Westbahn (Unternehmen)

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WESTbahn Management GmbH
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Rechtsform GmbH
Gründung 2008
Sitz Wien, Österreich
Leitung Erich Forster (Geschäftsführer WESTbahn)

Benedikt Weibel (Aufsichtsratsvorsitzender Rail Holding AG)

Mitarbeiter ca. 200
Branche Eisenbahnunternehmen
Website westbahn.at

Die WESTbahn Management GmbH ist ein Tochterunternehmen der 2008 gegründeten österreichischen Rail Holding AG, das seit 11. Dezember 2011 als Eisenbahnverkehrsunternehmen einen Fernverkehr zwischen Wien und Salzburg auf der namensähnlichen Westbahn-Strecke betreibt. Die Bezeichnung WEST leitet sich nicht ausschließlich von der Strecke her, sondern gleichermaßen vom Gründer WEhinger STefan.[1] Die Westbahn Management ist die erste operativ tätige Tochtergesellschaft der Rail Holding, die das angegebene Ziel hat, ein privates Eisenbahn- und Busnetz für den Personenverkehr in Zentraleuropa zu etablieren.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Route der Westbahn (hellgrün)
Ein Doppelstockzug der Westbahn (Stadler KISS, ähnlich den SBB RABe 511) auf Testfahrt in der Schweiz

Am 30. Juni 2009 wurde mit der ÖBB Infra eine Rahmenvereinbarung über die Zuweisung von Fahrwegkapazitäten für die Jahre 2011 bis 2016 geschlossen. Damit wurde fahrplantechnisch sichergestellt, dass die Westbahn einen Taktverkehr zwischen Wien und Salzburg anbieten kann.[2]

Nachdem die ÖBB mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2010 die Direktverbindung zwischen Graz und Linz gestrichen hatten, wurde Anfang Februar 2011 bekannt, dass die Westbahn erwog, auch diese Linie zu bedienen.[3] Als die ÖBB kurz darauf ankündigten, diese Strecke doch wieder selbst mit einer Direktverbindung zu bedienen, wurden diese Pläne verworfen.[4] Ab Februar 2011 engagierte Geschäftsführer Stefan Wehinger zwei Lobbyisten, die die ÖBB in Öffentlichkeit und Politik diskreditieren sollten. Der Auftrag erfolgte ohne Kenntnis des Aufsichtsrates.[5]

Nach Spekulationen bestätigte die Westbahn im Juli 2011 weit gediehene Verhandlungen mit der französischen Bahngesellschaft SNCF über ein mögliches Joint Venture.[6] Am 23. August 2011 wurde bekanntgegeben, dass der Abschluss der Transaktion einen Tag zuvor erfolgt war, die SNCF war nunmehr mit 26 % am Unternehmen beteiligt. Dennoch wollte das Unternehmen die internationale Linie Wien–Paris nicht bedienen, da man mit dem Flugzeug besser bedient wäre.[7]

Die WESTbus GmbH war ein gemeinsames Tochterunterunternehmen der Blaguss Reisen GmbH und der Rail Holding AG. 51 % des Unternehmens hielt die Blaguss GmbH, 49 % die Rail Holding AG. 2016 zog sich die Rail Holding aus dem Busgeschäft zurück und verkaufte ihren 49-prozentigen Anteil an Blaguss.[8]

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gesellschaftsstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eigentümer der Westbahn ist die Railholding AG. Diese wurde am 16. Oktober 2008 zu jeweils 50 % von Stefan Wehinger und Hans Peter Haselsteiner gegründet. Die Westbahn Management GmbH wurde zeitgleich als 100-prozentige Tochter eingetragen.[9]

  • Anteilseigner:
    • Bis 22. August 2011: Haselsteiner Familien-Privatstiftung (35 %), Stefan Wehinger Beteiligungs- und Beratungs GmbH (35 %), Oldro AG (30 %)[10]
    • Bis 5. Juni 2012: Stefan Wehinger Beteiligungs- und Beratungs GmbH (knapp 26 %), Haselsteiner Familien-Privatstiftung (26 %), SNCF (26 %), Augusta-Holding (Schweiz; 22 %)[7]
    • Bis 19. April 2013: Haselsteiner Familien-Privatstiftung (35 %), SNCF (35 %), Augusta-Holding (30 %)[11]
    • Seit 19. April 2013: Haselsteiner Familien-Privatstiftung (46,9 %), SNCF (28 %), Augusta-Holding (25,1 %)[12][13]
    • Seit 1. April 2015: Haselsteiner Familien-Privatstiftung (49,9 %), SNCF (17,4 %), Augusta-Holding (32,7 %)[14]

Geschäftsergebnisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Westbahn fuhr im Geschäftsjahr 2012 einen Verlust von 23,45 Millionen Euro ein. Weitere 1,7 Millionen Euro Verlust habe der Betrieb des Westbus erbracht. Bei der Vorstellung des Geschäftsberichts bezeichnete das Unternehmen den ursprünglichen Businessplan als zu ambitioniert. Nach eigenen Angaben habe die Gesellschaft ab Sommer 2013 operativ ein positives Ergebnis erwirtschaftet.[16]

Am 5. Juni 2012 trat Stefan Wehinger von seinem Posten als Geschäftsführer zurück.[17] Erich Forster übernahm den Posten.[18]

Unter dem Strich schloss die Westbahn Management GmbH 2013 allerdings mit einem Verlust in Höhe von 14,5 Mio. Euro ab, die Muttergesellschaft Rail Holding AG verzeichnete ein Minus von 1,5 Millionen Euro.[19]

2015 senkte das Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr den Bilanzverlust auf 8,31 Millionen Euro. Das Betriebsergebnis war mit 262.000 Euro erstmals leicht positiv.[20]

2016 erhöhte sich der Jahresverlust wieder auf 8,71 Millionen Euro inklusive Verlustvortrag aus dem Vorjahr.[21]

Streckennetz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Linie WESTgreen
  • Züge halten in Fahrtrichtung Salzburg Hbf nur zum Einsteigen
  • Züge halten in Fahrtrichtung Wien Westbahnhof nur zum Aussteigen
   
km Fahrzeit
Kopfbahnhof – Streckenanfang
0 Wien Westbahnhof 0:00
Bahnhof, Station
  • 6
Wien Hütteldorf 0:06
   
30 Tullnerfeld bis 10.12.2017 0:17
Bahnhof, Station
60 St. Pölten Hbf 0:30
Bahnhof, Station
126 Amstetten 0:53
Bahnhof, Station
190 Linz Hbf 1:19
Bahnhof, Station
215 Wels Hbf 1:32
Bahnhof, Station
246 Attnang-Puchheim 1:45
Kopfbahnhof – Streckenende
317 Salzburg Hbf 2:28
Linie WESTblue
  • Züge halten in Fahrtrichtung Salzburg Hbf nur zum Einsteigen
  • Züge halten in Fahrtrichtung Wien Praterstern nur zum Aussteigen
   
Fahrzeit
Kopfbahnhof – Streckenanfang
Wien Praterstern 0:00
Bahnhof, Station
Wien Mitte-Landstraße 0:02
Haltepunkt, Haltestelle
Wien Rennweg 0:05
Haltepunkt, Haltestelle
Wien Quartier Belvedere 0:08
Bahnhof, Station
Wien Hbf (Südtiroler Pl.) 0:10
Bahnhof, Station
Wien Meidling 0:16
Bahnhof, Station
St. Pölten Hbf 0:41
Bahnhof, Station
Amstetten 1:04
Bahnhof, Station
Linz Hbf 1:31
Bahnhof, Station
Wels Hbf 1:45
Bahnhof, Station
Attnang-Puchheim 1:58
Kopfbahnhof – Streckenende
Salzburg Hbf 2:43
Triebzug im zwischenzeitlichen Design (mit weißer Scheinwerfereinfassung aber noch ohne blaue Bauchbinde) am Wiener Westbahnhof, 2012

Das Unternehmen bietet seit 11. Dezember 2011[7] in Konkurrenz zu den InterCity-Zügen einen Fernverkehr im Einstundentakt auf der 317 Kilometer langen Strecke zwischen Wien Westbahnhof und Salzburg an. Bis zum 1. September 2013 wurden die Züge wegen fehlender Abstellkapazitäten im Salzburger Hauptbahnhof bis Freilassing mit Zwischenhalt in Salzburg Taxham Europark verlängert.[22] Zwischen Wien und Salzburg verkehren dabei dreizehn Zugpaare von Donnerstag bis Freitag, zwischen Wien und Linz sind es bis zu vierzehn Zugpaare. Die Reisezeit beträgt seit Eröffnung eines Hochgeschwindigkeitsabschnittes in Niederösterreich zwei Stunden und 30 Minuten. Zwischenhalte sind Wien-Hütteldorf, St. Pölten Hbf, Amstetten, Linz Hbf, Wels Hbf, Attnang-Puchheim und Salzburg Hbf. Wie auch die ÖBB-Personenverkehr muss das Unternehmen der ÖBB Infrastruktur drei Euro pro Trassenkilometer bezahlen.[7]

Zum 14. Mai 2012 wurden drei Züge in Tagesrandlage gestrichen und ein zusätzlicher Nachmittagszug von Wien nach Salzburg eingesetzt.[23]

Anfang 2013 wurde bekannt, dass die Westbahn kein Geld vom Salzburger Verkehrsverbund für die Bedienung der Linie Salzburg HauptbahnhofFreilassing bekommen hatte und daher die Haltestelle Salzburg-Taxham-Europark und den Bahnhof Freilassing nicht mehr bedient. Die Strecke war zu Beginn nur angeboten worden, weil der Salzburger Hauptbahnhof aufgrund des Umbaus keine ausreichenden Abstellplätze zur Verfügung hatte. Nach Einführung des Taktfahrplans und wegen zu geringer Auslastung wurde die Teilstrecke Salzburg–Freilassing ab Anfang September 2013 nicht mehr bedient. Im Dezember 2013 erklärte das Unternehmen seinen De-facto-Ausstieg aus dem Verkehrsverbund Ost-Region (VOR). Anlass war die vom VOR abgelehnte Forderung nach höheren Zahlungen, als dem Unternehmen nach dem Einnahmenaufteilungsschlüssel des VOR gewährt wurden.[24]

Bis ins Jahr 2015 plante das Unternehmen Westbahn eine Verlängerung der Reiseroute von Wien kommend über Salzburg hinaus über die Eisenbahnstrecke Westbahn bis Innsbruck Hbf. Diese Planung wurde jedoch vorerst verworfen, da es an der notwendigen Streckeninfrastruktur fehlt.[25][26]

Im September 2017 wurde bekannt, dass die Westbahn ihr Angebot zwischen Wien und Salzburg verdoppeln möchte. Anstatt 7 Züge sollen ab Fahrplanwechsel im Dezember 17 Züge im Halbstundentakt zwischen Salzburg und Wien verkehren. Die Anzahl der täglichen Abfahren pro Richtung soll sich damit von 16 auf 31 erhöhen; das Unternehmen investiert dafür 180 Mio. Euro. Die Anzahl der Mitarbeiter soll von 250 auf 400 steigen.[27][28] Stündlich bedient ein Zugpaar mit dem Namen WESTgreen die Relation Wien Westbahnhof – Hütteldorf – St. Pölten – Amstetten – Linz – Wels – Attnang-Puchheim – Salzburg. Die Züge WESTblue beginnen in Wien Praterstern und benutzen die Stammstrecke der S-Bahn mit Halten in Wien Mitte, Wien Rennweg, Wien Quartier Belvedere, Wien Hauptbahnhof (Südtiroler Platz), Wien Meidling, fahren über den Lainzer Tunnel auf die Westbahn und halten anschließend ebenfalls in St. Pölten, Amstetten, Linz, Wels, Attnang-Puchheim und Salzburg.[29]

Fahrzeuge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Garnitur 003 bei der Ausfahrt aus dem Wiener Westbahnhof

Das Unternehmen verfügt über 17 Triebzug-Garnituren von Stadler Rail:[23]

  • sieben sechsteilige Triebzüge der Reihe 4010 (II) mit 501 Sitzplätzen, 150 m lang, geliefert 2008;
  • einen sechsteiligen Triebzug der Reihe 4110 mit 526 Sitzplätzen, 150 m lang, druckertüchtigt, geliefert 2017;
  • neun vierteilige Triebzüge der Reihe 4110 mit 326 Sitzplätzen, 100 m lang, druckertüchtigt, geliefert 2017 (davon einer nach Unfall außer Betrieb).

