Wahl zum Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten 2020

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Rücktritte nach Wahlkreisen, Stand 25. Oktober 2019 (grau: Vakanz; kräftiges rot: Republikanischer Amtsinhaber tritt nicht zur Wiederwahl an; kräftiges blau: Demokratischer Amtsinhaber tritt nicht zur Wiederwahl an)

Die Wahlen zum Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten sollen am 3. November 2020 stattfinden. Gewählt werden an diesem Tag alle 435 Mitglieder des US-Repräsentantenhauses. Die Wahlen fallen mit den Wahlen zum US-Senat 2020 und den Präsidentschaftswahlen 2020 zusammen, in denen sich US-Präsident Donald Trump der Wiederwahl stellt. Dies ist die letzte reguläre Wahl bei der die aktuellen Wahlkreise (basierend auf dem Zensus von 2010) verwendet werden.

Die Demokraten halten seit der Wahl zum Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten 2018 nach acht Jahren in der Minderheit wieder die Mehrheit im Repräsentantenhaus. Aktuell halten sie bei 233 Abgeordneten, während die Republikaner auf 197 Sitze kommen. Hinzu kommt der parteilose Justin Amash, der nach Meinungsverschiedenheiten mit Präsident Trump, die Republikanische Partei im Juli 2019 verließ.[1]

Wahlverfahren und Termin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Vereinigten Staaten sind in 435 Kongresswahlbezirke eingeteilt, die jeweils ungefähr gleich viele Bewohner (im Schnitt 710.767 nach dem Zensus 2010) haben sollen. Im Unterschied zur anderen Kongresskammer, dem Senat der Vereinigten Staaten, ist die Anzahl der Sitze je Bundesstaat unterschiedlich und reicht von einem (in 7 Bundesstaaten) bis zu 53 in Kalifornien Die Größe der Wahlbezirke reicht von 27 km² (ein Teil New York Citys) bis zu 1.481.354 km² (Alaska at-large). In 47 Staaten werden die Mandate je Kongresswahlbezirk nach relativer Mehrheitswahl vergeben. In zwei Staaten (Louisiana und Georgia) ist eine absolute Mehrheit erforderlich. In Maine wird seit 2018 nach Volksentscheid mit Instant-Runoff-Voting gewählt.

Es stehen jeweils Einzelbewerber, keine Parteilisten, zur Wahl, meist als Aussichtsreichste die Kandidaten der beiden großen Parteien, der Republikaner und Demokraten, aber auch Unabhängige und Bewerber kleinerer Parteien (wie der Libertarian, der Green Party und der Constitution Party), die meist als chancenlos gelten. Die innerparteiliche Bewerberauswahl findet jeweils durch Vorwahlen statt, bei denen entweder nur für die Partei registrierte (geschlossene Vorwahl) oder alle Wahlberechtigte des Kongresswahlbezirks (offene Vorwahl) wählen dürfen. In Washington und Kalifornien finden überparteilich Vorwahlen statt bei denen sich unabhängig von einer absoluten Mehrheit die beiden Erstplatzierten für die Hauptwahl qualifizieren.

Die Wahl für sämtliche Mandate findet alle zwei Jahre am allgemeinen Wahltag der Vereinigten Staaten, dem Dienstag nach dem ersten Montag des Monats November, statt, im Jahr 2020 also am 3. November.

Ausgangslage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sprecherin des Repräsentantenhauses Nancy Pelosi
Minderheitsführer der Republikaner Kevin McCarthy

Die Republikaner stellten seit der Wahl 2010 die Mehrheit im Repräsentantenhaus und konnten diese zuletzt 2016 verteidigen, als sie Stimmenanteile von 49,1 Prozent zu 48 Prozent für die Demokraten erhielten, zwar sechs Sitze an diese verloren, aber mit 241 Sitzen eine Mehrheit von 23 Mandaten über der absoluten Mehrheit (218 von 435 Gesamtsitzen) behielten. 2018 ging diese Mehrheit an die Demokraten verloren, als diese 235 Sitze gewannen, während die GOP nur auf 199 Abgeordneten kommen konnte. Dadurch wird seither auch der Sprecher des Repräsentantenhauses von den Demokraten gestellt. Seit 3. Januar 2019 amtiert Nancy Pelosi (Kalifornien-8) die Sprecherin des Repräsentantenhauses. Der Fraktionsvorsitzende (englisch „Minority Leader“) der Republikaner ist Kevin McCarthy (Kalifornien-23).

Bisher (Stand: 25. Oktober 2019) haben sieben Angehörige der Demokratischen Partei verkündet sich nicht mehr für die Wiederwahl zu berwerben.[2]

In den Reihen der Republikaner verkündeten 19 Amtsinhaber auf eine Kandidatur zur Wiederwahl zu verzichten.[2]

Strukturelle Bedingungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Republikaner befinden sich strukturell durch Gerrymandering und durch die ungleiche Verteilung der Wählerschaft (überproportional stark in ländlichen Bezirken der „rot“ gewordenen Staaten) in einem Vorteil; so gewannen sie den generischen Repräsentantenhauswahlkreis 2016 mit 3,4 Prozent Vorsprung, während Trump das Popular Vote zeitgleich mit 2,1 Prozent Rückstand verlor.[4] Bei den letzten Wahlen 2018 gewannen die Demokraten den generischen Repräsentantenhaussitz mit 4,49 Prozent.

Umfragen und Prognosen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Center for Politics und der Cook Political Report (siehe Cook Partisan Voting Index) bieten regelmäßig aktualisierte Prognosen für umkämpfte Kongresswahlbezirke.[5][6]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Donna Cassata closeDonna CassataBioBio: Rep. Justin Amash, lone GOP critic of Trump, leaves Republican Party. Abgerufen am 25. Oktober 2019 (englisch).
  2. a b Russell Berman: The 2020 Congressional-Retirement Tracker. 21. Oktober 2019, abgerufen am 25. Oktober 2019 (amerikanisches Englisch).
  3. Greg Walden to retire in latest sign of GOP doubts about retaking House. Abgerufen am 30. Oktober 2019 (englisch).
  4. David Wasserman: The Congressional Map Has A Record-Setting Bias Against Democrats. In: FiveThirtyEight, 7. August 2017.
  5. Larry J. Sabato's Crystal Ball » 2020 House. Abgerufen am 25. Oktober 2019.
  6. 2020 House Race ratings. Abgerufen am 25. Oktober 2019 (englisch).