WISTA

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Fassadendesign des Photonikzentrums
WISTA: Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Adlershof, 2019

Der Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Adlershof (kurz: WISTA) liegt im Berliner Ortsteil Adlershof des Bezirks Treptow-Köpenick.

Seit 1991 ist auf einer 4,2 Quadratkilometer großen Fläche eine Technologie-, Medien- und Forschungsstadt mit 1.189 Unternehmen, 23.500 Mitarbeitern und rund 6.500 Studenten entstanden (Stand: 2019).[1][2]

Das Gebiet gilt seit etwa 2005 als größter Technologiecluster Deutschlands und ist im Jahr 2020 Standort von 90 Weltmarktführern in den unterschiedlichsten Branchen.[3] [4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bibliothek der Humboldt-Universität, 2005

Aus dem ehemaligen Gelände des Fernsehens der DDR, der Akademie der Wissenschaften der DDR und des Wachregiments „Feliks Dzierzynski“ wurde mit Hilfe öffentlicher Fördergelder der Wissenschafts- und Technologiepark Adlershof (WISTA) angelegt. Die 1991 vom Land Berlin gegründete Entwicklungsgesellschaft Adlershof mbH (EGA) firmierte 1994 in WISTA Management GmbH [5] um und ist seitdem für den Betrieb und die Weiterentwicklung der Wissenschaftsstadt verantwortlich.

Das Adlergestell und die Bahntrasse trennen praktisch zwei Welten: Auf der einen Seite das hochtechnologisierte WISTA-Entwicklungsgebiet, auf der anderen Seite der historische, vor über 250 Jahren gegründete, alte Ortskern.[6][7][8]

Als eigenständiges Projekt der Expo 2000 wurde der Wissenschafts- und Technologiepark Adlershof unter der Projektbezeichnung Berlin Adlershof – Stadt für Wissenschaft, Wirtschaft und Medien großteils angelegt. Seit 2001 wird das Facilitymanagement durch die WISTA.Service (ehemals: Adlershof Facility Management GmbH), ein Tochterunternehmen der WISTA Management GmbH, erbracht.

In den gesamten Jahren seit Entwicklungsbeginn gelang es, auf dem Park zahlreiche Unternehmen aus der Hightech-Branche anzusiedeln. Einen großen Entwicklungsschub erfuhr der WISTA durch den schrittweisen Umzug der naturwissenschaftlichen Bereiche der Humboldt-Universität aus der Berliner Innenstadt nach Adlershof. In der Zeit von 1998 bis 2003 siedelten sich auf dem Campus Adlershof die Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät[9] mit den Instituten für Chemie, Informatik, Mathematik, Physik und dem Geografischen Institut, sowie das Institut für Psychologie der Lebenswissenschaftlichen Fakultät[10] an.

Kunstinstallation Zwei Köpfe in Bewegung, 2019

2007 wurde die WISTA aus dem Entwicklungsrecht entlassen.[11] Der Ausbau geht entsprechend den bezirklich ausgewiesenen Projekten weiter, darunter die Bauvorleistungen am Nordrand bis zur Hermann-Dorner-Allee. Hier liegen noch einige erschlossene größere Flächen zur Bebauung in Reserve (Stand: 2012)

Spitzenforschung und Nachwuchsförderung betreibt die Humboldt-Universität vor Ort mit den Integrativen Forschungsinstituten IRIS Adlershof[12] und IRI THESys.[13] Seit 2007 setzt sich die Universität mit dem FiNCA-Projekt[14] zugleich für Chancengleichheit in Wissenschaft und Forschung ein und fördert auf dem Campus weibliche Nachwuchskräfte in den mathematisch-naturwissenschaftlichen Disziplinen.

