Wachowskis

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Lilly Wachowski (links) und Lana Wachowski (rechts) (2012)

Die Wachowskis sind US-amerikanische Drehbuchautorinnen und Filmregisseurinnen. Sie bestehen aus Lana Wachowski (* 21. Juni 1965, geboren als Laurence, auch Larry) und Lilly Wachowski (* 29. Dezember 1967, geboren als Andrew Paul, auch Andy). Weltbekannt wurden sie durch die Matrix-Trilogie.

Alternative Namen für das Duo sind die Eigenbezeichnung Wachowski Starship, sowie vor dem Coming-Out von Lana Wachowski-Brüder, und danach die Wachowski-Geschwister.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wachowski-Geschwister wurden in Chicago in einer polnisch-amerikanischen Familie geboren und wuchsen dort zusammen mit zwei Schwestern im Stadtteil Beverly auf. Sie verließen beide vorzeitig die Schule, um im Showgeschäft zu arbeiten. Bevor sie dort Erfolg hatten, arbeiteten sie als Zimmerleute und zeichneten in ihrer Freizeit Comics.

Sie zeigten früh ein großes Interesse an japanischen Mangas und Animes und ließen sich von dem Anime Ghost in the Shell zu einem Drehbuch für den Film Matrix inspirieren. Später wurde der Film von Warner Bros. produziert.

Seit ihrem Durchbruch mit der Matrix-Trilogie sind die unveröffentlichten Skripte aus dieser frühen Zeit bei Filmstudios begehrt. So wurden die Rechte an Carnivore, einem Horrorfilm über ein altes Haus, dessen Bewohner spurlos verschwinden, von Trimark erworben. Die Comic-Verfilmung V wie Vendetta kam 2006 in die Kinos. Autoren des Original-Comics waren hierbei nicht die Wachowski-Geschwister, sondern Alan Moore, Zeichner war hauptsächlich David Lloyd.

Die Geschwister erzählen nach eigenen Angaben gern mehrteilige Geschichten: „Weil wir mit Comics und der Tolkien-Trilogie aufgewachsen sind, ist es eines unserer Interessen, mehrteilige Filme in die Kinos zu bringen“, so Lana. Lilly ergänzt, dass „Filme ziemlich langweilig und vorhersagbar sind. Wir wollen mit den Erwartungen ein Spiel treiben“.

Im Jahre 2008 verfilmten die Geschwister die Anime-Serie Speed Racer.

Ab 2009 arbeiteten beide zusammen mit Tom Tykwer an der Verfilmung des Buches Der Wolkenatlas (engl.: Cloud Atlas) von David Mitchell. Der Film Cloud Atlas hatte seine Premiere am 8. September 2012 auf dem Toronto International Film Festival.

Lana Wachowski[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kurz nach der Veröffentlichung von Matrix Reloaded begann Lana Wachowski, bei kleinen öffentlichen Auftritten mit weiblichem Aussehen zu erscheinen. Seit März 2010 existiert in der Filmdatenbank IMDb kein Eintrag mehr unter dem männlichen Vornamen, stattdessen mit dem weiblichen Namen Lana Wachowski und den Anmerkungen „auch bekannt als: Larry Wachowski“, „auch bekannt als: The Wachowski Brothers“, „bürgerlicher Name: Laurence Wachowski“.[1] Im Juli 2012 bezeichnete sie sich in einem Promotionvideo für Cloud Atlas erstmals öffentlich als transgender.[2] Auch auf der Seite der Produktionsfirma erscheint sie nur noch als Lana.[3]

In einem Interview mit dem US-Magazin „The New Yorker“ erzählte die damals 49-Jährige Lana Wachowski, wie es dazu kam: Schon als Kind habe sie nie gewusst, ob sie sich zu den Jungen oder zu den Mädchen in die Reihe stellen sollte. Später litt sie, nach eigenen Aussagen, unter Angstzuständen und Depressionen. Im Jahr 2009 ließ Lana sich dann von ihrer damaligen Ehefrau scheiden.[4]

Seitdem lebt sie offiziell als Lana; 2012 folgte das endgültige Outing und die Hochzeit mit einer anderen Frau. Ob sie auch eine Geschlechtsangleichung durchführen ließ, will die Regisseurin aber nicht verraten und sagte dazu im Interview: „Ich weiß, dass viele Menschen für die Information sterben würden, ob ich eine operativ erzeugte Vagina habe, aber diese Information möchte ich lieber für mich und meine Frau behalten.“[5] 2012 wurde Lana Wachowski mit dem HRC Visibility Award ausgezeichnet. [6]

Lilly Wachowski[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 8. März 2016 gab Lilly Wachowski eine Presseerklärung über ihr Coming-Out heraus, in der sie erklärte, ebenfalls transgender zu sein. Sie merkte darin spaßhaft an, die „Wachowski-Brüder“ seien jetzt Schwestern.[7]

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jochen Bohn: Glaubend existieren in der Matrix. Mit den Wachowski-Brüdern auf der Suche nach einer Theologie des Kaninchenbaus. In: Thomas Bohrmann, Werner Veith, Stephan Zöller (Hrsg.): Handbuch Theologie und Populärer Film. Band 1. Ferdinand Schöningh, Paderborn 2007, ISBN 978-3-506-72963-7, S. 243–256.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wachowski-Geschwister – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.imdb.de/find?s=nm&q=Wachowski
  2. queer.de:Coming-out: Matrix-Regisseur ist eine Frau
  3. Produktionsfirma X Filme Creative Pool
  4. http://www.express.de/promi-show/als-larry-beruehmt-geworden--cloud-atlas--regisseurin-lana-wachowski-war-frueher-ein-mann,2186,20881950.html
  5. http://www.express.de/promi-show/als-larry-beruehmt-geworden--cloud-atlas--regisseurin-lana-wachowski-war-frueher-ein-mann,2186,20881950.html
  6. Lana Wachowski's HRC Visibility Award Acceptance Speech hollywoodreporter.com, abgerufen am 30. Januar 2013 (englisch)
  7. Second Wachowski filmmaker sibling comes out as trans windycitymediagroup.com, abgerufen am 9. März 2016 (englisch)