WDR 1

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WDR 1
Logo im Jahr 1991
Allgemeine Informationen
Empfang analog terrestrisch
Sendegebiet Nordrhein-WestfalenNordrhein-Westfalen Nordrhein-Westfalen
Sendeanstalt Westdeutscher Rundfunk Köln
Sendestart 1. Januar 1956
Sendeende 31. März 1995
Rechtsform Öffentlich-rechtlich
Liste der Hörfunksender
Altes Senderlogo

WDR 1 war von 1956 bis 1995 das erste Hörfunkprogramm des Westdeutschen Rundfunks. Der Sender hatte seinen Sitz in den Kölner WDR-Studios und hatte sein hauptsächliches Sendegebiet in Nordrhein-Westfalen. Nach einer weitreichenden Umstrukturierung heißt er heute 1 Live.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Sender war ursprünglich das Informationsprogramm des WDR und verband Unterhaltungs- und Popmusik auf der einen Seite mit dem öffentlich-rechtlichen Informations- und Bildungsauftrag auf der anderen Seite. Statt eines durchformatierten Programms bot WDR 1 viele Spartensendungen, einen hohen Wortanteil und eine gezielte regionale Ausrichtung.

WDR 1 ging offiziell am 1. Januar 1956 auf Sendung, nachdem sich aus dem NWDR die Länderanstalten WDR und NDR gebildet hatten. Bis zur Neuformierung der NDR-Radioprogramme 1981 sendeten WDR 1 und NDR 1 ein gemeinsames Programm, das sich nur zeitweise in Regionalprogramme aufspaltete. Relikte dieser gemeinsamen Sendestrecken sind die Nachrichtenmagazine Mittagsecho, Echo des Tages und Berichte von heute, die bis heute, nunmehr auf WDR 5, WDR 2 (Berichte von heute) und NDR Info (vormals NDR 4), ausgestrahlt werden. Nach einer Reform, der die Einführung von WDR 4 vorausging, wurde WDR 1 ab der Programmreform vom 1. Juni 1986 immer mehr zur Jugendwelle des WDR. Ein wichtiger Bestandteil des Programms war bis 1991 auch die Fußballberichterstattung mit der Bundesligakonferenz im Rahmen der Samstagsausgabe von Sport und Musik. Sendungen für Ältere wanderten zügig ins neu geschaffene 4. Programm.

Untypisch für das erste Programm einer ARD-Rundfunkanstalt wurde auf WDR 1 zu keiner Zeit ein Verkehrsservice gesendet; das wurde erst 1995 mit Eins Live eingeführt.

Mit dem Sendebeginn von WDR 5 am 7. Oktober 1991 änderte sich auch das Programm von WDR 1, da sämtliche Regional- und Informationssendungen in die neue „NRW-Welle“ überführt wurden, wie WDR 5 damals noch genannt wurde. Seitdem war WDR 1 bis zur Umformatierung in Eins Live konsequent der Jugendsender des WDR. Dementsprechend wurden die Sportsendungen ins Programm von WDR 2 verschoben. Als Nachtprogramm übernahm WDR 1 weiterhin die ARD-Popnacht.

WDR 1 setzte schon ab den späten Nachmittagsstunden, beginnend mit der Sendung Flipp-Zeit, auf ein Musikangebot möglichst jenseits des Mainstreams, was jedoch auch ein gewisses Insiderwissen voraussetzte, um diesen Sendungen mit Interesse folgen zu können. Dadurch hatte der Sender eine bestimmte Fangemeinde, allerdings wandelte sich die Radiolandschaft in den 1990er-Jahren mit Aufkommen des Privatfunks. Das bedeutete Hörerverluste auch für WDR 1. Da dessen Hörerschaft zudem kontinuierlich alterte, entschloss man sich beim WDR, mit Eins Live einen „echten Jugendsender“ – konzipiert für die unter 30-Jährigen – zu installieren. Das ging nicht ohne Kritik der Anhänger des alten WDR 1 über die Bühne. Zudem wurde die Überzahl der WDR-1-Moderatoren, wie z. B. Robert Treutel, nicht mehr auf der Welle weiterbeschäftigt, weil es für sie kein Betätigungsfeld mehr gab. Lediglich Alan Bangs behielt seine Sendung Nachtflug zunächst, wurde aber nach einem halben Jahr vom damaligen stellvertretenden Eins-Live-Programmchef und heutigem stellvertretenden WDR-Hörfunkdirektor Jochen Rausch freigestellt, weil er in seiner Sendung Musik von Jacques Brel, Frédéric Chopin und Einstürzende Neubauten miteinander kombinierte.[1][2]

