Waidhofen (Oberbayern)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Waidhofen
Waidhofen (Oberbayern)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Waidhofen hervorgehoben
Koordinaten: 48° 35′ N, 11° 20′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Neuburg-Schrobenhausen
Verwaltungs­gemeinschaft: Schrobenhausen
Höhe: 404 m ü. NHN
Fläche: 27,33 km2
Einwohner: 2246 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 82 Einwohner je km2
Postleitzahl: 86579
Vorwahl: 08443
Kfz-Kennzeichen: ND, SOB
Gemeindeschlüssel: 09 1 85 166
Gemeindegliederung: 17 Gemeindeteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Herzoganger 1
86529 Schrobenhausen
Webpräsenz: www.waidhofen.de
Erster Bürgermeister: Josef Lechner (CSU)
Lage der Gemeinde Waidhofen im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen
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Über dieses Bild
Mariä Reinigung und Sankt Wendelin
Gedenkstein für die Opfer von Hinterkaifeck auf dem Friedhof von Waidhofen

Waidhofen ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Neuburg-Schrobenhausen und ein Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Schrobenhausen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Waidhofen liegt an der Paar in der Planungsregion Ingolstadt und befindet sich im Spargelanbaugebiet Schrobenhausen.

Auf dem Gemeindegebiet liegen die drei Gemarkungen Waidhofen, Diepoltshofen und Wangen. Die beiden letzteren waren selbstständige Gemeinden, die am 1. Oktober 1971 nach Waidhofen eingemeindet wurden.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Waidhofen gliedert sich auf 17 Gemeindeteile, die sich auf drei Gemarkungen (ehemalige Gemeinden) verteilen. Je sechs Gemeindeteile entfallen auf die Gemarkungen Diepoltshofen und Wangen, und fünf auf die Gemarkung Waidhofen:

Schl Gemarkung Fläche
ha
Einwohner
1987
Anzahl
Gemeindeteile
8112 Diepoltshofen 901,82 450 6
8111 Waidhofen 584,10 1146 5
8110 Wangen 1246,13 115 6
  Gemeinde Waidhofen 2732,05 1711 17

Daten auf der Ebene der Gemeindeteile sind letztmals zur Volkszählung vom 25. Mai 1987 verfügbar:

Nr. Gemeindeteil Typ Einwohner Wohnungen Wohngeb. Gemarkung
001 Waidhofen Pfarrdorf 905 306 260 Waidhofen
002 Altenburg Einöde 5 1 1 Diepoltshofen
003 Ammersberg Einöde 9 2 2 Diepoltshofen
004 Diepoltshofen Dorf 155 42 39 Diepoltshofen
005 Gröbern 1) Dorf 72 19 18 Wangen
006 Haid a. Rain Einöde 9 3 2 Wangen
007 Kaifeck 1) Einöde 10 3 2 Wangen
008 Laag Weiler 19 5 3 Wangen
009 Mergertsmühle Einöde 5 2 2 Wangen
010 Rachelsbach Dorf 183 56 48 Diepoltshofen
011 Schenkenau Kirchdorf 53 23 19 Waidhofen
012 Schenkengrub Einöde 8 2 2 Waidhofen
013 Seelhof Einöde 3 1 1 Waidhofen
014 Stadel Weiler 19 6 6 Waidhofen
015 Waizenried Dorf 49 13 13 Diepoltshofen
016 Wangen Dorf 160 46 45 Wangen
017 Westerbach Dorf 49 13 13 Diepoltshofen
  Waidhofen Gemeinde 1711 543 476 drei Gemarkungen

1) zum Gemeindeteil Gröbern (nicht Kaifeck) gehörte auch Hinterkaifeck

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die im 13. Jahrhundert erbaute Kirche wurde 1718 neu errichtet.

In Waidhofen war von ca. 1530 bis 1802 der Sitz der ältesten Poststation des ehemaligen Landkreises Schrobenhausen.

Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die Gemeinde Waidhofen.

Hinterkaifeck[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Einödhof Hinterkaifeck wurden 1922 alle sechs Bewohner ermordet; der Fall ist bis heute nicht aufgeklärt. Das 1923 abgebrochene Gehöft ist auch Schauplatz des Romans Tannöd. Hinterkaifeck lag in der ehemaligen Gemeinde und heutigen Gemarkung Wangen.

Verwaltungsgemeinschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem 1. Mai 1978 ist Waidhofen Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Schrobenhausen.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Oktober 1971 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Diepoltshofen und Wangen eingegliedert.[2]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat hat 14 Mitglieder. Nach der Gemeinderatswahl am 16. März 2014 ergab sich folgende Sitzverteilung:

Christlich-Soziale Union (CSU) 7 Sitze
Freie Wähler 7 Sitze

Zusätzlich gehört der Bürgermeister Josef Lechner (CSU) dem Rat qua Amt an. Lechner bekleidet das Amt seit Mai 1996.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappenbeschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch einen erhöhten silbernen Wellenbalken geteilt von Grün und Blau; unten ein goldenes Posthorn mit roter Verschnürung.

Wappengeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Wellenbalken, ein heraldisches Flusssymbol, weist auf die Lage der Gemeinde im Tal der Paar hin. Die Farbe Grün im Schildhaupt betont den landwirtschaftlichen Charakter des Gemeindegebiets, in dem vor allem der Spargel- und Hopfenanbau gepflegt werden. Ein Spargelbündel symbolisierte im Wappen der früheren Gemeinde Wangen diese Spezialkultur. Deren Wappen wurde 1971 durch die Eingemeindung nach Waidhofen gegenstandslos. Das goldene Posthorn erinnert daran, dass in Waidhofen schon seit etwa 1530 eine Poststation bestand, die 1802 nach Schrobenhausen verlegt wurde.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Maibaum

In der Pfarrkirche sind einige spätgotische Bildnisse erhalten, so insbesondere die Figur des „wunderbarlichen Viehpatrons und Nothelfers“ St. Wendelin. Gut zu sehen ist die Pfarrkirche von der Dorfinsel, die über eine Brücke zugänglich ist.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildung und Freizeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2005 existieren folgende Einrichtungen:

  • Kindergarten St. Franziskus mit 75 Plätzen und 75 betreuten Kindern (Stand 2009)
  • Grundschule mit 104 Schülern (Schuljahr 2008/2009)

Vereine in Waidhofen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Sportverein DJK Waidhofen bietet neben Fußball, Turnen und Gymnastik auch eine Anlage für Stockschützen.

Der Schützenverein „Paartal“ Waidhofen hat im Jahr 2006 sein neues Vereinsheim eingeweiht. Den Schützen stehen nun 16 Schießstände zur Verfügung. Momentan nimmt der Verein mit drei Mannschaften beim Rundenwettkampf und mit sieben Schülermannschaften bei der Nachwuchsrunde des Sportschützengaus Schrobenhausen teil. Der Verein wurde 1972 gegründet und ist Mitglied des Bayerischen Sportschützen Bundes (BSSB) und gehört dem Sportschützengau Schrobenhausen an.

Die Paartaler Dirndl und Burschn pflegen das bayrische Brauchtum und Traditionen. Derzeitige Projekte sind das Aufstellen des Waidhofener Maibaums, Aufbau einer Volkstanz- und Blasmusikabteilung und historische Trachtenforschung und -entwicklung. Zur Stärkung der Dorfgemeinschaft veranstalten die Paartaler Dirndl & Burschn im Auftrag der Gemeinde ein traditionelles Maifest. Gegründet wurden sie am 1. Mai 2012. Seither wurde mehrfach der 1. Platz im Maibaumwettbewerb für den schönsten Maibaum in der Region belegt.

Der Tennisclub Waidhofen bietet eine Anlage mit vier Tennisplätzen mit neuem Clubheim.

Die Faschingsgesellschaft Paartal Au Waidhofen ist in Waidhofen für die sogenannte 5. Jahreszeit verantwortlich.

Weitere Vereine sind unter anderem:

  • Dorfgemeinschaften Rachelsbach und Wangen
  • Freiwillige Feuerwehren Waidhofen, Wangen
  • Gartenbauverein
  • Soldaten- und Kriegerverein
  • Theatergruppe
  • Faschingsgesellschaft Paartal Waidhofen e.V.
  • Rock´n Roll Gruppe „Hot and Crazy“

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Waidhofen liegt an der Bundesstraße 300 (Augsburg-Richtung Regensburg).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 567.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Waidhofen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien