WSG Radenthein

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Die WSG Radenthein ist ein österreichischer Fußballverein aus der Kärntner Stadt Radenthein. Sie spielt 2013/14 in der fünftklassigen Unterliga West (Kärnten).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die WSG Radenthein wurde 1951 als Werkssportsgemeinschaft der Austro American Magnesit Company als zweiter Fußballklub nebst der ATUS Radenthein in Radenthein ins Leben gerufen. Bereits in seiner ersten Saison 1951/52 konnte der Klub als Kärntner Vize-Landesmeister gemeinsam mit dem SK Austria Klagenfurt in die zweitklassige Tauernliga aufsteigen. 1954 konnte die WSG Radenthein erstmals als Tauernmeister an der Relegation zur A-Liga teilnehmen, scheiterte aber am SC Schwarz-Weiß Bregenz. Die nächsten Chancen zum Aufstieg in die höchste österreichische Spielklasse sollten bald kommen, doch auch 1956, 1957, 1958 und 1959 scheiterten die Kärntner vier Mal in Folge als Tauernmeister in den Aufstiegsspielen.

In der Saison 1959/60 wurde die Regionalliga Mitte für Kärnten, Steiermark und Oberösterreich als neue zweite Spielstufe eingeführt, die nun ein direktes Aufstiegsrecht für den Gewinner besaß. Die WSG Radenthein, im Startjahr als einzige Mannschaft aus Kärnten dafür qualifiziert, konnte sich hierbei schließlich 1966/67 vor dem SK Vorwärts Steyr durchsetzen und somit in die, mittlerweile Nationalliga genannte, höchste österreichische Spielklasse aufsteigen. In der Radentheiner Erstligamannschaft standen unter anderem die ehemaligen Nationalspieler Rudolf Sabetzer, Erhard Wieger und Heinrich Büllwatsch, weiters der jugoslawische Tormann Gordan Irović (geb. 2. Juli 1934, er war im Aufgebot der Weltmeisterschaftsmannschaft 1958), dennoch stieg der Klub als Tabellenletzter 1967/68 wieder in die Regionalliga ab. Höhepunkte waren der 5:1-Heimsieg gegen den SK Sturm Graz (22. Oktober 1967) sowie die beiden Kärntner Derbys gegen Austria Klagenfurt vor bis zu 10.000 Zuschauern (am 26. November 1967 mit einem Heim-0:1 und am 1. Juni 1968 ein Auswärts-1:1).

Doch bereits in der Saison 1969/70 stiegen die Radentheiner als Regionalligameister vor WSV Fohnsdorf wieder in die Nationalliga auf. Dies geschah allerdings unter dem faden Beigeschmack von Bestechungsvorwürfen, weil es sich beim entscheidenden Spiel gegen den WSV Hönigsberg (28. Juni 1970) um ein Nachtragsspiel zum 16. Mai 1970 handelte, das eine Woche nach Ende der Meisterschaft nachzutragen war. Dass Hönigsberg bei einem Sieg von 3 Toren Unterschied nicht in die Landesliga hätte absteigen müssen, war für die Gastgeber eher eine schwer lösbare Aufgabe, genauso schien es kaum möglich, dass Radenthein zum Titelgewinn das Soll eines Sieges mit sieben Toren Unterschied verwirklichen könnte. Doch dies geschah. Das letzte Tor fiel allerdings quasi mit dem Schlusspfiff des für dieses Match nominierten FIFA-Schiedsrichter Erich Linemayr (bei einer Manipulation hätte man wohl die Sache schon etwas früher perfekt gemacht). Trotzdem war die Verärgerung beim WSV Fohnsdorf entsprechend groß, hätte man doch mit einer reinen Amateurmannschaft, welche während der Woche großteils in den Kohlengruben arbeiteten, den Durchmarsch durch die Regionalliga geschafft. Es gab diverse Bestechungsvorwürfe, doch wurde letztlich am 19. Juli 1970 in einer Präsidiumssitzung des ÖFB das Match resultatsmäßig verifiziert.

Einzufügen ist, dass den Radentheinern in der betreffenden Saison 1969/70 (also noch als Regionalliga-Klub) eine Sensation gelang, als am 14. Dezember 1969 Austria Wien auswärts 1:0 besiegt werden konnte, was bis zum 3. Mai 2003 (3:0-Sieg des FC Kärnten) der einzige Pflichtspiel-Sieg eines Kärntner Klubs bei den Wiener Violetten bedeutete.

Es war im Anschluss daran ein schlechtes Erstligajahr, denn nach 30 Spielen hatte der Kärntner Verein nur 12 Punkte auf dem Konto. Doch abermals kehrte der Klub nach nur zwei Jahren mit dem deutlichen Gewinn der Regionalliga 1972/73 vor Kapfenberg zurück ins österreichische Oberhaus (man stand schon 3 Runden vor Schluss als Meister fest, hatte am Ende 8 Punkte Vorsprung). Dieser dritte Aufstieg bedeutete das plötzliche Ende der WSG Radenthein, denn der Klub wurde ins vermeintlich publikumsträchtigere Villach umgesiedelt, wo er zum neuen Villacher SV wurde. Der VSV war zu diesem Zeitpunkt in der Regionalliga spielend gewesen und nun auf diese Art erstklassig geworden; zuerst als Radenthein/VSV, ab 1975 fiel Radenthein aber auch aus dem Vereinsnamen. Eine Zweitmannschaft Radenthein/VSV II spielte außer Konkurrenz in der Unterliga West.

Der Klub bestand zwar weiterhin, stellte sogar per 7. November 1975 offiziell den Spielbetrieb ein, startete aber 1976 einen Neuanfang im Kärntner Unterhaus, ist aber bis heute in den unteren Ligen geblieben. Vorerst begann die Mannschaft 1976/77 in der 1. Klasse B außer Konkurrenz. Schon 1977/78 gelang der Meistertitel und der Aufstieg in die Unterliga (West). Als Meister 1982/83 wurde ein Wiederaufstieg in die Kärntner Liga geschafft, wo man nach zwei Jahren wieder absteigen musste. Nach der Saison 1989/90 musste erstmals wieder der Abstieg in die 1. Klasse hingenommen werden. Ab 1993 spielte man (nach einer Zusammenlegung mit dem Nachbarverein Untertweng) als Spielgemeinschaft Gegendtal, mit dieser Bezeichnung wurde (als Aufsteiger) ab 1995/96 erneut in der Unterliga gespielt. Ab 1996/97 wurde wieder der frühere Name WSG Radenthein verwendet. 2006/07 musste die Mannschaft erneut in die 1. Klasse zurück. 2011 ist man wieder in die Unterliga West aufgestiegen, in weiterer Folge wurde die Kärntner Landesliga als Ziel ausgegeben. In der Saison 2014/15 konnte der Vizemeistertitel errungen werden.

Anzumerken ist, dass ab 1974/75 auch ein Fußballklub ASKÖ Radenthein existierte, der in der 2. Klasse (unterste Spielklasse) spielte, 1976/77 Meister wurde und in die 1. Klasse (Gruppe B) aufstieg. Es kam 1977/78 und 1978/79 zu Derbys gegen die WSG Radenthein. Für die Saison 1981/82 wurde die Erstmannschaft jedoch in die 1. Klasse A eingeteilt, was recht weite Fahrten bedeutete. Angesichts dessen meldete sich der Klub sofort nach Bekanntwerden der Einteilung beim Verband für immer ab (4. Juli 1981).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]