Würchwitz

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Koordinaten: 51° 1′ 3″ N, 12° 13′ 39″ O

Würchwitz
Stadt Zeitz
Höhe: 195 m ü. NN
Fläche: 14,17 km²
Einwohner: 641 (31. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 45 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 2009
Postleitzahl: 06712
Vorwahl: 034426
Döbris Geußnitz Kayna Luckenau Nonnewitz Theißen Würchwitz Zeitz BurgenlandkreisKarte
Über dieses Bild

Lage von Würchwitz in Zeitz

Würchwitz ist seit dem 1. Juli 2009 ein Ortsteil der Stadt Zeitz im sachsen-anhaltischen Burgenlandkreis. Zur Ortschaft Würchwitz gehören die Ortsteile Würchwitz, Bockwitz, Lobas, Loitsch, Suxdorf und Stockhausen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebiet der Ortschaft Würchwitz liegt etwa sieben Kilometer östlich der Kernstadt Zeitz im südöstlichen Zipfel des Burgenlandkreises. Die Flur des ehemals nördlichsten Ortsteils Sabissa grenzt in einem schmalen Bereich an den thüringischen Landkreis Altenburger Land, wodurch die angrenzende Gemeinde Elsteraue in zwei Gebiete getrennt wird. Durch die Ortschaft fließt die Lindenberger Schnauder. Im Norden der Ortschaft auf der Flur des devastierten Orts Sabissa liegt das Restloch Zipsendorf, welches aus dem gefluteten Tagebaurestloch des Tagebaus Zipsendorf-Süd entstanden ist.

Gliederung der Ortschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eingemeindungen der Ortsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Zeitzer Ortschaft Würchwitz gehören folgende Orte und Ortsfluren:

Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung
Bockwitz vor 1950 Eingemeindung nach Würchwitz
Lobas vor 1950 Eingemeindung nach Würchwitz
Loitsch 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Würchwitz
Podebuls zwischen 1869 und 1895 Eingemeindung nach Würchwitz; in Würchwitz aufgegangen
Sabissa 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Würchwitz, 1955–1956 durch Tagebau Zipsendorf-Süd devastiert
Stockhausen vor 1950 Eingemeindung nach Würchwitz
Suxdorf vor 1950 Eingemeindung nach Würchwitz
Würchwitz 1. Juli 2009 Eingemeindung Zeitz

Lage der Ortsteile innerhalb der Ortschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Hauptort Würchwitz liegt zentral in der Ortschaft. Die Ortsteile liegen in Bezug auf Würchwitz in folgender Richtung:

Bockwitz, Stockhausen Loitsch Flur von Sabissa
Suxdorf Nachbargemeinden
Podebuls, Lobas

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Würchwitz wurde 1147 erstmals urkundlich erwähnt. Loitsch wurde bereits im Jahr 1069 erwähnt,[1] Bockwitz im Jahr 1290.[2] Die Kirche von Lobas existierte bereits um 1320.[3] Würchwitz und seine Nachbarorte Bockwitz, Lobas, Loitsch, Podebuls, Sabissa und Stockhausen lagen bis 1815 im Amt Zeitz, das als Teil des Hochstifts Naumburg-Zeitz seit 1561 unter kursächsischer Hoheit stand und zwischen 1656/57 und 1718 zum Sekundogenitur-Fürstentum Sachsen-Zeitz gehörte.[4]

Eine Besonderheit stellte Suxdorf dar. Es lag zwar mitten im Amt Zeitz, bildete jedoch bis 1815 eine Exklave, die zum kursächsischen Amt Borna gehörte.[5] Der Ort war 1570 von Hexenverfolgung betroffen. Eva Geißler, eine ältere Frau, geriet in einen Hexenprozess und wurde verbrannt.[6]

Durch die Beschlüsse des Wiener Kongresses kamen die sieben Orte Würchwitz, Podebuls, Bockwitz, Lobas, Loitsch, Sabissa und Stockhausen mit dem Amt Zeitz und die bisher zum Amt Borna gehörige Exklave Suxdorf im Jahr 1815 zu Preußen. Sie wurden 1816 dem Kreis Zeitz[7] im Regierungsbezirk Merseburg der Provinz Sachsen zugeteilt. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde das Rittergut Würchwitz mit den Gemeinden Würchwitz und Podebuls zur Gemeinde Würchwitz-Podebuls vereinigt.[8] Vor 1950 wurden die Orte Bockwitz, Lobas, Stockhausen und Suxdorf eingemeindet. Am 1. Juli 1950 folgten Loitsch und Sabissa. Letzteres musste zwischen 1955 und 1956 dem Tagebau Zipsendorf-Süd weichen.

Im Zuge der zweiten Kreisreform der DDR kam Würchwitz im Jahr 1952 zum Kreis Zeitz im Bezirk Halle. Der Kreis Zeitz ging 1994 im Burgenlandkreis auf. Zusammen mit Döbris, Geußnitz, Kayna und Nonnewitz wurde Würchwitz am 1. Juli 2009 in die Stadt Zeitz eingemeindet.[9] Letzter Bürgermeister der ehemaligen Gemeinde war Klaus Rübestahl.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entwicklung der Einwohnerzahl (ab 1995 31. Dezember):

  • 1990 - 766
  • 1995 - 759
  • 2000 - 719
  • 2001 - 715
  • 2002 - 683
  • 2003 - 658
  • 2007 - 641

Datenquelle: Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Museum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Milbenkäsemuseum Würchwitz

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bockwitzer Windmühle

Die Bockwitzer Turmwindmühle der Familie Oertel (auch Würchwitzer oder Suxdorfer Windmühle zuweilen bezeichnet) stammt aus dem Jahr 1836. Sie wurde zwischenzeitlich erhöht und mit Flügeln nach dem Bilauschen Prinzip des Ventikanten-Drehhecks ausgestattet. In einem Brand verlor sie leider ihre Mühlentechnik, ist aber trotzdem ein gern besuchtes Ausflugsziel in der Region Zeitz.

Filmstudio[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Filmstudio Würchwitz bezeichnet sich als kleinstes Filmstudio der Welt. Bekannt ist die "Würchwitzer Olsenbande"

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Juni findet jährlich das Würchwitzer Kleefest statt.

Kulinarische Spezialitäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Käsemilben-Denkmal in Würchwitz
Vinothek in Würchwitz

In Würchwitz wird ein durch Ausscheidungen von Milben reifender Milbenkäse hergestellt. Der Käsemilbe wurde im Ort sogar ein Denkmal gesetzt. Siehe hierzu auch unter Sachsen-Anhaltische Küche.

Die Vinothek gehört zu den Weinbergen im Elstertal, die durch die Weinroute „Weiße Elster“ miteinander verbunden werden.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nördlich von Würchwitz verläuft die Bundesstraße 180. Der nächstgelegene Bahnhof befindet sich in Zeitz.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Christian Schubart, Edler von Kleefeld (1734–1787), Gutsbesitzer in Würchwitz und Landwirtschaftsreformer (seit 1851 erinnert ein Denkmal in Würchwitz an ihn)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Artikel über die 945-Jahr-Feier von Loitsch im Jahr 2014
  2. Geschichte von Bockwitz
  3. Die romanische Kirche von Lobas im Schnaudertalboten
  4. Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas, Leipzig 2009, ISBN 978-3-937386-14-0;S. 86 f.
  5. Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas, Leipzig 2009, ISBN 978-3-937386-14-0;S. 62 f.
  6. Manfred Wilde: Die Zauberei- und Hexenprozesse in Kursachsen, Köln, Weimar, Wien 2003, S. 649; Ronald Füssel: Die Hexenverfolgungen im Thüringer Raum, Veröffentlichungen des Arbeitskreises für historische Hexen- und Kriminalitätsforschung in Norddeutschland, Band 2, Hamburg 2003, S. 250.
  7. Der Landkreis Zeitz im Gemeindeverzeichnis 1900
  8. Bildung der Gemeinde Würcheitz-Podebuls in der Deutschen Digitalen Bibliothek
  9. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2009, 2. Liste

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Würchwitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien