Waldeck (Kemnath)
Waldeck Stadt Kemnath
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| Koordinaten: | 49° 52′ N, 11° 57′ O |
| Höhe: | 547 m ü. NHN |
| Einwohner: | 458 (25. Mai 1987)[1] |
| Eingemeindung: | 1. Mai 1978 |
| Postleitzahl: | 95478 |
| Vorwahl: | 09642 |
Ortsansicht vom Burgberg aus
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Waldeck () ist ein Gemeindeteil der Stadt Kemnath im oberpfälzischen Landkreis Tirschenreuth. Die frühere Marktgemeinde wurde 1978 im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Kemnath eingemeindet.
Geographie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Gemarkung Waldeck (094229) umfasst 6,886 km² und hat 558 Einwohner.[2]
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Jahr 1124 wurde die Burg Waldeck urkundlich erstmals erwähnt. Sie war damals im Besitz von Gebhard, Landgraf von Leuchtenberg. Der Ort Waldeck, der sicher mit dem Bau der Veste entstand, war an der Südseite des Schlossberges angesiedelt. 1283 verkaufte Landgraf Friedrich II. von Leuchtenberg die Burg mit Teilen der umliegenden Herrschaft Waldeck an Herzog Ludwig von Bayern. Nach dem Hausvertrag von Pavia von 1329 kam die Burg zum Kurpräzipium der pfälzischen Wittelsbacher. Diese blieben bis zum Dreißigjährigen Krieg die Herren von Waldeck und auch Kemnath. Als einziger Ort des damaligen Landrichteramts Waldeck-Kemnath erhielt Kemnath zwischen 1354 und 1375 das Stadtrecht, der Ort Waldeck wurde im 15. Jahrhundert mit dem Marktrecht ausgestattet.
Nach dem Sieg von General Tilly in der Schlacht am Weißen Berg über Kurfürst Friedrich von der Pfalz erhielt Herzog Maximilian von Kaiser Ferdinand die Oberpfalz als Pfand für die von ihm verausgabten Kriegskosten, 1623 erhielt er die Kurwürde und 1628 bekam er die Oberpfalz als Eigentum übertragen. 1648 kam es zur Eroberung Waldecks durch den in schwedischen Diensten stehenden General Königsmarck. Trotz des am 24. Oktober 1648 geschlossenen Westfälischen Friedens endete die Besetzung der Burg erst am 5. Oktober 1649. Bis 1698 war die Burg Sitz des Landrichteramtes Waldeck-Kemnath, der Sitz wurde dann in die Stadt Kemnath verlegt.[3]
Nach der Feuersbrunst von 1794 wurde der Ort an der Nordseite, wohl nach einem Entwurf auf dem Reißbrett, neu erbaut.
Die 1818 durch das bayerische Gemeindeedikt begründete Marktgemeinde mit den dazugehörenden Orten Godas, Hahneneggaten und Teufelhammer wurde am 1. Mai 1978 im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Kemnath eingemeindet.[4]
Verkehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Bundesstraße 22 umgeht Waldeck im Osten. Die Kreisstraße TIR 8 führt nach Norden, die Kreisstraße TIR 32 nach Osten.[5]
Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Kirche St. Johannes Nepomuk, welche laut Inschrift über den Eingangsportal spätestens 1811 errichtet wurde, verfügt über eine wohl aus anderer Kirche stammenden Inneneinrichtung.
Oberhalb des Ortes liegt die Burganlage Waldeck mit der Burgkapelle Sankt Ägidius. Im Kern ist die Burg wohl hochmittelalterlich und stammt in großen Teilen aus dem 13. bis 16. Jahrhundert. In Teilen wurde sie nach einem Brand rekonstruierend wiederaufgebaut. Unterhalb der Burg entstand 2016/17 ein essbarer Wildpflanzenpark (Ewilpa).[6]
Persönlichkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Hans Koessler, Komponist in Budapest (* 1856 in Waldeck; † 1924 in Ansbach), Lehrer von Béla Bartók
- Josef Weis, Priester (* 1818 in Waldeck; † 1895 in München)
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Aufsatz (PDF) über die Geschichte von Waldeck auf der Website der Stadt Kemnath
- Waldeck in der Ortsdatenbank von bavarikon, abgerufen am 28. Januar 2022.
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, OCLC 231287364, S. 283 (Digitalisat).
- ↑ Gemarkung Waldeck (Kemnath) / Bayern. In: Geoindex.io. Abgerufen am 3. Oktober 2025.
- ↑ Anton Reger: Aus der Geschichte der Stadt Kemnath. Heimatbuch (hrsg. von der Stadt Kemnath). S. 20–46 und 70–95. Verlag Michael Laßleben, Kallmünz 1981, ISBN 3-7847-1134-0.
- ↑ Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart / Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 663 (Statistische Bibliothek des Bundes und der Länder [PDF; 41,1 MB]).
- ↑ BAYSIS Kartenfenster. Abgerufen am 19. Juli 2023.
- ↑ Essbarer Wildpflanzenpark. Stiftung Ewilpa, abgerufen am 15. Oktober 2022.
