Waldkappel

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Waldkappel
Waldkappel
Deutschlandkarte, Position der Stadt Waldkappel hervorgehoben
Koordinaten: 51° 9′ N, 9° 53′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Werra-Meißner-Kreis
Höhe: 236 m ü. NHN
Fläche: 96,48 km²
Einwohner: 4433 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 46 Einwohner je km²
Postleitzahl: 37284
Vorwahlen: 05656, 05658 (Bischhausen)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: ESW, WIZ
Gemeindeschlüssel: 06 6 36 012
Stadtgliederung: 15 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Leipziger Straße 34
37284 Waldkappel
Webpräsenz: www.waldkappel.de
Bürgermeister: Reiner Adam (SPD)
Lage der Stadt Waldkappel im Werra-Meißner-Kreis
Werra-Meißner-Kreis Hessen Sontra Waldkappel Hessisch Lichtenau Gutsbezirk Kaufunger Wald Großalmerode Berkatal Meißner Neu-Eichenberg Witzenhausen Herleshausen Ringgau Wehretal Weißenborn Eschwege Wanfried Meinhard Bad Sooden-Allendorf Niedersachsen Thüringen Landkreis Hersfeld-Rotenburg Schwalm-Eder-Kreis Landkreis KasselKarte
Über dieses Bild

Waldkappel ist eine Kleinstadt im nordhessischen Werra-Meißner-Kreis, Deutschland.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Waldkappel liegt zwischen Hessisch Lichtenau im Westen und Eschwege im Osten. Es befindet sich im Osthessischen Bergland zwischen dem sich im Norden anschließenden Naturpark Meißner-Kaufunger Wald und dem Stölzinger Gebirge im Süden an der Mündung des Schemmerbachs in die Wehre.

Südsüdöstlich der Waldkappeler Kernstadt liegt der Mäuseberg (415,4 m) mit dem Pionierturm. Ein weiterer Aussichtsturm steht auf dem wenige Kilometer südsüdwestlich befindlichen Ziegenküppel (445,4 m); ein anderer Berg namens Ziegenküppel (405,8 m) liegt nordwestlich. Wenige Kilometer nördlich erhebt sich der Hohe Meißner (753,6 m)

Waldkappel liegt im Schnittpunkt der Verbindungslinie der Zipfelbundgemeinden.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt besteht neben der Kernstadt Waldkappel aus den folgenden Stadtteilen:

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Waldkappel – Auszug aus der Topographia Hassiae von Matthäus Merian 1655

Waldkappel wurde im Jahre 1226 erstmals urkundlich erwähnt, 1414 wurden dem Ort die Stadtrechte verliehen. Die Stadt erlebte ihre wirtschaftliche Blüte während des späten Mittelalters durch ihre Lage an der alten Handelsstraße „durch die langen Hessen“, die von der Wetterau nach Thüringen und weiter nach Leipzig führte. Als Zeichen des ehemaligen Reichtums der Stadt erhebt sich im Ortsmittelpunkt die spätgotische Kirche. Auf der Reise zum Marburger Religionsgespräch mit Ulrich Zwingli übernachtete Martin Luther am 27./28. September und 6./7. Oktober 1529 in Waldkappel. Der Dreißigjährige Krieg setzte dem Wohlstand Waldkappels ein jähes Ende; die Stadt konnte nie mehr an ihre frühere Bedeutung anknüpfen.

Die Stadt Waldkappel gehörte keinem Amt an, sondern es gab besondere Schultheißen der Ganerben. Erst 1780 beauftragte man den Justizbeamten zu Bischhausen, die Justizpflege zu versehen.[2] Während der französischen Besetzung gehörte der Ort zum Kanton Bischhausen im Königreich Westphalen (1807–1813). Waldkappel gehörte ab 1821 zum hessischen Landkreis Eschwege.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Rahmen der hessischen Gebietsreform wurde am 1. Februar 1971 die bis dahin selbständige Gemeinde Mäckelsdorf eingegliedert. Am 1. Oktober 1971 kamen Burghofen, Friemen, Rechtebach und Rodebach hinzu. Bischhausen, Gehau, Harmuthsachsen, Hasselbach (beide aus dem Landkreis Witzenhausen), Kirchhosbach, Schemmern sowie Stolzhausen aus dem Landkreis Melsungen folgten am 31. Dezember 1971. Mit der Eingliederung von Eltmannsee und Hetzerode wurde am 1. Januar 1974 die Reihe der Eingemeindungen abgeschlossen.[3]

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Katholiken Waldkappels gehören zum Bistum Fulda.

Im Wollstein befindet sich das zur Monastischen Familie von Betlehem, der Aufnahme Mariens in den Himmel und des heiligen Bruno gehörende Kloster Marienheide.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtverordnetenversammlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 6. März 2016 lieferte folgendes Ergebnis,[4] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[5][6]

Sitzverteilung in der Stadtverordnetenversammlung 2016
    
Von 23 Sitzen entfallen auf:
Parteien und Wählergemeinschaften %
2016
Sitze
2016
%
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 41,3 9 47,8 11 51,4 12 49,7 15
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 30,7 7 30,5 7 32,2 7 24,9 8
ÜWG Überparteiliche Wählergemeinschaft 20,6 5 13,0 3 11,9 3 18,6 6
GAL Grün-Alternative-Liste Waldkappel 7,4 2 8,7 2 4,5 1
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 6,8 2
Gesamt 100,0 23 100,0 23 100,0 23 100,0 31
Wahlbeteiligung in % 59,4 60,5 58,1 63,4
Die Ullenfänger (Uhlenfänger, Eulenfänger), Sage zum Ortsnecknamen der Waldkappeler

Partnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Waldkappel unterhält Partnerschaften mit der französischen Stadt Carhaix in der Bretagne und mit der niederländischen Gemeinde Rijnwoude.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch Waldkappel führt die B 7. Die A 44 ist im Bau.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Paul Glass: Das vergessene Denkmal von Harmuthsachsen oder wie Waldkappel zu Beginn des 2. Weltkrieges von evakuierten Saarländern überschwemmt wurde. Eine Spurensuche. In: Zeitschrift [Jahrbuch] des Vereins für Hessische Geschichte und Landeskunde [ZHG], Band 117/118, 2012/13, Kassel 2013, S. 247–268, 6 Abb.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. „Waldkappel, Werra-Meißner-Kreis“. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). (Stand: 15. März 2015)
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 388–389.
  4. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 6. März 2016
  5. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011
  6. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 26. März 2006

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Waldkappel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Waldkappel – Reiseführer