WDR 4

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WDR 4
Senderlogo
Hörfunksender (Öffentlich-rechtlich)
Programmtyp EL, Oldie-Based AC
Empfang analog und digital terrestrisch, Kabel, Satellit, Livestream
Empfangsgebiet Nordrhein-WestfalenNordrhein-Westfalen Nordrhein-Westfalen
Sendestart 1. Januar 1984
Sendeanstalt Westdeutscher Rundfunk Köln
Intendant Tom Buhrow
Programmchef Jochen Rausch
Liste von Hörfunksendern

WDR 4 ist ein öffentlich-rechtlicher Hörfunksender in Nordrhein-Westfalen. WDR 4 dient als Unterhaltungswelle des WDR und richtet sich seit 1984 an eine Zielgruppe von Menschen über 50 Jahren, die sogenannten Best Ager. Das Programmangebot hat sich ab dem Relaunch 2011 stark verändert. Das gesamte Programm ist werbefrei.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Logo von 1994 bis 2012

Die Anfänge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Sender wurde am 1. Januar 1984 als viertes Hörfunkprogramm des Westdeutschen Rundfunks gestartet. Initiator war der Musikredakteur Dietmar Kindler, der auch die erste WDR 4-Sendung Musikpavillon betreute. Neben dieser Vormittagssendung wurden Sendestrecken von WDR 1 (Morgenmelodie, Café-Konzert) übernommen.[1] Wie auch in den Jahren zuvor wurden auf den WDR 4-Frequenzen auch die Sendungen „Für Gastarbeiter“ ausgestrahlt.

Am 1. Januar 1985 wurde WDR 4 zum Vollprogramm ausgebaut. WDR 4 übernahm damit die genannten WDR 1-Sendungen sowie den Musikexpreß, aber auch den Pop-Report mit Günter Krenz von WDR 2. Hinzu kamen Sendungen wie Heimatmelodie, Gut aufgelegt, Vom Bosporus bis Gibraltar und Musik zum Träumen.[2]

1986 startete die Sendung In unserem Alter, die von der ehemaligen Radiothek-Redakteurin Gretel Rieber konzipiert wurde. Dem Musikredakteur Dietmar Kindler wurde 1986 für sein Engagement für den deutschen Schlager die Goldene Stimmgabel verliehen.

Von 1987 bis Ende 2016 sendete WDR 4 Rundfunkwerbung.

1996–2000[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1996 wurde WDR 4 zur Hörfunkwelle und Barbara Gansauge die erste Wellenchefin von WDR 4. Sie betreute zuvor für WDR 1 Sendungen wie Flipp-Zeit, Soul oder Professor Bop-Show. Mitte 1996 folgten Veränderungen im Programm. Die Sendung Scheinwerfer präsentierte Klassiker der Radiounterhaltung von Peter Frankenfeld oder Hans-Joachim Kulenkampff. Aus dem Pop-Report entwickelte sich Schlager, Pop & Co., in der auch die Hörerhitparade Top 17 ausgestrahlt wurde. Erstmals bekamen das Kölner Rundfunkorchester und WDR Big Band eigene Sendungen. Abends wurden ab 20 Uhr Spezialsendungen unter dem Motto „WDR 4 für Liebhaber“ angeboten. Die einstündigen Genre-Sendungen boten Instrumentals, Chormusik, Oldies oder Chansons. Die vorherrschende Klangfarbe war von Pop aus Deutschland und den Nachbarländern, deutsche Schlager, Folklore, Operette, Chansons, Swing, Easy Listening und populäre Klassik geprägt.[3]

1997 startete WDR 4 eine langjährige Image-Kampagne. Unter dem Motto „Schönes bleibt“ war WDR 4 sehr lange eine der meistgehörten Radiowellen Deutschlands und die Nummer Eins in Nordrhein-Westfalen.

2000–2011[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2000 übernahm Rena Pieper[4] die Aufgabe der WDR 4-Wellenchefin. Unter ihrer Leitung wurden die abendlichen Spezialsendungen ausgeweitet. So bekam 2000 Götz Alsmann, der zuvor die Sendung Auf den Flügeln bunter Träume mitgestaltete, seine eigene, nach ihm benannte Radio-Show Go Götz Go. Die Sängerin Joana begann die Sendung Chansons und Lieder-liches zu moderieren. 2002 startete der Rhythmus der Nacht mit deutschsprachiger Diskothekenmusik, Partyhits und internationalem Dancefloor. Ab 2004 bis zu seinem Tod präsentierte Chris Howland in der Sendung Spielereien mit Schallplatten internationale Oldies der 1950er – 1970er Jahre.

