Wahl zum 18. Landtag von Nordrhein-Westfalen

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Die Wahl zum 18. Landtag des Landes Nordrhein-Westfalen findet bei regulärem Ablauf der fünfjährigen Wahlperiode am 15. Mai 2022 statt.[1]

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wahlsystem[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

→ Hauptartikel: Wahlsystem zum Landtag Nordrhein-Westfalen

Der nordrhein-westfälische Landtag wird nach einem System der personalisierten Verhältniswahl mit geschlossenen Listen gewählt, das dem Bundestagswahlrecht ähnelt. Der Landtag hat mindestens 181 Abgeordnete, von denen 128 in Wahlkreisen direkt über die Erststimme gewählt werden.

Für die Wahl zum 18. Landtag wurde turnusgemäß der Zuschnitt der 128 Wahlkreise angepasst. Erstmals wird die Zahl der Wahlberechtigten entscheidend sein und nicht mehr die bloße Einwohnerzahl im Wahlkreis.[2] Maßgeblich für die relative Größe der Fraktionen im Landtag ist aber die Zweitstimme. Überhangmandate werden durch Ausgleichsmandate ausgeglichen, so dass praktisch immer eine dem Zweitstimmenanteil entsprechende proportionale Zusammensetzung des Landtags sichergestellt wird. Die Wahlvorschläge müssen spätestens am 59. Tag vor der Wahl bis 18 Uhr eingereicht werden.

Die Sitze werden nach dem Sainte-Laguë-Verfahren berechnet.

Wahlrecht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Landeslisten können zur Landtagswahl nur Parteien kandidieren. Kreiswahlvorschläge können indes auch von Wählergruppen und einzelnen Wahlberechtigten eingereicht werden. Bis zu einer vom jeweiligen Wahlleiter festzulegenden Frist müssen die Landeslisten beim Landeswahlleiter und die Kreiswahlvorschläge beim zuständigen Kreiswahlleiter eingereicht werden.[3]

Für eine Landesliste sind 1000 und für jeden Kreiswahlvorschlag 100 Unterstützungsunterschriften vorzulegen. Parteien, die bundesweit in keinem Landesparlament vertreten sind, müssen zudem ihre Parteieigenschaft nachweisen. Parteien, die im Landtag vertreten sind oder im Bundestag aufgrund eines Wahlvorschlags aus Nordrhein-Westfalen vertreten sind, benötigen keine Unterstützungsunterschriften.

Ausgangslage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorherige Wahl 2017[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wahl zum Landtag 2017
 %
40
30
20
10
0
33,0
31,2
12,6
7,4
6,4
4,9
1,0
3,5

Bei der Landtagswahl 2017 wurde die CDU nach deutlichen Stimmengewinnen stärkste Partei, knapp vor der SPD, die ihrerseits große Verluste hinnehmen musste. Die FDP legte an Stimmen zu und wurde drittstärkste Partei, gefolgt mit einigem Abstand von der erstmals angetretenen AfD. Die Grünen waren neben der SPD der zweite große Verlierer der Wahl. Linke verpasste den Einzug in den Landtag knapp mit 4,9 Prozent.

Die rot-grüne Koalition wurde abgewählt und verlor ihre parlamentarische Mehrheit. Nachdem auch die Linke nicht in den Landtag einziehen konnte, ergab sich im Landesparlament eine knappe Mehrheit von einem Sitz (100 zu 99) für ein schwarz-gelbes Bündnis. Am 13. Juni 2017 verkündeten CDU und FDP, ihre Koalitionsverhandlungen abgeschlossen zu haben. Der Koalitionsvertrag wurde am 26. Juni 2017 unterzeichnet.[4]

Am 27. Juni 2017 wurde Armin Laschet mit 100 Stimmen im Landtag zum Ministerpräsidenten gewählt. Am 30. Juni wurden die Minister seines Kabinetts ernannt und vereidigt, womit die neue schwarz-gelbe Landesregierung ihre Arbeit aufnahm.

Bisher im Landtag vertretene Parteien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fraktion / Landesverband Kurzbe-
zeichnung
Sitze

2017

Sitze

2021

Christlich Demokratische Union Deutschlands CDU 72 72
Sozialdemokratische Partei Deutschlands SPD 69 69
Freie Demokratische Partei FDP 28 28
Bündnis 90/Die Grünen GRÜNE 14 14
Alternative für Deutschland AfD 16 13
Fraktionslose 3

Kandidatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für eine Landesliste sind 1000 und für jeden Kreiswahlvorschlag 100 Unterstützungsunterschriften vorzulegen. Parteien, die bundesweit in keinem Landesparlament vertreten sind, müssen zudem ihre Parteieigenschaft nachweisen. Parteien, die im Landtag vertreten sind oder im Bundestag aufgrund eines Wahlvorschlags aus Nordrhein-Westfalen vertreten sind, benötigen keine Unterstützungsunterschriften.

Folgende Parteien, die nicht im Landtag vertreten sind, haben eine Landesliste aufgestellt:

Umfragen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sonntagsfrage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aktuelle Umfragen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Civey-Umfrage vom 31. August 2021
im Vergleich zur Landtagswahl 2017
 %
30
20
10
0
28
23
21
11
8
4
5
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2017
(auf halbe Prozent gerundet)
 %p
 16
 14
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
−3
−10
+14,5
−1,5
+0,5
−1
+0,5
Institut Datum CDU SPD FDP AfD Grüne Linke Sonst.
Civey[7] 31.08.2021 23 % 28 % 11 % 8 % 21 % 4 % 5 %
Civey[8] 27.07.2021 27 % 22 % 11 % 8 % 24 % 4 % 5 %
Forsa[9] 19.05.2021 25 % 19 % 12 % 7 % 26 % 4 % 7 %
INSA[9] 11.05.2021 25 % 20 % 11 % 9 % 26 % 4,5 % 4,5 %
Infratest dimap[9] 11.04.2021 28 % 18 % 11 % 8 % 26 % 3 % 6 %
Infratest dimap[9] 31.01.2021 37 % 17 % 8 % 6 % 24 % 3 % 5 %
INSA[9] 30.10.2020 33 % 23 % 8 % 8 % 19 % 5 % 4 %
Infratest dimap[9] 02.09.2020 34 % 21 % 7 % 7 % 22 % 4 % 5 %
Infratest dimap[9] 14.06.2020 37 % 20 % 7 % 7 % 20 % 4 % 5 %
Landtagswahl 2017 14.05.2017 33 % 31,2 % 12,6 % 7,4 % 6,4 % 4,9 % 4,5 %

Ältere Umfragen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2017 – April 2020
Institut Datum CDU SPD FDP AfD Grüne Linke Sonst.
Infratest dimap[9] 19.04.2020 40 % 19 % 7 % 6 % 20 % 4 % 4 %
Forsa[9] 10.04.2020 39 % 20 % 8 % 6 % 15 % 6 % 6 %
Infratest dimap[9] 03.11.2019 32 % 20 % 8 % 7 % 23 % 6 % 4 %
Mentefactum[9] 02.11.2019 31 % 20 % 10 % 10 % 21 % 5 % 4 %
Forsa[9] 17.08.2019 29 % 18 % 11 % 7 % 24 % 5 % 6 %
Infratest dimap[9] 24.02.2019 30 % 23 % 12 % 9 % 17 % 6 % 3 %
Mentefactum[9] 25.11.2018 28 % 19 % 11 % 11 % 19 % 8 % 5 %
Infratest dimap[9] 07.10.2018 28 % 21 % 11 % 12 % 17 % 8 % 3 %
YouGov[9] 19.09.2018 31 % 24 % 10 % 13 % 10 % 7 % 5 %
Infratest dimap[9] 13.05.2018 35 % 22 % 9 % 12 % 12 % 7 % 3 %
Forsa[9] 25.02.2018 34 % 24 % 12 % 7 % 10 % 7 % 6 %
Infratest dimap[9] 14.01.2018 34 % 28 % 10 % 9 % 9 % 7 % 3 %
YouGov[9] 12.09.2017 35 % 30 % 9 % 9 % 6 % 8 % 3 %
Infratest dimap[9] 03.09.2017 33 % 30 % 13 % 8 % 6 % 6 % 4 %
Landtagswahl 2017 14.05.2017 33 % 31,2 % 12,6 % 7,4 % 6,4 % 4,9 % 4,5 %

Verlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Umfragewerte auf monatliche Umfrageergebnisse gemittelt, von der Wahl 2017 bis 19. Mai 2021

