Wagrain (Pongau)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Marktgemeinde
Wagrain
Wappen Österreichkarte
Wappen von Wagrain
Wagrain (Pongau) (Österreich)
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Salzburg
Politischer Bezirk: St. Johann im Pongau
Kfz-Kennzeichen: JO
Hauptort: Wagrain Markt
Fläche: 50,55 km²
Koordinaten: 47° 20′ N, 13° 18′ OKoordinaten: 47° 20′ 0″ N, 13° 18′ 0″ O
Höhe: 838 m ü. A.
Einwohner: 3.116 (1. Jän. 2022)
Bevölkerungsdichte: 62 Einw. pro km²
Postleitzahl: 5602
Vorwahl: 06413
Gemeindekennziffer: 5 04 23
Adresse der
Gemeinde­verwaltung:
Markt 14
5602 Wagrain
Website: www.wagrain.salzburg.at
Politik
Bürgermeister: Axel Ellmer (ÖVP)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2019)
(19 Mitglieder)
11
5
3
11 
Insgesamt 19 Sitze
Lage von Wagrain im Bezirk St. Johann im Pongau
Bad GasteinAltenmarkt im PongauBad HofgasteinBischofshofenDorfgasteinEben im PongauFilzmoosFlachau (Salzburg)ForstauGoldegg im PongauGroßarlHüttauHüttschlagKleinarlMühlbach am HochkönigPfarrwerfenRadstadtSt. Johann im PongauSt. Martin am TennengebirgeSankt Veit im PongauSchwarzach im PongauUntertauernWagrain (Pongau)WerfenWerfenwengSalzburgLage der Gemeinde Wagrain (Pongau) im Bezirk St. Johann im Pongau (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Wagrain im Winter
Wagrain im Winter
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Wagrain ist eine Marktgemeinde mit 3116 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2022) im Bezirk St. Johann im Pongau im österreichischen Bundesland Salzburg.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wagrain, Kernraum um den Markt mit Kirchboden vorne, Blick Richtung Nordwesten gegen den Hochkönig
Die Wagrainer Talweitung gegen Nordosten, Kirchboden mit der Pfarrkirche

Wagrain liegt im Pongau, etwa 55 km südlich von Salzburg und 8 km östlich von St. Johann im Pongau. Im Ortsteil Schwaighof befindet sich die Wasserscheide von Salzach und Enns, die Wagrainer Höhe. Die höchste Erhebung befindet sich mit 2037 m ü. A. auf der Gabel am südlichen Gemeinderand.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende fünf Katastralgemeinden und gleichnamige Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2022[1]):

  • Hof (1309)
  • Hofmarkt (774)
  • Schwaighof (498)
  • Vorderkleinarl (195)
  • Wagrain Markt (Hauptort, KG Wagrain, 349)

Zählsprengel sind Wagrain-Marktzentrum für den Hauptort und seine unmittelbare Umgebung, und Wagrain-Umgebung für den Rest der Gemeinde.

Wagrain gehört zum Gerichtsbezirk St. Johann im Pongau

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hüttau
St. Johann im Pongau Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Flachau
Großarl Kleinarl

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wagrainer Marktplatz (1920)

Nach den Grabungen von 2006 bis 2009 nimmt man an, dass die Burg Wagrain um 1200 erbaut wurde. Urkundlich erwähnt wurde sie erstmals 1285, damals war sie im Besitz der Herren von Goldegg. Wulfing I von Goldegg stand 1322 beim Streit um den deutschen Kaiserthron auf der Seite von König Ludwig von Bayern. So wurde nach der Schlacht von Mühldorf die Festung Wagrain zerstört. Sie wurde nicht wieder aufgebaut, die Ruine wurde lange als Steinbruch verwendet. Noch 1939 wurden Steine für den Bau des Schwimmbades verwendet, sodass heute nur noch wenige Reste der Burg sichtbar sind.[2]

Der Name Wagrain setzt sich aus den beiden mittelhochdeutschen Wörtern wac (bewegtes Wasser, Fluss) und rein (Rain, Wiese, Hang) zusammen. 1243 wird im Salzburger Ortsnamenbuch Wakrein erstmals urkundlich erwähnt, um 1350 Wachrain und 1382 Wakchrain geschrieben. Unter Einfluss der Schriftsprache kam es dann schließlich zur heutigen Schreibweise.