Außerdem förderte Rena Pieper öffentliche Veranstaltungen. Die „Super-Wunsch-Hitparade“, die 1999 zum ersten Mal stattgefunden hatte, entwickelte sich zum großen Live-Event, zu dem Doppel-CDs veröffentlicht wurden (2000, 2001, 2002, 2004, 2006). Ebenfalls ab 1999 fuhr der „Schlagerexpress“, meist auf die Nordseeinsel Norderney. In der Schallplattenbar traten zweimal im Jahr Stars der 1950er und 1960er Jahre auf. Ab 2002 lockte das „WDR 4 Sauerland Open air“ bis zu 30.000 Zuschauer nach Willingen.[5][6]

Relaunch ab 2011[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit März 2011 entwickelte sich WDR 4 vom Schlager- zum Oldie-Radio.

2011 erfolgte die erste Änderung am Programm. Seitdem wurden nur noch zu 50 % Schlager und zu 50 % englische Oldies von den 1960er bis zu den 1980er Jahren gespielt. Außerdem wurde in der Zeit von 18:00 bis 20:00 Uhr täglich ein Schlagerabend eingeführt. Zu den Höhepunkten dieser Sendereihe zählte unter anderem ein Exclusivkonzert mit Howard Carpendale.[7]

In Folge der Umstellung des Programmangebots wurden einige Sendungen eingestellt. Vor allem das Ende der Sendung Schellack-Schätzchen sorgte für Unmut.[8][9] Für diese Sendung war jahrzehntelang Dirk Schortemeier redaktionell verantwortlich gewesen.[10]

Der Programmslogan lautete von 2011 bis 2015 Melodien für ein gutes Gefühl und seit August 2015 Meine Lieblingshits. Im Frühjahr 2014 kam es zu einer weiteren Änderung. Seitdem werden zu 60 bis 70 % Oldies aus obigem Zeitraum gespielt, gelegentlich auch 90er oder moderne Hits und zu 30 bis 40 % Pophits. Der Anteil internationaler Titel liegt inzwischen bei 85 %. Zum September 2014 ist das Programm erneut umformatiert worden; die Oldies von WDR 2 wurden zu WDR 4 "versetzt". Daher liegt der Schwerpunkt jetzt auf den Hits der 1960er, 1970er und 1980er Jahre. Der deutsche Schlager findet bei WDR 4 nicht mehr statt.[11]

Neben den tagesbegleitenden Musikstrecken hat WDR 4 ab 21 Uhr Liebhabersendungen im Programm, bei denen der Schwerpunkt etwa auf Singer Songwriter, Disco- und Popmusik der 1970er und 1980er, Filmmusik oder Klassik liegt. Zu den Präsentatoren dieser Special-Interest-Strecken zählen auch Purple Schulz, Wolfgang Niedecken, Manfred Behrens[12] und Peter Illmann.

Täglich um 18 Uhr (seit Juni 2016, zuvor um 17 Uhr) sendet WDR 4 den „Tag um sechs“, eine 10-minütige Zusammenfassung des aktuellen Tagesgeschehens.

In der Nacht übertrug WDR 4 bis zur Absetzung am 13. Januar 2018 die ARD-Hitnacht, Samstagnacht kam das Programm von WDR 4: In der Sendung „Rhythmus der Nacht“ lag der Schwerpunkt auf Schlager, Discofox und Party-Hits. Spezielle Elemente dieser Sendung waren der Albumtipp, der Last-Minute-Wunsch, der Maxitipp (Maxi-Version eines Titels) und der DJ-Mix (circa 20 Minuten Schlager „in the Mix“). Im ersten „Rhythmus der Nacht“ eines Monats wurde anstatt des DJ-Mixes und des Albumtipps die aktuelle Top 30 der Party- und Schlagercharts gespielt. Seit der Einstellung dieser Sendung übernahm NDR1 die ARD-Hitnacht.

Seit 1984 bis auf Ausnahmen täglicher Bestandteil des Sendeplans ist von 22 Uhr bis Mitternacht die Sendung Am Rande der Nacht – Musik zum Träumen; seit 2017 nicht mehr an Samstagen[13]. Die Reihe erfreut seit Jahrzehnten Hörer wie Kritiker.[14]

Das Programm wurde bis Juli 2014 von Rena Pieper (1952–2016)[15][16] geleitet. Ab August 2014 übernahm Jochen Rausch diese Aufgabe, der nunmehr für die Programme 1 Live, WDR 2 und WDR 4 als Wellenchef zuständig ist.[17]

Sitz des Senders[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwölf Stunden Tagesprogramm von WDR 4 (zwischen 6 und 18 Uhr) werden seit Oktober 2013 im Dortmunder Studio produziert.[18] Das restliche Programm kommt aus Köln.

