Waldbahn Reichraming

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Waldbahn Reichraming
Reichraming – Mairalm – Hanslgraben / Unterweißwasser
Streckenlänge:40,7 km
Spurweite:760 mm (Bosnische Spur)
Maximale Neigung: 47 
Minimaler Radius:32 m
Geografische Daten
Kontinent Europa
Land Österreich
Bundesland Oberösterreich
Streckenbezogene Daten
            
Reichraming Bhf
            
-1,833 Laderampe (ab 1951)
            
-1,824 Ladegleis (bis 1951)
            
-1,570 Kreuzung Voll-/Schmalspur (ab 1951)
            
-1,534 Abzweigung zur Laderampe (ab 1951)
            
-1,098
            
0,000 Schallau Bhf
            
1,194 Niglbach-Brücke (4 m)
            
4,184 Gleisdreieck Weißenbach
            
Reichramingbach
            
Lager Weißenbach
            
4,959 Abzweigung Anzenstückl (Länge 480 m)
            
5,003 Anzenbach-Brücke (9 m)
            
5,466 Anzenbach-Tunnel (11 m)
            
6,980 Abzweigung Maieralm
            
7,030 Plaissabach-Brücke (17 m)
            
7,623 Namenlose Brücke (6 m)
            
8,158 Namenlose Brücke (9 m)
            
8,406 Unterer Wasserboden-Tunnel (35 m)
            
9,113 Abzweigung Ladegleis (Länge 137 m)
            
10,004 Oberer Wasserboden-Tunnel (31 m)
            
10,250 Abzweigung Wasserboden (Länge 120 m)
            
10,281 Wasserbodenbach-Brücke (6 m)
            
11,556 Weyrer Brunnbach-Brücke (8 m)
            
11,995 Abzweigung Rabenbach (Länge 250 m)
            
12,174 Roterde-Tunnel (20 m, 1971 abgetragen)
            
12,683 Unterer Klaus-Tunnel (71 m)
            
12,815 Oberer Klaus-Tunnel (110 m)
            
12,494 Abzweigung Rollbahn Spur 60 cm (Länge 187 m)
            
13,113 Abzweigung Ladegleis (Länge 220 m)
            
13,242 Plaissabach-Brücke (15 m)
            
13,888 Abzweigung Bäckerlager (Länge 430 m)
            
13,940 Plaissabach-Brücke (11 m)
            
15,090 Unterer Kraixen-Tunnel (49 m, 1971 abgesperrt)
            
15,777 Oberer Kraixen-Tunnel (60 m, 1971 abgesperrt)
            
16,252 Unterer Annerlsteg-Tunnel (42 m, 1971 abgesperrt)
            
16,321 Annerlsteg bzw. Großer Bach-Brücke (24 m)
            
16,326 Hanslgraben (Streckenende)
            
16,497 Oberer Annerlsteg-Tunnel (305 m)
            
16,944 Hoher Stiege-Tunnel (236 m)
            
17,263 Unterer Stiege-Tunnel (339 m)
            
17,424 Abzweigung Wallerhütte
            
17,480 Hasel-Brücke 1 (22 m)
            
17,565 Oberer Hasel-Tunnel (139 m)
            
17,640 Hasel-Brücke 3 (22 m)
            
17,650 Unterer Wällerhütten-Tunnel (150 m)
            
17,748 Hasel-Brücke 2 (20 m)
            
17,877 Hochschlachtbach-Brücke (7 m)
            
18,089 Hochschlacht-Tunnel (72 m)
            
18,329 Oberer Wällerhütten-Tunnel (61 m)
            
18,736 Wällerhütte (Streckenende)
            
19,292 Schwarzer Bach-Brücke (12 m)
            
19,344 Wolfskopf-Tunnel (82 m)
            
19,552 Unterer Schwarzer Klaus-Tunnel (78 m)
            
19,639 Oberer Schwarzer Klaus-Tunnel (31 m)
            
20,370 Unterweißwasser (Streckenende)

Die Waldbahn Reichraming diente der Erschließung der Wälder im Reichraminger Hintergebirge und hatte eine Spurweite von 760 mm.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Forststraße und Radweg auf der ehemaligen Waldbahntrasse
Radweg beim Schleierfall

Bevor es zum Bau der Waldbahn kam, wurden die Baumstämme aus dem Hintergebirge auf dem Großen Bach (Reichramingbach) bis zum Rechen in der Schallau getriftet, der Weitertransport zum Bahnhof Reichraming erfolgte zuerst per Pferdefuhrwerk, später auf einer Rollbahn (Spur 60 cm).

