WSV Oberhof 05

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Wintersportverein 05 e.V. in Oberhof, kurz WSV Oberhof 05 oder WSV Oberhof, ist ein deutscher Wintersportverein in Oberhof.

Eckdaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der WSV Oberhof 05 ging aus dem am 23. November 1990 aufgelösten ASK Vorwärts Oberhof hervor, der als einer der erfolgreichsten Wintersportverein der Welt gilt. 16-mal Gold haben die Sportler des ASK bei fünf Olympischen Winterspielen zwischen 1956 und 1990 gewonnen.[1] Nach der Wende konnte das vormalige System der DDR-Sportförderung in seinen Armeesportvereinen jedoch nicht weiter aufrechterhalten werden. Wie zuvor liegt ein Schwerpunkt bei der Talentsuche und Talentförderung im Nachwuchs- und Leistungssport in den Sportarten Biathlon, Skilanglauf, Skispringen und Nordische Kombination. Die vormals sehr erfolgreichen Sportarten Bob und Rodeln werden angeboten, werden aber mittlerweile auf professioneller Ebene im BSR Rennsteig Oberhof betrieben. Im Breitensport bietet der WSV auch Sommer- und Hallensportarten an: Fußball, Gymnastik, eine Laufgruppe, Mountainbikesport, Tennis, Tischtennis und Volleyball sowie im Behindertensport. Der Verein hat etwa 600 Mitglieder, neben aktiven Sportlern auch Trainer, Kampfrichter, Ordner und ehrenamtliche Helfer. Als Trainingszentrum für die Skilanglau-Sportarten nutzt der Verein die DKB-Ski-Arena Oberhof. Skispringen wird auf der Schanzenanlage im Kanzlersgrund, für die Jugend auf der Schanzenanlage am Wadeberg, betrieben. Rennrodel- und Skeletonsport wird auf der Rennrodelbahn Oberhof betrieben, Bobsport aufgrund der fehlenden Anlauflänge jedoch nicht. Die Ausbildung der Juniorensportler erfolgt in Verbindung mit dem Sportgymnasium Oberhof.

Biathlon[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sven Fischer bei einem Weltcuprennen 2003

Erfolgreichste Abteilung des Vereins ist der Biathlonsport. Erfolgreichste Athleten sind hier der zweifache Olympiasieger und achtfache Weltmeister (Angaben immer auf Starts für den WSV bezogen) Frank Luck sowie Sven Fischer mit vier Olympiasiegern und sieben Weltmeistertiteln. Mit Antje Misersky stellte der Verein eine dritte Olympiasiegerin, die darüber hinaus bei den erstmals 1992 ausgetragenen olympischen Biathlonwettbewerben in allen drei Rennen mindestens eine Silbermedaille gewann. Simone Greiner-Petter-Memm gewann Olympisches Silber und fünf Titel bei Weltmeisterschaften. Weltmeisterin wurde darüber hinaus Sabrina Buchholz, Medaillen bei Weltmeisterschaften gewannen Christoph Stephan, Alexander Wolf, Kathi Schwaab und Kerstin Moring. Bei Europameisterschaften war Jörn Wollschläger viermal erfolgreich, Juliane Döll ist mit fünf Titelgewinnen zweiterfolgreichste Frau bei Europameisterschaften. Weitere bekannte Biathleten sind Jenny Adler, Steffi Kindt und Lisa Voigt. Auch der US-Amerikaner Jay Hakkinen gehört dem Verein an.

Durch die Ansiedlung der Sportfördergruppe Oberhof trainiert auch Andrea Henkel beim Verein, Männer-Bundestrainer Frank Ullrich war hier ebenso angesiedelt, wie die derzeitigen National- und Kadertrainer Mark Kirchner, Gerald Hönig und Peter Sendel. Gerd Hauke und Roman Böttcher sind Trainer am Sportgymnasium.

Auch im Sommerbiathlon brachte der WSV Oberhof mit Matthias Albrecht, dem siebenfachen deutschen Meister Niklas Heyser sowie Erik Lahl erfolgreiche Athleten hervor.

