Würgreflex

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Der Würgreflex ist ein Reflex, der durch eine Kontraktion des hinteren Rachenraumes das Eindringen von Fremdkörpern in die Atemwege verhindert.[1] Er stellt damit einen gewissen Schutz beispielsweise vor Ersticken dar.

Der Würgreflex wird bei der Berührung des Zungengrundes sowie des weichen Gaumens, dort vorwiegend der Gaumenbögen, nicht primär, wie oft angenommen, des Zäpfchens (Uvula), ausgelöst. Die Hirnnerven Nervus glossopharyngeus und Nervus vagus sind für seinen Ablauf hauptverantwortlich.[2]

Beim Würgreflex handelt sich um einen sogenannten polysynaptischen Reflex, das heißt, dass er durch Konzentration unterdrückt und durch übermäßige Auslösung (sogenannte Habituation) sogar vollständig abtrainiert werden kann. Bulimiekranke Menschen besitzen aus diesem Grund oftmals keinen Würgreflex mehr. Der Reflex kann aber durch eine Sensitivierung auch übermäßig stark werden.

Literatur[Bearbeiten]

  • Karin Götsch: Allgemeine und Spezielle Krankheitslehre. Thieme, 2011, ISBN 978-3-13-167932-1, S. 177.
  • Karl-Michael Haus: Neurophysiologische Behandlung bei Erwachsenen: Grundlagen der Neurologie, Behandlungskonzepte, Hemiplegie verstehen. Springer, 2014, ISBN 978-3-642-41929-4, S. 272.
  • Klaus-Peter W. Schaps, Oliver Kessler, Ulrich Fetzner: Das Zweite - kompakt: Neurologie, Psychiatrie, Psychosomatik. Springer, 2007, ISBN 978-3-540-46354-2, S. 4.
  • Matthias Sitzer: Lehrbuch Neurologie. Urban & Fischer, 2011, ISBN 978-3-437-41442-8, S. 21.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Karl-Michael Haus: Neurophysiologische Behandlung bei Erwachsenen: Grundlagen der Neurologie, Behandlungskonzepte, Hemiplegie verstehen. Springer, 2014, ISBN 978-3-642-41929-4, S. 272.
  2. Matthias Sitzer: Lehrbuch Neurologie. Urban & Fischer, 2011, ISBN 978-3-437-41442-8, S. 21.