Eine andere (privat errichtete) Rollbahn (Länge ca. 3 km, Spur 76 cm) gab es seit 1912 entlang des Weißenbaches vom Kreuzeckbach bis zum Ramingbach, wo die Stämme ins Wasser gelassen wurden. Diese Bahn wurde 1916 um 164 m bis zum Lager Weißenbach verlängert. 1918 begann die Heeresverwaltungmit dem Bau einer Verlängerung bis in die Schallau. Noch im selben Jahr wurden die Arbeiten mit Kriegsende wieder eingestellt. 1919 wurden die Arbeiten erneut aufgenommen, ein Jahr später war die Strecke (Länge 9,4 km) samt einer Brücke über den Ramingbach fertig.

Gleichzeitig wurde in den Jahren 1910 bis 1912 von den Bundesforsten ein Projekt zur Erschließung der Wälder bei Brunnbach erstellt, aber nicht verwirklicht. Durch eine Windkatastrophe gab es 1916 im Hintergebirge eine große Menge an Schadholz, das aber wegen des Krieges nicht aufgearbeitet werden konnte. Der Schaden infolge des Borkenkäferbefalls war gewaltig. Daher kam man 1918 wieder auf die Pläne von 1912 zurück und errichtete bis 1922 den Abschnitt von der Abzweigung Weißenbach (Kilometer 4,2) über die Maieralm nach Brunnbach, im folgenden Jahr verlängert zum Hanselgraben. Kunstbauten waren fast keine erforderlich, ausgenommen ein kurzer Tunnel nach dem Anzenstückl und zwei Brücken über den Plaissabach auf der Brunnalm.

Aus strategischen Gründen musste die Strecke in bosnischer Spur (76 cm) gebaut werden, der kleinste Radius betrug 40 m. Gleichzeitig wurde die Rollbahn zu Bahnhof Reichraming umgespurt und mit der Waldbahn verbunden. Dort gab es unter der ÖBB-Brücke allerdings einen Bogen mit nur 32 m Radius. Ausweichen gab es in der Schallau, beim Gleisdreieck Weißenbach, beim Wilden Graben, bei der Maieralm, bei Brunnbach und beim Bäckerlager.

Als 1936 die Trift am Großen Bach eingestellt wurde, kam kein Holz mehr aus dem Hintergebirge nach Reichraming, daher begann man mit dem Bau einer Zweigstrecke entlang des Großen Baches. Diese Arbeiten wurden kriegsbedingt 1942 wieder eingestellt, aber 1947 erneut aufgenommen, und schließlich wurde die Strecke von der Maieralm nach Unterweißwasser bzw. zur Wällerhütte 1951 fertiggestellt. Dieser neue Abschnitt führte aufwändig trassiert durch die Schluchten des Großen Baches (11 Tunnel), des Schwarzen Baches (5 Tunnel) und des Haselbaches (2 Tunnel), dazu gab es eine Ausweiche kurz nach der Klaushütte. Gleichzeitig wurde die Verladung am Bahnhof Reichraming rationalisiert: das Ladegleis auf dem Bahnhofvorplatz wurde durch ein erhöhtes Rampengleis auf der Südseite des Bahnhofes ersetzt. Dazu war der Einbau einer Kreuzung zwischen Voll- und Schmalspur erforderlich. Zusammen mit den Seitenstrecken, Neben- und Ausweichgleisen ergab sich eine Gesamtstreckenlänge von 40,7 km, dazu kamen 19 Tunnel (Gesamtlänge 1,922 km) und 41 Brücken.

Die im Jahr 1971 stillgelegte Waldbahn Reichraming war eine der größten und am längsten in Betrieb stehenden Waldbahnen Österreichs. Nach ihrer Einstellung wurden die Gleise abgetragen und auf den Bahnkörpern Forststraßen angelegt, dazu die Mehrzahl der Tunnel und alle Brücken verbreitert, zwei Tunnel allerdings versperrt (der erste Kraixen-Tunnel und der Tunnel vor dem Annerlsteg), zwei andere komplett abgetragen (der Roterde- und der zweite Kraixen-Tunnel). Heute sind diese Forststraßen Teil des Hintergebirgsradweges, wobei der Abschnitt Maieralm bis Unterweißwasser nur an Wochenenden, wenn keine Holztransporte verkehren, befahren werden darf, der Abzweiger zur Wällerhütte gar nicht, da Fahrverbot herrscht.

Museales[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ortszentrum von Reichraming wird eine originale und restaurierte Diesellokomotive der Waldbahn gezeigt und gelegentlich auf einem kurzen Gleisstück fahrend vorgeführt. In Brunnbach befindet sich eine Rekonstruktion eines kleinen Bahnhofes der Waldbahn neben einem Infogebäude des Nationalparkes. Die Rekonstruktion enthält Gleise, eine Weiche und als Fahrzeuge einen beladenen Holzzug mit einer Dampflokomotive. Bei der Lokomotive handelt es sich allerdings nicht um eine originale Waldbahnlok. Beim abgesperrten Südportal des Annerlstegtunnels wurden als Schaustück weiters einige Meter Gleis wieder aufgebaut.

Bei Museumsbahnen und Museen sind zudem noch einige Lokomotiven erhalten.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]