WIV Wein International

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Die WIV Wein International AG ist ein international tätiges Unternehmen der Weinbranche mit Sitz in Burg Layen, einem Ortsteil von Rümmelsheim.

Im Jahr 1953 entwickelten die Brüder Kuno und Elmar Pieroth eine neue Art der Weinvermarktung. Durch die damals eingeschränkte Mobilität der Kunden begannen die Brüder den Wein ihres Weingutes dem Kunden direkt zu liefern. Das Weingut Pieroth war das erste Weingut in Deutschland, das seine Weine über den Direktvertrieb verkaufte.

Im Jahr 1985 war das Unternehmen in den Glykolwein-Skandal verwickelt. In einem Abfüllbetrieb des Unternehmens wurden dabei deutsche Weine mit Glykol gepanschtem österreichischen Wein verschnitten.[1] Durch den Glykolwein-Skandal wurden die Strukturen und Verzweigungen des Unternehmens, welche dieses bisher immer verschwiegen hatte, offenbar.[2] Dabei war das Unternehmen durch den großen Vertrauensverlust beinahe insolvent gewesen.[2] Daraufhin änderten die Inhaber den Firmennamen in "WIV Wein International"[3].

Im Geschäftsjahr 2010 beschäftigte sie nach eigenen Angaben 5128 Mitarbeiter, im Jahr 2011 waren es bereits 5400, von denen zwei Drittel im Vertrieb arbeiten.[4] Diese verteilen sich auf über 40 eigenständige Gesellschaften in 23 Ländern. Sie besitzt eigene Weinkellereien in Deutschland, Frankreich, Ungarn, Australien und Südafrika. Neben dem Kerngeschäft, dem Direktvertrieb ist das Unternehmen in den Bereichen Handel, Logistik, Messebau, IT und Touristik tätig.

Im Geschäftsjahr 2010 erzielte sie einen Umsatz von 458,1 Mio. Euro. 41 Prozent davon erwirtschaftete sie in Deutschland und 59 Prozent im Ausland in insgesamt 18 Ländern.

Derzeit hat das Unternehmen nach eigenen Angaben rund 1 Million aktiver Kunden und verkauft 50 Millionen Flaschen Wein pro Jahr, die einen Umsatz von 460 Millionen Euro erwirtschaften. Dabei erzielt der Direktvertrieb einen Umsatz von 275 Millionen Euro.[4] Andere Einnahmequellen sind der Großhandel und die im Jahr 2001 gegründete eigene Weinladenkette Vino.

Das Unternehmen befindet sich im Besitz der Gründerfamilie Pieroth, die auf Vorstandsebene durch Johannes Pieroth und Andreas Pieroth vertreten wird und auch im Aufsichtsrat präsent ist. Inzwischen ist die Familie Pieroth nicht mehr im Vorstand, jedoch mit Andreas Pieroth im Aufsichtsrat vertreten.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. "Die Tricks der Weinmischer" Die Zeit vom 16. August 1985 abgerufen am 8. Dezember 2013
  2. a b "Höchstel Kunst" Der Spiegel vom 19. August 1985 abgerufen am 8. Dezember 2013
  3. "Botschaft vom Krankenbett" Der Spiegel vom 12. März 1990 abgerufen am 8. Dezember 2013
  4. a b "Die Geschichte zum Wein gehört dazu" FAZ vom 27. Juni 2011 abgerufen am 17. Juli 2012

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]