Wachenroth

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Wachenroth
Wachenroth
Deutschlandkarte, Position des Marktes Wachenroth hervorgehoben

Koordinaten: 49° 45′ N, 10° 43′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Landkreis: Erlangen-Höchstadt
Höhe: 285 m ü. NHN
Fläche: 23,17 km2
Einwohner: 2262 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 98 Einwohner je km2
Postleitzahl: 96193
Vorwahl: 09548
Kfz-Kennzeichen: ERH, HÖS
Gemeindeschlüssel: 09 5 72 160
Marktgliederung: 10 Gemeindeteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Hauptstraße 23
96193 Wachenroth
Website: www.wachenroth.de
Bürgermeister: Friedrich Gleitsmann
Lage des Marktes Wachenroth im Landkreis Erlangen-Höchstadt
Birkach (gemeindefreies Gebiet)Neunhofer ForstMark (gemeindefreies Gebiet)Kraftshofer ForstKalchreuther ForstGeschaidtForst TennenloheErlenstegener ForstBuckenhofer ForstNürnbergNürnbergLandkreis Nürnberger LandFürthLandkreis Neustadt an der Aisch-Bad WindsheimLandkreis FürthErlangenLandkreis AnsbachLandkreis BambergLandkreis BambergLandkreis ForchheimBuckenhofAurachtalEckentalHeroldsbergKalchreuthLonnerstadtMöhrendorfMühlhausen (Mittelfranken)Oberreichenbach (Mittelfranken)SpardorfUttenreuthVestenbergsgreuthWeisendorfWachenrothRöttenbach (bei Erlangen)MarloffsteinHöchstadt an der AischHeßdorfHerzogenaurachHemhofenGroßenseebachGremsdorfBubenreuthBaiersdorfAdelsdorfDormitzer ForstKarte
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Wachenroth ist ein Markt im mittelfränkischen Landkreis Erlangen-Höchstadt.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wachenroth liegt ca. 20 Kilometer nordwestlich von Erlangen nahe der Autobahn A 3 im Tal der Reichen Ebrach am südlichen Rand des Steigerwaldes.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbargemeinden sind (im Norden beginnend im Uhrzeigersinn):

Mühlhausen, Lonnerstadt, Vestenbergsgreuth und Schlüsselfeld

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde hat zehn amtlich benannte Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühe Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsname wurde bereits 815 als „Wachenrode“ erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname leitet sich von einem gleichlautenden Flurnamen ab, dessen Grundwort rod (ahd. für Rodeland) und dessen Bestimmungswort der Personenname Wacho, Wahho ist. Es ist anzunehmen, dass von einer Person dieses Namens die Rodung durchgeführt wurde, um Land für eine Ansiedlung zu gewinnen. 1008 wurde der Ort als „Wahhanród“ erwähnt.[3] Für die Gemeinde Wachenroth ist dies die erstmalige urkundliche Erwähnung (s. #Sonstiges).

1434 erhielt Wachenroth das Marktrecht.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Wachenroth 69 Haushalte. Das Hochgericht übte das bambergische Centamt Wachenroth aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Kastenamt Wachenroth inne. Grundherren waren das Kastenamt Wachenroth (Schloss, 2 Wirtshäuser, 1 Gütleinhof, 1 Halbhof, 2 Höflein, 1 Mühle, 1 Brauhaus, 39 Sölden, 11 Häuser, 1 Schafhof), die Schönborn’sche Herrschaft Pommersfelden (1 Gut, 1 Sölde), das Rittergut Weingartsgreuth (4 Güter) und die Pfarrei Wachenroth (Pfarrhof). Außerdem gab es noch das Hirtenhaus, Schulhaus und 2 Torhäuser, allesamt gemeindliche Gebäude.[4]

1802 kam Wachenroth an Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1808 das Steuerdistrikt Wachenroth gebildet, zu dem Albach, Eckartsmühle, Hammermühle und Volkersdorf gehörten. Im selben Jahr wurde die Ruralgemeinde Wachenroth gebildet, die deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt war. Sie unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Höchstadt und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Höchstadt. In der freiwilligen Gerichtsbarkeit unterstanden 2 Anwesen dem Patrimonialgericht Pommersfelden (bis 1848) und 4 Anwesen dem PG Weingartsgreuth (bis 1848).[5] 1818 wurde Simmersdorf eingemeindet, das aber wieder 1824 nach Mühlhausen umgemeindet wurde.[6] Ab 1862 wurde Wachenroth vom Bezirksamt Höchstadt an der Aisch (1938 in Landkreis Höchstadt an der Aisch umbenannt) und weiterhin vom Rentamt Höchstadt (1920–1929: Finanzamt Höchstadt, ab 1929: Finanzamt Forchheim) verwaltet. Die Gerichtsbarkeit blieb bis 1879 beim Landgericht Höchstadt, 1880–1959 Amtsgericht Höchstadt, ab 1959 Amtsgericht Forchheim. Die Gemeinde hatte ursprünglich eine Gebietsfläche von 11,722 km².[7]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Mai 1978 erfolgte die Eingemeindung der Gemeinde Weingartsgreuth mit den Ortschaften Buchfeld, Horbach und Warmersdorf im Zuge der Gebietsreform.[8] Am 1. Januar 1982 wurden Gebietsteile der Stadt Schlüsselfeld (Landkreis Bamberg) aufgenommen.[9]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinde Wachenroth

Jahr 1827 1840 1852 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1961 1970 1987 2008 2013 2017
Einwohner 510 502 597 602 622 628 640 683 674 641 639 592 595 615 597 574 583 575 906 844 702 754 1440 2198 2121 2191
Häuser[10] 105 111 111 108 117 139 381 606
Quelle [11] [12] [12] [13] [12] [14] [12] [12] [15] [12] [12] [16] [12] [12] [12] [17] [12] [12] [12] [18] [7] [19] [20] [21] [21] [21]

Gemeindeteil Wachenroth

Jahr 001827 001861 001871 001885 001900 001925 001950 001961 001970 001987
Einwohner 350 429 433 479 411 409 642 562 608 674
Häuser[10] 77 78 79 87 108 167
Quelle [11] [13] [14] [15] [16] [17] [18] [7] [19] [20]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marktgemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Marktgemeinderat von Wachenroth hat 14 Mitglieder, dazu kommt noch der Bürgermeister.

CSU SPD UWG Weingartsgreuth Horbacher WG Liste objektive Kommunalpolitik Gesamt
2014 5 3 2 1 3 14 Sitze

Zum 1. Januar 2008 wurde Wachenroth aus der Verwaltungsgemeinschaft Höchstadt an der Aisch entlassen.[22][23]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Blasonierung lautet: „In Blau eine durchgehende silberne Zinnenmauer, belegt mit einem goldenen Schildchen, darin ein mit einer silbernen Schrägleiste überdeckter, rot bewehrter schwarzer Löwe; über ihm wachsend ein rot gekleideter Wächter, der in ein silbernes Horn stößt, auf dem Kopf einen roten Spitzhut mit silbernem Stulp; im grünen Schildfuß ein silberner Wellenbalken, darin zwei zugewendete rote Krebse.“

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Staatsstraße 2260 verläuft westlich an Volkersdorf und Güntersdorf vorbei nach Elsendorf bzw. östlich nach Mühlhausen. Die Kreisstraße ERH 23 verläuft südwestlich nach Weingartsgreuth. Eine Gemeindeverbindungsstraße verläuft nordwestlich nach Reumannswind, eine weitere Gemeindeverbindungsstraße verläuft nördlich nach Albach zur Kreisstraße ERH 34.

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Enter (* 16. September 1878 in Bamberg), Pfarrer in Wachenroth seit dem 1. Oktober 1930, Ehrenbürger der Gemeinden Wachenroth und Oberscheinfeld
  • Kaspar Röckelein (* 25. Dezember 1919), Großunternehmer aus Wachenroth und Seniorchef der Kaspar Röckelein KG
  • Anton Murk (* 24. Mai 1930; † im August 2019), Großunternehmer aus Wachenroth und Inhaber des Bekleidungshauses Murk
  • Hans Philipp, Alt-Bürgermeister von Wachenroth

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2008 feierte der Markt Wachenroth sein 1000-jähriges Bestehen mit zahlreichen Veranstaltungen und Aktionen. Ein Mittelaltermarkt fand vom 23. bis 25. Mai statt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wachenroth – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Wachenroth in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 26. September 2019.
  3. W.-A. v. Reitzenstein, S. 232.
  4. H. H. Hofmann, S. 88f.
  5. H. H. Hofmann, S. 137.
  6. H. H. Hofmann, S. 133.
  7. a b c Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, Abschnitt II, Sp. 682 (Digitalisat).
  8. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 711.
  9. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 815.
  10. a b Es werden nur bewohnte Häuser angegeben, 1871 bis 2017 als Wohngebäude bezeichnet.
  11. a b Karl Friedrich Hohn (Hrsg.): Geographisch-statistische Beschreibung des Ober-Mainkreises. J. Dederich, Bamberg 1827, S. 134 (Digitalisat). Für die Gemeinde Wachenroth zuzüglich der Einwohner von Albach mit Eckartsmühle (S. 131), Hammermühle (S. 131) und Volkersdorf (S. 134). Die Einwohnerzahl der Gemeinde ist eine unpräzise Angabe, da für die Hammermühle eine Familie angegeben wurde. Sie wurde mit der Durchschnittsgröße 6 Einwohner verrechnet.
  12. a b c d e f g h i j k l m Historisches Gemeindeverzeichnis. Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952. In: Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192. München 1953, S. 146, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
  13. a b Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 875, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  14. a b kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen von 1871), Sp. 1048, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  15. a b Karl von Rasp: Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Hrsg.: K. Bayer. Statistisches Bureau. München 1888, Abschnitt III, Sp. 992–993 (Digitalisat).
  16. a b K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1042 (Digitalisat).
  17. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1075–1076 (Digitalisat).
  18. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, Abschnitt II, Sp. 926 (Digitalisat).
  19. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, S. 174 (Digitalisat).
  20. a b Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, S. 336 (Digitalisat).
  21. a b c LfStat: Wachenroth: Amtliche Statistik. In: statistik.bayern.de. S. 6 und 12, abgerufen am 17. Oktober 2019.
  22. Zweites Gesetz zur Änderung des Gesetzes über die kommunale Gliederung des Staatsgebiets (PDF; 175 kB). Gesetzentwurf vom 17. Oktober 2007
  23. Zweites Gesetz zur Änderung des Gesetzes über die kommunale Gliederung des Staatsgebiets@1@2Vorlage:Toter Link/www.bayern.landtag.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (PDF; 694 kB). Beschluss in der 109. Sitzung des Bayerischen Landtags am 15. November 2007