Die Einstiege auf 570 mm Höhe sind barrierefrei.[30] Die Triebzüge erreichen 200 km/h Höchstgeschwindigkeit bei einer Beschleunigung von 0,85 m/s² (Vierteiler 0,9 m/s²).[31] Diese basieren konstruktiv auf den ebenfalls von Stadler gefertigten Triebzügen RABe 511 der S-Bahn Zürich und werden vom Hersteller als KISS bezeichnet. Alle Radsätze der Endwagen sind angetrieben, die Mittelwagen sind antriebslos. Nur die 2017 gelieferten Garnituren der Reihe 4110 sind druckertüchtigt.[23]

Den Reisenden stehen Ledersitze und Gratis-WLAN zur Verfügung.[7] Fast jeder Wagen wird von einem eigenen Zugbegleiter/Steward betreut.[32] Die Züge werden nicht, wie bei den großen Eisenbahngesellschaften üblich, von einem Zugführer, sondern vom Triebfahrzeugführer abgefertigt. Von den rund 200 Mitarbeitern des Unternehmens sollen rund 85 % in den Zügen unterwegs sein.[7]

In den Mittelwagen ist je ein Westcafé mit acht Sitzplätzen eingerichtet, in dem kalte und warme Getränke aus Münzautomaten erworben werden können. Die Zugbegleiter, die bei der Westbahn als Stewards bezeichnet werden, verkaufen Fahrkarten und Cateringprodukte und reinigen den Zug. In einem Wagen der Züge der ersten Serie befindet sich eine Raucherlounge mit 16 Sitzplätzen, aus der mit dem Einsatz einer gesonderten Klimaanlage kein Rauch in andere Bereiche des Zuges ziehen sollte. Aufgrund gerichtlicher Klagen wurde dort das Rauchen zwar Mitte Jänner 2012 verboten,[33] jedoch Mitte September 2012 nach einem Urteil des Unabhängigen Verwaltungssenats wieder erlaubt.[34] Spätestens ab Mai 2018 muss das Rauchen allerdings vollständig verboten werden, da das Tabakgesetz dies verlangt. In den Garnituren, welche 2017 gebaut wurden, wurde bereits auf Raucherlounges verzichtet. In den Mittelwagen sind die Sitze hintereinander angeordnet, in den Endwagen gegenüberliegend an Vierertischen. Ein Endwagen (W 600) ist als Westbahn + ausgewiesen und kann für einen Aufpreis von 12 Euro (bis 150 km) bzw. 17 Euro (ab 150 km) genutzt werden. Dort stehen jedem Fahrgast zwei Sitzplätze zur Verfügung, und im Preis sind eine Tageszeitung sowie ein kleines Kaltgetränk inkludiert, die – ebenso wie diverse Snacks vom Steward – am Platz serviert werden. Drei Mittelwagen sind mit getrennten Toiletten für Damen und Herren ausgerüstet, wobei sich in der Herrentoilette ein separates Pissoir befindet; der behindertengerechte Wagen (W 400) hat eine rollstuhlgerechte Toilette auf der unteren Ebene. Im unteren Stockwerk der Mittelwagen befinden sich Gepäckracks, bei denen ein Regalboden heruntergeklappt werden kann, um mitgebrachte Fahrräder unterzubringen. Außerdem können Fahrräder zusätzlich mit Halterungen auf der Einstiegsplattform befestigt werden, sodass bis zu 16 Fahrräder mitgenommen werden können.

