Wahlkreis Wil

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Wahlkreis Wil
Basisdaten
Staat: Schweiz Schweiz
Kanton: Kanton St. Gallen St. Gallen (SG)
Hauptort:
BFS-Nummer: 1728
Fläche: 145,24 km²
Höhenbereich: 470–1060 m ü. M.
Einwohner: 76'439[1] (31. Dezember 2020)
Bevölkerungsdichte: 526 Einw. pro km²
Karte
Karte von Wahlkreis Wil

Der Wahlkreis Wil ist eine Verwaltungseinheit des Schweizer Kantons St. Gallen, die nach der neuen St. Galler Kantonsverfassung vom 10. Juni 2001 gebildet wurde. Er besteht aus den beiden früheren Bezirken Wil und Untertoggenburg (ohne Ganterschwil und Mogelsberg, die zum Wahlkreis Toggenburg kamen).

Politik und Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Hof in Wil, wo früher oft die Fürstäbte von St. Gallen residierten.[2] Heute würde Wil gerne eine Zen­trums­funktion einnehmen, aber Degersheim und Flawil sind weit weg[3] und der angrenzende Hinterthurgau gehört zum Nachbarkanton.

Politisch stehen sich die Gemeinden im Wahlkreis Wil nahe. Grösste Partei ist die Schweizerische Volkspartei (SVP).[3] Sie erreichte 2016 genau 30 Prozent der Wählerstimmen,[4] hat aber vier Jahre später an Stimmen verloren.[5] Sie hat die CVP als stärkste Partei abgelöst. CVP, FDP und SP bewegen sich um rund 15 bis 20 Prozent. Die Grünen erreichen Anteile über 5 Prozent.[4] Die Stadt Wil schert politisch nicht links aus wie die Kantonshauptstadt.[3]

Sitze im Kantonsrat (2020–2024)[5]
2
2
1
5
3
5
Insgesamt 18 Sitze
Sitzverteilung
Wahljahr 2004[6] 2008[7] 2012[8] 2016[9] 2020[5]
GPS 2 1 1 1 2
SP 5 2 3 3 2
glp 1 1
CVP 8 5 4 4 5
BDP 1
FDP 5 4 3 4 3
SVP 7 6 5 6 5
insgesamt 27[Anm. 1] 18 18 18 18

Für Degersheim und Flawil hat die Zugehörigkeit zum Wahlkreis Wil, obwohl sie nach St. Gallen orientiert sind, Vorteile, denn im Wahlkreis St. Gallen hätten sie nur wenig Gewicht.[3]

Bahnhof Uzwil. Viele Be­wohner der Wahlkreises pen­deln nach Zürich, Winter­thur oder St. Gallen zur Arbeit.[3]

In der Region Wil – zu der auch der Hinterthurgau zählt – sind im Alltag für Kultur und Wirtschaft die Kantonsgrenzen unbedeutend. Obwohl die Region Wil zur Metropolregion Zürich gehört, hat sie auch die Charta Metropolitanraum Bodensee unterzeichnet. Mit dem Projekt Wil West geht es hingegen nicht vorwärts.[3] Zwischen Münchwilen, Sirnach und Wil sollen in den nächsten Jahren 2000 bis 3000 Arbeitsplätze entstehen.[10]

Wichtigster Arbeitgeber ist Bühler in Uzwil, aber auch Benninger (Uzwil), Stihl (Wil) und Maestrani (Flawil) sorgen für Zupendler. Sowohl in der Stadt Wil als auch in den Landgemeinden spielen Vereine eine grosse Rolle. Mit der FDP-Politikerin Karin Keller-Sutter stellt Wil ein Mitglied im Bundesrat.[3]

Politische Gliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Wahlkreis Wil umfasst seit dem 1. Januar 2013 folgende Gemeinden:

Wappen Name der Gemeinde Einwohner
(31. Dezember 2020)
Fläche
in km² [11]
Einw.
pro km²
Degersheim
Degersheim 4099 14,48 283
Flawil
Flawil 10'510 11,47 916
Jonschwil
Jonschwil 3873 10,99 352
Niederbüren
Niederbüren 1507 15,84 95
Niederhelfenschwil
Niederhelfenschwil 3181 16,37 194
Oberbüren
Oberbüren 4576 17,73 258
Oberuzwil
Oberuzwil 6491 14,08 461
Uzwil
Uzwil 13'284 14,49 917
Wil
Wil (SG) 24'132 20,82 1159
Zuzwil
Zuzwil (SG) 4786 8,97 534
Total (10) 76'439 145,24 526

Veränderungen im Gemeindebestand seit 2003[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinden bis 2012

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Wahlkreis Wil – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bis 2008 hatte das Kantonsparlament 180 statt wie seither 120 Sitze.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde, definitive Jahresergebnisse, 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. November 2021
  2. Magdalen Bless-Grabher: Wil (SG). In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  3. a b c d e f g Katharina Brenner: Vor den Wahlen im Kanton St.Gallen: Im Dazwischenland – der Wahlkreis Wil im Porträt. In: St. Galler Tagblatt (online), 25. Februar 2020
  4. a b Thomas Oegerli: Kantonale Wahlen im Kanton St.Gallen. Kantonsratswahlen 2004–2016. In: Statistik aktuell 58, Amt für Statistik des Kantons St. Gallen, Februar 2017 (PDF; 1,0 MB)
  5. a b c Kantonsratswahl 2020: Wahlkreis Wil. Auf der Webseite des Kantons St. Gallen, 8. März 2020
  6. Protokoll der Erneuerungswahl des Kantonsrates vom 14. März 2004. Auf der Webseite des Kantons St. Gallen, 29. März 2004
  7. Kantonsratswahl 2008: Wahlkreis Wil. Auf der Webseite des Kantons St. Gallen, 18. Juni 2019
  8. Kantonsratswahl 2012: Wahlkreis Wil. Auf der Webseite des Kantons St. Gallen, 18. Juni 2019
  9. Kantonsratswahl 2016: Wahlkreis Wil. Auf der Webseite des Kantons St. Gallen, 13. Juni 2019
  10. Entwicklungsschwerpunkt Wil West. Auf der Webseite des Amt für Raumentwicklung des Kantons Thurgau, abgerufen am 28. Februar 2020
  11. Bundesamt für Statistik Generalisierte Grenzen 2020.