Württembergischer DW

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Württembergischer DW
Württembergischer DW 8 1905.png
Nummerierung: DW 1 – DW 17
DR 9 – 14
Anzahl: 17
Hersteller: Société Serpollet, Esslingen
Baujahr(e): 1893–1909
Ausmusterung: bis 1953
Achsformel: A1 n2, A1 h2
Gattung: Ci dT
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Länge über Puffer: etwa 11.000 mm (1. Bauserie)
etwa 11.400 mm
Höhe: 4.150 mm (1. Bauserie)
4.300 mm
Gesamtradstand: 4.600 mm (1. Bauserie)
5.000 mm
Leermasse: 17,8 t
Dienstmasse: 17,3 – 23 t
Reibungsmasse: 12,9 – 13,9 t
Radsatzfahrmasse: 13,86 t
Höchstgeschwindigkeit: 60 km/h
50 km/h (rückwärts)
Indizierte Leistung: 59 kW
Stundenleistung: 80 PS
Anfahrzugkraft: 17,4 kN
Treibraddurchmesser: 1.000 mm
Laufraddurchmesser: 1.000 mm
Steuerungsart: Heusinger
Zylinderdurchmesser: 190 mm (DW 1–4)
200 mm (DW 5–7)
220 mm
Kolbenhub: 300 mm
Kessel: stehend, Bauart Serpollet (DW 1–7), später alle Bauart Kittel
Kesselüberdruck: 16,0 bar
Anzahl der Heizrohre: 324
Heizrohrlänge: 1.100 mm
Rostfläche: 0,46 m² (DW 1–4)
0,62 m² (DW 5–7)
0,71 m²
Strahlungsheizfläche: 3,16 m²
Rohrheizfläche: 22,35 m²
Überhitzerfläche: 4,63 m² (DW 8–17)
Verdampfungsheizfläche: 25,51 m²
Wasservorrat: 1,50 m²
Brennstoffvorrat: 0,45 – 0,6 t Kohle
Lokbremse: Westinghouse
Sitzplätze: 40

Der DW (auch bekannt als „Kittel-Dampftriebwagen“, bei der Deutschen Reichsbahn später als 9 bis 14 bezeichnet) war ein Dampftriebwagen, der Ende des 19. Jahrhunderts durch die Königlich-Württembergischen Staatseisenbahnen (KWStE) unter deren Obermaschinenmeister Eugen Kittel beschafft wurde.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1895 hatte sich die Württembergische Staatseisenbahn für den Bau eines ersten Dampftriebwagens entschieden. Dieser war nach dem Prinzip von Henri Serpollet gebaut. Eine erste Bauserie von weiteren sechs Triebwagen mit einem Serpollet-Kessel baute die Maschinenfabrik Esslingen. Da diese Triebwagen nicht befriedigten, entwickelte Eugen Kittel selbst einen Stehkessel. Als 1905 auf den Kittel-Kessel zurückgegriffen werden konnte, baute man diesen bis 1908 in die sechs Esslinger Triebwagen anstelle des Serpollet-Kessels ein. Der erste Triebwagen wurde 1909 ausgemustert. Durch die guten Erfahrungen bestellte die KWStE weitere zehn Fahrzeuge. Acht ähnliche Fahrzeuge mit dem gleichen Kessel wurden 1914/1915 an die Badischen Staatsbahnen ausgeliefert. Die Fahrzeuge mit den Nummern DW 15 bis 17, DW 6, DW 9 und DW 7 wurden von der Reichsbahn 1930 als 9 Stuttgart bis 14 Stuttgart in den Bestand übernommen. Sie wurden aber in den 1930er Jahren ausgemustert oder verkauft. Der DW 12 war 1922 an die Kleinbahn Vechta–Cloppenburg verkauft worden. Der Triebwagen Nr. 9 kam 1945 zum Bestand der französischen Staatsbahn SNCF und war dort in der Ostregion als XDR 10109 im Einsatz.

Einsatzgebiet der Fahrzeuge waren vor allem kleinere Nebenstrecken im südwestdeutschen Raum.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hermann Lohr, Georg Thielmann: Lokomotiv-Archiv Württemberg. transpress, Berlin 1988, ISBN 3-344-00222-8
  • Wolfgang Valtin: Deutsches Lok-Archiv: Verzeichnis aller Lokomotiven und Triebwagen Bd. 2. transpress, Berlin 1992, ISBN 3-344-70740-X
  • Werner Willhaus: Kittel-Dampftriebwagen, Innovation des Nahverkehrs vor 100 Jahren, EK-Verlag, Freiburg 2008, ISBN 978-388255-106-8
  • Rainer Zschech: Deutsches Lok-Archiv: Dampf- und Verbrennungstriebwagen. transpress, Berlin 1993, ISBN 3-344-70766-3