Triebzug Reihe 4110 mit einflügligen Türen

Im Jahr 2015 wurden ein weiterer sechsteiliger und neun vierteilige Zuggarnituren (Reihe 4110) bei Stadler bestellt, die bis 2017 ausgeliefert wurden und mit den bestehenden sechsteiligen Zügen gekuppelt werden können.[14][35][36] Die neuen Züge wurden mit einflügligen Schwenkschiebetüren ausgerüstet, die druckdicht schließen; die Frontscheibe wurde schmaler ausgeführt. Der Westbahn plus-Wagen wurde mit breiteren Sitzen in 2+1-Anordnung ausgestattet.

Fahrkartenverkauf und Tarif[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit Beginn werden Fahrkarten im Internet sowie von den Zugbegleitern im Zug verkauft. Seit Mai 2012 ist ein Teil des Fahrkartensortiments auch österreichweit in etwa 3000 Trafiken erhältlich.[37] Manche Angebote und Rabatte gibt es nur online. Etwa 80 Prozent der Fahrscheine werden im Zug verkauft (Stand 2012).[23]

Im Fahrkartenangebot finden sich verschiedene Einzel- und Gruppenfahrscheine, Zeitkarten (unter anderem eine Jahresnetzkarte, die auch für die sogenannten WESTbusse gültig ist) und eine Kilometerbank in drei Varianten. Zudem gibt es verschiedene Ermäßigungen. Ermäßigungen auf Westbahn-Tickets erhalten ebenso Mitglieder der Verkehrsclubs ÖAMTC und ARBÖ, ebenso gibt es Kooperationen mit dem Wiener Zeitungsverleger Kronen Zeitung.

Die Fahrkartenpreise orientierten sich an den Preisen der ÖBB für die 2. Klasse mit Vorteilscard.[38]

Ab 9. September 2013 erhob das Unternehmen von Reisenden mit Fahrausweisen des Verkehrsverbund Ost-Region und der Verkehrsverbünde Niederösterreich-Burgenland zu Hauptlastzeiten einen Aufpreis.[39] Seit dem 13. Dezember 2013 gehört das Unternehmen den Verkehrsverbünden VOR/VVNB nicht mehr an.[40][41]

Am 1. März 2014 hat das Unternehmen die Preise und Tarifkilometer angehoben und löste bei Kilometerbankkunden Verärgerung aus, da die Zuordnung der Strecken zu Kilometerzahlen geändert und der Mindestwert angehoben wurde. Damit wurden Langstreckentarife günstiger, jedoch Kurzstrecken teilweise teurer als der Normaltarif der ÖBB bzw. vom jeweiligen Verkehrsverbund.[42] Von der Schienen-Control und der Arbeiterkammer Oberösterreich kamen Beschwerden, dass man gegen Fahrgastrechte verstoße, und Forderungen nach einer entsprechenden Änderung.[43][44]

Mit der Fahrplanumstellung im Dezember 2014 wurde das ursprüngliche Tarifkonzept gelockert. Nun sind die Preise, mit Ausnahme der Strecken Wien–Attnang-Puchheim und Wien–Salzburg, höher als der ÖBB-Vorteilscardtarif. Auch die Zuschläge für den Wagen „Westbahn Plus“ wurden angehoben. Seit Frühjahr 2015 wird beim Fahrkartenverkauf im Zug sowie in der Trafik für gewisse stark frequentierte Züge an Wochenenden ein Aufpreis von 1 Euro pro Fahrkarte berechnet.[45]

Zwischenfälle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Dezember 2012 kam es zu zwei Zwischenfällen, bei denen sich bei Zugbegegnungen die Türen von Westbahn-Zügen bewegten. Am 9. Dezember 2012 lockerten sich bei einer Begegnung mit einem Railjet-Zug der ÖBB in einem Tunnel im Tullnerfeld zwei Zugtüren. Infolge des Zwischenfalles, der von der Unternehmensleitung nicht an das Verkehrsministerium gemeldet worden war, wurde die Fahrgeschwindigkeit der Züge auf der Neubaustrecke Wien – St. Pölten auf 160 km/h reduziert.[46] Am 13. Dezember kam es erneut zu einem gleichartigen Zwischenfall.[47][48] Im Juli 2013 blieb ein Zug des Unternehmens nach einem Defekt des Antriebssystems drei Stunden im Wienerwaldtunnel hängen.[49] Wenige Tage später wurde bekannt, dass die sommerliche Hitze zu Problemen bei der Stromversorgung der Garnituren führte.[50]

