Waidbruck

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Waidbruck
(italienisch Ponte Gardena, ladinisch Pruca)
Wappen von Waidbruck
Waidbruck in Südtirol - Positionskarte.svg
Staat: Italien
Region: Trentino-Südtirol
Provinz: Bozen (Südtirol)
Bezirksgemeinschaft: Eisacktal
Einwohner:
(VZ 2011/31.12.2013)
194/205
Sprachgruppen:
(laut Volkszählung 2011)
81,40 % deutsch
13,37 % italienisch
5,23 % ladinisch
Koordinaten 46° 36′ N, 11° 32′ OKoordinaten: 46° 36′ N, 11° 32′ O
Meereshöhe: 450–920 m s.l.m. (Zentrum: 470 m s.l.m.)
Fläche: 2,3 km²
Dauersiedlungsraum: 0,5 km²
Nachbargemeinden: Kastelruth, Barbian, Lajen
Postleitzahl: 39040
Vorwahl: 0471
ISTAT-Nummer: 021065
Steuernummer: 94055150216
Bürgermeister (2014): Oswald Rabanser (SVP)

Waidbruck ([vaɪ̯tˈbrʊk]; italienisch Ponte Gardena, ladinisch Pruca) ist eine im unteren Eisacktal gelegene Gemeinde in Südtirol (Italien) mit 205 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2013).

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet von Waidbruck beschränkt sich auf 2,33 km² am Eingang von Gröden. Innerhalb der Gemeinde gibt es keine Weiler und Fraktionen, daher wohnt die gesamte Bevölkerung im Hauptort. Mit einer Fläche von 2,33 km² ist Waidbruck die drittkleinste Gemeinde Südtirols nach Kuens und Kurtinig. Nach Einwohnerzahl ist Waidbruck die kleinste Gemeinde Südtirols.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für den Kraftverkehr ist Waidbruck in erster Linie über die SS 12 und die SS 242 zugänglich. Die SS 12 verläuft auf der orographisch rechten Seite des Eisack auf Barbianer Gemeindegebiet und ist mit dem Waidbrucker Ortszentrum über eine Brücke verbunden. Diese Brücke markiert gleichzeitig den Beginn der SS 242, die von Waidbruck aus Gröden erschließt. Zudem wird das Gemeindegebiet von der erhöht über dem Talboden erbauten A22 und der Brennerbahn durchquert. Letztere erreicht von Bozen kommend knapp südlich des Ortszentrums den Ausgang des Schlerntunnels und bietet wenige Meter nördlich des Dorfkerns am bereits in der Nachbargemeinde Lajen gelegenen Bahnhof Waidbruck-Lajen eine Zugangsstelle.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Geschichte von Waidbruck beginnt schon im 1. Jahrhundert, als um eine Brücke die römische Siedlung Sublavio wuchs. Diese Siedlung war nicht nur ein Verkehrsknotenpunkt, sondern markierte auch die Grenze zwischen Italien und dem Norikum. Nach dem 5. Jahrhundert wird diese Siedlung nicht mehr erwähnt, aber es gibt Anzeichen, dass sie auch im Frühmittelalter weiterhin bestand.

1173 wird die Trostburg auf dem Trostberg bei Waidbruck errichtet. Sie diente wahrscheinlich der Absicherung des Brückenkopfes. Schon damals war Waidbruck ein Durchreiseort und Rastplatz für Reisende und Pilger. Die heutige Gemeinde war ursprünglich eine Malgrei der Marktgemeinde Kastelruth, und die Trostburg war der Sitz einer Seitenlinie der Herren von Villanders.

Im späteren Mittelalter wurde durch den Ausbau des die Eisackschlucht passierbar machenden Kuntersweg Waidbruck wirtschaftlich von Kollmann abgelöst, da der Weg um Waidbruck herumführte.

Am 4. November 1809 fand eine Schlacht zwischen Tiroler Freiheitskämpfern und französischen Soldaten unter der Führung des napoleonischen Generals Peyri im Umfeld der Starzer Brücke in Waidbruck statt. Die Franzosen verloren dabei an die 400 Mann und die Brücke wurde danach von den Tirolern in Brand gesetzt und zerstört. Diese Schlacht ist in einem Gemälde des Wiener Malers Balthasar Wiegand (im Zeughaus des Tiroler Landeskundlichen Museums) sehr dramatisch dargestellt.[1]

Erst im 19. Jahrhundert gewann der Ort durch den Bau der Brennerbahn und der Grödner Straße an Bedeutung. Der Bahnhof Waidbruck wurde zum wichtigsten Warenumschlagplatz im unteren Eisacktal.

1938 errichtete die faschistische Regierung vor dem Montecatini-Kraftwerk ein überlebensgroßes Reiterstandbild mit den Gesichtszügen Mussolinis und der Inschrift Al Genio del Fascismo (Dem Genie des Faschismus), die 1945 geändert wurde in Al Genio del lavoro italiano (Dem Genie der italienischen Arbeit). In der Nacht vom 30. zum 31. Januar 1961 sprengten Aktivisten des Befreiungsausschuss Südtirol dieses in Südtirol als Aluminium-Duce bekannte Monument bei einem Anschlag.[2]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister seit 1952:[3]

  • Alois Mayr: 1952–1974
  • Alois Rabanser: 1974–1990
  • Norbert Merler: 1990–2010
  • Oswald Rabanser: 2010–

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Waidbruck – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Oswald Bauer (Red.): Dorfbuch Waidbruck: 750 Jahre (1264–2014). Waidbruck: Gemeindeverwaltung 2014 (ohne ISBN).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Edgar Moroder: Tirol 1809 in Ladinien, insbesondere in Gröden. Ein Beitrag zum Tiroler Gedenkjahr 2009 aus Ladinien. Selbstverlag, St. Ulrich in Gröden 2009.
  2. Bild des „Aluminium-Duce“ (1961 vom BAS zerstört) in der italienischsprachigen Wikipedia
  3. Die Bürgermeister der Gemeinden Südtirols seit 1952. In: Festschrift 50 Jahre Südtiroler Gemeindeverband 1954–2004. Südtiroler Gemeindenverband, S. 139–159, abgerufen am 16. November 2015 (PDF; 15 MB).