Im Mittelalter war die Umgegend Bergbaugebiet.

Wagrain war der Ort im Erzstift Salzburg mit der höchsten Zahl an evangelischen Exulanten. Über 80 % der Einheimischen zogen die Vertreibung (meist nach Preußen) der Konversion zum römischen Katholizismus vor.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Wagrain

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaftssektoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von den 129 landwirtschaftlichen Betrieben des Jahres 2010 wurden 51 im Haupt-, 71 im Nebenerwerb, 1 von einer Personengemeinschaft und 6 von juristischen Personen geführt. Diese sechs bewirtschafteten ein Fünftel der Flächen, die Haupterwerbsbauern mehr als die Hälfte. Im Produktionssektor arbeiteten 284 Erwerbstätige im Bereich Warenherstellung, 274 in der Bauwirtschaft, 22 in der Energieversorgung und 1 in der Wasserver- und Abfallentsorgung. Die wichtigsten Arbeitgeber des Dienstleistungssektors waren die Bereiche Beherbergung und Gastronomie (202), soziale und öffentliche Dienste (140) und der Handel (115 Mitarbeiter).[3][4][5]

Wirtschaftssektor Anzahl Betriebe Erwerbstätige
2011 2001 2011 2001
Land- und Forstwirtschaft 1) 129 128 108 109
Produktion 48 28 581 406
Dienstleistung 235 186 644 658

1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999

Blick vom Schigebiet Wagrain zu Bischofsmütze und Dachstein.

Arbeitsmarkt, Pendeln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2011 lebten 1422 Erwerbstätige in Wagrain. Davon arbeiteten 752 in der Gemeinde, beinahe die Hälfte pendelte aus. Dafür kamen 581 Menschen aus der Umgebung zur Arbeit nach Wagrain.[6]

Fremdenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beliebtes Ausflugsziel ist der Berg Öbristkopf (1411 m ü. A.), ein Ziel für die Salzburger Wandernadel.

Die Anzahl der Übernachtungen stieg von 748.000 im Jahr 2011 auf 981.000 im Jahr 2019, um 2020 auf 710.000 zurückzugehen. Fast drei Viertel der Gäste kommen in den vier Wintermonaten Dezember bis März, wobei die beiden Monate Jänner und Feber mit jeweils rund 200.000 Übernachtungen die Spitze bilden (Stand 2020).[7]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

BW

Die Gemeindevertretung hat insgesamt 19 Mitglieder.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1999–2018 Eugen Grader (ÖVP)[8]
  • seit 2018 Axel Ellmer (ÖVP)[9]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung:

In Rot eine goldene Spitze, in welcher über natürlichem Wasser auf grünem Ufer ein silberner Zinnenturm mit einem Tor und zwei Fenstern steht.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Personen mit Bezug zur Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Wagrain – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Wagrain – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2022 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2022) (ODS)
  2. Wagrain (Pongau). In: burgen-austria.com. Private Webseite von Martin Hammerl;
  3. Ein Blick auf die Gemeinde Wagrain, Land- und forstwirtschaftliche Betriebe. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 10. September 2021.
  4. Ein Blick auf die Gemeinde Wagrain, Arbeitsstätten. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 10. September 2021.
  5. Ein Blick auf die Gemeinde Wagrain, Erwerbstätige. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 10. September 2021.
  6. Ein Blick auf die Gemeinde Wagrain, Berufspendler. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 10. September 2021.
  7. Ein Blick auf die Gemeinde Wagrain, Übernachtungen. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 10. September 2021.
  8. Eugen Grader (Wagrain). In: Salzburger Nachrichten: Salzburgwiki.
  9. Axel Ellmer. In: Salzburger Nachrichten: Salzburgwiki.