Am 23. August 2017 ist eine der neuen Garnituren bei einer Abnahmefahrt im Verschiebebahnhof Linz mit einem Güterzug der Firma CargoServ kollidiert. Dabei soll der Triebfahrzeugführer der Westbahn schwer verletzt worden sein und zwei weitere Fahrgäste leicht verletzt. Die restlichen fünf Fahrgäste konnten sich unverletzt aus dem Zug befreien. Die Ursache für das Unglück war ein überfahrenes Haltesignal des Westbahn-Triebfahrzeugführers.[51]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Christian Auerweck: Wettbewerb auf Österreichs Schienen. Westbahn wird wachgeküsst. In: eisenbahn magazin. Nr. 5/2011. Alba Publikation, Mai 2011, ISSN 0342-1902, S. 30–31.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: WESTbahn GmbH – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. WESTbuch 01/2014
  2. Ex-SBB-Chef Weibel fordert ab 2011 Österreichs Staatsbahn heraus. In: Tages-Anzeiger, 19. Juni 2009.
  3. WESTbahn-Verbindung Linz-Graz angedacht. In: ooe.orf.at, Februar 2011, abgerufen am 2. Februar 2011.
  4. Westbahn und ÖBB steuern auf harten Konfrontationskurs zu. In: Wirtschaftsblatt, 8. Februar 2011, abgerufen am 27. Mai 2011.
  5. Westbahn: „Was schreib'ma auf die Rechnung?“ In: Kurier, 28. Oktober 2012
  6. Bahn: Partner für „Westbahn“? In: Die Presse, 22. Juli 2011, abgerufen am 30. Juli 2011.
  7. a b c d e f Frankreich steigt bei Westbahn ein. In: wien.orf.at, 23. August 2011, abgerufen am 23. August 2011.
  8. Westbahn steigt aus Busgeschäft aus. In: ORF. 6. Dezember 2016; abgerufen am 16. Januar 2017.
  9. Ex-ÖBB-Vorstand macht Bahn Konkurrenz. In: Format, Oktober 2008.
  10. Schweizer Investoren für Haselsteiners Westbahn. In: Der Standard, 29. Jänner 2010
  11. Westbahn-Eigner-Trio übernimmt Wehinger-Anteil aliquot (Memento vom 2. Juli 2012 im Internet Archive) In: Wirtschaftsblatt, 29. Juni 2012. Abgerufen am 8. Juli 2012.
  12. Haselsteiner wird Haupteigentümer. In: Kurier, 23. April 2013.
  13. Westbahn: Haselsteiner stockt auf. In: oe24.at, 23. April 2013.
  14. a b APA-Meldung: Westbahn kauft zehn neue Züge. In: derStandard.at, 11. Mai 2015, abgerufen am 11. Mai 2015
  15. CV Vorstand. Abgerufen am 12. Dezember 2017.
  16. Westbahn fährt mit Verlusten herum. In: Vorarlberger Nachrichten. 5. Oktober 2013.
  17. Lokfuehrer geht. Stefan Wehinger verlaesst Westbahn. In: Der Standard, 5. Juni 2012.
  18. Fliegender Wechsel bei der Westbahn. In: Der Standard, 5. Juni 2012.
  19. Berichte international. In: Eisenbahn-Revue International. Nr. 10, 2014, ISSN 1421-2811, S. 512.
  20. Westbahn erstmals operativ in den schwarzen Zahlen. In: Die Presse. 6. Oktober 2016; abgerufen am 27. April 2017.
  21. 8,7 Millionen Euro Verlust für Westbahn-Mutter. In: orf.at, 5. Dezember 2017
  22. Westbahn nicht mehr bis Freilassing. In: Bahn-Report, Heft 5/2013, S. 32, Herausgeber: Interessengemeinschaft Schienenverkehr e.V., Rohr, ISSN 0178-4528
  23. a b c d Die Westbahn ein halbes Jahr nach dem Start. In: Eisenbahn Österreich, Heft 8-9/2012, S. 400 f.
