Waßmannsdorf

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Waßmannsdorf
Gemeinde Schönefeld
Wappen von Waßmannsdorf
Koordinaten: 52° 22′ 18″ N, 13° 28′ 29″ O
Höhe: 40 m ü. NN
Fläche: 7,84 km²
Einwohner: 784 (2015)
Bevölkerungsdichte: 100 Einwohner/km²
Eingemeindung: 2003
Postleitzahl: 12529
Vorwahl: 03379

Waßmannsdorf [ˈvasmansdɔʁf] ist einer der sechs Ortsteile der Gemeinde Schönefeld und liegt im Landkreis Dahme-Spreewald südlich von Berlin unweit des Flughafens Berlin-Schönefeld im Land Brandenburg. Die Gemarkung der ehemaligen Gemeinde (einschließlich des Wohnplatzes Klärwerk, s. Wirtschaft) hat eine Fläche von 7,84 km² und es hat 784 Einwohner (Stand 2015).[1] Waßmannsdorf wird durchschnitten von den Eisenbahngleisen des Berliner Außenrings, wobei das Dorf keinen eigenen Bahnhof besitzt, ein Haltepunkt der S-Bahn ist fertiggestellt worden und sollte im Zuge der Anbindung des östlich angrenzenden Berliner Großflughafens 2012 in Betrieb gehen.[2][3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick auf Waßmannsdorf
Feldsteinkirche, 13. Jahrhundert
Postmeilensäule in Waßmannsdorf

Nach Gerhard Schlimpert ist im Riedelschen Codex diplomaticus Brandenburgensis für das Jahr 1338 ein Johannes de Wachmestorp verzeichnet. Der Ort selbst wurde erstmals 1350 als Wasmestorp urkundlich erwähnt. 1380 ist der erste Kirchenbau in Waßmannsdorf belegt. Die Namensableitung aus einem deutschen Personennamen bleibt unklar, wobei Schlimpert entweder eine Ableitung aus dem Vornamen Wasmōt oder aus dem germanischen Was-, baswa = ‚Vaterschwester‘ als möglich angibt.

Im Jahr 1734 lebten im Dorf 113 Einwohner. Ab 1775 setzte sich endgültig die heutige Schreibweise des Ortsnamens durch. 1841 wurde im Ort eine erste Schule eröffnet, womit für die Kinder der weitere Weg nach Selchow entfiel. 1855 zählte man bereits 223 Einwohner, die sich auf 63 Gebäude verteilten. 1869 kam es zur Gründung der örtlichen Freiwilligen Feuerwehr. 1890 erwarb die Landgemeinde Rixdorf das örtliche Gut um es u. a. für die Verrieselung zu nutzen. 1893 wird die Rieselanlage in Betrieb genommen. 1907 kam es zur Einweihung eines neuen größeren Schulgebäudes (seit der Schließung der Schule 1967 Nutzung als Kindertagesstätte). 1912 wurde Waßmannsdorf als Landgemeinde mit 307 Einwohnern und einem Gutsbezirk mit 159 Einwohnern registriert. Mit der 1920 erfolgten Eingemeindung von Neukölln, dem früheren Rixdorf, in Berlin fällt das 608 Hektar große Rieselgut Waßmannsdorf an Berlin und wird Teil des Eigenbetriebs Berliner Stadtgüter. In den Jahren bis 1939 stieg die Einwohnerzahl von Waßmannsdorf auf 728.

In der Gemeindevertretung wurde 1999 ein Ortswappen beschlossen, das auf rotem Grund eine Kirche mit einem auf dem Dach stehenden Storch zeigt. 2001 zählte Waßmannsdorf 891 Einwohner.

Die bis dahin selbstständige Gemeinde wurde 2003 nach Schönefeld eingemeindet.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „In Rot auf goldenem Boden eine silberne Kirche in Seitenansicht mit linksstehendem Turm und einem auf dem Dach des Langhauses stehenden rotbewehrten Storch in natürlichen Farben.“

Das gestaltete Wappen heraldisiert ein älteres Bildsiegel des Ortes, das die Kirche als ältestes Gebäude der Gemeinde und den Storch als typisches naturräumliches Symbol darstellt.

Das Wappen wurde vom Heraldiker Frank Diemar gestaltet.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf besitzt eine rechteckige gotische Feldsteinkirche aus der Mitte des 13. Jahrhunderts mit einem später angebauten Westturm. Ein Barockaltar ziert den Innenraum des Gotteshauses.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei Waßmannsdorf befindet sich das Klärwerk Waßmannsdorf, eines der drei Hauptklärwerke der Berliner Wasserbetriebe. Ursprünglich 1927 als biologisches Klärwerk in Betrieb genommen, wurde es in den 1990er Jahren um mehrere Reinigungsstufen und ein Blockheizkraftwerk auf eine Kapazität von 230.000 m³ pro Tag erweitert.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof Waßmannsdorf liegt an der Bahnstrecke Grünauer Kreuz–Flughafen Berlin-Brandenburg. Seit 2011 ist er fertiggestellt, ging aber seitdem noch nicht in Betrieb.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gerhard Schlimpert: Brandenburgisches Namenbuch, Teil 3, Die Ortsnamen des Teltow, Hermann Böhlaus Nachf., Weimar 1972, S. 222.
  • Sigrid Weise: Waßmannsdorf 1338–2008, Die Chronik eines märkischen Dorfes, Elro Verlagsgesellschaft, Königs Wusterhausen 2008 (herausgegeben von der Gemeinde Schönefeld)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Waßmannsdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gemeinde Schönefeld: Zahlen & Fakten
  2. Der Flughafen Berlin Brandenburg International (BBI). Auf www.s-bahn-berlin.de, abgerufen am 23. Juni 2011
  3. Erster S-Bahn-Zug fuhr zum neuen Flughafenbahnhof. Auf www.s-bahn-berlin.de, abgerufen am 9. September 2011