W. Daniel Wilson

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W. Daniel Wilson (* 3. Dezember 1950 in Missouri, USA) ist ein US-amerikanischer Professor für Germanistik an der Royal Holloway, University of London.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wilson studierte in Berlin und Göttingen. 1978 wurde er an der Cornell University zum Ph.D. promoviert. Von 1983 bis 2005 war er an der University of California at Berkeley tätig. Aufsehen erregte er mit seinem 1999 erschienenen Buch Das Goethe-Tabu, in welchem er die politische Rolle des Geheimrats Goethe in Weimar analysiert.[1] Auch seine vorangegangene Veröffentlichung Geheimräte gegen Geheimbünde hatte eine wissenschaftliche Kontroverse entfacht, u. a. in der Zeitschrift für deutsche Philologie (ZfdPh).[2]

2003 wurde Wilson zum Vizepräsidenten der nordamerikanischen Goethe-Gesellschaft gewählt. Auf den damit verbundenen Schritt zum Präsidenten verzichtete er, als er 2006 nach Großbritannien umsiedelte.

In den 1990er Jahren leitete Wilson das kalifornische Studienzentrum der Universität Göttingen.

Veröffentlichungen in deutscher Sprache[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Humanität und Kreuzzugsideologie um 1780. Die „Türkenoper“ im 18. Jahrhundert und das Rettungsmotiv in Wielands „Oberon“, Lessings „Nathan“ und Goethes „Iphigenie“. Lang, New York [u.a.] 1984, ISBN 0-8204-0146-3
  • Geheimräte gegen Geheimbünde. Ein unbekanntes Kapitel der klassisch-romantischen Geschichte Weimars. Metzler, Stuttgart 1991, ISBN 3-476-00778-2
  • Unterirdische Gänge. Goethe, Freimaurerei und Politik. Wallstein-Verlag, Göttingen 1999, ISBN 3-89244-310-6
  • Das Goethe-Tabu. Protest und Menschenrechte im klassischen Weimar. Deutscher Taschenbuch Verlag, 1999, ISBN 3-423-30710-2
  • (Hrsg.): Goethes Weimar und die Französische Revolution. Dokumente der Krisenjahre. Böhlau, Köln/Weimar/Wien 2004, ISBN 3-412-14203-4
  • Goethe, Männer, Knaben. Ansichten zur „Homosexualität“. Insel, Berlin, 2012, ISBN 3-458-17542-3

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Der Amerikaner, der ein deutsches Heiligtum antastete in: Die Welt am 28. Juni 1999, online, abgerufen am 24. Juni 2010
  2. Zeitschrift für deutsche Philologie (ZfdPh). Bd. 111 (1992)–113 (1994) – Inhaltsverzeichnis. In: mediaevum.de. Das altgermanistische Internetportal. Abgerufen am 11. März 2014.