  24. Clinch mit Verkehrsverbünden: Westbahn wird teurer. In: Der Standard, 9. Dezember 2013
  25. Private Westbahn kämpft um Trassen bis Innsbruck. In: Tiroler Tageszeitung Online. 13. August 2015; abgerufen am 29. Oktober 2017.
  26. Westbahn will ab 2018 von Wien nach Innsbruck fahren. In: Die Presse. 21. April 2016; abgerufen am 29. Oktober 2017.
  27. Westbahn investiert 180 Mio. und verdoppelt ihr Angebot. In: Die Presse. 7. September 2017; abgerufen am 7. September 2017.
  28. Westbahn fährt öfter – und auch vom Praterstern. In: kurier.at. Kurier, 7. September 2017; abgerufen am 10. September 2017.
  29. Fahrplan 2018 – die neue „WESTmobilität“. WESTbahn, archiviert vom Original am 29. Oktober 2017; abgerufen am 29. Oktober 2017.
  30. Wie barrierefrei ist die WESTbahn? In: bizeps.or.at, 2. Oktober 2011
  31. Elektrischer Doppelstocktriebzug – KISS für die WESTbahn Management GmbH, Österreich. Datenblatt (PDF; 231 kB) der Stadler Altenrhein AG.
  32. Kein großer Bahnhof für den „Neuen“. In: Die Presse, 4. Juni 2011.
  33. Westbahn schließt Raucherlounge in Zügen. In: Die Presse, 16. Jänner 2012
  34. Westbahn erlaubt wieder Rauchen in ihren Zügen. In: orf.at. 29. August 2012; abgerufen am 9. Oktober 2015.
  35. Westbahn kauft neue Züge. In: derStandard.at, abgerufen am 11. Mai 2015.
  36. Westbahn to order more trains. In: Railway Gazette International, 12. Mai 2015
  37. WESTbahn-Tickets gibt es ab sofort auch in Ihrer Trafik. (Memento vom 15. Oktober 2012 im Internet Archive) Presseaussendung des Unternehmens vom Mai 2012 (PDF)
  38. Westbahn gegen ÖBB: Kein „Preiskampf“. In: oesterreich.orf.at, 3. April 2011, abgerufen am 23. August 2011
  39. Westbahn erhöht Preise für Pendler. ORF Wien, 2. September 2013
  40. Aktuell im VOR: Verkehrsverbund Ost-Region. Archiviert vom Original am 27. November 2012; abgerufen am 12. Dezember 2017.
  41. Verkehrsverbund Ostregion stellt Zahlungen an die WESTbahn ein! Archiviert vom Original am 6. Januar 2014; abgerufen am 12. Dezember 2017.
  42. westbahn.at, vgl. ÖBB Ticketshop für die Strecke Wien Westbahnhof – Wien-Hütteldorf
  43. Die Westbahn „verlängert“ Strecken für höhere Tarife. In: orf.at, 29. März 2014, abgerufen am 11. Dezember 2014
  44. Westbahn-Kilometerbank: Preiserhöhung ist gesetzwidrig. (Memento vom 13. Dezember 2014 im Internet Archive) 24. April 2014, abgerufen am 11. Dezember 2014
  45. WESTbahn Website. Abgerufen am 24. Juni 2015
  46. Gefährliches Treffen auf der Westbahn. In: Kurier.at, 11. Dezember 2012.
  47. Erneut Probleme mit den Türen. In: Kurier vom 13. Dezember 2012
  48. Stadler-Rail-Züge müssen langsamer kreuzen. In: Tages-Anzeiger, 12. Dezember 2012
  49. Dutzende Passagiere saßen im Wienerwald-Tunnel fest. In: Kurier, 24. Juli 2013
  50. Nach Stillstand im Tunnel sorgt „Bremsproblem“ für Aufregung. In: Kurier, 26. Juli 2013
  51. Überfahrenes Halt-Signal führte zu Zugunfall in Linz. In: diepresse.com. Abgerufen am 24. August 2017.