Waal (Schwaben)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Waal
Waal (Schwaben)
Deutschlandkarte, Position des Marktes Waal hervorgehoben

Koordinaten: 48° 0′ N, 10° 47′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Ostallgäu
Verwaltungs­gemeinschaft: Buchloe
Höhe: 635 m ü. NHN
Fläche: 27,94 km2
Einwohner: 2342 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 84 Einwohner je km2
Postleitzahl: 86875
Vorwahl: 08246
Kfz-Kennzeichen: OAL, FÜS, MOD
Gemeindeschlüssel: 09 7 77 177
Marktgliederung: 6 Gemeindeteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Marktplatz 1
86875 Waal
Website: www.waal.de
Erster Bürgermeister: Robert Protschka (Bürgerblock)
Lage des Marktes Waal im Landkreis Ostallgäu
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Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt
Waal von Südwesten

Waal ist ein Markt im schwäbischen Landkreis Ostallgäu. Der gleichnamige Hauptort ist Sitz der Gemeindeverwaltung. Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Buchloe.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Waal liegt am Rand der Allgäuer Landschaft. Im Ortskern entspringt die Singold, die in Augsburg in die Wertach mündet. Nach Buchloe sind es etwa acht Kilometer, nach Landsberg am Lech etwa zwölf Kilometer. Die Höhenlage der Gemeinde beträgt 616 m ü. NHN an der Singold nordöstlich von Bronnen bis 703 m ü. NHN bei Buchhof.

Ausdehnung des Gemeindegebietes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet besteht aus den Gemarkungen Waal, Bronnen, Emmenhausen und Waalhaupten.

Gemeindeteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es existieren sechs amtlich benannte Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[2]

Daneben gibt es auf dem Gemeindegebiet die nicht amtlich benannten Gemeindeteile Gut Haspelweiher und Ziegelstadel.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 890 wurde Waal erstmals in einer Tauschurkunde des Klosters Ottobeuren erwähnt. Der Ort erhält 1444 von Kaiser Friedrich III. das Marktrecht.

Der Ort war Sitz einer Herrschaft, die um 1800 Franz Ludwig Reichsgraf Schenk von Castell, dem so genannten Malefizschenk, gehörte. Mit der Rheinbundakte 1806 kam der Ort zu Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juli 1971 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Emmenhausen eingegliedert. Am 1. Januar 1972 folgte Bronnen.[3] Am 1. Mai 1978 kam noch Waalhaupten hinzu.[4]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Gebiet des Marktes wurden gezählt:

Jahr 1961 1970 1987 1995 2000 2005 2010 2015 2019
Einwohner 1712[4] 1737[4] 1784 2004 2013 2189 2198 2250 2342

Waal wuchs von 1988 bis 2008 um 455 Einwohner, also etwa 26 %. Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 1763 auf 2341 um 578 Einwohner bzw. um 32,8 %.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat und Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat hat 14 Mitglieder. Bei der Gemeinderatswahl vom 15. März 2020 führte das Ergebnis zu folgender Sitzverteilung:[5]

Partei/Liste Stimmenanteil Sitze
Bürgerblock 38,61 % 6
Bürgerforum Emmenhausen-Bronnen 29,94 % 4
Waalwerkstatt 14,56 % 2
Freie Wähler Waalhaupten 16,9 % 2

Erster Bürgermeister ist seit März 2020 Robert Protschka (Bürgerblock Waal). Er erreichte 55,18 % der Stimmen.

Von Mai 2008 bis 2020 war Alois Porzelius (Bürgerblock Waal) Erster Bürgermeister.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

DEU Waal COA.svg
Blasonierung: „In Silber aus silbernen Wolken wachsend der golden nimbierte heilige Nikolaus in rotem Ornat und mit roter Mitra, in der Rechten den goldenen Bischofsstab, in der Linken ein rotes Buch, darauf drei goldene Kugeln.“[6]

Es weist auf den Patron der früheren Pfarrkirche St. Nikolaus von Waal hin und wird seit dem 18. Jahrhundert geführt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das Kirchdorf Bronnen wurde im Bundeswettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ im Jahre 1989 beim Landesentscheid mit einer Goldmedaille und im Bundesentscheid mit einer Silbermedaille ausgezeichnet.
  • Das Waaler Passionsspiel wird unregelmäßig aufgeführt und zählt zu den ältesten Passionsspielen in Bayerisch-Schwaben.

Sehenswürdigkeiten in der Gemeinde sind

  • Kirche St. Nikolaus in Waal
  • Katholische Pfarrkirche St. Anna in Waal (mit neugotischer Innenausstattung)
  • Schloss Waal (Wohnsitz des fürstlichen Hauses von der Leyen)
  • Schlosstaverne
  • Pfarrkirche St. Margareta in Bronnen
  • Pfarrkirche St. Ulrich in Emmenhausen
  • Ehemalige Pfarrkirche, heutige Friedhofskirche St. Michael in Waalhaupten
  • Katholische Pfarrkirche Zur Schmerzhaften Muttergottes in Waalhaupten

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab 2016 nach der amtlichen Statistik im Bereich Land- und Forstwirtschaft sowie Fischerei zwölf, im produzierenden Gewerbe 156 und im Bereich Handel, Verkehr und Gastgewerbe keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort acht Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 922. Im verarbeitenden Gewerbe gab es keine, im Bauhauptgewerbe fünf Betriebe. Im Jahr 2010 waren zudem 49 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von insgesamt 1422 ha, davon waren 1095 ha Dauergrünfläche.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 2017):

  • einen Kindergarten mit 80 Kindergartenplätzen, den 77 Kinder besuchen;
  • eine Grundschule, an der fünf Lehrer 68 Schüler unterrichten;
  • weiterführende Schulen (Mittelschule, Realschule, Gymnasium) befinden sich in Buchloe;
  • eine Außenstelle der Volkshochschule Buchloe.

Öffentlicher Nahverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An den öffentlichen Nahverkehr ist der Ort mit der Buslinie 17 der Verkehrsgesellschaft Kirchweihtal angeschlossen, die zwischen den Orten Buchloe und Kaufbeuren fährt. An den beiden Endpunkten der Linie werden Regionalzüge auf der Bayerischen Allgäubahn erreicht.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Benedicta Riepp (1825–1862), Ordensfrau, wurde in Waal geboren.
  • Hubert von Herkomer (1849–1914), Porträtmaler und Bildhauer, Wegbereiter des Automobilsports in Deutschland, wurde in Waal geboren.
  • Peter Dörfler (1878–1955), Priester und Schriftsteller, wuchs in Waalhaupten auf.
  • Otto Kobel (1919–2002), wirkte als Bildhauer, Kirchenmaler, Darsteller und Regisseur in Waal.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Waal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tabellenblatt "Daten 2", Statistischer Bericht A1200C 202041 Einwohnerzahlen der Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke 1. Vierteljahr 2020 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Waal in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 17. August 2019.
  3. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 492.
  4. a b c Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 779.
  5. Bayerisches Landesamt für Statistik
  6. Eintrag zum Wappen von Waal (Schwaben) in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte