Wahl zum Abgeordnetenhaus von Berlin 2026
Die Sitzverteilung wird sich voraussichtlich aufgrund eines Auszählungsfehlers und eines neu zugeordneten Direktmandats noch ändern. Die endgültige Zusammensetzung wird am 12. Oktober 2026 mit dem endgültigen Endergebnis bekanntgegeben.


Die Wahl zum 20. Abgeordnetenhaus von Berlin fand am 20. September 2026 für eine Legislaturperiode von fünf Jahren statt. Die Linkspartei erreichte mit 25,7 % zum zweiten Mal – nach der Landtagswahl in Thüringen 2019 – die Rolle als stärkste Kraft in einer Landtagswahl, während andere Parteien – außer der AfD mit 16,3 % – überwiegend Verluste hinnehmen mussten. Nach der Wahl gelten Linken-Spitzenkandidatin Elif Eralp und Finanzsenator Stefan Evers, dessen CDU mit 18,8 % zweitstärkste Kraft wurde, als mögliche Kandidaten für das Amt des Regierungsschefs. Sie hätten jeweils mit Grünen (14,3 %) und SPD (12,1 %) zusammen eine entsprechende parlamentarische Mehrheit. Das BSW verpasste den Einzug ins Abgeordnetenhaus knapp mit 4,7 %. Die Wahlbeteiligung lag bei 74,2 %.
Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) führte bisher eine Senatsregierung aus CDU und SPD und war nicht zur Wiederwahl angetreten. Rund 2,5 Millionen Menschen waren wahlberechtigt.[2] Gleichzeitig fanden Wahlen zu den Bezirksverordnetenversammlungen sowie die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern statt. Zwei Wochen zuvor war in Sachsen-Anhalt ein neuer Landtag gewählt worden.
Organisation
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Wahlsystem
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In Berlin finden alle fünf Jahre zeitgleich die Wahlen zum Abgeordnetenhaus und zu den Bezirksverordnetenversammlungen (BVV) statt.[3]
Wahlberechtigt sind deutsche Staatsangehörige ab 16 Jahren, die seit mindestens drei Monaten in Berlin wohnen. Jede Person hat zwei Stimmen:
- Erststimme: Wahl eines Direktkandidaten in einem der 78 Wahlkreise (Direktmandat).
- Zweitstimme: Wahl einer Partei, die mindestens 5 % der Zweitstimmen oder ein Direktmandat benötigt, um ins Parlament einzuziehen. Per Verhältniswahl wird dort die Sitzverteilung bestimmt.
Das Abgeordnetenhaus hat regulär 130 Sitze, die sich durch Überhang- und Ausgleichsmandate erhöhen können.
Wahltermin
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das 19. Abgeordnetenhaus hatte sich am 4. November 2021 konstituiert[4] und beschloss keine vorzeitige Auflösung. Artikel 54 der Berliner Verfassung[5] bestimmt, dass eine reguläre Neuwahl frühestens 56 und spätestens 59 Monate nach Beginn der Wahlperiode des Abgeordnetenhauses stattfindet. Als Termin zur regulären Wahl des 20. Abgeordnetenhaus wurde bereits im Mai 2025 der 20. September 2026 ins Auge gefasst, eine Woche vor dem Berlin-Marathon, der 2021 gleichzeitig mit Bundestagswahl 2021 und den Berliner Wahlen stattfand, was zu den Problemen am Superwahltag beigetragen hat.[6] Die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern 2026 wurde im Juli 2025 auf den gleichen Termin gelegt, die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt 2026 zwei Wochen vorher auf ihren spätestmöglichen Termin, nachdem 2021 schon Anfang Juni gewählt wurde.
