Wachankorridor

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Wachankorridor

Der Wachankorridor ist ein schmaler Landstrich im Nordosten Afghanistans, der sich zwischen der Grenze zu Tadschikistan im Norden und derjenigen zu Pakistan im Süden bis zu einer kurzen Grenze zwischen Afghanistan und China im Osten erstreckt. Seine Länge beträgt ungefähr 300 km, seine Breite variiert zwischen 17 km und über 60 km.

Geografie[Bearbeiten]

Der Wachankorridor ist eines der entlegensten Gebiete Afghanistans. Er liegt zwischen den Bergen des Pamir und den Gebirgszügen des Hindukusch und des Karakorum. Sein westlicher Eingang liegt bei dem 2660 m hoch gelegenen Ischkaschim. Im Osten endet er in den Tälern der beiden Quellflüsse des Wachandarja, dem 4030 m hohen Hochtal am Shaqmaqtin-See bzw. am 4923 m hohen Wakhjir-Pass. Seine nördliche Grenze zu Tadschikistan wird ab dem Zorkulsee vom Lauf des Pamir und anschließend des Pandsch gebildet, während die südliche Grenze zu Pakistan über die Bergkämme südlich des Wachandarja verläuft. Deshalb gehört die nördliche Talseite zu Tadschikistan, während der Wachankorridor aus der südlichen Talseite und dem Tal des Wachandarja samt dem Gebirge zwischen den beiden Flüssen besteht. Es ist eine der am wenigsten erschlossenen Regionen der Welt in unmittelbarer Nähe des vergleichsweise fortschrittlichen tadschikischen Gebiets mit guten Straßen und Siedlungen. Auf einer Schotterpiste lässt sich der Korridor von Ishkashim bis etwa zu zwei Dritteln nach Osten zum Ort Sarhad-e Broghil durchqueren. Danach ist ein Fortkommen nur noch mit Maultierkarawanen o.ä. möglich. Einige Kilometer unterhalb von Sarhad-e Broghil beginnt der Weg zum Broghil-Pass und zum Darwasa-Pass nach Pakistan.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Wachankorridor ist ein Relikt des Great Game zwischen Großbritannien und Russland um die Vorherrschaft in Zentralasien Ende des 19. Jahrhunderts. Er sollte eine neutrale Zone zwischen dem bis zur Durand-Linie reichenden Britisch-Indien einerseits und Russisch-Zentralasien andererseits bilden.

Der Korridor ist nach dem ihn im Ostteil durchfließenden Fluss Wachandarja benannt, der sich im Mittelteil des Korridors mit dem Pamir zum Pandsch vereinigt (der wiederum einer der Quellflüsse des Amudarja ist).

Die Täler des Pamir und des Wachandarja sind zwar alte Karawanenwege, über die es im Westen aber so gut wie keine zuverlässigen geographischen Erkenntnisse gab, seit Marco Polo 1274 die Gegend auf seiner Reise zum Hofe des Kublai Khan durchquerte und Benedict Goës zwischen 1602 und 1607 von Kabul durch den Pamir über Kaschgar und Yarkant nach Karashahr gelangte. Im 19. Jahrhundert gelangten zwar einige Europäer und Inder in die Gegend, aber eher als Abenteurer oder Diplomaten, nicht als Geographen. Erst die von den Briten in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entsandten, als Pundits bezeichneten einheimischen Vermesser lieferten erstmals verwertbare geographische Angaben über diese Täler.

Politische Gliederung[Bearbeiten]

Administrativ bildet das Gebiet den Verwaltungsdistrikt Wakhan, der zur Provinz Badachschan gehört. Der Distrikt Wakhan ist 11.422 km² groß und hat rund 13.000 Einwohner.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wachankorridor – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

3773Koordinaten: 37° 0′ 0″ N, 73° 0′ 0″ O