Waldbrände in den borealen Wäldern der Nordhalbkugel 2019

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Bei den Waldbränden in den borealen Wäldern der Nordhalbkugel handelte es sich um großflächige Waldbrände, die im Jahr 2019 in auf dem Gebiet Kanadas, in Alaska, Grönland und im großen Maß im Osten Russlands – ausgebrochen sind.[1] Ende Juli waren allein in Sibirien bereits mehr als drei Millionen Hektar abgebrannt.[2] 13,4 Millionen Hektar Wald brannte laut Greenpeace in dem Zeitraum bei Waldbränden auf der Nordhalbkugel nieder[3].

Das Copernicus Atmosphere Monitoring Service (CAMS) meldete, seit Anfang Juni seien mehr als 100 Waldbrände innerhalb des Polarkreises registriert worden.[4]

Russland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage der borealen Nadelwälder mit Untergliederung

Bis Anfang August zerstörten die Feuer in Sibirien drei Millionen Hektar Wald. Stark betroffen waren die Republik Sacha und die Region Krasnojarsk; beide liegen in Sibirien.[5]

Der bis jetzt entstandene wirtschaftliche Schaden an der Taiga wurde auf 2,4 Milliarden Rubel (33 Millionen Euro) geschätzt.[6] Laut den russischen Forstbehörden lagen Anfang August 2019 121 Siedlungen in der unmittelbar betroffenen Zone, insgesamt seien bislang 800 Orte in Russland und Kasachstan betroffen gewesen. Laut Greenpeace wurden seit Jahresbeginn mehr als 13,4 Millionen Hektar Wald vernichtet.[3]

Ende September gaben die Behörden bekannt, dass sämtliche Waldbrände in Sibirien gelöscht sind.[7]

Kanada[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der kanadischen Provinz Alberta kam es zur höchsten Zahl an Waldbränden der letzten 40 Jahre. Im Norden der Provinz wurden 15.000 Menschen aus 20 Gemeinden aufgrund der Feuer evakuiert.[8]

Ursachen und Wirkung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ursache der abnormen Wärme und Trockenheit ist ein übermäßig stark oszillierender Jetstream auf der Nordhalbkugel.[9] Diese Verlagerung der Polarfront führt jeweils zu starkem Wärmeaustausch von den Tropen in die polaren Gebiete. Außerdem waren Juni wie Juli 2019 global die jeweils wärmsten je verzeichneten solchen Monate (der Juli zusammen mit dem von 2016; Beginn der Analysen 1980er).[10]

Die durch die Brände freigesetzte Wärme nahe am Polarkreis beschleunigt das Auftauen von Permafrostböden.[11] Diese speichern große Mengen gefrorene Biomasse; beim Auftauen setzen sie Treibhausgase in die Atmosphäre frei. Diese beschleunigen wiederum die Klimaerwärmung.[4] [6] Das Ausmaß dieses „Teufelskreises“ im Bezug zum menschgemachten Klimawandel ist noch unklar.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Waldbrände in der Arktis erreichen beispielloses Ausmaß. In: Der Standard online, 25. Juli 2019.
  2. Brände im Osten Russlands. Die ignorierte Katastrophe am 30. Juli 2019 auf tagesschau.de
  3. a b 13,4 Millionen ha Wald vernichtet. In: schweizerbauer.ch. 12. August 2019, abgerufen am 12. August 2019.
  4. a b Feuer: Arktis brennt! Brände beschleunigen Klimaerwärmung. wetter.at, 16. Juli 2019.
  5. Wildfires Have Cost Russia $100M in 2019, Forestry Authority Says. In: The Moscow Times. 22. August 2019, abgerufen am 26. August 2019 (englisch).
  6. a b Waldbrände in Sibirien: Drei Millionen Hektar Wald abgebrannt. In: Zeit online. 3. August 2019, abgerufen am 6. August 2019.
  7. Waldbrände in Russland - Brände in Sibirien nach Monaten gelöscht. In: srf.ch. 30. September 2019, abgerufen am 30. September 2019.
  8. Jordan Omstead: Massive wildfire season has Alberta seeking review of prevention, response strategies. In: CBC. www.cbc.ca, 29. Juli 2019, abgerufen am 26. August 2019 (englisch).
  9. Europa - (meteorologisch) zweigeteilt. DWD: Thema des Tages, 11. August 2019.
  10. Earth experienced warmest June on record; und July matched, and maybe broke, the record for the hottest month since analysis began. In: World Meteorological Association: Press: News, 19. Juli resp. 1. August 2019.
  11. Jonathan Watts Global environment editor: Arctic wildfires spew soot and smoke cloud bigger than EU. In: The Guardian. 12. August 2019, ISSN 0261-3077 (theguardian.com [abgerufen am 13. August 2019]).