Ausgangslage
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die letzte reguläre Wahl zum Abgeordnetenhaus fand statt am 26. September 2021, zeitgleich mit der Bundestagswahl. Aufgrund verschiedener Pannen und Missstände bei der Durchführung musste die Wahl laut Urteil des Berliner Verfassungsgerichtshofes wiederholt werden. Da es sich nicht um eine Neuwahl aus politischen Gründen handelte, blieb die Legislaturperiode des 19. Abgeordnetenhauses davon uneingeschränkt. Nachdem die SPD unter Franziska Giffey 2021 ursprünglich das Rote Rathaus regierte, ging am 12. Februar 2023 die CDU als stärkste Kraft aus der Wahlwiederholung hervor. Damit gelang den Christdemokraten erstmals nach 1999, die SPD auf die zweite Position zu drängen. Diese hielten die Sozialdemokraten hauchdünn mit nur 53 Stimmen Vorsprung vor den Grünen.[7] Die Linke erreichte mit einem erneuten Stimmenverlust wieder den vierten Platz; dahinter lag die AfD. Die FDP verpasste den Einzug in das Parlament, den die Liberalen bei der ursprünglichen Wahl noch deutlich erreicht hatten. Alle anderen Parteien blieben klar unter der Fünf-Prozent-Hürde. Das BSW formierte sich erst im Oktober 2023 und war seit Übertritt des Linken-Abgeordneten King im Parlament vertreten.
| Fraktion / Landesverband | Kurzbe- zeichnung |
Sitze | ||
|---|---|---|---|---|
| nach Wahl 2023 | vor Wahl 2026 | |||
| Christlich Demokratische Union Deutschlands | CDU | 52 | 52 | |
| Sozialdemokratische Partei Deutschlands | SPD | 34 | 36 | |
| Bündnis 90/Die Grünen | GRÜNE | 34 | 33 | |
| Die Linke | LINKE | 22 | 20 | |
| Alternative für Deutschland | AfD | 17 | 16 | |
| Fraktionslos, davon |
|
—
|
2
| |
Parteien und Bewerber
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Landeswahlausschuss ließ als zuständiges Gremium insgesamt 17 Parteien und Listen zur Wahl zu.[8] Darunter sind alle sechs bislang im Abgeordnetenhaus vertretenen Parteien. CDU, SPD sowie die Linke treten in der ganzen Stadt mit Wahlvorschlägen (Listen) auf Bezirksebene an. Die „Bergpartei“ und „Die Heimat“ (ehemals NPD) sind nur in manchen Bezirken wählbar. Die anderen 12 Parteien treten jeweils mit einer einheitlichen Landesliste an.






Spitzenkandidaten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Regierende Bürgermeister von Berlin wird nach der Wahl durch das Parlament bestimmt. Als Spitzenkandidaten benennen Parteien die Kandidaten, die im Falle eines Wahlerfolgs die Regierungsbildung anführen und das Amt der Regierungschefs übernehmen sollen. Üblicherweise werden diese Kandidaten auch als Listenführer an Platz 1 der jeweilgen Wahlvorschläge gesetzt. Es wird erwartet, dass eine Koalitionsbildung notwendig wird, wenn keine einzelne Partei die absolute Mehrheit erreicht.
Für die CDU war ursprünglich der amtierende Bürgermeister Kai Wegner als Spitzenkandidat benannt worden: Am 9. Juni stimmten beim Landesparteitag 93 % der Delegierten für seine Nominierung. Zuvor hatte ihn der Schriftsteller Wolfram Wickert überraschend herausgefordert.[9][10] Wegner war bereits mehrfach in die Kritik geraten, zuletzt für sein Agieren während des Brandanschlag auf das Berliner Stromnetz Anfang 2026. Am 10. Juli gab er innererparteilichen Rücktrittsforderungen schließlich nach und verzichtete auf seine Kandidatur. Er wolle seine Amtszeit zu Ende führen und anschließend nicht für ein Senatorenamt zur Verfügung stehen.[11] Am 13. Juli übernahm der bisherige Finanzsenator Stefan Evers sowohl einstimmig die Spitzenkandidatur als auch den kommissarischen Parteivorsitz der CDU Berlin.[12]
