Wackeldackel

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Ein Wackeldackel ist die Nachbildung eines Dackels aus Kunststoff, dessen Kopf im Halsband-Ring pendelnd aufgehängt ist, so dass ungleichförmiges Bewegen der Figur zum Wackeln und Drehen des Kopfes führt. Typisch stehen Wackeldackel auf der Hutablage oder dem Armaturenbrett eines PKWs, sodass die Beschleunigungskräfte des Fahrens zum Nicken, Wenden und Drehen des Kopfes führt, soweit es das Bewegungsspiel der Montage zulässt.

Verallgemeinert spricht man von einem Wackelkopfhund, noch allgemeiner von einer Wackelkopffigur oder Wackelfigur.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Den Wackeldackel gibt es seit 1965. In den 1970er-Jahren ein Accessoire fürs Auto, feierte der Wackeldackel Ende der 1990er-Jahre, hervorgerufen durch einen Aral-Werbespot, ein Comeback. Nach Angaben des Coburger Produzenten Heinze & Co. wurden 1999 in acht Monaten über 500.000 Exemplare verkauft.

Im Jahre 2001 war der Wackeldackel Gegenstand eines Rechtsstreits: Das Unternehmen Heinze & Co. klagte gegen den Bielefelder Designer Wolfgang Budwell, der die ersten Entwürfe für den Dackel gestaltet hatte und ihn beim Deutschen Patentamt als geschütztes Muster angemeldet hatte. Nach Einschaltung von Sachverständigen erkannte das Oberlandesgericht Hamm in zweiter Instanz die Ansprüche des Designers auf Urheberschaft an.[1] Mitunter findet man auch Modelle anderer Hunderassen, die nach dem Prinzip des Wackeldackels funktionieren.

Wackel-Elvis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wackel-Elvis mit der Mauer von Graceland in Memphis im Hintergrund
Teile des Wackel-Elvis

Ähnlich wie der Wackeldackel ist auch der Wackel-Elvis ein Ziergegenstand für die Hutablage oder das Armaturenbrett eines Autos. Der Wackel-Elvis ist eine ca. 15 cm hohe Elvis-Presley-Puppe, die überwiegend von einem Saugnapf an Windschutz- oder Heckscheibe mit Schnur am Kopf aufgehängt ist und mit ein oder zwei Fußballen (im Werbespot) oder einer aus der rechten Fußsohle 5 mm weit herausragenden Nadelspitze (nicht in allen Versionen) die Hutablage oder das Armaturenbrett von oben berührt. Horizontale Beschleunigungen lassen die Figur in der gelenkig ausgeführten Hüfte knicken und als ganze um die Hochachse schlenkern. Zusätzlich ist der linke Arm ausgestreckt und kann sich etwas nach oben und unten verschwenken, während der rechte angewinkelt das Mikrophon hält. Hüft- und Schultergelenk werden durch Schraubenfedern gebildet in die als Schraubgewinde ausgeführte Kunststoffbolzen der Körperteile eingeschraubt werden. Diese wirken gekoppelt als Federpendel mit charakteristischen Schwingungsfrequenzen.

Entwickelt wurde der Wackel-Elvis 2001 als goldfarbener Prototyp für einen Audi-Werbespot (leicht abgewandelt in mehreren Sprachversionen), bei dem Karina Krawczyk eine Fahrerin spielt und einen Elvis-Imitator samt seiner Wackel-Elvis-Figur nach einer Autopanne mitnimmt, der die Figur sogleich im Auto anbringt.[2] Witz des Spots ist, dass es wegen des stufenlosen Getriebes in dem Fahrzeug kein „Wackeln“ durch Schaltvorgänge gab – und die Figur somit trotz ihrer Sensibilität für Rucke, überhaupt nicht dreht, sondern nur kleine Wippbewegungen in der Hüfte macht und eher die Armbewegung eines Autostoppers. Nach Kundenanfragen auf den Spot hin wurde der Wackel-Elvis in wachsenden Auflagen insgesamt 550.000-mal produziert.[3][4]

Umgangssprachliche Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Wackeldackel werden im beruflichen Umfeld auch oftmals Personen bezeichnet, welche ständig nur Zustimmung, primär zu Meinungen von Vorgesetzten, bekunden.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Wackelhund fliegt Juni/Juli 2016 ab Neuseeland als Maskottchen mit dem deutschen Spektrometer FIFI-LS in der fliegenden Sternwarte SOFIA mit.[5]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Wackeldackel – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Bobbleheads – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Karina Kravczyk: TV commercial for Audi (New A4) (2001) - Internet Movie Database (2001) – Oktober 2016 nicht mehr aufrufbar.
  2. Thomas Tuma: Vom Erfolg überrollt. In: Der Spiegel. Nr. 22, 2001, S. 94 (online28. Mai 2001).
  3. fatamorganaclub: Audi Wackel-Elvis Werbespot (2001, Deutsch) für: "multitronic / Die erste stufenlose Automatic von Audi", Youtube, Video (0:42), 22. Juli 2007, abgerufen 5. Oktober 2016.
  4. Down Under: Fliegende Sternwarte SOFIA mit drei Instrumenten in Neuseeland dlr.de, 7. Juni 2016, abgerufen 6. Oktober 2016.