Hans-Gert Jahn ist Abteilungsleiter Biathlon, Herbert Wiegand für die Finanzen der Abteilung zuständig. Karl-Heinz Wolf war bis 2010 als Betreuer für den Verein tätig.[2]

Nordischer Skisport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ronny Ackermann während eines Rennens des Sommer-Grand-Prix in Steinbach-Hallenberg 2004

Erfolgreichste Skilangläuferin ist Olympiasiegerin und Weltmeisterin Manuela Henkel, bei den Skilangläufern ist Andreas Schlütter, der je einmal Olympiasilber- und bronze sowie zweimal Silber und einmal Bronze bei Nordischen Skiweltmeisterschaften gewann, am erfolgreichsten. Zudem gehört Jana Hönig dem Verein an. Durch die Sportfördergruppe Oberhof trainieren beim Verein auch weitere Athleten wie Jens Filbrich. Als Trainer der Sportfördergruppe ist auch Andreas Schlütter als Weltcup-Disziplinentrainer beim Verein angesiedelt. Am Sportgymnasium arbeitet Steffen Pollack.

Erfolgreichster Nordischer Kombinierer ist Ronny Ackermann, der bis zu seinem Vereinswechsel zweimal Olympiasilber gewann, einen Weltmeistertitel und zweimal die Wertung im Gesamtweltcup. Auch Marcel Höhlig gewann Olympiasilber. Ein weiterer Kombinierer im Leistungsbereich war Stephan Münchmeyer.

Im Skispringen ist nach den Olympiasiegern Stephan Hocke und Andreas Wank Gerd Siegmund mit dem Gewinn einer Silbermedaille bei Weltmeisterschaften erfolgreichster Athleten des Vereins. Ralph Gebstedt wurde dreimal deutscher Meister, Jörg Ritzerfeld zweimal Vizemeister. Landestrainer beim Verein ist Rainer Schmidt, Trainer am Gymnasium Ralph Gebstedt.

Bob- und Rodelsport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gründung des BSR Rennsteig Oberhof wurde noch unter dem Dach des WSV Bob- und Rodelsport auf höchstem Niveau betrieben. Das Bobteam Wolfgang Hoppe, Bogdan Musiol, René Hannemann und Axel Kühn gewann Silber bei Olympischen Spielen und einen Weltmeisterschaftstitel. Im Rennrodeln ist Jan Behrendt mit einem Olympiasieg und vier Weltmeisterschaftstiteln am Erfolgreichsten. Nach der Neubegründung der Abteilung wurde der Skeletonsportler Alexander Kröckel Dritter bei einer Europameisterschaft, Michael Zachrau bei einer Deutschen Meisterschaft.

Behindertensport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Behindertensport ist Thomas Oelsner mit fünf Gold- und fünf weiteren Medaillen bei Paralympischen Spielen erfolgreichstes Vereinsmitglied.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gerd Falkner (Autor), Deutscher Skiverband (Herausg.): Einhundert Jahre Deutscher Skiverband: Chronik des deutschen Skilaufs von den Anfängen bis zur Gegenwart; Band 3. Deutscher Skiverband (Eigenverlag), 2005, ISBN 3-938963-03-4, Seite 113.
  • Hubert Beck: Lauftraining mit System. Marathon-, Halbmarathon-, Ultralauf und 10-km-Training für Einsteiger, Fortgeschrittene und Leistungssportler- Trainingspläne, Jahrestraining, Krafttraining, Ernährung, Gymnastik. Stiebner Verlag GmbH, 4. Ausgabe 2010, ISBN 3-7679-1045-4, Seite 339.
  • Oliver Gerhard: Dumont BA 143 Thüringer Wald. DuMont Reiseverlag, 2011, ISBN 3-7701-9298-2, Seite 76–77.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Oberhof – Die Kaderschmiede des Wintersports, MDR vom 17. Juni 2011
  2. http://www.sueddeutsche.de/sport/biathlon-wm-in-oberhof-der-lange-schatten-von-plan--1.724780