Ein großer privater Investor auf dem WISTA-Gelände ist seit den 2010er Jahren die kommerzielle Berliner Entwicklungsgesellschaft immobilien-experten-ag.[15] Sie errichtet den Campus für Gewerbe und Technologie „Am Oktogon“. Dominantes Bauwerk wird der Tower B5, der eine torartige Situation in diesem Parkbereich darstellen wird und nach Entwurf des Architekten Gunter P. J. Bürg entsteht. Der siebengeschossige Turm bietet eine Nutzfläche von 3600 m² und soll als Wahrzeichen des Campus, der dann 17 Neubauten umfasst, dienen. Die Fertigstellung erfolgt im Jahr 2020 und soll nach dem Willen der Erbauer dann das Nachhaltigkeitszertifikat Leed Gold des US-Green Building Council erhalten.[16]

Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Orientierungsplan WISTA Gelände in Berlin-Adlershof
WISTA-Gelände in Berlin-Adlershof
(Stand: 2019)
  Universitäts-Campus
  Wissenschafts- und Technologiepark
  Wohngebiet
  Medienstadt
  Gewerbegebiet
  Business-Zentrum

2019 beherbergte der Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Adlershof 1189 Unternehmen, 14 Forschungseinrichtungen und Hochschulinstitute mit 1,0061 Milliarden Euro und 23.500 Beschäftigten, darunter[1][2]

  • sechs naturwissenschaftliche Institute der Humboldt-Universität zu Berlin (Chemie, Informatik, Mathematik, Physik, Psychologie, Geografie) mit 6458 Studenten und 980 Mitarbeitern,
  • acht außeruniversitäre wissenschaftliche Einrichtungen mit 1851 Mitarbeitern,
  • 548 Unternehmen mit 7945 Mitarbeitern im Wissenschafts- und Technologiepark,
  • 189 Unternehmen mit 2960 Mitarbeitern in der Medienstadt,
  • 454 Gewerbe und Dienstleistungs-Unternehmen mit 9764 Mitarbeitern.

Branchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Wissenschafts- und Technologiepark Adlershof ist einer der Berliner Zukunftsorte mit überregionaler Strahlkraft. In folgenden Branchen wird am Standort geforscht, entwickelt und gearbeitet (Stand: 2020):

  • Photonik und Optik
  • Photovoltaik und Erneuerbare Energien
  • Mikrosysteme und Materialien
  • Informationstechnik (IT) und Medien
  • Biotechnologie und Umwelt

Firmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den von der WISTA Management GmbH betriebenen Technologie- und Gründerzentren finden junge Firmen und Gründer professionelle Unterstützung, um in Adlershof sesshaft zu werden. Auf dem WISTA-Areal waren 2019 insgesamt 1189 Unternehmen angesiedelt.

Forschung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mehrere außeruniversitäre Forschungsinstitute sind auf dem Gelände angesiedelt, unter anderem

Entwicklungsgesellschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Entwicklungsgesellschaft WISTA.Plan GmbH (ehemals: Adlershof Projekt GmbH) als städtebaulicher Entwicklungsträger und Treuhänder des Landes Berlin ist verantwortlich für die Entwicklung, Bauleitplanung, Projektsteuerung der Beräumungs- und Infrastrukturmaßnahmen, Verwaltung des Treuhandvermögens sowie die Ansiedlung von Unternehmen im Entwicklungsbereich der WISTA (Johannisthal/Adlershof).

Das Ferdinand-Braun-Institut mit seinem Solarzellendach

Als Berliner Landesgesellschaft ist sie für Marketing, Öffentlichkeitsarbeit und Wirtschaftsförderung am Standort Adlershof zuständig. Mit den WISTA-Gründerzentren,[17] Business Support-Angeboten[18] und verschiedenen Gründerförderprojekten[19] unterstützt sie die Ansiedlung von Unternehmen und Start-ups im Technologiepark. Zudem ist sie an der Entwicklung weiterer Zukunftsorte in Berlin beteiligt: in Schöneweide mit dem Regionalmanagement Berlin Südost[20] und der Innovationswerkstatt,[21] in Charlottenburg mit dem Charlottenburger Innovations-Centrum (CHIC)[22] und in Dahlem mit dem Aufbau des Technologie- und Gründungszentrums FUBIC.

Mit dem Wohnbauprojekt Wohnen am Campus sind im Entwicklungsgebiet Adlershof auf 17 Hektar nördlich der Rudower Chaussee über 1600 Miet- und Eigentumswohnungen, Townhouses und knapp 400 Studentenapartments entstanden. Zwei der Bauprojekte aus dem Quartier wurden 2017 ausgezeichnet. Tetris Adlershof erhielt den German Design Award und den Deutschen Ziegelpreis. Das Newtonprojekt gewann den Ideenwettbewerb EnEff.Gebäude.2050 in der Kategorie „Konzepte zukunftsweisender Gebäude und Quartiere“. Laufende Wohnbauprojekte sind neben Wohnen am Campus II, das Mietwohnprojekt „Straße am Flugplatz“ und am Eisenhutweg auf einem 16.000 m² großem Areal die „Viva City Adlershof“.