Die SPD hatte bereits im Vorjahr Steffen Krach zum Spitzenkandidaten nominiert. Auf dem Landesparteitag am 15. November wurde der bisherige Regionspräsident von Hannover und Ex-Wissenschaftsssenator (2014–2021) einstimmig nominiert. Er wolle für die SPD das Rote Rathaus zurückerobern. Dieses war 2023 von Franziska Giffey an die CDU verloren gegangen.[13] Gegen Krach wurden nur wenige Tage vor der Wahl Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Hannover eingeleitet: In seiner Rolle als Regionspräsdient wird Krach die Verletzung von Geheimhaltungspflichten und Vorteilsannahme in einer Ausschreibung vorgeworfen. Krach wies alle Vorwürfe zurück und bekräftigte, an seiner Kandidatur festhalten zu wollen.[14]
Für die Grünen tritt Werner Graf im Rennen um das Bürgermeisteramt an. Gemeinsam mit Bettina Jarasch, Spitzenkandidatin von 2021, wurde er zur Spitze eines Führungsduos nominiert. Beide erhielten rund 82 % der Stimmen bei der Delegiertenkonferenz am 22. November 2025.[15]
Die Linkspartei nominierte ihre bisherige Vize-Fraktionschefin Elif Eralp zur Spitzenkandidatin am 15. November 2025 per Akklamation auf einem Landesparteitag in Lichtenberg.[16]
Bei der AfD ist Partei- und Fraktionschefin Kristin Brinker bereits zum dritten Mal Spizenkandidatin ihrer Partei. Erstmals nominierte sie ihr Landesverband im Mai 2026 auch als Kandidatin für das Amt der Regierenden Bürgermeisterin. Sie war Gast auf Vernetzungstreffen mit Rechtsextremen,[17] gilt aber innerhalb der AfD als verhältnismäßig zurückhaltend in Auftritt und Ansprache.[18]
Das zwei Jahre zuvor gegründete Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) ist durch das ehemalige Linken-Mitglied Alexander King im Abgeordnetenhaus vertreten. Er wurde gemeinsam mit Islamwissenschaftler Michael Lüders zum Spitzenduo des BSW nominiert, das erstmals zur Abgeordnetenhauswahl antritt.[19]
Parteien
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Umfragen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Sonntagsfrage
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Institut | Zeitraum | Befragte | Methode 1 | CDU | SPD | Grüne | Linke | AfD | FDP | BSW | Sonst. |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Abgeordnetenhauswahl 2026 | 20.09.2026 | — | — | 18,8 % | 12,1 % | 14,3 % | 25,7 % | 16,3 % | 2,5 % | 4,7 % | 5,7 % |
| Forschungsgruppe Wahlen[20] | 14.09.–17.09.2026 | 1.611 | T+O | 20 % | 12 % | 15 % | 22 % | 18 % | — | 4 % | 9 % |
| INSA[20] | 10.09.–16.09.2026 | 1.000 | O | 20 % | 12 % | 15 % | 21 % | 18 % | — | 5 % | 9 % |
| INSA[20] | 07.09.–14.09.2026 | 1.000 | O | 20 % | 12 % | 16 % | 20 % | 18 % | 3 % | 5 % | 6 % |
| Forschungsgruppe Wahlen[20] | 07.09.–10.09.2026 | 1.100 | T+O | 21 % | 10 % | 16 % | 23 % | 17 % | — | 3 % | 10 % |
| Infratest dimap[20] | 07.09.–09.09.2026 | 1.527 | T+O | 20 % | 12 % | 16 % | 21 % | 18 % | — | 4 % | 9 % |
