Waidhaus

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Waidhaus
Waidhaus
Deutschlandkarte, Position des Marktes Waidhaus hervorgehoben
Koordinaten: 49° 39′ N, 12° 30′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberpfalz
Landkreis: Neustadt an der Waldnaab
Höhe: 524 m ü. NHN
Fläche: 37,33 km2
Einwohner: 2214 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 59 Einwohner je km2
Postleitzahl: 92726
Vorwahl: 09652
Kfz-Kennzeichen: NEW, ESB, VOH
Gemeindeschlüssel: 09 3 74 164
Marktgliederung: 19 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Schulstr. 4
92726 Waidhaus
Webpräsenz: www.waidhaus.de
Bürgermeisterin: Margit Kirzinger (SPD)
Lage des Marktes Waidhaus im Landkreis Neustadt an der Waldnaab
Landkreis BayreuthLandkreis SchwandorfWeiden in der OberpfalzLandkreis TirschenreuthLandkreis Amberg-SulzbachGeorgenbergPleysteinNeustadt am KulmPressathTrabitzEschenbach in der OberpfalzBechtsriethWindischeschenbachWeiherhammerWaldthurnWaidhausVohenstraußTheisseilTännesbergStörnsteinSchwarzenbach (Oberpfalz)SchlammersdorfSchirmitzPüchersreuthPirkParksteinNeustadt an der WaldnaabMantel (Markt)Luhe-WildenauLeuchtenbergKohlberg (Oberpfalz)KirchenthumbachKirchendemenreuthIrchenriethGrafenwöhrFlossenbürgFloß (Oberpfalz)EtzenrichtEslarnAltenstadt an der WaldnaabSpeinsharter ForstManteler ForstVohenstraußHeinersreuther Forst (Oberpfalz)TschechienVorbachSpeinshartMoosbach (Oberpfalz)Karte
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt
Waidhaus (2016)
St. Emmeram (2016)

Waidhaus (oberpfälzisch „Woihaus“) ist ein Markt im Oberpfälzer Landkreis Neustadt an der Waldnaab an der Grenze zu Tschechien.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Waidhaus liegt in der Planungsregion Oberpfalz-Nord an der Grenze zu Tschechien. Waidhaus liegt am Fuße des Sulzbergs, über dessen Gipfel, dem Alten Schloß sich bis auf 755 Meter Höhe ein Naturwaldreservat mit urwaldähnlichem Laub- und Mischwald ausdehnt. Seit Jahrhunderten führte die Handelsstraße von Nürnberg nach Prag über Waidhaus.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Nachbargemeinden (im Uhrzeigersinn) sind: Rozvadov (Roßhaupt), Eslarn, Pleystein, Georgenberg.

Wappen von Georgenberg
Georgenberg
10 km
Wappen von Rozvadov
Rozvadov (Roßhaupt)
5 km
Wappen von Rozvadov
Rozvadov
5 km
Wappen von Pleystein
Pleystein
8 km
Nachbargemeinden Wappen von Rozvadov
Rozvadov
5 km
Wappen von Pleystein
Pleystein
8 km
Wappen von Eslarn
Eslarn
8 km
Wappen von Eslarn
Eslarn
8 km

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde hat 19 Ortsteile[2]:

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Grenzort an der wichtigen Handels- und Heerstraße zwischen Franken (Reichsstadt Nürnberg), der Oberpfalz und dem Königreich Böhmen (Pilsen, Prag) war Waidhaus im Dreißigjährigen Krieg Schauplatz schwerer Kämpfe: Im Sommer 1621 verschanzten sich dort unter dem Oberbefehl des Söldnerführers Ernst von Mansfeld die Truppen des aus Böhmen vertriebenen Pfalzgrafen Friedrich V., des sogenannten Winterkönigs. Es gelang ihnen, sich von Juli bis September gegen die Truppen der Katholischen Liga zu behaupten, als der in Böhmen siegreiche bayerisch-ligistische General-Leutnant Tilly die Oberpfalz angreifen wollte.[3] Mansfelds kunstgerecht angelegte Feldbefestigungen[4] sind neuerdings Gegenstand archäologischer Untersuchungen und stellen ein einzigartiges historisches Ensemble dar, das weitreichende Erkenntnisse zur frühneuzeitlichen Militärarchitektur verspricht.

In rechts- und verwaltungsgeschichtlicher Hinsicht ist Waidhaus als Sitz eines Urbars-, dann eines Richteramtes im Pflegamt Treswitz, belegt und wurde im 17. Jahrhundert als der Flecken Waidhaus, im 18. Jahrhundert auch als Marktflecken bezeichnet. Waidhaus im heutigen Regierungsbezirk Oberpfalz gehörte zum Rentamt Amberg und zum Landgericht Treswitz des Kurfürstentums Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

19. und 20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erneute Verleihung des Marktstatus erfolgte durch König Ludwig II. im Jahr 1877.