Prognosen zu Direktmandaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Institut Datum Direktmandate CDU SPD Grüne
election.de[10] 25.08.2021 128 70 53 5
election.de[11] 31.07.2021 92 32 4
election.de[12] 16.06.2021 92 25 11
election.de[13] 17.05.2021 77 24 27
election.de[14] 17.04.2021 91 17 20
Landtagswahl 2017 14.05.2017 128 72 56
Ältere Prognosen
Institut Datum Direktmandate CDU SPD Grüne
election.de[15] 31.03.2021 128 86 24 18
election.de[16] 18.02.2021 113 10 5
election.de[17] 28.01.2021 107 13 8
election.de[18] 21.12.2020 108 13 7
election.de[19] 20.11.2020 108 12 8
election.de[20] 18.10.2020 107 13 8
election.de[21] 23.09.2020 110 13 5
election.de[22] 26.08.2020 112 12 4
election.de[23] 17.07.2020 115 9 4
election.de[24] 15.06.2020 117 8 3
election.de[25] 14.05.2020 125 2 1
election.de[26] 17.04.2020 118 9 1
election.de[27] 11.03.2020 93 24 11
election.de[28] 12.02.2020 107 12 9
election.de[29] 16.01.2020 107 12 9
election.de[30] 19.12.2019 108 12 8
Landtagswahl 2017 14.05.2017 128 72 56

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen und Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ministerium des Innern (NRW): Termin für Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen steht fest. 11. Mai 2021, abgerufen am 11. Mai 2021.
  2. Landtag Nordrhein-Westfalen: Viertes Gesetz zur Änderung des Landeswahlgesetzes. 3. November 2020, abgerufen am 8. April 2021.
  3. Wahlbekanntmachung 2017: Ministerialblatt (MBl. NRW.) Ausgabe 2016 Nr. 8 vom 24.3.2016 Seite 173 bis 192 (Memento des Originals vom 12. Januar 2017 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.mik.nrw.de, Ministerium für Inneres und Kommunales NRW, abgerufen am 23. Mai 2017. (PDF; 347 kB)
  4. Der Koalitionsvertrag für NRW steht, auf rp-online.de, 14. Juni 2017, zuletzt abgerufen am 14. Juni 2017.
  5. Familien-Partei stellt Landesliste auf
  6. Zentrumspartei
  7. SPD überholt CDU und Grüne in NRW-Sonntagsfrage. In: General-Anzeiger. 31. August 2021, abgerufen am 5. September 2021.
  8. CDU bleibt trotz Einbußen noch stärkste Kraft in NRW. In: General-Anzeiger. 27. Juli 2021, abgerufen am 5. September 2021.
  9. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u Übersicht der Wahlumfragen zur Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen, auf wahlrecht.de, abgerufen am 17. August 2019.
  10. Übersicht Mandatsgewinne vom 25. August 2021, auf election.de
  11. Übersicht Mandatsgewinne vom 31. Juli 2021, auf election.de
  12. Übersicht Mandatsgewinne vom 16. Juni 2021, auf election.de
  13. Übersicht Mandatsgewinne vom 17. Mai 2021, auf election.de
  14. Übersicht Mandatsgewinne vom 17. April 2021, auf election.de
  15. Übersicht Mandatsgewinne vom 31. März 2021, auf election.de
  16. Übersicht Mandatsgewinne vom 18. Februar 2021, auf election.de
  17. Übersicht Mandatsgewinne vom 28. Januar 2021, auf election.de
  18. Übersicht Mandatsgewinne vom 21. Dezember 2020, auf election.de
  19. Übersicht Mandatsgewinne vom 20. November 2020, auf election.de
  20. Übersicht Mandatsgewinne vom 18. Oktober 2020, auf election.de
  21. Übersicht Mandatsgewinne vom 23. September 2020, auf election.de
  22. Übersicht Mandatsgewinne vom 26. August 2020, auf election.de
  23. Übersicht Mandatsgewinne vom 17. Juli 2020, auf election.de
  24. Übersicht Mandatsgewinne vom 15. Juni 2020, auf election.de
  25. Übersicht Mandatsgewinne vom 14. Mai 2020, auf election.de
  26. Übersicht Mandatsgewinne vom 17. April 2020, auf election.de
  27. Übersicht Mandatsgewinne vom 11. März 2020, auf election.de
  28. Übersicht Mandatsgewinne vom 12. Februar 2020, auf election.de
  29. Übersicht Mandatsgewinne vom 16. Januar 2020, auf election.de
  30. Übersicht Mandatsgewinne vom 19. Dezember 2019, auf election.de