Waldems

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Waldems
Waldems
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Waldems hervorgehoben
Koordinaten: 50° 15′ N, 8° 19′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Landkreis: Rheingau-Taunus-Kreis
Höhe: 252 m ü. NHN
Fläche: 36,69 km2
Einwohner: 5171 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 141 Einwohner je km2
Postleitzahl: 65529
Vorwahlen: 06126, 06087, 06082
Kfz-Kennzeichen: RÜD, SWA
Gemeindeschlüssel: 06 4 39 016
Gemeindegliederung: 6 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schulgasse 2
65529 Waldems
Webpräsenz: www.gemeinde-waldems.de
Bürgermeister: Markus Hies (CDU)
Lage der Gemeinde Waldems im Rheingau-Taunus-Kreis
Lorch (Rheingau)Rüdesheim am RheinGeisenheimOestrich-WinkelKiedrichEltville am RheinWallufSchlangenbadBad SchwalbachHeidenrodAarbergenHohenstein (Untertaunus)TaunussteinHünstettenIdsteinNiedernhausenWaldemsRheinland-PfalzWiesbadenLandkreis Limburg-WeilburgMain-Taunus-KreisHochtaunuskreisKreis Groß-GerauKarte
Über dieses Bild
Esch DGH und katholische Kirchengemeinde
Esch evangelische Kirche
Esch Schreinerei

Waldems ist eine Gemeinde im südhessischen Rheingau-Taunus-Kreis. Sitz der Verwaltung ist der Ortsteil Esch.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Waldems liegt im Taunus in waldreicher Umgebung am nordwestlichen Fuß des Feldbergmassivs in 250 bis 629,3 Meter Höhe. Mit dem Windhain weist die Gemeinde die höchste Erhebung des Rheingau-Taunus-Kreises auf, 1 km östlich des Ortsteils Wüstems gelegen.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Waldems ist die östlichste Gemeinde des Rheingau-Taunus-Kreises und grenzt im Nordosten an die Gemeinde Weilrod, im Osten an die Gemeinde Schmitten, im Südosten an die Gemeinde Glashütten (alle drei im Hochtaunuskreis), im Süden und Westen an die Stadt Idstein (Rheingau-Taunus-Kreis), sowie im Nordwesten an die Stadt Bad Camberg (Landkreis Limburg-Weilburg).

Gliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde besteht aus den sechs Ortsteilen Bermbach, Esch (Sitz der Gemeindeverwaltung), Niederems (mit Reinborn), Reichenbach, Steinfischbach und Wüstems.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Obwohl Siedlungsspuren weit zurück reichen, gehen die gegenwärtigen Orte wohl auf Rodungen in fränkischer Zeit zurück.

Als erster der Teilorte wurde Bermbach im Jahre 772 als Barenbach in einer Urkunde des Lorscher Codex erwähnt. Viele Jahrhunderte war hier Grenzland, der Limes verlief in der Nähe und später stießen hier die Einflussbereiche von Kurmainz, Hessen und Nassau aneinander. Von 1276 bis 1570 ist das Dorf mit dem Adelsgeschlecht der Herren von Bermbach verknüpft. Später wird Bermbach im Zusammenhang mit der Hexenverfolgung und dem legendären Schinderhannes (1801) erwähnt.

Der Ortsteil Esch geht zurück auf eine Siedlung aus dem 6. Jahrhundert nach Christus. Urkundlich erwähnt ist der Ort Eschze im Zinsregister des Archivdiakons zu Dietkirchen. Esch liegt am Kreuzungspunkt der uralten Handelsstraßen Frankfurt-Limburg-Köln und der Verbindungsstraße zwischen Rhein und Wetterau und hatte daher immer ein hohes Verkehrsaufkommen.

Die Entstehungsgeschichte von Niederems kann bis zum Jahre 1274 zurückverfolgt werden. Durch Hunger, Seuchen und Kriege war die Bevölkerungszahl immer sehr niedrig. Insbesondere der Dreißigjährige Krieg verringerte die Zahl der Haushalte beträchtlich.

Die Spuren der Besiedlung von Reichenbach lassen sich bis in vorchristlicher Zeit zurückverfolgen. Zu erwähnen sind das Hügelgrab Goldkessel und der Ringwall Burg. 1428 wird der Ort als Richinbach in den Annalen von Nassau-Idstein erwähnt. Im Jahre 1772 zerstörte ein Feuer den alten Ortskern, der dann aber wieder zügig aufgebaut wurde. Von 1604 bis 1968 existierte in Reichenbach eine eigene Schule.

In der Nähe des Ortsteils Steinfischbach finden sich in Form von den Hügelgräbern Totenkopf und Goldkessel Hinweise auf eine frühe Besiedelung. Urkundlich erwähnt ist das Dorf erstmals im Jahre 1156 unter dem Namen Vispach in einem Dokument des Erzbischofs Arnold von Mainz. In der Nähe wurde nach Eisenerz geschürft und ein Steinbruch für Mühlsteine, Straßenschotter, Pflaster- und Grenzsteinen betrieben.

Wüstems wurde als Wosten Emsse 1435 in einer Aufzeichnung von Cuno von Reifenberg erwähnt. Die erste Silbe des Ortsnamens Wüst ist wahrscheinlich von Wüstungen abgeleitet und weist auf eine verlassene Siedlungsstätte oder landwirtschaftlich genutzte Areale hin. Der Bachname Ems ist vom althochdeutschen Ohm abgeleitet. Beide Namensbestandteile lassen auf eine mehr als 2000 Jahre währende Siedlungsperiode schließen. Darauf weist auch der keltische Ringwall an der nahen Taunuserhebung Burg hin.

1806 kam das Gemeindegebiet zum neu gegründeten Herzogtum Nassau und wurde mit diesem 1866 preußisch.

Im Rahmen der kommunalen Gebietsreform in Hessen schlossen sich am 1. August 1972 die bis dahin selbstständigen Gemeinden Bermbach und Esch aus dem Untertaunuskreis sowie Niederems, Reichenbach, Steinfischbach und Wüstems aus dem Landkreis Usingen zur heutigen Gesamtgemeinde Waldems zusammen.[2][3]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 6. März 2016 lieferte folgendes Ergebnis,[4] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[5][6]

Sitzverteilung in der Gemeindevertretung 2016
    
Insgesamt 27 Sitze
Parteien und Wählergemeinschaften %
2016
Sitze
2016
%
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 35,3 10 34,0 9 29,2 8 26,7 8
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 29,1 8 30,7 8 34,3 9 37,3 12
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 13,1 3 16,7 5 10,0 3 6,4 2
FWG Freie Wählergemeinschaft 22,4 6 14,3 4 16,1 4 20,3 6
FDP/Bürgerliste Waldems FDP/Bürgerliste Waldems 4,2 1
FDP Freie Demokratische Partei 4,0 1 3,1 1
UWK Unabhängiger Wählerkreis 6,3 2 6,2 2
Gesamt 100,0 27 100,0 27 100,0 27 100,0 31
Wahlbeteiligung in % 59,0 56,8 52,2 58,0
Esch Kirchgasse
Wüstems Emsbachtalhalle
Niederems Schule