| INSA[20] | 26.08.–02.09.2026 | 1.000 | O | 20 % | 15 % | 15 % | 19 % | 18 % | 3 % | 3 % | 7 % |
| Infratest dimap[20] | 27.08.–31.08.2026 | 1.279 | T+O | 21 % | 11 % | 18 % | 19 % | 18 % | — | 4 % | 9 % |
| Forsa[20] | 04.08.–18.08.2026 | 1.535 | O | 18 % | 12 % | 16 % | 22 % | 18 % | 3 % | 4 % | 7 % |
| INSA[20] | 07.–13.08.2026 | 1.000 | O | 20 % | 15 % | 16 % | 19 % | 17 % | 3 % | 3 % | 7 % |
| INSA[20] | 14.07.–21.07.2026 | 1.000 | O | 18 % | 13 % | 16 % | 18 % | 19 % | 4 % | 4 % | 8 % |
| Infratest dimap[20] | 13.07.–15.07.2026 | 1.147 | T+O | 20 % | 12 % | 17 % | 22 % | 16 % | 3 % | 3 % | 7 % |
| Infratest dimap[20] | 25.06.–29.06.2026 | 1.165 | T+O | 17 % | 13 % | 19 % | 20 % | 18 % | 3 % | 3 % | 7 % |
| INSA[20] | 04.05.–08.05.2026 | 1.000 | O | 20 % | 16 % | 15 % | 15 % | 18 % | 4 % | 4 % | 8 % |
| Infratest dimap[20] | 23.04.–27.04.2026 | 1.155 | T+O | 19 % | 14 % | 18 % | 18 % | 18 % | 3 % | 3 % | 7 % |
| INSA[20] | 07.04.–14.04.2026 | 1.000 | O | 21 % | 17 % | 15 % | 15 % | 17 % | 3 % | 4 % | 8 % |
| INSA[20] | 17.02.–24.02.2026 | 1.000 | O | 22 % | 16 % | 15 % | 15 % | 17 % | 4 % | 4 % | 7 % |
| Infratest dimap[20] | 12.01.–14.01.2026 | 1.173 | T+O | 22 % | 14 % | 16 % | 18 % | 17 % | — | 3 % | 10 % |
| INSA[20] | 07.01.–14.01.2026 | 1.000 | O | 22 % | 17 % | 14 % | 17 % | 16 % | 3 % | 4 % | 7 % |
| Infratest dimap[20] | 13.11.–17.11.2025 | 1.185 | T+O | 22 % | 13 % | 16 % | 19 % | 16 % | — | 4 % | 10 % |
| INSA[20] | 21.10.–28.10.2025 | 1.000 | O | 23 % | 16 % | 14 % | 17 % | 15 % | 4 % | 5 % | 6 % |
| Infratest dimap[20] | 12.06.–16.06.2025 | 1.148 | O | 25 % | 14 % | 15 % | 19 % | 13 % | – | 4 % | 10 % |
| INSA[20] | 13.05.–20.05.2025 | 1.000 | O | 24 % | 17 % | 15 % | 13 % | 13 % | 3 % | 7 % | 8 % |
| Bundestagswahl[21] | 23.02.2025 | — | — | 18,3 % | 15,1 % | 16,8 % | 19,9 % | 15,2 % | 3,8 % | 6,6 % | 4,3 % |
| Infratest dimap[20] | 14.11.–18.11.2024 | 1.179 | O | 27 % | 12 % | 20 % | 6 % | 15 % | 4 % | 7 % | 9 % |
| INSA[20] | 01.07.–09.07.2024 | 1.000 | O | 26 % | 18 % | 15 % | 7 % | 12 % | 4 % | 12 % | 6 % |
| Europawahl | 09.06.2024 | — | — | 17,6 % | 13,2 % | 19,6 % | 7,3 % | 11,6 % | 4,3 % | 8,7 % | 17,7 % |
| Infratest dimap[20] | 18.04.–22.04.2024 | 1.174 | T+O | 27 % | 15 % | 20 % | 10 % | 12 % | 3 % | 6 % | 7 % |
| INSA[20] | 22.01.–29.01.2024 | 1.000 | O | 29 % | 16 % | 17 % | 10 % | 13 % | 4 % | — | 11 % |
| Infratest dimap[20] | 12.10.–16.10.2023 | 1.159 | T+O | 29 % | 15 % | 19 % | 10 % | 15 % | 4 % | — | 8 % |
| INSA[20] | 18.09.–26.09.2023 | 1.000 | O | 26 % | 17 % | 18 % | 10 % | 14 % | 5 % | — | 10 % |
| INSA[20] | 27.03.–03.04.2023 | 1.000 | O | 30 % | 18 % | 18 % | 11 % | 9 % | 5 % | — | 9 % |
| Abgeordnetenhauswahl 2023 | 12.02.2023 | — | — | 28,2 % | 18,4 % | 18,4 % | 12,2 % | 9,1 % | 4,6 % | — | 9,0 % |
1 T: telefonische Befragung; O: Onlinebefragung | |||||||||||
Verlauf
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Direktwahlfrage Regierender Bürgermeister
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Regierende Bürgermeister ist Regierungschef der Berliner Landesregierung (Senat) und wird vom Abgeordnetenhaus gewählt.
| Institut | Datum | Stefan Evers (CDU) |
Steffen Krach (SPD) |
Werner Graf (Grüne) |
Elif Eralp (Linke) |
Kristin Brinker (AfD) |
keine/r/ weiß nicht |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Forschungsgruppe Wahlen[22] | 20.09.2026 | 29 % | — | — | 36 % | — | 35 % |
| Forschungsgruppe Wahlen[23] | 17.09.2026 | 24 % | — | 12 % | 25 % | — | 39 % |
| Forschungsgruppe Wahlen[24] | 11.09.2026 | 25 % | — | 9 % | 23 % | — | 43 % |
| Infratest dimap[25] | 02.09.2026 | 13 % | 9 % | 4 % | 13 % | 7 % | 54 % |
| Forsa[26] | 22.08.2026 | 15 % | 10 % | 6 % | 16 % | 10 % | 43 % |
| Infratest dimap[27] | 16.07.2026 | 11 % | 7 % | 3 % | 9 % | 5 % | 65 % |
Ehemaliges West- und Ost-Berlin
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Institut Infratest dimap erhebt in seinen Wahlumfragen auch zusätzlich die Unterschiede zwischen dem ehemaligen Westen und Osten der Stadt. Für die Zusammensetzung des Abgeordnetenhauses haben diese Zahlen keine Aussagekraft.
| Institut | Datum | SPD | CDU | Grüne | AfD | Linke | FDP | Sonst. |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Infratest dimap[28] | 10.09.2026 | 14 % | 23 % | 18 % | 15 % | 18 % | — | 12 % |
| Infratest dimap[28] | 02.09.2026 | 13 % | 24 % | 19 % | 15 % | 16 % | — | 13 % |
| Infratest dimap[28] | 18.10.2023 | 17 % | 31 % | 20 % | 13 % | 8 % | 4 % | 7 % |
| Abgeordnetenhauswahl 2023 | 12.02.2023 | 19,9 % | 31,1 % | 19,8 % | 6,8 % | 9,0 % | 5,3 % | 8,1 % |
| Institut | Datum | Linke | SPD | AfD | CDU | Grüne | FDP | Sonst. |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Infratest dimap[29] | 10.09.2026 | 25 % | 10 % | 22 % | 15 % | 13 % | — | 15 % |
| Infratest dimap[29] | 02.09.2026 | 22 % | 8 % | 22 % | 17 % | 16 % | — | 15 % |
| Infratest dimap[29] | 18.10.2023 | 12 % | 14 % | 17 % | 26 % | 18 % | 3 % | 10 % |
| Abgeordnetenhauswahl 2023 | 12.02.2023 | 16,6 % | 16,4 % | 12,2 % | 24,3 % | 16,4 % | 3,7 % | 10,4 % |
Ergebnis
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Wahlbeteiligung erreichte mit 74,2 % ein Rekordhoch im Zeitraum nach 1990. Lediglich im Jahr 2021 war sie aufgrund der gleichzeitigen Bundestagswahl höher.
| Listen | Erststimmen | Zweitstimmen | Mandate | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Stimmen | % | +/- | Mandate | Stimmen | % | +/- | Mandate | Anzahl | +/- | ||
| Linke | 435.898 | 24,0 | 11,7 | 28 | 468.060 | 25,7 | 13,4 | 19 | 47 | 25 | |
| CDU | 367.302 | 20,3 | 9,4 | 27 | 342.516 | 18,8 | 9,5 | 7 | 34 | 18 | |
| AfD | 289.372 | 16,0 | 7,0 | 12 | 296.601 | 16,3 | 7,2 | 17 | 29 | 12 | |
| Grüne | 297.065 | 16,4 | 2,8 | 10 | 260.700 | 14,3 | 4,1 | 16 | 26 | 8 | |
| SPD | 248.501 | 13,7 | 6,2 | 1 | 220.939 | 12,1 | 6,3 | 21 | 22 | 12 | |
| BSW | 75.788 | 4,2 | neu | − | 86.041 | 4,7 | neu | − | − | – | |
| FDP | 40.370 | 2,2 | 1,6 | − | 46.341 | 2,5 | 2,1 | − | − | − | |
| Tierschutzpartei | 10.232 | 0,6 | 2,3 | − | 38.642 | 2,1 | 0,3 | − | − | − | |
| Volt | 40.598 | 2,2 | neu | − | 37.880 | 2,1 | 1,2 | − | − | − | |
| Die PARTEI | 4.781 | 0,3 | 1,4 | − | 13.536 | 0,7 | 0,7 | − | − | − | |
| – | – | − | − | 5.670 | 0,3 | neu | − | − | – | ||
| ÖDP | – | – | 0,0 | − | 2.560 | 0,1 | 0,0 | − | − | − | |
| DKP | 252 | 0,0 | neu | − | 2.070 | 0,1 | 0,1 | − | − | − | |
| du. | – | – | 0,1 | − | 1.551 | 0,1 | 0,1 | − | − | − | |
| SGP | – | – | − | − | 716 | 0,0 | 0,0 | − | − | − | |
| HEIMAT | – | – | 0,0 | − | 521 | 0,0 | 0,1 | − | − | − | |
| B* | 43 | 0,0 | neu | − | 80 | 0,0 | 0,1 | − | − | − | |
| MERA25 | 374 | 0,0 | neu | − | – | – | − | − | − | − | |
| Mieterpartei | 289 | 0,0 | 0,0 | − | – | – | 0,3 | − | − | − | |
| Die Frauen | 57 | 0,0 | 0,0 | − | – | – | − | − | − | − | |
| DL | 57 | 0,0 | 0,0 | − | – | – | − | − | − | − | |
| Einzelbewerber | 1.492 | 0,1 | 0,2 | − | – | – | − | − | − | − | |
| Übrige | – | – | 0,9 | − | – | – | 3,1 | − | − | − | |
| Gesamt | 1.812.471 | 100 | 78 | 1.824.424 | 100 | 80 | 158 | 1 | |||
| Ungültige Stimmen | 33.699 | 1,8 | 0,9 | 21.746 | 1,2 | 0,5 | |||||
| Wählende | 1.846.170 | 74,2 | 11,3 | 1.846.170 | 74,2 | 11,3 | |||||
| Wahlberechtigte | 2.487.318 | 2.487.318 | |||||||||
| Quelle: Landeswahlleiter Berlin | |||||||||||
Nach der Wahl
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Regierungsbildung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Koalitionsoption | Sitze |
|---|---|
| Sitze gesamt | 158 |
| Absolute Mehrheit (ab 79 Sitzen) | |
| Linke, Grüne, SPD | 95 |
| CDU, Grüne, SPD | 82 |
| keine Mehrheit (bisheriger Senat) | |
| CDU, SPD | 56 |
Als Regierungsoptionen werden eine rot-rot-grüne Koalition mit der Linkspartei an der Spitze oder eine Kenia-Koalition unter Fortsetzung der CDU-Führung im Roten Rathaus für möglich gehalten.[30][31][32] Eine rot-rot-grüne Landesregierung hatte es in Berlin schon von 2016 bis 2023 unter Michael Müller bzw. Franziska Giffey gegeben, seinerzeit unter Führung der SPD. Davor hatten SPD und die Linken-Vorgängerpartei PDS schon unter Klaus Wowereit 2001 bis 2011 den Senat gebildet. Eine Mitte-Links-Koalition unter Führung der Linken hatte es in Thüringen nach den Landtagswahlen 2014 und 2019 gegeben, wobei die Linke bei der Wahl 2019 erstmals stärkste Kraft bei einer Landtagswahl wurde. Eine Dreierkoalition von CDU, SPD und Grünen hatte es de facto kurzfristig während der Wende in Berlin gegeben. Zuletzt kam es in Sachsen-Anhalt (2016–2021), Brandenburg und Sachsen (beide 2019–2024) zu diesem Bündnis.
Kontroversen rund um die Linkspartei nach der Wahl
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Auf der Wahlparty des Neuköllner Bezirksverbandes der Linken wurden Ibrahim Ibrahim, ein mutmaßlicher Vertreter der Palästinenserorganisation PFLP, die von der EU als Terrororganisation eingestuft wird, sowie Issa Remmo, Oberhaupt des sogenannten Remmo-Clans, gesehen.[33][34] Nachdem das Organisationsteam auf die Anwesenheit von Remmo hingewiesen wurde, wurde er aus dem Saal gewiesen.[35]
Issa Remmos Sohn Firas Remmo postete nach der Wahl eine Aufnahme eines Chats zwischen ihm und dem Linken-Bundestagsabgeordneten Ferat Koçak, die ein vertrautes Verhältnis zwischen den beiden nahelegten. Koçak schrieb: „Grüße mit Respekt zurück an deinen Vater.“ Zudem bat er den Remmo-Sohn, einen Videoausschnitt seiner Bundestagsreden zu verbreiten.[36][37] Koçak bestritt eine persönliche Nähe zu Remmo, entschuldigte sich für den Kontakt und nannte ihn einen Fehler.[38]
Die Frage des Antisemitismus im Wahlkampf der Linken wurde nach der Wahl intensiv diskutiert. Vertreter von Politik und Zivilgesellschaft warnten vor antisemitischen Tendenzen in der Linkspartei, darunter Armin Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland.[39] Kritiker verwiesen jedoch auch auf Vorkommnisse der aus dem Feld der Palästina-Solidarität, die teilweise als antisemitisch gelesen werden. Zititert wurde etwa die Parteijugend, die vom „kolonialen und rassistischen Charakter des israelischen Staatsprojekts“ sprach und ein Rapper, der einen Song mit den Zeilen „Yalla yalla Intifada“ und „Death to the IDF“ („Tod den IDF!“) auf einer Wahlkampfveranstaltung in Neukölln aufführte. Die Linken-Spitzenkandidatin Eralp verurteilte den Auftritt und verwies auf die Verantwortung des Bezirksverbands, der den Rapper eingeladen hatte. Sie und andere Spitzenpolitiker der Partei hatten sich im Wahlkampf mehrfach für den Schutz jüdischen Lebens ausgesprochen und problematische Äußerungen einzelner Parteimitglieder zurückgewiesen.[40][41] In einem offenen Brief wiesen 150 jüdische Interlektuelle die Antisemitismus-Vorwürfe gegen de Linke zurück.[42] Soziologe Peter Ullrich verwies auf Studien, nach denen Antisemitismus im rechten Spektrum deutlich populärer ist als links der Mitte und bezeichneten die Vorfürfe gegen die Linkspartei seinerseits als „rechte Kampage“.[43]
Reaktion der Bundesregierung auf mögliche Vergesellschaftung von Wohnraum
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Linkspartei hatte unter anderem angekündigt, im Falle eines Wahlerfolgs den Volksentscheid „Deutsche Wohnen & Co enteignen“ in Berlin 2021 umzusetzen und große Wohnkonzerne in Berlin zu vergesellschaften. Um dies abzuwenden, kündigte die Bundesregierung kurz nach der Wahl eine Gesetzesinitiative an, um Enteignungen per Bundesgesetz zu verhindern. Zuvor hatten sich Banken und Vertreter der Immobilienwirtschaft entsprechend geäußert.[44] Aktienkurse von Wohnkonzernen – u. a. der Vonovia – waren nach der Verkündung des Wahlergebnisses kurzfristig eingebrochen.[45]
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Wahl zum 20. Abgeordnetenhaus von Berlin am 20. September 2026. In: Landeswahlleiter Berlin. Abgerufen am 21. September 2026.