Die Feststellung, dass von den ursprünglichen WDR-1-Sendungen keine die Einführung von Eins Live „überlebt“ hat, gilt mit einer Einschränkung: Die Sendung Die heiße Nummer, die im Rahmen des Formats Riff jeden Freitag einstündig auf WDR 1 ausgestrahlt worden war, überlebte stark aufgewertet in Gestalt des neuen Formats Domian, welches vom Beginn von Eins Live bis zum 17. Dezember 2016 sogar fünfmal pro Woche ausgestrahlt und zumeist sogar zeitgleich im WDR-Fernsehen übertragen wurde.

Zu den Kultmoderatoren des späten WDR 1 zählten u. a. Wolfgang Roth, Roger Handt, Dave Coleman, Alan Bangs, Thomas Hackenberg, Jürgen Domian, Ingo Schmoll, Achim Preikschat, Stefan Kaiser oder Stephan Karkowsky.

Programmschema[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das letzte Programmschema vom 7. Oktober 1991 – 31. März 1995
Uhrzeit Montags – Freitags Samstags Sonntags
00:00 ARD-Popnacht ARD-Popnacht ARD-Popnacht
04:55 Morgenandacht
05:05 Fünf nach fünf
05:55 Morgenandacht
06:05 Bis Acht Bis Neun
08:05 Eins Live Eins Live
09:05 Oldie-Show
(mit Roger Handt)
11:05 Radiokrimi Matinee der Liedersänger
12:07 Hit Chips Schlagerrallye
(mit Wolfgang Roth)
Hier funkts
(mit Dave Coleman)
15:05 Riff – Wellenbrecher auf WDR 1
(u. a. mit Thomas Hackenberg und Jürgen Domian)
Riff im Ohrclip Budengasse
16:05 Flipp-Zeit
(mit Robert Treutel, Felix Parbs, Uli Tobinsky heute Uli T. Swidler und Siba Shakib)
Unterhaltung
18:05 Pop Session
(mit Andreas Hub, Hans-Holger Knocke, Thomas Koch oder Udo Vieth)
London Calling – Die britische Hitparade
19:05 Hootchy-Koo
20:05 U1 – Unterhaltung für Erste
  • Montag: Kabarett und Comedy
  • Dienstag: Wissenschaft und Technik
  • Mittwoch: Finish
  • Donnerstag: Spielraum
  • Freitag: Rock ’n’ Roll
Aber Hallo!
(u. a. mit Ingo Schmoll)
Ohrzeit
21:05 U1 – Unterhaltung für Erste
  • Dienstag: Soul
  • Donnerstag: Jazzforum
  • Freitag: Soundfabrik
22:05 U1 – Unterhaltung für Erste
  • Montag: Speakeasy (wöchentlich im Wechsel mit Karl Lippegaus und Barbara Gansauge)
  • Dienstag: Scream (mit Volkmar Kramarz) im vierzehntäglichen Wechsel mit Graffiti (mit Thomas Elbern)
  • Mittwoch: Jazz
  • Donnerstag: Schwingungen
    (u. a. mit Winfrid Trenkler)
  • Freitag: Rock-Archiv
The Alan Bangs Connection Oase

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Personalien: Alan Bangs. In: Der Spiegel. Nr. 40, 1995, S. 284 (online).
  2. Kölnische Rundschau: Die Leute sind nicht so doof. 9. September 2010, abgerufen am 2. Dezember 2014.