1945 wurde Waidhaus Teil der amerikanischen Besatzungszone. Der Nachbarstaat Tschechoslowakei wurde zur Einflusszone der Sowjetunion und befestigte die Staatsgrenze („Eiserner Vorhang“, Grenzbefestigungen der Tschechoslowakei im Kalten Krieg). In Waidhaus gab es einen Grenzübergang. Seit dem 21. Dezember 2007 werden im Rahmen des Schengener Abkommens dort keine Grenzkontrollen mehr durchgeführt.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juli 1976 wurden Gebietsteile der aufgelösten Gemeinden Pfrentsch und Reinhardsrieth eingegliedert.[5]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerentwicklung in der Gemeinde Waidhaus[6]:

Jahr 1840 1900 1950 1961 1970 1987 1991 1995 2000 2005 2010 2015
Einwohner 1886 2331 3286 2751 2592 2413 2440 2484 2586 2462 2372 2214

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeisterin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeisterin ist Margit Kirzinger (SPD). Sie wurde am 16. März 2014 als Nachfolgerin von Anton Schwarzmeier (CSU) gewählt. Am 1. Mai 2014 übernahm Margit Kirzinger (SPD) die Bürgermeisterkette und somit die Amtsgeschäfte.

Marktgemeinderäte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Politische Parteien und Sitzverteilung:

Marktgemeinderäte[7]:

  • Bauriedl, Markus (UWG – 2. Bürgermeister);
  • Zeug, Johannes (SPD – 3. Bürgermeister und Fraktionssprecher)
  • Bauriedl, Wolfgang (PL)
  • Duschner, Werner (BL)
  • Glaser, Thomas (SPD)
  • Grötsch, Uli (SPD)
  • Harrer, Stefan (CSU – Fraktionssprecher)
  • Janisch, Ludwig (UWG)
  • Kleber, Georg (Wählerliste Pfrentsch, PL)
  • Schmucker, Josef (UWG – Fraktionssprecher)
  • Stahl, Vera (SPD)
  • Wolf, Gabi (CSU)
  • Zeitler-Kals, Monika (SPD)
  • Zetzl, Ewald (CSU)

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: In Silber auf grünem Boden stehend ein von grünen Bäumen umgebenes silbernes Forsthaus mit rotem Dach, dessen Giebel von einem roten Hirschgeweih bekrönt ist.

Die Gemeinde führt das Wappen seit 1877.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Pfarrkirche St. Emmeram wurde 1868 erbaut und 1953 erweitert. Bei der Kirche sind Grabsteine aus dem 16. bis 18. Jahrhundert erhalten. Die neugotische Dreifaltigkeitskirche am Ortsrand wurde mit Teilen eines Vorgängerbaus 1851 bis 1858 erbaut. Sie dient seit 2004 als ökumenische Autobahnkirche.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dart Club "Black Dogs"
  • Grenzbachfischer Waidhaus
  • Spickerverein Silberpfeil Waidhaus
  • TSV Waidhaus 1909 e.V.
    • Jugger
    • Tennis
    • Fußball
    • Kegeln
    • Turnen

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 308 und im Bereich Handel und Verkehr 159 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 801. Im verarbeitenden Gewerbe gab es keine, im Bauhauptgewerbe 1 Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 72 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1297 ha, davon waren 707 ha Dauergrünfläche. Für das europäische Ferngasleitungsnetz ist Waidhaus von Bedeutung als wichtiger Importpunkt von russischem Erdgas und durch die Verdichterstation der hier beginnenden Mitteleuropäischen Gasleitung (MEGAL) im Ortsteil Frankenreuth. Auch die 380-kV-Leitung Etzenricht–Hradec überquert hier die Staatsgrenze zwischen Deutschland und Tschechien.

Seit 2000 gibt es auf dem Gemeindegebiet von Waidhaus 2 Windkraftanlagen des Typs B62/1300 mit je 1300 kW-Leistung und einer Nabenhöhe von 60 Metern[8]. Die Anlagen stehen bei 49°38'59.13"N 12°31'1.12"O und 49°39'6.49"N 12°31'1.41" O.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Grenzübergang Waidhaus ist der größte deutsche Grenzübergang nach Tschechien, die A 6 ist die direkte Autobahnverbindung ParisPrag. Neben dem Autobahngrenzübergang zur tschechischen D 5 besteht für den Kraftfahrzeugverkehr auch ein kleinerer Grenzübergang, der direkt in die tschechische Nachbargemeinde Rozvadov (Roßhaupt) führt. Durch Waidhaus führt die schon seit Jahrhunderten wichtige Handelsstraße, die „alte Heerstraße“, von Nürnberg nach Prag, die heutige Europastraße E50. Der Bahnhof Waidhaus an der Bahnstrecke Neustadt (Waldnaab)–Eslarn ist stillgelegt.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 1999):

  • Kindergärten: 50 Kindergartenplätze mit 62 Kindern
  • Grundschule: eine mit drei Grundschullehrern (ein Förderlehrer, zwei Fachlehrer) und 67 Kindern

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildergalerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111107/184118&attr=OBJ&val=997
  3. Dazu ausführlich Krüssmann: Ernst von Mansfeld. S. 277–291, 295–303 und 308–311.
  4. Zeitgenössische Bilddarstellung dieser Feldschanzen: Kupferstich von Raphael Sadeler (1621) (Memento vom 30. März 2016 im Internet Archive) (coloriert), bereitgestellt vom Heimatkundlichen Arbeitskreis Waidhaus e. V.
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 652.
  6. Datenbank Statistikdaten Bayern
  7. Gemeinderäte auf der Website der Gemeinde (Stand: 1. April 2012)
  8. http://www.thewindpower.net/wind-farm-3777.php

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Waidhaus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien