Wahrheitskommission

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Wahrheitskommissionen wurden um die 1990er Jahre in einigen Staaten infolge bewaffneter Konflikte oder nach dem Ende menschenrechtsverletzender Regime einberufen. Ihr Mandat war die Ermittlung in politischen Strafangelegenheiten. Darunter befinden sich vor allem südamerikanische und afrikanische Staaten.

Die Wahrheits- und Versöhnungskommission, die 1996 bis 1998 in Südafrika tätig war, gilt als Vorbild für die meisten späteren Wahrheitskommissionen.

Weitere Beispiele für Wahrheitskommissionen sind:

Im nordirischen Friedensprozess galt und gilt aus loyalistischer und unionistischer Perspektive die Bereitschaft der IRA wie ihrer politischen Vertreter, das Verbleiben der Verschwundenen aufzuklären und die Schuld an ihrem Tod einzugestehen, als wichtiger Meilenstein.[1] Die mangelnde Bereitschaft dazu ist auch eines der Hindernisse auf dem Weg zu einer - von der Sinn Féin geforderten - nordirischen Wahrheitskommission nach südafrikanischem Vorbild gewesen.[1] [2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Priscilla B. Hayner: Unspeakable truths. Facing the challenge of truth commissions. Routledg, New York NY u. a. 2002, ISBN 0-415-92477-4.
  • Wolfgang S. Heinz: Lehren für den „Tag danach“. Welche Funktionen erfüllen Wahrheitskommissionen? In: Internationale Politik. Bd. 60, 2005, S. 44–50.
  • Christoph Marx (Hrsg.): Bilder nach dem Sturm. Wahrheitskommissionen und historische Identitätsstiftung zwischen Staat und Zivilgesellschaft (= Periplus-Studien 12). Lit, Berlin 2007, ISBN 978-3-8258-0767-2.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Cheryl Lawther: Truth, Denial and Transition: Northern Ireland and the Contested Past, Routledge, 2014, S. 2116 ff
  2. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatLack of NI truth process ‘encourages tribal myth-making’. The Irish Times, 3. November 2013, abgerufen am 26. September 2015.