Aus GRW-Mitteln flossen bisher über rund 540 Millionen Euro Fördermittel in die Infrastruktur der Wissenschaftsstadt Adlershof.

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Terminal 1 des BER

Südwestlich des Geländes verläuft die A 113 und östlich davon die B 96a. Auf dem Gelände des Parks wurden einige vorher vorhandene namenlose Verbindungswege zwischen den Gebäuden zu öffentlichen Straßen ausgebaut. Sie erhielten häufig Namen nach Technikpionieren, die hier gewirkt hatten.

Am östlichen Rand des WISTA befindet sich der S-Bahnhof Adlershof, der von den S-Bahn-Linien S45, S46, S8, S85 und S9 bedient wird. Er wurde zu Beginn der 2000er Jahre neu gebaut und so verlegt, dass eine bessere Umsteigemöglichkeit zu den anderen Nahverkehrsmitteln entstand.

Die Buslinien 162, 163, 164, 260 und die Nachtlinie N60 den erschließen Standort. Zudem verkehren die Linien 61 und 63 der Straßenbahn Berlin über den S-Bahnhof hinaus über die Rudower Chaussee und Max-Born-Straße in die Karl-Ziegler-Straße inmitten des WISTA-Geländes.

Der Flughafen Berlin Brandenburg liegt rund sieben Kilometer vom Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort entfernt. Das Gelände wird südlich vom Teltowkanal begrenzt. Der nächstgelegene Hafen ist Rudow-Ost.

2019 ging im Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Adlershof eine der deutschlandweit ersten Antennen der 5G-Technik in Betrieb.[23] Die neue Anlage ermöglicht entsprechend ausgerüsteten Mobiltelefonen eine Download-Geschwindigkeit von rund 500 Megabit pro Sekunde.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Adlershof (WISTA) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b WISTA-MANAGEMENT GMBH: Adlershof in Zahlen - Firmen / Lage - Technologiepark Adlershof. Abgerufen am 7. Mai 2021.
  2. a b WISTA Jahresbericht 2018. (PDF; 2,1 MB) WISTA Management GmbH, Berlin, 2018, abgerufen am 7. Mai 2021.
  3. Der Spiegel. Hamburg 2008, 02 (7.1.), S. 38. ISSN 0038-7452
  4. „Berlins wichtigster Rohstoff ist das Wissen“, Der Tagesspiegel, abgerufen am 11. September 2021.
  5. Website der WISTA-Management GmbH, abgerufen am 17. Dezember 2015.
  6. PDF; 5,4 MB in: Adlershofer Zeitung 1/2009, S. 3
  7. PDF; 7,7 MB in: Adlershofer Zeitung 5/2010, S. 16
  8. PDF; 10,7 MB in: Adlershofer Zeitung 10/2010, S. 12
  9. Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät
  10. Institut für Psychologie der Lebenswissenschaftlichen Fakultät
  11. Städtebaulicher Entwicklungsbereich Johannisthal/Adlershof – Bilanz der Entwicklung (Memento vom 23. März 2012 im Internet Archive), zur Entlassung der WISTA aus dem Entwicklungsrecht, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Berlin, November 2007 (PDF; 3,9 MB); abgerufen 7. Mai 2021.
  12. IRIS Adlershof
  13. IRI THESys
  14. FiNCA
  15. Website von immobilien-experten-ag; abgerufen am 28. November 2015.
  16. Berliner Zeitung, 6./7. April 2019, Beilage Immobilienwelten, S. 3.
  17. Gründerzentren
  18. Business Support
  19. Gründerförderprojekten
  20. Regionalmanagement Berlin Südost
  21. Innovationswerkstatt
  22. Charlottenburger Innovations-Centrum (CHIC)
  23. Adlershof: Vodafone aktiviert ersten 5G-Masten in Berlin, Berlin.de, abgerufen am 18. Januar 2020.

Koordinaten: 52° 25′ 48,8″ N, 13° 31′ 52,2″ O