- ↑ rbb24.de: Berlin hat wieder mehr Wahlberechtigte - und einen neuen Höchstwert an Nicht-Berechtigten. 8. März 2026, abgerufen am 11. September 2026.
- ↑ Wahlsystem in Berlin. Abgerufen am 17. Februar 2025.
- ↑ Berliner Abgeordnetenhaus konstituiert sich. 5. November 2021, abgerufen am 7. März 2024.
- ↑ Verfassung von Berlin – Abschnitt III: Die Volksvertretung. 3. Januar 2024, abgerufen am 7. März 2024.
- ↑ Berliner Wahl am 20. September 2026. Abgerufen am 23. September 2026.
- ↑ SPD bei Berlin-Wahl sehr knapp vor den Grünen. Süddeutsche Zeitung, 27. Februar 2023, abgerufen am 27. Februar 2023.
- ↑ 12 Landeslisten für die Abgeordnetenhauswahl zugelassen. In: berlin.de. 24. Juli 2026, abgerufen am 1. August 2026.
- ↑ Berliner CDU macht Wegner zum Spitzenkandidaten. In: rbb24.de. 6. September 2026, abgerufen am 11. September 2026.
- ↑ Simon Sales Prado: Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus: Berliner CDU wählt Kai Wegner zum Spitzenkandidaten. In: Die Zeit. 10. Juni 2026, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 11. September 2026]).
- ↑ Berlins Regierender Bürgermeister Wegner gibt Spitzenkandidatur auf. In: rbb24.de. 10. Juli 2026, abgerufen am 11. September 2026.
- ↑ Abgeordnetenhauswahl - Finanzsenator Evers zu neuem Spitzenkandidat der Berliner CDU gewählt. In: deutschlandfunk.de. 13. Juli 2026, abgerufen am 11. September 2026.
- ↑ Berliner SPD nominiert Steffen Krach zum Spitzenkandidaten. In: rbb24.de. 15. November 2025, abgerufen am 11. September 2026.
- ↑ Staatsanwaltschaft ermittelt in drei Fällen gegen SPD-Spitzenkandidat Krach. In: rbb24.de. 11. September 2026, abgerufen am 11. September 2026.
- ↑ Werner Graf zum Spitzenkandidaten der Grünen gewählt. In: rbb24.de. 22. November 2025, abgerufen am 11. September 2026.
- ↑ „Die Verhältnisse endlich verändern!“: Berliner Linke nominiert Spitzenkandidatin Elif Eralp. In: Der Tagesspiegel Online. ISSN 1865-2263 (tagesspiegel.de [abgerufen am 11. September 2026]).
- ↑ Alexander Rothe: Berliner AfD-Vorsitzende war Gast bei Rechtsextremen-Treffen. In: morgenpost.de. 17. Januar 2024, abgerufen am 11. September 2026.
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- 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 Umfragen zur Abgeordnetenhauswahl in Berlin 2026, auf wahlrecht.de
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- ↑ Nach Wahlparty-Eklat: Remmo-Sohn postet Chat mit Linke-Politiker. 21. September 2026, abgerufen am 21. September 2026.
- ↑ Alexander Schmalz: Ferat Koçak entschuldigt sich für Chat mit Firas Remmo: „War ein Fehler“. 21. September 2026, abgerufen am 21. September 2026.
- ↑ dpa: Abgeordnetenhauswahl: Clan-Mitglied auf Linken-Party - Partei distanziert sich. In: Die Zeit. 20. September 2026, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 21. September 2026]).
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- ↑ Alexander Budweg: Linke will gegen Antisemitismus in der Partei vorgehen. Abgerufen am 5. Oktober 2026.
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- ↑ Erik Peter: Linke und Antisemitismus: „Die Debatte hat die Funktion, die Linke zu schwächen“. In: Die Tageszeitung: taz. 22. September 2026, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 6. Oktober 2026]).
- ↑ Merz kündigt Gesetz gegen linke Enteignungspläne an. Abgerufen am 21. September 2026.
- ↑ Nach Berlin-Wahl: Enteignungs-Sorgen belasten Immobilienaktien. Abgerufen am 21. September 2026.