Waldmöpse

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Sitzender Waldmops
Stehender Waldmops

Die Waldmöpse sind mehrere „lebensgroße“ Skulpturen, die seit 2015 im Stadtgebiet Brandenburgs an der Havel an verschiedenen Stellen aufgestellt sind. Der Waldmops ist eine Kunstfigur des Humoristen, gebürtigen Brandenburgers und Ehrenbürgers der Stadt Loriot. Die Skulpturen wurden von der Künstlerin Clara Walter geschaffen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tierstunde – Der wilde Waldmops[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Figur des Waldmopses entstammt dem Sketch Tierstunde – Der wilde Waldmops[1] des Humoristen Loriot, den dieser 1972 in der neunzehnten Folge der Fernsehserie Cartoon[2] präsentierte. In dem Sketch geht es um die fabulierte Zucht des Mopses von einem großen elchartigen und gehörnten Tier zum Rasse- und Schoßhund. In deutschen Wäldern habe nur der „scheue Waldmops“, der als im Grunde mopsähnlich, jedoch ein „kurzes, aber kräftiges Gehörn“ tragend, beschrieben wird, überlebt. Er richte schwere Schäden an Flora und Fauna an, überwintere zu Hunderttausenden in Südafrika und habe im Frühling an der Mündung der Weser seine Paarungsgebiete. Der Kommentar des von Loriot gespielten Moderators der Sendung Tierstunde Horst Stern wandelt sich dabei von scharfer Kritik an blindem Züchterehrgeiz auf Kosten eines ehemals edlen Tieres, das als „Herr des Waldes“ seine „freiheitliche Würde“ gehabt habe, zu einer widersprüchlichen, ebenso scharfen Kritik an der Untätigkeit des Bundesforstamtes angesichts der teuren Waldschäden, bei denen romantische Tierliebe fehl am Platz sei. Ein Elch verkörpert im Film den wilden Waldmops in seiner Urform und ein mit einem kleinen Geweih versehener Mops stellt den scheuen Waldmops dar. Die allmähliche Veränderung des Körperbaus und die zunehmende Verkümmerung des Geweihs werden mit mehreren Zeichnungen Loriots illustriert.

Waldmopszentrum und Rundweg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Vorbereitung auf die Bundesgartenschau 2015, die unter anderem in Brandenburg an der Havel veranstaltet wurde, wurde überlegt, ein sogenanntes „Waldmopszentrum“ in Loriots Geburtsstadt zu schaffen. Es sollte eine Reminiszenz an den bekannten Künstler werden und ein Denkmal für ihn. Die Ausschreibung für das Projekt gewann die junge Künstlerin Clara Walter. Es war ihr erster Großauftrag nach dem Studienabschluss und war mit 50.000 Euro, finanziert vom Brandenburger Kulturverein, dotiert.[3]

Am 17. April 2015 wurde das Waldmopszentrum vom Bundesaußenminister und Vorsitzenden des Kulturvereins Frank-Walter Steinmeier eröffnet, dabei wurden die aus Bronze geschaffenen Figuren offiziell übergeben.[4] Die Figuren wurden in stehender, liegender, lehnender und sitzender Haltung an verschiedenen Stellen in der Innenstadt Brandenburgs in der Nähe der BUGA-Stätten aufgestellt, etwa um die Johanniskirche, im Humboldthain und am Packhofufer.

Ursprünglich sollte das Kunstprojekt nur acht Skulpturen umfassen. Seit der Aufstellung der ersten Figuren wurden sie jedoch in der Bevölkerung schnell sehr beliebt, sodass Aufträge für weitere Plastiken, teilweise von privaten Spendern finanziert, erteilt wurden. Die Kosten von der Idee bis zur Fertigstellung für einen einzelnen gegossenen Waldmops werden mit etwa 4.500 Euro angegeben. Im Januar 2016 waren insgesamt 13 Waldmopsplastiken aufgestellt. 25 bis 30 sollen es nach Planungen im Verlauf eines Rundweges werden.[5]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Tierschutzorganisation PETA kritisierte 2015 das Kunstwerk. Deutschlandradio Kultur beschrieb PETAs Position in diesem Zusammenhang: „Möpse seien der Inbegriff der Qualzucht. Neben einer ganzen Reihe von Erbkrankheiten würde ihnen vor allem die Atmung Probleme bereiten. Das Leben als Mops sei möglich, verkünden die Tierschützer in Anlehnung an Loriot, aber freudlos.“[6]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Waldmöpse – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Loriots Cartoon. Teil 2. In: Loriot (Drehbuch, Regie): Loriot. Die vollständige Fernseh-Edition. Hamburg 2007, Warner Home Video, Disc 2.
  2. Fernsehen. In: loriot.de. Abgerufen am 30. März 2016.
  3. Alexander Demling: Denkmal als erster Job: Noch mehr Möpse für Loriot. Erschienen am 10. Oktober 2014 in Spiegel Online. Eingesehen am 23. Januar 2016.
  4. Eckhard Fuhr:Wo sich wilde Waldmöpse genüsslich räkeln dürfen. Erschienen am 19. April 2015 in Die Welt. Eingesehen am 23. Januar 2016.
  5. Benno Rougk: Loriots Waldmöpse vermehren sich munter. Erschienen am 14. Juli 2015 in Märkische Allgemeine. Eingesehen am 23. Januar 2016.
  6. Tobias Feld: Der Mops ist los in Brandenburg. Erschienen am 18. April 2015 bei Deutschlandradio Kultur. Eingesehen am 22. Oktober 2016.