Wahlspruch

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wahlspruch
Wappen
Wappenelemente

Ein Wahlspruch (auch Devise) ist eine Maxime oder ein Motto, das sich eine Gruppe Gleichgesinnter, eine Person oder eine Organisation gibt, das das Ziel und den Anspruch deutlich machen soll. Solche Mottos werden meist nicht, wie Parolen, mündlich geäußert, sondern schriftlich und stammen entweder aus langen Traditionen, aus gemeinschaftlichen Festlegungen oder aber aus entscheidenden Ereignissen, wie aus einem Bürgerkrieg oder einer Revolution. Der Begriff Devise wurde von Philipp von Zesen durch den Ausdruck Wahlspruch eingedeutscht.

Wahlsprüche sind oft Bestandteil von Wappen. Sie stehen im Wappen in der Regel in einem Spruchband unter dem Wappenschild. Diese Platzierung stammt aus dem Mittelalter, in dem die große Mehrheit aller Adligen über ein Wappen und einen Wahlspruch verfügte. In der heraldischen Literatur sind auch die Begriffe Feldgeschrei bzw. Panier verbreitet, die auf einen Schlachtruf zurückgehen, und sich meist oberhalb des Wappens befinden.

In der heutigen Zeit haben viele Staaten einen Wahlspruch, und auch andere Institutionen führen Devisen.

Wahlsprüche von Personen[Bearbeiten]

Wappen der Jauch (1749), das den Wahlspruch (1683) bildlich wiedergibt

Wahlsprüche moderner Nationalstaaten[Bearbeiten]

Wahlsprüche von Städten und Ländern[Bearbeiten]

Genfer Wappen mit Wahlspruch


Viele Schweizer Kantone haben oder hatten früher einen Wahlspruch. Dieser findet sich auf Kantonsmünzen (vor 1850).

  • Liberté et patrie(frz.): Freiheit und Vaterland – Waadt
  • Post tenebras lux (lat.): Nach Dunkelheit Licht – Genf
  • Dominus providebit (lat.): Der Herr wird vorsorgen – Bern / Randprägung des heutigen Fünffrankenstücks
  • Uni soli deo gloria – St. Gallen (1624)
Soli Deo opt max. laus. et gloria – St. Gallen (1621)
  • Auxilio dei prospere (lat.): Mit Gottes Hilfe wachsen (wir) – Luzern (1714)
  • Domine conserva nos in pace (lat.): Der Herr erhaltet unseren Frieden – Basel (1810)
  • Cuncta per Deum (lat.): Alle durch Gott – Solothurn (1793)
  • Nostra est Deus spes (lat.) Gott ist unsere Zuflucht – Schaffhausen (1631)
  • Suum cuique – Neuenburg (1790)
  • Iedem das seinige – Appenzell Usserrhoden (VR) (1809)

Wahlsprüche von Orden (Ordensdevise)[Bearbeiten]

Wappen der Burschenschaft Holzminda mit Feldgeschrei und Wahlspruch

Wahlsprüche von Studentenverbindungen[Bearbeiten]

Aus der Zeit der Studentenorden entstammend, führen fast alle Studentenverbindungen einen Wahlspruch in ihren Wappen. Beispiele hierfür sind:

Wahlsprüche kirchlicher Würdenträger[Bearbeiten]

Traditionell wählen sich Bischöfe und Äbte der katholischen Kirche einen Wahlspruch, der das Programm ihres Pontifikates verdeutlichen kann. Aber auch Priester können sich ein Wappen und damit einen Wappenspruch geben.

Sonstige[Bearbeiten]

  • In varietate concordia (lat.): „In Vielfalt geeint“ – Wahlspruch der Europäischen Union
  • Omnia vincit amor (lat.): „Liebe besiegt alles“ – Wahlspruch einiger hochmittelalterlicher Ritter, besonders Turnierkämpfer. Er wird durch ein A angedeutet, das der Ritter entweder im Wappen führt oder auf seiner Kleidung aufgestickt trägt.
  • Sapere aude! (lat.): „Wage es, verständig zu sein“ oder nach Immanuel Kant: „Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“ – Wahlspruch der Aufklärung
  • Gott zur Ehr’, dem Nächsten zur Wehr – Wahlspruch vieler Freiwilligen Feuerwehren; meist auf der Fahne zu finden.

Wahlsprüche auf historischen Musikinstrumenten[Bearbeiten]

  • Acta virum probant
  • Soli deo gloria
  • Laudate eum in chordis et organo (Psalmzitat)

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

  Wikiquote: Wahlspruch – Zitate
 Commons: Mottos – Sammlung von Bildern, Videos und AudiodateienVorlage:Commonscat/Wartung/P 2 fehlt, P 1 ungleich Lemma