CDU 56,0
Rainer Fich SPD 44,0
Wahlbeteiligung in % 81,3
1995 Alfons Götz CDU 48,1
Rainer Fich SPD 48,8
Helmut Repp FWG 3,1
Wahlbeteiligung in % 73,3

(1)Stichwahl

Am 15. Oktober 2006 wurde Bürgermeister Alfons Götz (CDU) mit 91 Prozent für eine dritte Amtszeit wiedergewählt. Die Wahlbeteiligung lag bei 49,2 Prozent. Am 23. September 2012 wurde Adrian Roskoni (parteilos) mit 61,7 Prozent der Stimmen zum neuen Bürgermeister gewählt. Gegenkandidat Steffen Maar (parteilos) erzielte 38,3 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 68,8 Prozent. Amtsantritt von Bürgermeister Roskoni ist am 15. März 2013.[6]

Ober-Wöllstadt von Osten aus mit Blick auf den Taunus

Bisherige Bürgermeister:

  • Paul Hallmann, Amtszeit 1972–1975
  • Ernst Balzer, Amtszeit 1975–1981
  • Volker Schäfer, Amtszeit 1981–1986
  • Norbert Schilling, Amtszeit 1986–1994
  • Alfons Götz, Amtszeit 1995–2013
  • Adrian Roskoni, Amtszeit 2013–

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter Wöllstadts[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch beide Ortsteile verläuft die B3. Seit Jahrzehnten kämpfen die Anwohner um die Ortsumgehung, weil die Lärm- und Schmutzbelastungen in beiden Ortsteilen sehr hoch sind. Im November 2012 wurde der Bau der etwa sieben Kilometer langen Straße B3a eingeleitet. Die Umgehung verläuft von Norden kommend östlich von Ober-Wöllstadt, überquert dann die B 3 (alt) zwischen beiden Ortsteilen und schwingt westlich an Nieder-Wöllstadt vorbei auf die B3 Richtung Karben ein. Zusätzlich bekommt die östlich von Nieder-Wöllstadt verlaufende B45 nach Norden einen Anschluss an die neue B3a, sodass die Gesamtlänge der Straßenneubauten rund neun Kilometer beträgt. Insgesamt sind für das Projekt 10 Brückenbauwerke erforderlich. Die Verkehrsübergabe der B3 neu konnte vom Bauträger Hessen Mobil im August 2017 bis auf einige verbleibende Restarbeiten erfolgen. Nieder-Wöllstadt hat einen S-Bahnhof (Linie S6) an der Main-Weser-Bahn nach Frankfurt am Main und Friedberg. Außerdem gibt es Busverbindungen nach Friedberg, Bad Nauheim und Niddatal.

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt liegt im Einzugsgebiet der Wetterauer Zeitung und der Frankfurter Rundschau.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Seht, die Wohnung Gottes unter den Menschen! 250 Jahre St. Stefanus Ober-Wöllstadt. 26. September 2004 (in diesem Jubiläumsheft der katholischen Pfarrei stellt Dr. Jürgen Hofmann kurz die Geschichte und die Menschen von Ober-Wöllstadt vor).
  • Dieter Wolf (Hrsg.), Fritz Runge (Hrsg.): 1200 Jahre Wöllstadt. Geiger-Verlag, Horb am Neckar 1990, ISBN 3-89264-425-X.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wöllstadt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hessisches Statistisches Landesamt: Aktuellster Bevölkerungsstand am 31.12.2015 (Landkreise und kreisfreie Städte sowie Gemeinden, Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 361.
  3. Ergebnis der Gemeindewahl am 6. März 2016 Hessisches Statistisches Landesamt
  4. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011
  5. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 26. März 2006
  6. http://www.fnp.de/ndp/region/lokales/wetterau/roskoni-gewinnt-in-woellstadt_rmn01.c.10183332.de.html