Am Sonntag wird das gesamte Tagesprogramm aus dem Studio in Köln gesendet.

Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Programm wird über UKW und DAB (im Standard DAB plus) terrestrisch landesweit verbreitet, sowie über Satellit (Astra) und in nahezu allen Kabelnetzen in Nordrhein-Westfalen und anderen Bundesländern.

Moderatoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Tagesprogramm kommen momentan folgende Moderatoren zum Einsatz:

Christian Terhoeven, Ute Schneider, Stefan Verhasselt, Cathrin Brackmann, Heike Knispel, Bastian Bender, Steffi Schmitz, Martina Emmerich, Katia Franke, Carina Vogt, Janine Breuer-Kolo, Bernd Brüggemann, Jürgen Renfordt, Alix Gabele, Silke Liniewski, Anne Debus, Michael Westerhoff, Stefan Vogt, Jürgen Mayer und Peter Illmann.

Ehemalige Moderatoren sind unter anderem:

Ernst-Marcus Thomas, Hermann Hillebrand, Rainer Nitschke, Ulla Norden († 2018), Gudrun Schachtschneider († 2007),[19] Charly Wagner († 2020), Richard Schippers († 1999),[20] Michael von Loefen, Werner Lohr, Werner Schüssler († 2007),[21] Anne Suchalla, Uta Fußangel, Uta Vorbrodt, Michael Müller, Andreas Ryll, Daniela Tepper, Sylvia Bommes, Angelika Nehm, Kirsten Ehrhardt, Frank Gazon, Helga Boschitz, Angela Pütz, Peter Kuttler, Christiane Böhmke, Margot Gielen († 2017),[22] Günter Krenz († 2009),[23] Aviva Semadar, Rolf Röpke, Wolf-Dieter Stubel, Uwe Hübner, Günter vom Dorp, Bernd Stelter, Jörg Ullrich und Petra Pascal.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. TV Hören und Sehen Nr. 52/1983
  2. Programmschema 1987: http://www.radiojunkie.de/wdr4.html
  3. Frankfurter Rundschau 5.8.1996
  4. WDR Radiomenschen: Rena Pieper. In: web.archive.org. 22. Februar 2002.
  5. Mega-Schlager-Party in Willingen - Pressemeldung vom 08.06.2007. In: www.perspektive-mittelstand.de.
  6. Knapp 30.000 Schlager-Fans beim WDR 4 Sauerland Open Air in Willingen. In: presseportal.de.
  7. WDR: Radiokonzert live auf WDR 4 - Howard Carpendale singt exklusiv für WDR 4 - Presselounge - WDR. In: presse.wdr.de. 18. Oktober 2013.
  8. Hanns-Georg Rodek: Kommentar: Ausgespielt, Schätzchen!. 2. Januar 2012.
  9. Volker Kühn: Sendeschluss. In: Jüdische Allgemeine. 10. Januar 2012.
  10. Trauer um Dirk Schortemeier. In: www1.wdr.de. 21. August 2015.
  11. Wolfgang Ibel: WDR 4 macht Helene Fischer stumm. In: www.derwesten.de. 22. Juli 2016.
  12. Manfred Behrens. In: www1.wdr.de. 30. Juni 2016.
  13. dwdl.de. 4. Mai 2017, abgerufen am 11. Juli 2021.
  14. DWDL de GmbH: "Musik zum Träumen": Gegenentwurf zum Einheitsradio. In: DWDL.de.
  15. Traueranzeigen von Rena Pieper - WirTrauern. In: www.wirtrauern.de.
  16. http://www1.wdr.de/radio/wdr4/rena-pieper-102.html
  17. Neue Organisationsstruktur im WDR‑Hörfunkbereich. In: www.medienkorrespondenz.de. 4. Mai 2015, abgerufen am 20. Februar 2020.
  18. Anfahrt - So finden Sie uns. In: www1.wdr.de. 5. Juli 2013.
  19. Langjährige WDR-Moderatorin und Sprecherin Gudrun Schachtschneider verstorben. In: radioforen.de.
  20. Was ist mit Richard Schippers geschehen?. In: radioforen.de.
  21. Birgit Schrowange: Ex-Freund tot in seinem Haus. In: bild.de. 3. Oktober 2007.
  22. Relaunch: Wird aus WDR 4 ab 21. März 2011 eine weitere Format-Dudelwelle? Abgerufen am 23. Juli 2020 (deutsch).
  23. Nachgereicht - Nachruf Günter Krenz. In: radioforen.de.