WISTA

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
WISTA-Technologiepark von Südwesten, Juni 2010
Wista-Gelände in Berlin-Adlershof (Stand: 2018):
  Humboldt-Universität
  Science City
  Wohngebiet
  Media City
  Gewerbegebiet
  Business-Zentrum

Der Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Adlershof, kurz WISTA, liegt im Berliner Ortsteil Adlershof im Bezirk Treptow-Köpenick. Seit 1991 ist auf einer 4,2 Quadratkilometer großen Fläche eine neue Wissenschaftsstadt mit 1041 Unternehmen (Stand: Ende 2016), 16.778 Mitarbeitern und rund 6.700 Studenten entstanden.[1] Laut Spiegel ist das Gebiet der „größte Wissenschafts- und Technologiecluster Deutschlands“.[2]

Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

WISTA-Schild

Aus dem ehemaligen Gelände des Fernsehens der DDR, der Akademie der Wissenschaften der DDR und des Wachregiments „Feliks Dzierzynski“ wurde mit Hilfe öffentlicher Fördergelder der Wissenschafts- und Technologiepark Adlershof angelegt. Die 1991 vom Land Berlin gegründete Entwicklungsgesellschaft Adlershof mbH (EGA) firmierte 1994 in WISTA-Management GmbH [3] um und ist seitdem für den Betrieb und die Weiterentwicklung der Wissenschaftsstadt verantwortlich. Als Berliner Landesgesellschaft ist sie für Marketing, Öffentlichkeitsarbeit und Wirtschaftsförderung am Standort Adlershof zuständig. Mit den WISTA-Gründerzentren,[4] Business Support-Angeboten[5] und verschiedenen Gründerförderprojekten[6] unterstützt sie die Ansiedlung von Unternehmen und Start-ups im Technologiepark. Zudem ist sie an der Entwicklung weiterer Zukunftsorte in Berlin beteiligt: in Schöneweide mit dem Regionalmanagement Berlin Südost[7] und der Innovationswerkstatt,[8] in Charlottenburg mit dem Charlottenburger Innovations-Centrum (CHIC)[9] und in Dahlem mit dem Aufbau des Technologie- und Gründungszentrums FUBIC.

Geteilt durch das Adlergestell ist Adlershof heute ein Synonym für zwei Welten: Auf der einen Seite das hochtechnologisierte WISTA-Entwicklungsgebiet, auf der anderen Seite der historische, vor über 250 Jahren gegründete, alte Ortskern.[10][11][12]

Als eigenständiges Projekt der Expo 2000 wurde der Wissenschafts- und Technologiepark Adlershof unter der Projektbezeichnung Berlin Adlershof – Stadt für Wissenschaft, Wirtschaft und Medien großteils fertiggestellt. Seit 2001 wird das Facilitymanagement durch die Adlershof Facility Management GmbH (AFM), ein Tochterunternehmen der WISTA-Management GmbH, erbracht.

Ende 2007 wurde der WISTA aus dem Entwicklungsrecht entlassen.[13] Der Ausbau geht entsprechend den bezirklich ausgewiesenen Projekten weiter, darunter die Bauvorleistungen am Nordrand bis zur Hermann-Dorner-Allee. Hier liegen noch einige erschlossene größere Flächen zur Bebauung in Reserve.

In den gesamten Jahren seit Entwicklungsbeginn gelang es, auf dem Park zahlreiche Unternehmen aus der Hightech-Branche anzusiedeln. Einen großen Entwicklungsschub erfuhr der WISTA durch den schrittweisen Umzug der naturwissenschaftlichen Bereiche der Humboldt-Universität aus der Berliner Innenstadt nach Adlershof. In der Zeit von 1998 bis 2003 siedelten sich auf dem Campus Adlershof die Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät[14] mit den Instituten für Chemie, Informatik, Mathematik, Physik und dem Geografischen Institut, sowie das Institut für Psychologie der Lebenswissenschaftlichen Fakultät[15] an.

Spitzenforschung und Nachwuchsförderung betreibt die Humboldt-Universität vor Ort mit den Integrativen Forschungsinstituten IRIS Adlershof[16] und IRI THESys[17] Seit 2007 setzt sich die Humboldt-Universität mit dem FiNCA-Projekt[18] für Chancengleichheit in Wissenschaft und Forschung ein und fördert auf dem Campus weibliche Nachwuchskräfte in den mathematisch-naturwissenschaftlichen Disziplinen.

Der Wissenschafts- und Technologiepark Adlershof ist einer der Berliner Zukunftsorte mit überregionaler Strahlkraft. In folgenden Branchen wird am Standort geforscht, entwickelt und gearbeitet:

  • Photonik und Optik,
  • Photovoltaik und Erneuerbare Energien,
  • Mikrosysteme und Materialien,
  • Informationstechnik (IT) und Medien,
  • Biotechnologie und Umwelt.

In den von der WISTA-Management GmbH betriebenen Technologie- und Gründerzentren finden junge Firmen und Gründer professionelle Unterstützung, um in Adlershof sesshaft zu werden.

Auf dem WISTA-Areal sind inzwischen 512 Unternehmen und zehn außeruniversitäre Forschungsinstitute angesiedelt, unter anderem

Ein großer privater Investor auf dem WISTA-Gelände ist seit den 2010er Jahren die kommerzielle Berliner Entwicklungsgesellschaft immobilien-experten-ag.[19] Sie errichtet den Campus „Oktogon“.

Die Entwicklungsgesellschaft Adlershof Projekt GmbH,[20] städtebaulicher Entwicklungsträger und Treuhänder des Landes Berlin, kümmert sich um die Entwicklung der Wohnbaustandorte „Wohnen am Landschaftspark“ und „Wohnen am Campus“. Auf einem Areal von 14 Hektar in unmittelbarer Nähe zum Campus der Humboldt-Universität sollen in den 2020er Jahren mit dem Projekt „Wohnen am Campus“ 1400 Wohneinheiten für rund 2500 Menschen entstehen.

Aus GRW-Mitteln flossen bisher über rund 540 Millionen Euro Fördermittel in die Infrastruktur in die Wissenschaftsstadt Adlershof.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Individualverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Südwestlich des Geländes verläuft die A 113 und östlich davon die B 96a. Auf dem Gelände des Parks wurden einige vorher vorhandene namenlose Verbindungswege zwischen den Gebäuden zu öffentlichen Straßen ausgebaut. Sie erhielten häufig Namen nach Technikpionieren, die hier gewirkt hatten.

Öffentlicher Personennahverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am östlichen Rand des WISTA befindet sich der S-Bahnhof Adlershof, der von den S-Bahn-Linien S45, S46, S8, S85 und S9 bedient wird. Er wurde zu Beginn der 2000er Jahre komplett neu gebaut und so verlegt, dass eine bessere Umsteigemöglichkeit zu den anderen Nahverkehrsmitteln entstand.

Außerdem erschließen die Buslinien 162, 163, 164, 260 und die Nachtlinie N60 den Standort.

Seit dem 4. September 2011 verkehren die Linien 60 und 61 der Straßenbahn über den S-Bahnhof hinaus über die Rudower Chaussee und Max-Born-Straße in die Karl-Ziegler-Straße inmitten des WISTA-Geländes.

Flugverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der künftige Flughafen Berlin Brandenburg liegt ca. sieben Kilometer vom Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort entfernt.

Schiffsverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gelände wird südlich vom Teltowkanal begrenzt. Der nächstgelegene Hafen ist Rudow-Ost.

Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende 2016 beherbergte WISTA 1.041 Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Hochschulinstitute mit 1,94 Milliarden Euro Umsatz und 16.778 Beschäftigten, darunter:[1]

  • sechs naturwissenschaftliche Institute der Humboldt-Universität zu Berlin (Chemie, Informatik, Mathematik, Physik, Psychologie, Geografie) mit 6.700 Studenten und 1.045 Mitarbeitern,
  • zehn außeruniversitäre wissenschaftliche Einrichtungen mit 1.732 Mitarbeitern,
  • 512 Unternehmen mit 6.462 Mitarbeitern im Wissenschafts- und Technologiepark,
  • 147 Unternehmen mit 2.253 Mitarbeitern in der Medienstadt,
  • 382 Gewerbe und Dienstleistungs-Unternehmen mit 5.286 Mitarbeitern.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Adlershof (WISTA) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Daten & Fakten auf www.adlershof.de.[1]
  2. Der Spiegel. Hamburg 2008, 02 (7.1.), S. 38. ISSN 0038-7452
  3. Website der WISTA-Management GmbH, abgerufen am 17. Dezember 2015.
  4. Gründerzentren
  5. Business Support
  6. Gründerförderprojekten
  7. Regionalmanagement Berlin Südost
  8. Innovationswerkstatt
  9. Charlottenburger Innovations-Centrum (CHIC)
  10. PDF; 5,4 MB in: Adlershofer Zeitung 1/2009, S. 3
  11. PDF; 7,7 MB in: Adlershofer Zeitung 5/2010, S. 16
  12. PDF; 10,7 MB in: Adlershofer Zeitung 10/2010, S. 12
  13. Städtebaulicher Entwicklungsbereich Johannisthal/Adlershof – Bilanz der Entwicklung, zur Entlassung der WISTA aus dem Entwicklungsrecht, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Berlin, November 2007 (PDF-Datei; 3,9 MB); abgerufen 2014.
  14. Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät
  15. Institut für Psychologie der Lebenswissenschaftlichen Fakultät
  16. IRIS Adlershof
  17. IRI THESys
  18. FiNCA
  19. Website von immobilien-experten-ag; abgerufen am 28. November 2015.
  20. Website von Adlershof Projekt GmbH; abgerufen am 17. Dezember 2015.

Koordinaten: 52° 25′ 48,8″ N, 13° 31′ 52,2″ O