WECO Feuerwerk

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WECO Feuerwerk GmbH
Rechtsform GmbH
Gründung 1948
Sitz Eitorf, DeutschlandDeutschland Deutschland
Leitung
  • Thomas Schreiber[1]
  • Jürgen Bluhm[1]
Mitarbeiterzahl 450 [2]
Umsatz 93,8 Mio. Euro (2015/2016)[1]
Branche Pyrotechnik
Website www.weco.de
Stand: 27. Dezember 2018

Die WECO Feuerwerk GmbH, ehedem WECO Pyrotechnische Fabrik GmbH ist ein 1948 gegründeter Hersteller von Feuerwerkskörpern mit Hauptsitz im nordrhein-westfälischen Eitorf. Mit einer Jahresproduktion von etwa 25 Millionen Feuerwerksraketen und rund 100 Millionen weiterer Feuerwerksartikel[3] ist WECO Marktführer im Feuerwerksbereich in Deutschland und Europa.[4]

Luftaufnahme der WECO-Fabrik in Eitorf

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einer der Werbeträger von Weco

Im Oktober 1948 gründete Hermann Weber zusammen mit Oskar Drößmar in Eitorf die Firma PYRO-Chemie Hermann Weber & Co., die zunächst Wunderkerzen herstellte.[5] Bis zum Jahr 1964 wurde das Werk in Eitorf ausgebaut, das Produktspektrum um Raketen und Knallkörper erweitert. 1966 übergab Weber die gleichberechtigte Geschäftsleitung seinem Adoptivsohn Frank Weber-Picard und Günter Scherzer. Zwei Jahre später kaufte PYRO-Chemie ein Konkurrenzunternehmen in Kiel-Holtenau auf, 1969 einen weiteren Wettbewerber aus Berlin. Ab 1975 erfolgte die Auslieferung der Produkte über ein Großlager in Nürnberg-Altenfurt, das bis 2002 genutzt wurde. 1983 zog sich Hermann Weber aus der Geschäftsführung zurück; er erhielt im selben Jahr das Bundesverdienstkreuz. Für das Stammwerk in Eitorf wurde 1984 auf 40.000 m² zugekaufter Fläche ein neues Zentrallager errichtet.

1987 firmierte PYRO-Chemie in WECO Pyrotechnische Fabrik GmbH um, abgeleitet von den Firmengründern Weber und Co. 1989 übernahm WECO die Firma Spielzeugpistolen und Amorces-Fabrik Ferdinand Wicke in Hattingen und 1991 von der Treuhand eine seit 300 Jahren bestehende, traditionsreiche Feuerwerksfabrik in Freiberg, die fortan als Sachsen Feuerwerk produzierte. 1997 wurden die ersten Kombinationsfeuerwerksprodukte entwickelt. 1998 übernahmen – zum 50-jährigen Firmen-Jubiläum – Thomas Schreiber und Dieter Kuchheuser die Geschäftsführung, während Frank Weber-Picard weiterhin in beratender Funktion für die Firma tätig blieb und gleichzeitig bis 2003 alleiniger Gesellschafter der WECO GmbH war. 1999 wurde die PyroMaXx GmbH als Holding für verschiedene Zweitmarken gegründet. Als weiterer Konzernbestandteil wurde die SF-Automotive Freiberg aufgebaut, die für die Takata Petri GmbH pyrotechnische Granulate für Gasgeneratoren in Airbags herstellt. Da ein Großteil der Produktion aus China stammt, wurde dort ein Büro zur Qualitätskontrolle, den Vertrieb sowie die Optimierung der Exporte eingerichtet. Am Hamburger Freihafen wurde 2001 ein weiteres Büro für den Import angemietet. Das Lager in Nürnberg wurde 2002 wegen Umstrukturierung des Vertriebs aufgegeben.

Stand auf der Nürnberger Spielwarenmesse 2016

2003 übergab Frank Weber-Picard 94 % der Gesellschaftsanteile an die Geschäftsführer Schreiber und Kuchheuser. Die 1991 aufgekaufte Tochterfirma Sachsen Feuerwerk wurde 2004 als Zweigwerk in WECO Freiberg umbenannt. In den Jahren 2005 und 2006 gründete WECO Tochterfirmen in Frankreich (WECO France), Österreich (WECO Austria GmbH) und Großbritannien (WECO UK Limited). Das Marketing wurde als Sponsor beim Fußball-Bundesligisten VfL Bochum intensiviert. Im Dezember 2007 wurde auf dem Gelände in Kiel die NEWCO Safety Technologies (NST) als 100%ige WECO-Tochter gegründet; diese stellt pyrotechnische Artikel für die Sicherheitstechnik her.

Besonderheiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

WECO stellt – im Gegensatz zu den meisten deutschen Konkurrenzfirmen – etwa 40 % seiner Gesamtproduktion in Deutschland her: in den Produktionsstätten Eitorf, Kiel und Freiberg (Sachsen). Langfristig sollen weitere Produktionskapazitäten aus China nach Deutschland verlagert werden.[6]

Die Produkte von Weco werden durch Aldi-Süd unter der Handelsmarke "Helios" vertrieben. Aldi-Nord dagegen verzichtet auf eine Umetikettierung.

Siege und Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2000 wurde WECO Weltmeister bei den Feuerwerksmeisterschaften und errang im einmaligen Vergleichskampf der Weltmeister 2004 in Montreal den Sieg und den Platin-Jupiter.
  • In Eitorf wurde die Weco-Straße nach der Firma benannt.

Hermann-Weber-Stiftung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Firmengründer Weber vermachte Teile seines Vermögens einer Stiftung. Diese übernahm mit einem jahrelangen Zuschuss den Ausbau und Unterhalt des Eitorfer Hallenbades zu einem Spaßbad, welches aufgrund dessen in Hermann-Weber-Bad umbenannt wurde.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 1. Mai 2010 bis zum 30. April 2011 im Elektronischer Bundesanzeiger
  2. WECO Firmenportrait weco.de
  3. Thomas Reibetanz, Gabriele Fleischer: Weco schickt Palmen in den Himmel. In: Freiepresse.de, Meldung vom 11. Dezember 2009
  4. Finanznachrichten.de: WECO Feuerwerk international ausgezeichnet / „The 9th China International Fireworks-Festival“ zeichnet WECO als eine der bedeutendsten und einflussreichsten Feuerwerksfirmen weltweit aus. Meldung vom 19. Juni 2009
  5. www.weco-pyro.de: Angebotsspektrum.
  6. China ade: Böllerfirma baut deutsche Produktion aus. Meldung bei T-Online Wirtschaft vom 28. Dezember 2008

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: WECO Feuerwerk GmbH – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 50° 46′ 9,2″ N, 7° 28′ 5″ O