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rudolf Dörr (FWG) war 1993 bis 1999 Bürgermeister und trat aus gesundheitlichen Gründen nicht wieder an. Bei der Bürgermeisterwahl setzte sich der 37 Jahre alte Dirk Foitzik mit 52 % gegen seinen SPD-Mitbewerber durch.[7] Die folgende "Heiratsschwindler"-Affäre wurde bundesweit bekannt.[8] Foitzik hatte im Wahlkampf angegeben, verheiratet zu sein. Er war aber nur verlobt (und die Verlobung überstand die Affäre nicht). Die FWG brach mit ihm und der Gemeindevorstand entzog ihm die schon überreichte Einführungsurkunde. Dörr blieb damit im Amt. Anfang Oktober erklärte die Gemeindevertretung Foitziks Wahl für ungültig. Die Klage dagegen lehnte in letzte Instanz der Hessische Verwaltungsgerichtshof ab. Bei den Neuwahlen im Mai 2000 trat Rudolf Dörr dann doch erneut an und setzte sich mit 52 % der Stimmen durch.[9]

Im März 2003 wurde Werner Scherf (SPD) zum neuen Bürgermeister gewählt. Er wurde im Dezember 2008 im zweiten Wahlgang wiedergewählt.[10] Bei der Bürgermeisterwahl am 30. November 2014 wurde Markus Hies (CDU) mit 68,0 % der Stimmen zum Bürgermeister von Waldems gewählt. Die Wahlbeteiligung betrug 57,6 %.[11] Die Amtszeit begann am 1. Juni 2015.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinde Waldems im Untertaunuskreis ist am 4. April 1976 vom Hessischen Minister des Innern ein Wappen mit folgender Blasonierung genehmigt worden: In Grün auf silbernem Wellenbalken eine silberne Tanne.[12]

Partnergemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Waldems unterhält partnerschaftliche Beziehungen zu

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kulturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe Liste der Kulturdenkmäler in Waldems

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaftsstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Früher lebten die Einwohner der Dörfer von der Land- und Forstwirtschaft. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts hat sich Waldems jedoch zu einer Wohngemeinde gewandelt. Die meisten Arbeitnehmer verdienen ihren Lebensunterhalt, gefördert durch die gute Verkehrsanbindung, im Rhein-Main-Gebiet.

In Waldems-Steinfischbach befindet sich der Standort der Ulisses Medien & Spiel Distributions GmbH; ein Verlag, der unter anderem das Pen-&-Paper-Rollenspiel Das Schwarze Auge (DSA) vertreibt.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde ist mit der acht Kilometer entfernten Anschlussstelle Idstein der Bundesautobahn 3 gut an das Fernstraßennetz angebunden. Außerdem verlaufen die Bundesstraßen 8 und 275 durch das Gemeindegebiet und kreuzen sich in Esch.

Der nächstgelegene Bahnhof befindet sich in Idstein an der Main-Lahn-Bahn, hier verkehrt u. a. die RMV-Linie 20.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Waldems – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hessisches Statistisches Landesamt: Aktuellster Bevölkerungsstand am 31.12.2017 (Landkreise und kreisfreie Städte sowie Gemeinden, Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Der Hessische Minister des Innern: Gesetz zur Neugliederung des Obertaunuskreises und des Landkreises Usingen (GVBl. II Nr. 330-18) vom 11. Juli 1972. In: Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1972 Nr. 17, S. 227, § 12 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 1,2 MB]).
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 378.
  4. Ergebnis der Gemeindewahl am 6. März 2016 Hessisches Statistisches Landesamt
  5. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011
  6. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 26. März 2006
  7. statistik.hessen.de
  8. z. B. Sitzen gelassener Heiratsschwindler; in: Focus, Nr. 37, 1999
  9. Oliver M. Bock: Aufregung um einen "Heiratsschwindler"; in: Jahrbuch '01 Rheingau-Taunus-Kreis, 2001, ISSN 1439-0779, S. 295.
  10. http://www.statistik-hessen.de/themenauswahl/wahlen/daten/direktwahlen/waldems/index.html
  11. Hessisches Statistisches Landesamt: Direktwahlen in Waldems
  12. Der Hessische Minister des Inneren: Genehmigung eines Wappens und einer Flagge der Gemeinde Waldems, Untertaunuskreis vom 4. April 1976. In: Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1976 Nr. 17, S. 750, Punkt 572 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 4,4 MB]).