Wüstenschloss

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Karte noch existierender Wüstenschlösser

Ein Wüstenschloss ist ein Scheinkastell im Nahen Osten. Äußerlich weisen sie einen deutlichen Verteidigungscharakter auf, erfüllen aber tatsächlich nur einen repräsentativen Zweck, was sich in der prunkvollen Innenausstattung der Palastanlagen widerspiegelt. Unterkünfte für Soldaten sind hingegen nicht zu verzeichnen. Zu den Wüstenschlössern zählen mehrere Burgen und Festungen, die über die Wüste im Osten Jordaniens verstreut sind. Die meisten der noch existierenden Burgen liegen östlich der Hauptstadt Amman.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Burgen wurden zwischen dem 7. und 8. Jahrhundert, hauptsächlich zwischen 650 und 750 während der Herrschaft der Kalifen der Umayyaden-Dynastie, die 661 Damaskus zu ihrer Hauptstadt gemacht hatten, erbaut. Funktion und Zweck sind bis heute nicht endgültig geklärt und unterschieden sich vermutlich von Fall zu Fall: Die Qusur (Singular Qasr) dienten vermutlich teils (eher selten) der Verteidigung, teils landwirtschaftlichen Zwecken, teils als Treffpunkte der Beduinen (untereinander und mit dem Repräsentanten der Umayyaden), als Badiyas (Landsitze von Adligen) oder als Karawansereien. Die Anlagen wurden teilweise auf Überresten älterer Gebäude - insbesondere römische Grenzkastelle - errichtet, teilweise neu erbaut.

Ähnliche säkulare Gebäude finden sich auch in Palästina und Syrien, etwa der Palast des Hischam nahe Jericho, die Anlage Khirbat al-Minya am See Genezareth sowie Qasr al-Heir asch-Scharqi in der syrischen Wüste. Die umayyadischen Palastanlagen, die vielfach reich mit Mosaiken ausgestattet sind, stellen beeindruckende Beispiele früher islamischer Kunst und Architektur dar.

Gebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Qusair 'Amra

Die meisten der Bauwerke sind heute zerstört, überwiegend infolge der häufigen Erdbeben. Zu den am besten erhaltenen oder restaurierten gehören:

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Frank Rainer Scheck: Jordanien. Völker und Kulturen zwischen Jordan und Rotem Meer. 6. Aufl. DuMont Reiseverlag, Ostfildern 2011, ISBN 3-7701-3979-8

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]